Krimi – Blutblase – Apfelmus – anreichen – laktosearm


Die Blutblase* hilft, wo sie kann

Die stinkreiche aber laktoseintolerante Krimhild zu Zickenstein las gerade einen im Buchumschlag einer klassischen Ahnensaga gehüllten Krimi, unterdessen ihre verarmte Tante mütterlicherseits, Hilde von Hüpfburg, sich anschickte, ihrer höchst wählerischen Nichte das von deren blassen Base Ute-Barbara mit Zimt und Nelken zubereitete köstliche Lieblings-Apfelmus auf einem ungesüßten und natürlich laktosearmen Knusperkeks anzureichen. Tantchen und Bäschen machten sich nützlich, wo sie nur konnten für die verwaiste Alleinerbin – natürlich ohne jeden Hintergedanken.

*im Sinne von blasierter Blutsverwandtschaft :wink:

(70 – ohne Titel und Fußnote)





Krimi - Blutblase - Apfelmus - anreichen – laktosearm

Blutblasen gehören aufgestochen, mit Apfelmus eingerieben und dann verpflastert. So versorgt, kann man seiner Arbeit weiter nachgehen Zum Beispiel einen Krimi schreiben oder den Kindern einen laktosefreien Nachtisch anreichen. Nur von Apfelmus würde ich in diesem Falle abraten. Das könnte schief gehen. Die Kinder bevorzugen Exotisches, leider
pflanzen - retten - Unsinn - Denkmal - Zerstäuber
pflanzen - retten - Unsinn - Denkmal - Zerstäuber

Beliebigkeit (die reine Wahrheit, sowas kann man nicht erfinden!)

2 sehr ältere Ehepaare am Nebentisch unterhielten sich über den Erwerb eines Neuwagens: "Er kam ein Monat zu früh, irgendwie getauscht!"

Kein Wort über Marke, Diesel, Pflanzen retten, Mächtigkeit. PS, Vorderradantrieb oder sonst was Technisches kam von ihr: "Wir überwiesen gleich den Betrag"

Ungewollt hörte ich wieder hin.
Kein Wort über Sparsamkeit, Preis, Hybridisierung, Funktionsmächtigkeit, Farbe, Zerstäuber vorm Bildschirm! Hat der jetzt einen Gang oder 4 oder 5 oder 6 oder 7 oder unendlich viele?

Logische Folge bei soviel Auto-Desinteresse für mich: Die kaufen was beliebig Mittleres aus dem Angebotsspektrum. Was ja sehr relativ sein kann, für den einen toll, für den anderen medioker.

Denkmäler für Autokonstrukteure werden die wohl durch Unsinn ersetzen!

Später schaute ich wieder hin: Der Nichtautokäufer unter den Vieren verputzte nach seiner riesigen exquisiten italienischen Vorspeise eine ganze, urgewöhnliche Pizza!

pflanzen – retten – Unsinn – Denkmal – Zerstäuber


Wie ein eigentlich erfahrener Chirurg, der plötzlich erstarrt, als er die Angehörigen über die erfolgreiche OP informiert, weil ihm eingefallen ist, dass er ein Instrument im Körper eingenäht hat – bleibt der Restaurator mitten auf der Straße wie angewurzelt stehen: Er hat den Zerstäuber mit der Reinigungssubstanz in der für mehrere Jahre luftdicht versiegelten Vitrine „vergessen“! – Langsam dreht er sich auf dem Absatz um und schleicht zurück ins denkmalgeschützte Museum – um zu retten, was zu retten ist. Noch hat er keinen Plan – bis sich der Keim einer noch winzigen, völlig unsinnig erscheinenden Idee in sein Hirn gepflanzt und bis zum Büro des Direktors ein umsetzungsfähiges Maß angenommen hat.

„Papi, was ist das da?“ Moritz tippt mit dem Finger an die Scheibe einer der Vitrinen mit den alten Kunstschätzen. Der Vater beugt sich zu dem Schild herab, auf dem ein Zerstäuber abgebildet ist: Unter der Überschrift „Museumswissen to go“ ist die Funktion des Gerätes beschrieben, ohne dessen höchst bedeutsamen Einsatz die Exponate niemals in alter Pracht erglänzen würden. Er erklärt es dem Sohnemann und freut sich als Techniker über die unerwartete Zusatzinformation.





pflanzen – retten – Unsinn – Denkmal – Zerstäuber


Der Zerstäuber

Der Zerstäuber stand auf der Empfangstheke der alten Bibliothek, als der Denkmalschützer hereinkam und ihn gleich in Augenschein nahm.

„Welch Sakrileg!“ rief er, außer sich, und er bekam ein puterrotes Gesicht.

Die Empfangsdame schaute ihn zweifelnd an. „Ist Ihnen nicht gut?“

Er schnappte nach Luft „…nicht gut?“ Er schwieg und versuchte, sich zu beruhigen. Mit gepresster Stimme fuhr er fort, mit dem Zeigefinger auf den Zerstäuber weisend: „Hören Sie mal! Was soll das hier? Wissen Sie nicht, dass diese scharfen Mittel letztlich alles zerstören? Begonnen bei den Pflanzen, über die Bücher, die Regale bis hin zum Innenputz. Welch ein Unsinn, anzunehmen, diese furchtbare Chemie würde Pflanzen retten können, das Gegenteil ist der Fall. Entfernen Sie das sofort! Außerdem sollten hier gar keine Pflanzen gehalten werden, wegen der penibel einzuhaltenden Luftfeuchtigkeit. Denken Sie an den empfindlichen alten Buchbestand!“

Er schaute sich um – konnte aber keine Pflanze entdecken. „Wo stehen die denn hier bei Ihnen?“

Die Empfangsdame räusperte sich und verwies den aufgeregten Mann darauf, dass es in diesen heiligen Hallen weder Pflanzen noch Pflanzenschutzmittel gebe.

