barbera
Am Roten Platz in Moskau bemerkt man das die Toten Kommunisten nicht gleich sind. Gleich Tod schon, aber sonst?
Kuchlpsychologie klingt so unendlich sympathisch :D

Und wie lebe ich dann, wenn ich mein Zelt immer wieder woanders aufbaue und gar keinen Keller habe? Dann kann ich da ja auch nichts wegschieben und letztlich vielleicht sogar beziehungsunfähig werden. Ich muss mich dann gleich entscheiden: find ich gut, nehm ich mit und leb ich mit oder is mir zu schwer, lass ich da.

Also ich tendiere auch mehr zum kellerlosen Dasein. Das mit den Weinflaschen ist dann natürlich ein Problem: die hört man dann schon von Weitem, wenn ich noch gar nicht um die Ecke gebogen bin ....
Seit ich wieder auf Partnersuche bin, habe ich mich oft gefragt, ob es noch einmal möglich ist, eine Beziehung einzugehen.
Allerdings habe ich schon auch gewisse Erwartungen in eine Beziehung.
Wenn man jung ist, ist man noch nicht fertig und man kann sich mit dem Partner zusammen entwickeln, wenn man Glück hat, in die gleiche Richtung, wenn nicht muss man sich entscheiden, getrennte Wege zu gehen oder eine neue Beziehungsform sich gemeinsam erarbeiten. Alles ist möglich, so lange man es will.

Aber mit zunehmenden Alter ist man schon "fertig", man weiß, was man will und was nicht, und trotzdem muss man auch bereit sein, Kompromisse bis zu einem gewissen Grad eingehen zu wollen/können.
Ich selbst würde mich nie an einen Partner binden, der unbedingt aus finanziellen Gründen verheiratet bleiben möchte .... Denn im besten Fall möchte man ja zusammenbleiben, d. h. auch, dass ich meinen Partner oder er mich bis zum Tode begleitet. Und dann steht da die Nochehefrau oder der Nochehemann da und freut sich über die Witwen/rrente .... wie verrückt ist das denn. Stelle ich mir etwas blöd vor.
Ich hatte tatsächlich mal eine Anfrage von einem Mann, der mit seiner Frau unbedingt verheiratet bleiben wollte, weil sie sonst in die Altersarmut rutschen würde. Sehr lobenswert von ihm .... aber das hat nichts mit Beziehung zu tun sondern eher mit neuer Form des zusammen wohnens, mit dem einen schlafe ich und den anderen versorge ich. Verrückte Welt kann ich da nur sagen, mir kommen da gewisse Modelle von Kommunen aus den 70/80ern gerade in den Sinn.
Wer das möchte gerne, aber für mich ist das nichts.

Was ich aber auch erschreckend finde, dass sich viele gehen lassen, so ganz nach dem Motto, wenn sie mich so nicht will .... Auch das ist nicht wirklich schön. Natürlich hat man im Leben immer wieder mal solche Phasen und die braucht es auch um sich selbst zu finden. Aber wer im Loch hocken bleibt, braucht nicht hoffen, dass sich jemand dazugesellt. Man muss die Wunden seiner Vergangenheit schon aufarbeiten und den Blick nach vorne richten. Und dazu muss ich sagen, dass ich meinen Freundinnen dankbar sind, wir können über vieles reden und uns auch gegenseitig motivieren, sich nicht gehen zu lassen. Hätte ich meine Freundinnen nicht, wäre ich nie über den Verlust meiner Familie (Mann und Tochter) hinweggekommen. Männer sind da etwas anders, was ich schade finde, denn solche Gespräche tun einfach gut. Sie bleiben in ihrem Leid manchmal hängen, suchen sich keine Hilfe. Aber das ist wichtig, wenn man weiterleben möchte. Das Leben ist schön, man muss es nur wollen und sehen.
Man muss immer noch auch einen Anspruch an sich selbst haben und sich selbst wert sein, sich selbst lieben, dann kann man auch Liebe weitergeben und darum geht es doch in erster Linie. Aber Liebe muss wachsen dürfen, Liebe hat nichts mit Schönheit im äußerlichen Sinne zu tun, wer das in unserem Alter noch glaubt, hat nix dazu gelernt. Und auch die Sexualität sollte im Alter noch ausgelebt werden dürfen. Auch ein sensibles Thema, über das Mann nicht gerne spricht und wenn dann kommen Sätze, na ja das geht halt nicht mehr. Aber wenn Frau das möchte? Einer bleibt immer auf der Strecke und körperliche Nähe und Leidenschaft ist im Alter genauso wichtig wie gemeinsame Interessen.

Die Chemie und die gemeinsamen Vorstellungen müssen passen, dann klappt es auch mit der Beziehung, wie die Beziehung dann geführt wird, darf sich auch entwickeln, ich bin offen, alles nur keinen Stillstand.

Fazit, ja ich denke schon, dass es noch einmal möglich ist, eine Beziehung eingehen zu können, denn wenn ich mir die Frage stelle, bin ich noch beziehungsfähig, habe ich schon verloren, denn dann denke ich nicht darüber nach, was ich alles noch gewinnen kann sondern daran, was ich alles verloren habe. Man kann Liebe nicht erzwingen und wie gesagt, die Chemie ist hierfür Grundvoraussetzung und muß passen.
Deshalb ist es in unserem Alter nicht leicht jemanden zu finden, der zu einem passt. Aber leicht kann ja jeder und leicht hält meistens nicht lange.

Das Leben ist zu schön und zu kurz um zu resignieren und was haben wir denn zu verlieren? Mit jedem Date das nicht klappte komme ich Mr. Right etwas näher, zumindest aber habe ich vielleicht auch nette Menschen kennenlernen dürfen, auch wenn es keine Liebe wird. Und wenn nicht, nur nix persönlich nehmen, es menschelet halt :D