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Friedrich Nietzsche

mein Glück



Die Tauben von San Marco seh ich wieder:
Still ist der Platz, Vormittag ruht darauf.
In sanfter Kühle schick ich müssig Lieder
Gleich Taubenschwärmen in das Blau hinauf -
- und locke sie zurück,
noch einen Reim zu hängen ins Gefieder
- mein Glück! Mein Glück!

Du stilles Himmels-Dach, blau-licht, von Seide,
Wie schwebst du, schirmend ob des bunten Baus,
Den ich, was sag ich? - liebe, fürchte, neide.....
Die Seele wahrlich tränk ich gern ihm aus!
- Gäb ich sie je zurück? -
Nein, still davon, du Augen-Wunderweide!
- mein Glück! Mein Glück!

Du strenger Turm, mit welchem Löwendrange
Stiegst du empor hier, siegreich, sonder Müh!
Du überklingst den Platz mit tiefem Klange --:
Französisch wärst du sein accent aigu?
- Blieb ich gleich dir zurück,
Ich wüsste, aus welch seidenweichem Zwange...
- mein Glück! Mein Glück!

Fort, fort Musik! Laß erst die Schatten dunkeln
und wachsen bis zur braunen Nacht!
Zum Tone ist`s zu früh am Tag, noch funkeln
Die Goldzieraten nicht in Rosen-Pracht,
- Noch blieb viel Tag zurück,
Viel Tag für Dichten, Schleichen, Einsam-Munkeln
- mein Glück! mein Glück!

--- <§> ---


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Wunderbar, Maframati
(obwohl ich es sonst auch lieber habe, wenn das Wort für sich steht)


Frühling

Nun ist er endlich kommen doch
In grünem Knospenschuh;
"Er kam, er kam ja immer noch",
Die Bäume nicken sich's zu.

Sie konnten ihn all erwarten kaum,
Nun treiben sie Schuss auf Schuss;
Im Garten der alte Apfelbaum,
Er sträubt sich, aber er muss.

Wohl zögert auch das alte Herz
Und atmet noch nicht frei,
Es bangt und sorgt: "Es ist erst März
Und März ist noch nicht Mai."

O schüttle ab den schweren Traum
Und die lange Winterruh:
Es wagt es der alte Apfelbaum,
Herze, wag's auch du.


Theodor Fontane


:)
Wenn ein Schwan singt


Eine Melodie klingt zu mir herüber,
eine Melodie wie ich sie nie gehört,
eine Melodie, es zittern meine Glieder,
eine Melodie, die mich betört.

Nie vernahm ich solche Laute,
nie vernahm ich diesen Schmelz,
nie vernahm so tief vertraute
Töne mein ach so kleines Herz.

Wer singt solch wunderbare Lieder,
wer singt, dass mir die Träne kam,
wer singt, als hätte er Gefieder,
wer singt so, war es ein Schwan?


Die Welt steht still, es geht kein Rauschen,
von der Weide an dem See,
kein Vogel singt und alles scheint zu lauschen,
dem Gesang, von Liebe, Ach und Weh.

Es stirbt ein Schwan und viele Tränen rinnen,
es stirbt ein Schwan, in Seligkeit am Bach.
Es stirbt ein Schwan und alle mit ihm schwingen,
es stirbt ein Schwan, wir kommen nach.

daVinnci

Nicht! noch nicht!


Ein leichter Suff umnebelt die Gedanken.
Verdammt! Der Frühling kommt zu früh.
Der Parapluie
steht tief im Schrank – die Zeitbegriffe schwanken.

Was wehen jetzt die warmen Frühlingslüfte?
Ein lauer Wind umsäuselt still
mich im April –
die Nase schnuppert ungewohnte Düfte.

Du lieber Gott, da ist doch nichts dahinter!
Und wie ein dicker Bär sich murrend schleckt,
zu früh geweckt,
so zieh ich mich zurück und träume Winter.

Ich bin zu schwach. Ich will am Ofen hocken –
die Animalität ist noch nicht wach.
Ich bin zu schwach.
Laternenschimmer will ich, trübe Dämmerung
und dichte Flocken.

