Heute wurde dieser Thread wieder zum Leben erweckt durch die Frage von @T4N3M0 ... und das ein User dann darauf antwortet und dafür einen rund drei Jahre alten Beitrag, der mit der Fragestellerin rein gar nichts zu tun hat, zitiert, zeigt mir, wie genau hier manchmal gelesen wird :wink:

Und was nun die guten Ratschläge vom sich selber annehmen betrifft ... die stimmen theoretisch im Grundsatz alle und sind doch in der Praxis so schwer anzunehmen. Vor vielen Jahren hatte ich nach meiner Krebserkrankung diese Probleme mit der geänderten Optik auch und ich musste mir diese sicher gutgemeinten Ratschläge immer wieder anhören ... und es hat mich wütend und auch sehr traurig gemacht. Und heute, viele Jahre später, gehe ich auch nicht immer sehr selbstbewusst mit meinem geänderten Körperbild um.

Bei solchen Hinweisen wie "Angelina Jolie hat sich beide Brüste entfernen lassen........wo ist das Problem?" schwanke ich zwischen Wut und Unverständnis für so viel Oberflächlichkeit. Nicht jeder kann sich so tolle plastische Chirurgen wie Angelina Jolie leisten und die Empfehlung für einen Psychiater könnte man dann auch all denen geben, die nicht mit sich zufrieden sind wegen ein paar Falten oder ein paar Kilo zuviel.
Gut gebellt, jedoch falsch interpretiert, Ambe.

Ich meinte das durchaus ernst mit dem Psychiater. Genau wie einem Menschen nach einer Hüft-OP ein Reha zusteht, so sollte eben bei einer Brustamputation, die ja auch ein schwerer Eingriff in das Selbstbewußtsein ist, ein Psychiater oder Psychotherapeut zur Seite gestellt werden.
Ich denke, dann könnten viele Frauen besser damit umgehen.
Die besten Implantate verlieren ihren Sinn, wenn der Knopf im Kopf nicht gedrückt wird.
T4N3M0 hat geschrieben: ........
Kann mich selbst nicht mehr im Spiegel anschauen! Mein Mann hat sich deshalb von mir getrennt.

Glaubt ihr, das es überhaupt einen gibt, der sowas akzeptiert?

Wann würdet ihr bei einer Kontaktaufnahme davon erzählen?


Du steckst verständlicherweise derzeit in einer sehr schwierigen Situation. So viel Verlust ist anfangs nur schwer zu ertragen!

Ich würde die beiden Fragen (siehe oben) erst mal zurückstellen und der Dankbarkeit Raum geben, dass du diesen Eingriff den Umständen entsprechend gut überstanden hast.

Dein Selbstwertgefühl wird sich so nach und nach wieder aufbauen, aber das braucht Zeit und dann kannst du dich mit Zuversicht wieder an Kontakte wagen!
nureinefrau hat geschrieben: Du kannst dich selbst im Spiegel nicht mehr anschauen, schreibst du, hoffst aber darauf, dass ein Mann das kann? Cortison war vor zwei Jahren, wie wär es denn mit einer Diät unter ärztlicher Aufsicht? Fang bei dir an, der Rest kommt von alleine.



Hallo ‚nureinefrau‘

hatte ein Jahr darauf ein Rezidiv an der Thoraxwand und mußte erneut durch OP, Chemo und Bestrahlung! 
Es muss gar nicht immer ein Medikament wie Cortison sein, das einen Menschen während oder nach einer schweren Krankheit zunehmen lässt.
Ich nahm damals in kürzester Zeit 25 kg ab, um dann später, als ich ganz langsam wieder anfing, winzige Mengen zu essen, sehr schnell zuzunehmen.Bis ich im Endeffekt 10kg mehr hatte als vor der Krankheit.
Mit einem durch Krankheit veränderten Körper muss man erst einmal für sich alleine klar kommen.
So meine persönliche Erfahrung. Bleibende Schäden müssen im Laufe der Zeit akzeptiert werden.
Das kann mal leichter gehen, oder auch mal sehr schwer.
Letztendlich aber überwiegt die Freude und Dankbarkeit, überhaupt noch am Leben zu sein.
Was das Abnehmen anbelangt, so regulierte sich mein Gewicht allmählich wieder, als ich mich mit meiner Situation und den Schäden am Körper ausgesöhnt hatte.
Eine Diät hätte gar nichts gebracht, da ich ja nicht durch zuviel Essen dicker geworden war. Und das denke ich auch bei Zunahme durch Cortison.
Ambe44 hat geschrieben: Und was nun die guten Ratschläge vom sich selber annehmen betrifft ... die stimmen theoretisch im Grundsatz alle und sind doch in der Praxis so schwer anzunehmen. Vor vielen Jahren hatte ich nach meiner Krebserkrankung diese Probleme mit der geänderten Optik auch und ich musste mir diese sicher gutgemeinten Ratschläge immer wieder anhören ... und es hat mich wütend und auch sehr traurig gemacht. Und heute, viele Jahre später, gehe ich auch nicht immer sehr selbstbewusst mit meinem geänderten Körperbild um.

Bei solchen Hinweisen wie "Angelina Jolie hat sich beide Brüste entfernen lassen........wo ist das Problem?" schwanke ich zwischen Wut und Unverständnis für so viel Oberflächlichkeit. Nicht jeder kann sich so tolle plastische Chirurgen wie Angelina Jolie leisten und die Empfehlung für einen Psychiater könnte man dann auch all denen geben, die nicht mit sich zufrieden sind wegen ein paar Falten oder ein paar Kilo zuviel.