„Und was ist DAS da?“ schrie er fast, und griff nach dem Zerstäuber, der sich aber keinen Millimeter von seinem Platz bewegen ließ.

„Das ist >Der Zerstäuber<, ein Kunstwerk von Manning Frost. Es stellt ein haptisches Symbol der Zerstreuung dar – als Antipode zur Konzentriertheit des Lesevorgangs“ ertönte eine andere weibliche Stimme hinter ihm.

Er drehte sich um und begrüßte ein wenig verlegen die Direktorin.



pflanzen – retten – Unsinn – Denkmal – Zerstäuber

Geschütz vor allzu viel Sonne und Wind stehen die Bienenstöcke hinter dem Denkmal.
Schließlich will man sie über den Winter hinweg retten. Der Bauer nebenan lässt den Feldrand frei, da sollen Blumen wachsen, ungepflanzt.
Er hält es für Unsinn, dass das Spritzen gefährlich ist, will nichts damit zu tun haben Jetzt brauche ich nur noch den Zerstäuber für die Milchsäure und dann kann es Frühling werden. Orientierungslose Bienen fliegen schon jetzt.

ausnahmsweise mal 70 Worte

pflanzen – retten – Unsinn – Denkmal – Zerstäuber


Steinerne Denkmale bleiben in unseren Breitengraden mit oft nasskaltem Wetter nicht von Moosüberwucherungen frei. Der Einsatz von umweltschädlichen Pflanzenschutzmitteln mag unsinnig erscheinen; diese vermögen aber, aufgebracht mit einem feinem Zerstäuber und somit begrenzt auf die unmittelbar adäquaten Bereiche, den Stein vor zu starker Beanspruch durch Mooswurzeln zu retten und stellen somit durchaus ein Mittel der Wahl für die Denkmalpflege dar.


Neue Wörter:
Schatten – Schminke – Villa – katastrophal – schauen





Schatten – Schminke – Villa – katastrophal – schauen

Eva steht vor der Villa in Pommern. Fassungslos betrachtet sie die Fastruine. Sie weint und die Maskaraschminke läuft ihr fast in den Mund hinein. Dann schaut sie sich um, weil der Taxifahrer aus dem Schatten tritt und auf sie zukommt. Nix katastrophal sagt er, paar Euro und gute Handwerker, dawai

Schatten – Schminke – Villa – katastrophal – schauen


Schminke


Das Lächeln aufzugeben, und sei es nur ganz unmerklich, wäre jetzt nicht angebracht. Feine Risse durchziehen bereits den weißen Panzer und jede weitere Bewegung würde sich katastrophal auswirken. Er sitzt im Schatten des Bühnenlichts, vor dem Hintergrund der prachtvollen Illusion des Interieurs einer venezianischen Villa aus dem 17. Jahrhundert.

„Oh du! Sprich, wenn deine Liebe mir's befiehlt - werde ich ... sterben!“

Der Mime vorn im Rampenlicht sinkt auf die Knie und breitet seine Arme vor der Geliebten aus, die triumphierend über ihn hinweg ins Publikum schaut und in dieser Haltung die Schlussszene des dritten Aktes beendet. Brausender Beifall, vier Vorhänge. Endlich! Getrocknete Schminkestückchen platzen ihm von der Stirn, als er in die Statistengarderobe zurückkehrt.



Schatten – Schminke – Villa – katastrophal – schauen

Erika steht vor dem großen Spiegel im Flur der Villa. Sie hat einen blauen Anzug an und will jetzt schauen, welcher Lidschatten wohl am Besten passt. Die Schminke ist modern und sie verfügt über silber, zartgrün und lila. Doch alles sieht zu dem gelben Pulli katastrophal aus. Also noch einmal umziehen.
Schatten - Schminke - Villa - katastrophal - schauen


Ich stehe im Schatten vor dem Villa eines Promis und schaue durch das hohe Gitter ob ich IHN, mein Idol, vielleicht heute erhasche. Und ja, da sehe ich ihn mit seinem Windhund im Garten spazieren, er kommt näher, oh meine Güte, so ganz ohne Schminke sieht er katastrophal aus!

Schatten – Schminke – Villa – katastrophal – schauen


Die Villa dümpelte in einem katastrophalen Zustand, weil die Erbengemeinschaft hoffungslos zerstritten war. Das ehemals hochherrschaftliche Anwesen war nun ein Schatten seiner selbst. Aber je länger der Zwist andauerte, desto teurer würde die Renovierung werden. Ein Neuanstrich hätte nur noch die gleiche Wirkung wie Theaterschminke im faltenreichen Gesicht einer Greisin. An einen lukrativen Verkauf war somit nicht zu denken. Da keiner dem anderen einen Vorteil gönnte, schauten nun alle in die Röhre. So ist das bei Reichensteins & Gierigsohns nunmal.


(80)




Schatten – Schminke – Villa – katastrophal – schauen

Sigrid ist zum Tee eingeladen von den neuen Besitzern der vor Verkauf katastrophal aussehenden Villa.
Die von Herings wollen die Nachbarschaft kennen lernen und vielleicht auch schauen, wer die Einladung annimmt.
Sigrid möchte gut aussehen, sie schminkt sich und trägt außer hellbraunem Lippenstift auch silberfarbenen Lidschatten auf, ganz dezent natürlich.

wie immer 50
bitte neue Worte, die letzten stammen von mir und ich wollte nicht schon wieder "ran"
Fahrschule, Netzstrumpfhose, ehrenhaft, pausenlos, Kabarett