Kurt Tucholsky
Da ist er, der Frühling

Da ist er, der Frühling!
Schon lange herbeigesehnt,
steht er plötzlich im Garten.
Es blüht an allen möglichen
und unmöglichen Stellen.
Unbeschreibliche Düfte
liegen in der Luft und
verwirren die Sinne.
Man fährt mit dem Fahrrad,
statt mit dem Auto.
Man verliebt sich,
ohne es zu wollen.
Begegnen sich die richtigen Blicke,
können sie sich nicht mehr lösen.
Frühling, wo soll das noch hinführen?

@Annegret Kronenberg
    Zu solchen Stunden gehn wir also hin
    und gehen jahrelang zu solchen Stunden,
    auf einmal ist ein Horchender gefunden –
    und alle Worte haben Sinn.

    Dann kommt das Schweigen, das wir lang erwarten,
    kommt wie die Nacht, von großen Sternen breit :
    zwei Menschen wachsen wie im selben Garten,
    und dieser Garten ist nicht in der Zeit.

    Und wenn die beiden gleich darauf sich trennen,
    beim ersten Wort ist jeder schon allein.
    Sie werden lächeln und sich kaum erkennen,
    aber sie werden beide größer sein…


    Rainer Maria Rilke

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    Der Rabe

    Als um Mitternacht ermüdet ich das düstre Haus gehütet über manchem Buch voll Weisheit, alter, fast vergess'ner Lehr, Als ich schon mehr schlief als wachte, war mir, eh' ich's noch bedachte, So, als klopfte jemand sachte, sachte an die Zimmertür. "Irgend ein Besucher", murrt ich, "klopft an meine Zimmertür,
    Das wird's sein, nichts weiter mehr."

    Ach, im Flammenschein der roten Kohlen tanzten Unglücksboten Aus dem kalten Land der Toten, im Dezember, öd und leer. Und wie ungeduldig sehnte ich mich nach dem Tag, als fände Mit ihm meine Qual ein Ende um Lenor, die weit von hier, Um Lenor, das Mädchen, das nun Engel preisen, weit von hier.
    Ungenannter Name hier nunmehr.

    Schreckensbilder ließ mich sehen eines Purpurvorhangs Wehen, Es umhüllte und erfüllte mich mit Furcht wie keiner je vorher. Und um meines Herzens Schläge abzuschwächen, sprach ich träge: "Nur ein Fremder, der vom Wege abkam, steht an meiner Tür, Nur ein später Gast sucht dringend Einlaß hier an meiner Tür.
    Das ist alles, sonst nichts mehr."

    Und sogleich verging mein Zagen, und ich hört' mich plötzlich sagen: "Wer's auch sei, Herr oder Dame, um Vergebung bitt' ich sehr, Denn Ihr Klopfen war so sachte, daß ich kaum davon erwachte Und an alles andre dachte als daran, daß an die Tür Ein Besucher klopfen könnte. Und ich öffnete die Tür: Dunkel dort, nichts weiter mehr.

    Und in dieses Dunkel spähend, stand ich, angstvoll um mich sehend, Zweifelnd, Träume träumend, wie sie noch kein Mensch geträumt bisher. Ungebrochen war das Schweigen, und die Stille gab kein Zeichen, Nur ein Wort ließ mich erbleichen, das geflüstert drang zu mir, Dieses Wort Lenorì, das selber ich gesprochen, raunte mir
    Jetzt ein Echo zu, nichts mehr.

    Als ich mich ins Zimmer wandte und in mir die Seele brannte, Hörte ich erneut das Pochen, etwas lauter als vorher. "Sicher, sagt ich qualbeladen, etwas mit dem Fensterladen, Will doch seh'n, ob ohne Schaden das Geheimnis ich mir klär', Schweig, mein Herz, daß ohne Schaden das Geheimnis ich mir klär'"
    's ist der Wind, nichts weiter mehr."

    Auf warf ich den Fensterladen; flatternd und mit Flügelschlagen Trat ein Rabe ein, als ob er aus den Tagen Noahs wär. Und nicht einen Diener macht' er, nicht an eine Pause dacht' er, Stolz setzt' er sich wie ein Pachtherr über meine Zimmertür. Setzt' sich auf die Pallas-Büste über meiner Zimmertür. Saß dort und nichts weiter mehr.