Du sprichst mir aus der Seele ,Ambe44‘!
Traumfee hat geschrieben: Es muss gar nicht immer ein Medikament wie Cortison sein, das einen Menschen während oder nach einer schweren Krankheit zunehmen lässt.
Ich nahm damals in kürzester Zeit 25 kg ab, um dann später, als ich ganz langsam wieder anfing, winzige Mengen zu essen, sehr schnell zuzunehmen.Bis ich im Endeffekt 10kg mehr hatte als vor der Krankheit.
Mit einem durch Krankheit veränderten Körper muss man erst einmal für sich alleine klar kommen.
So meine persönliche Erfahrung. Bleibende Schäden müssen im Laufe der Zeit akzeptiert werden.
Das kann mal leichter gehen, oder auch mal sehr schwer.
Letztendlich aber überwiegt die Freude und Dankbarkeit, überhaupt noch am Leben zu sein.
Was das Abnehmen anbelangt, so regulierte sich mein Gewicht allmählich wieder, als ich mich mit meiner Situation und den Schäden am Körper ausgesöhnt hatte.
Eine Diät hätte gar nichts gebracht, da ich ja nicht durch zuviel Essen dicker geworden war. Und das denke ich auch bei Zunahme durch Cortison.


Darf ich fragen, welcher Ursache Du die Gewichtszunahme zuschreibst, wenn nicht der Cortisoneinnahme, ,Traumfee‘?
Es ist leider bewiesen das Cortison eher ein Gift ist als ein Heilmittel und die gewichstszunahem ist da bei diesem Medikamend Normal .

Hab das selber durchleben müssen und hab da lange gebraucht bis das Gift wieder ganz aus meinem Körper abgebaut wurde .

Zur Brust

Habe beinah 10 Jahre mit einer Frau zusammen gelebt und die ganze Sache miterlebt von Anfang an mit allem OP und Bestrahlungen und Chemo e.c. war ein Harter langer weg und ja man braucht da Psychologische Betreuung und ein Umfeld das einen Immer und immer wieder auffängt
war für alle keine Leichte zeit und es dauert lange bis
A sie es akzepiert das es so ist
B sie ihr Selbstbewusstsein ihre Kraft und Überzeugung zurück bekam

Wir gingen diesen Weg gemeinsam und in mir kam nie der Gedanke auf sie nur weil sie nun nur noch eine Brust hat zu verlassen

als ich dann später meinen Unfall hatte und dem Tot ein ums andere mal vom Brett Sprang da hatte sie nicht die kraft mir beizustehen und verschwand bei nacht und nebel aus meinem Leben

Jahre später als wir uns trafen sagte sie das dies ihr Größter fehler gewesen war aber sie die zeit nicht mehrt zurück drehen kann

Heute Pflegen wir eine Lockere Freundschaft - sie will mehr - aber mein Vertrauen ist Kaputt  
Momentan frißt mich echt der Frust auf! Würde so gerne mal wieder schwimmen gehen. Aber mit nur noch einer Brust ins Freibad oder an den See? Ohne Prothese im Badeanzug ertrage ich die Blicke nicht. Mit habe ich Angst, daß sich diese während des Schwimmens selbständig macht. Wer von Euch kennt das und/oder hat einen Lösungsvorschlag. Möchte nicht gänzlich aufs Freibaden verzichten!
Wo ist das Problem? Eine fix ins Badeanzug-Oberteil oder in den Bikini-BH eingenähte Einlage aus Schaumstoff ist doch unsichtbar und bleibt beim Schwimmen an ihrem Platz. :wink:
Es gibt doch spezielle Badeanzüge für brustamputierte Frauen :)

Die Anzüge sind im Ausschnitt etwas höher geschnittenen und haben im Futter Taschen eingenäht, in welche man die Einlagen legen kann. Ich bin zwar nicht betroffen, aber ich weiß, dass diese schon lange im Handel sind.
Hawaii.72 hat geschrieben: Wo ist das Problem? Eine fix ins Badeanzug-Oberteil oder in den Bikini-BH eingenähte Einlage aus Schaumstoff ist doch unsichtbar und bleibt beim Schwimmen an ihrem Platz. :wink:


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Liebe Haway, das kann durchaus möglich sein, dass der Schaumstoff unsichtbar ist, jedoch die Psyche einer brustamputierten Frau ist es nicht.
Ich kann sehr gut nachempfinden, wie sich solche Frauen fühlen müssen und leider oft abgelehnt werde von ihren eigenen Männern. Ich habe eine solche Frau in einer Kur kennengelernt und sehe diese Problematik als das größte Unglück einer Frau.
Da helfen auch keine BH-Einlagen, die von anderen nicht wahrgenommen werden und solange man diese Krankheit nicht selbst akzeptieren kann/will, wird es auch keine Aussicht auf eine innere Heilung geben.....!!! :(
@Jelly
es ging nur um "schwimmen gehen" mit einer nicht verrutschenden Einlage, nicht um die sonstige psychische Befindlichkeit, @tigi hat das auch so erkannt. :wink:
Hawaii.72 hat geschrieben: Wo ist das Problem? Eine fix ins Badeanzug-Oberteil oder in den Bikini-BH eingenähte Einlage aus Schaumstoff ist doch unsichtbar und bleibt beim Schwimmen an ihrem Platz. :wink:


Wie ist es, wenn man damit aus dem Wasser steigt – dauert es sehr lange, bis die eingenähte, vollgesogene Schaumstoffprothese trocknet?
Das Problem habe ich derzeit jeden Tag, auswinden!
Normale Badeanzüge haben oft eine Schaumstoffeinlage. Oder nach dem Schwimmen einen trockenen Badeanzug anziehen. :wink:
Ein echter Badefan weiß sich da doch zu helfen.