    Doch das schwarze Tier verführte, weil es sich so eitel zierte, Meine Kümmernis zum Lächeln, und ich sagte ungefähr: "Ist dein Helmbusch auch geschoren, scheinst du doch als Held geboren, Von der Düsternis erkoren, flogst Du weit vom Nachtland her, Sag, welch ist dein edler Name von des Pluto Nachtland her?"
    Sprach der Rabe: "Nimmermehr."

    Und mein Staunen war unendlich, denn das Tier, es sprach verständlich, Schien die Antwort auch ein wenig dunkel und etwas verquer; Denn wir müssen eingestehen, daß kein Lebender gesehen Je solchen Vogel spähen oben von der Zimmertür, Einen Vogel von der Büste über seiner Zimmertür, Der sich nannte "Nimmermehr".

    Doch der Rabe, wie erhoben auf der Büste sitzend oben, Sprach aus tiefster Seele dieses eine Wort bedeutungsschwer. Und kein andres gab er von sich, seine Federn unbeweglich, Da, kaum hörbar, sprach ich kläglich: "Gleich den andern wird auch er Mich verlassen, so wie meine Hoffnung schwindet, geht auch er."
    Sprach der Rabe: "Nimmermehr."

    Als das Schweigen war gebrochen, weil so trefflich er gesprochen, Sagte ich zu mir erschrocken: "Zweifellos, dies Wort ist der Letzte Rest, der ihm geblieben von dem Herrn, der's einzuüben Niemals müde ward, getrieben von des Unglücks Wiederkehr, Der all seine Grabgesänge schloß in steter Wiederkehr Mit dem "Niemals-Nimmermehr".

    Doch der Vogel führte weiter aus der Trauer mich, fast heiter Rollte ich mir einen Sessel stracks zur Tür, dorthin, wo er Hockte, und ich ließ mich nieder und vertraut mich dem Gebieter Phantasie an, um darüber nachzudenken, was das Tier, Was das schwarze ungeschickte, uralt-ominöse Tier
    Wohl gemeint mit "Nimmermehr".

    Dieses zu erraten saß ich, doch mit keiner Silbe maß ich Diesen Vogel, dessen Augen mich durchdrangen wie ein Speer; Dies und mehr noch wollt' ich wissen, dabei lehnt' ich mich auf's Kissen, Dessen Samt im ungewissen Schein der Lampe glänzte schwer, Aber, ach, den violetten Samt im Schein der Lampe schwer
    Wird sie drücken nimmermehr!

    Dann, so schien es mir, als schwenkte jemand Weihrauch, dabei lenkte Klingelnd ein Seraph die Schritte durch das Zimmer kreuz und quer. "Ärmster", rief ich, "dein Gott sendet einen Engel dir und spendet Linderung, und er beendet um Lenor die Qualen schwer, Trink dies gütige Nephentes und vergiß die Qualen schwer!"
    Sprach der Rabe: "Nimmermehr."

    Und ich sprach: "Prophet des Teufels, Kreatur des bösen Zweifels, Ob ein Sturm dich hierher sandte oder dich der Luzifer Hier in diesem Haus voll Schrecken hat geheißen, mich zu wecken, Um sein Urteil zu vollstrecken - ich beschwör dich, sag es mir, Wird man mich in Gilead trösten, ich beschwr dich, sag es mir!"
    Sprach der Rabe: "Nimmermehr."

    "Ob du Vogel oder Teufel", sagte ich, "nimm mir die Zweifel, Bei dem Himmel, der sich über uns erhebt, bei Gottes Ehr', Sag der Seele, ob zu Eden sie dereinst noch wird genesen, Wenn ich küß' das keusche Wesen, ob Lenor mir wiederkehr - Daß das wunderbare Wesen, daß Lenor mir wiederkehr!" Sprach der Rabe: "Nimmermehr."

    "Vogel, Teufel!", schrie ich bleichen Angesichts, "dies Wort als Zeichen Unsrer Trennung! Scher dich wieder in die Nacht, flieh übers Meer! Laß als Lügenzeugnis keine Feder hier! Stör mir nicht meine Einsamkeit! Und nie erscheine wieder über meiner Tür!" Aus dem Herz mir nimm den Schnabel und entfern' dich von der Tür!"
    Sprach der Rabe: "Nimmermehr."

    Und der Rabe, unbeweglich, sitzt noch täglich, sitzt alltäglich Auf der bleichen Pallas-Büste über meiner Zimmertür; Und in seinen Augen wohnen alle Träume von Dämonen, Seinen Schatten wie geronnen wirft die Lampe schwarz und schwer Auf den Boden; doch erheben wird sich aus dem Schatten schwer
    Meine Seele nimmermehr.


    Edgar Allan Poe

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    Oft fühl ich in scheuen Schauern,
    wie tief ich im Leben bin.
    Die Worte sind nur die Mauern.
    Dahinter in immer blauern
    Bergen schimmert ihr Sinn.

    Ich weiß von keinem die Marken,
    aber ich lausch in sein Land.
    Hör an den Hängen die Harken
    und das Baden der Barken
    und die Stille am Strand.


    Rainer Maria Rilke


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Lebensfrage

fragt mich nicht nach meinem namen,
fragt mich niemals, wer ich bin,
denn ich habe keinen namen
und ich bin nicht, die ich bin.

ich bin die, die einst gewesen,
ich bin die, die heute sind.
ich bin auch der zukunft wesen.
ich bin sehend, nicht mehr blind.

alles leben dieser erde
siegt in mir und macht mich reich.
alles sterben dieser erde
macht mich allem dasein gleich.

alle tränen durch mich fließen,
aller haß und alles leid.
alle ströme sich ergießen
in meiner wüste einsamkeit.

alle liebe trag ich in mir,
alles lachen in mir weint.
alle sehnsucht trag ich in mir
und erfüllung in der zeit.

alle sonnen trag ich in mir,
alle monde einer nacht.
alle stürme trag ich in mir,
aller wiesen blütenpracht.

alle asche trag ich in mir,
aller samen in mir treibt.
alle träume trag ich in mir.
alle ernte in mir reift.

alle wärme trag ich in mir,
alle glut in mir verbrennt.
alle kälte trag ich in mir,
aller frost mir narben brennt.

alle ängste trag ich in mir,
aller zweifel mich verwirrt.
alle hoffnung trag ich in mir,
daß ein mensch zum menschen wird.

alles fühlen, alles denken,
aller menschen lebensspur
in mich ihre wurzeln senken.
ich bin nichts – bin alles nur.

fragt mich nicht nach meinem namen,
fragt mich niemals, wer ich bin,
denn ich trage alle namen,
weil ich nichts, nur alles bin.

© Tara Ost

aus Muschelperles heutigem Blog.................
    Der Name ist uns wie ein Licht
    hart an die Stirn gestellt.
    Da senkte sich mein Angesicht
    vor diesem zeitigen Gericht
    und sah (von dem es seither spricht)
    dich, großes dunkelndes Gewicht
    an mir und an der Welt.

    Du bogst mich langsam aus der Zeit,
    in die ich schwankend stieg;
    ich neigte mich nach leisem Streit:
    jetzt dauert deine Dunkelheit
    um deinen sanften Sieg.

    Jetzt hast du mich und weißt nicht wen,
    denn deine breiten Sinne sehn
    mir, daß ich dunkel ward.
    Du hältst mich seltsam zart
    und horchst, wie meine Hände gehn
    durch deinen alten Bart.


    Rainer Maria Rilke

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    Zwei

    Drüben du, mir deine weiße
    Rose übers Wasser zeigend,
    Hüben ich, dir meine dunkle
    Sehnsüchtig entgegen neigend.

    In dem breiten Strome, der uns
    Scheidet, zittern unsre blassen
    Schatten, die vergebens suchen,
    Sich zu finden, sich zu fassen.

    Und so stehn wir, unser Stammeln
    Stirbt im Wind, im Wellenrauschen,
    Und wir können nichts als unsre
    Stummen Sehnsuchtswinke tauschen.

    Leis, gespenstig, zwischen unsern
    Dunklen Ufern schwimmt ein wilder
    Schwarzer Schwan, und seltsam schwanken
    Unsre blassen Spiegelbilder.

    Gustav Falke


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Ulla Hahn

Hypothetisches Sonett

Wenn wir tiefer atmeten langsamer
gingen ruhiger führten unsere Augen
von einem zum anderen nur noch leise
sprächen und selten: ewig lebten wir

nicht aber ein bisschen ewiger doch
wie das Meer vielleicht oder sogar
wie Worte und Sätze vom Meer
oder dieser eine Nachmittag heute

an dem wir einander vergessen machen
was anderswo auch geschieht
dauerte sagen wir drei bis vier Wochen

die wiederum ein paar
doppelte dreifache Jahre oder
wenigstens: Jetzt.

(aus: Galileo und zwei Frauen, 1997)
Es regnet

Es regnet Blümchen auf die Felder,
Es regnet Frösche in den Bach.
Es regnet Pilze in die Wälder,
Es regnet alle Beeren wach!

Der Regen singt vor deiner Türe,
Komm an das Fenster rasch und sieh:
Der Himmel schüttet Perlenschnüre
Aus seinem wolkigen Etui.

Vom Regen duften selbst die Föhren
Nach Flieder und nach Ananas.
Und wer fein zuhört, kann das Gras
Im Garten leise wachsen hören.

Mascha Kaleko
Der Sprung in der Schüssel

Es war einmal eine alte
chinesische Frau , die zwei
große Schüsseln hatte , die von
den Enden einer Stange hingen,
die sie über ihren Schultern
trug.

Eine der Schüsseln hatte einen
Sprung , während die andere
makellos war und stets eine
volle Portion Wasser fasste.
Am Ende der langen Wanderung
vom Fluss zum Haus der alten
Frau war die andere Schüssel
jedoch immer nur noch halb
voll.

Zwei Jahre lang geschah dies
täglich : die alte Frau brachte
immer nur anderthalb
Schüsseln Wasser mit nach
Hause .

Die markellose Schüssel war
natürlich sehr stolz auf ihre
Leistung , aber die arme
Schüssel mit dem Sprung
schänte sich wegen ihres
Markels und war betrübt , dass
sie nur die Hälfte dessen
verrichten konnte , wofür sie
gemacht worden war .

Nach zwei Jahren , die ihr wie
ein endlose Versagen
vorkamen , sprach die Schüssel
zu der alten Frau :

" Ich schäme mich so wegen
meines Sprungs , aus dem den
ganzen Weg zu deinem Haus
immer Wasser läuft."
" Die alte Frau lächelte.
"Ist dir aufgefallen ,dass auf
deiner Seite des Weges Blumen
blühen , aber auf der Seite der
anderen Schüssel nicht ?

" Ich habe auf deiner Seite des
Pfades Blumensamen gesät ,
weil ich mir deines Fehlers
bewusst war . Nun gießt du sie
jeden Tag , wenn wir nach
Hause laufen .Zwei Jahre lang
kommte ich diese
wunderschönen Blumen
pflücken und den Tisch damit
schmücken. Wenn du nicht
genauso wärst , wie du bist ,
würde diese Schönheit nicht
existieren und unser Haus
beehren ."

Jeder von uns hat seine ganz
eigenen Macken und Fehler ,
aber es sind die Macken und
Sprünge , die unser Leben so
interessant und lohnenswert
machen .

Man sollte jede Person einfach
so nehmen , wie sie ist und das
Gute in ihr sehen .

Also , an all meine Freunde mit
einem Sprung in der Schüssel ,
habt einen wundervollen Tag
und vergesst nicht ,
den Duft der Blumen auf eurer
Seite des Pfades zu genießen .

Verfasser Unbekannt
    Herbst

    Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
    als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
    sie fallen mit verneinender Gebärde.

    Und in den Nächten fällt die schwere Erde
    aus allen Sternen in die Einsamkeit.

    Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
    Und sieh dir andre an: es ist in allen.

    Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
    unendlich sanft in seinen Händen hält.

    Rainer Maria Rilke


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