Meine erste Liebe ...

Erste Liebe? Ach, ein Wüstling, dessen
Herz so wahllos ist wie meins, so weit,
hat die erste Liebe längst vergessen,
und ihn interessiert nur seine Zeit.

Meine letzte Liebe zu beschreiben,
wäre just so leicht wie indiskret.
Außerdem? Wird sie die letzte bleiben,
bis ihr Name in der "Woche" steht?

Meine Abenteuer in der Minne
müssen sehr gedrängt gewesen sein.
Wenn ich auf das erste mich besinne,
fällt mir immer noch ein früh'res ein.

Joachim Ringelnatz
Das Gedicht, wunderschön und man braucht dafür nicht einmal Geld.
Man sollte es einfach tun. Ja für den Tee braucht man ein paar Batzen. :wink:

Herzlichen Dank
Hermine
IM NEBEL

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel faellt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.


H. Hesse
Von den Sehnsüchten der Menschen
singt der Wind ein Lied.
Von den Träumen der Menschen
schweigt der Sternenhimmel
und jede Schneeflocke
gleicht einer nicht geweinten Träne.
Die vollkommene Stille,
der wir uns nur selten stellen
ist erfüllt,
von ungesagten Worten
nicht gezeigten Gesten
unausgesprochenen Verwunderungen
In diese vollkommenen Stille
liegt unsere Wirklichkeit verborgen.

- Verfasser ungekannt -
Im deutschen November

Dies ist der Herbst: der bricht dir noch das Herz!
Fliege fort! fliege fort!
Die Sonne schleicht zum Berg
Und steigt und steigt
und ruht bei jedem Schritt.

Was ward die Welt so welk!
Auf müd gespannten Fäden spielt
Der Wind sein Lied.
Die Hoffnung floh
Er klagt ihr nach.

Dies ist der Herbst: der bricht dir noch das Herz.
Fliege fort! fliege fort!
Oh Frucht des Baums,
Du zitterst, fällst?
Welch ein Geheimnis lehrte dich
Die Nacht,
Daß eis'ger Schauder deine Wange,
Die purpur-Wange deckt?

Du schweigst, antwortest nicht?
Wer redet noch?

Dies ist der Herbst: der bricht dir noch das Herz.
Fliege fort! fliege fort!
"Ich bin nicht schön"
- so spricht die Sternenblume
"Doch Menschen lieb' ich
Und Menschen tröst' ich
sie sollen jetzt noch Blumen sehn,
nach mir sich bücken
ach! und mich brechen -
in ihrem Auge glänzet dann
Erinnerung auf,
Erinnerung an Schöneres als ich:
- ich seh's, ich seh's - und sterbe so".

Dies ist der Herbst: der bricht dir noch das Herz!
Fliege fort! fliege fort!

Friedrich Nietzsche
Wirklich, er war unentbehrlich ! Überall, wo was geschah
zu dem Wohle der Gemeinde, er war tätig, er war da.

Schützenfest, Kasinobälle, Pferderennen, Preisgericht,
Liedertafel, Spritzenprobe, ohne ihn, da ging es nicht.

Ohne ihn war nichts zu machen, keine Stunde hatt' er frei,
gestern, als sie ihn begruben, war er richtig auch dabei.

Wilhelm Busch
Fern oder nah
im Glück oder Unglück
erkennt der eine im andern
den treuen Helfer
zur Freiheit
und Menschlichkeit.

Dietrich Bonhoeffer

Mein Leben ist wie leise See:
Wohnt in den Uferhäusern das Weh,
wagt sich nicht aus den Höfen.
Nur manchmal zittert ein Nahn und Fliehn:
aufgestörte Wünsche ziehn
darüber wie silberne Möven.

Und dann ist alles wieder still. . .
Und weißt du was mein Leben will,
hast du es schon verstanden?
Wie eine Welle im Morgenmeer
will es, rauschend und muschelschwer,
an deiner Seele landen.


Rainer Maria Rilke
Nun,,,,,,auch ich hab' noch etwas gefunden von mir; aber schon etwas in die Jahre gekommen; na, so wie ich ja auch, gelle.
Und - wem's gefällt der freut sich,,,,,,,,,,,wem nicht, der möge gnädig mit mir sein ( 8) )

Bild
LEBEN
leben,
viel sehen,
neues entdecken,
andere Wege,
fremde Menschen,
Gerüche,
neue Töne,
weites Meer,
hohe Berge,
stille Wüsten,
ankommen!
ALLEINE
Alleine sitz ich hier am Tisch.
Ich fühle drin, ich wünsche mir,
du wärst jetzt hier.
Rufe dich und wart auf dich.
Du hörst mich nicht,
du kommst nicht.
So steh ich auf und geh ins Bett.
Denk an dich,
quäle mich,
vermisse dich.
GIBT ES?
Es gibt eine Liebe,
die nicht berechnet.

Es gibt eine Treue
auf die man sich verlassen kann.

Es gibt ein Lächeln
von Mensch zu Mensch.

Es gibt ein Glück,
auch für mich!
Für den Traurigen,damit er wieder lächelt

Wenn Du einmal denkst du kannst nicht mehr,
sag ich Dir ,gib niemals Dein Leben her.
Schau in den Spiegel,sie Dich an.
Geh nur,geh nur ein Stück näher ran!
Siehst Du,was für schöne Augen Du hast?
Siehst Du die Lippen wie sie glänzen?
Siehst Du ,wie Dein Gesicht strahlt?
Siehst Du es heut nicht,so siehst Du es morgen.
Es kommt Dein Tag ohne Sorgen.
Denke nie,Du bist nichts mehr wert.
Kein Leben ist unbeschwert.
Suche selbst Deine Stärke in Dir.
Nur so hilfst Du wirklich dir.
Und dann denke...........
DU wirst das einzige sein was es gibt im diesem Leben
DICH wird es kein zweites mal geben

(Verfasser unbekannt)
Hälfte des Lebens

Mit gelben Birnen hänget
Und voll mit wilden Rosen
Das Land in den See,
Ihr holden Schwäne;
Und trunken von Küssen
Tunkt ihr das Haupt
Ins heilignüchterne Wasser.

Weh mir, wo nehm' ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein
Und Schatten der Erde?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen.

Friedrich Hölderlin
 Kein Grund zur Panik

Irgendwann wird auch unsere
anfangs so unsterblich
scheinende Lüsternheit verfliegen.

Doch warum sollte
unsere Liebe
Schaden nehmen
und unsere Zärtlichkeit
nicht weiterleben?

Aus der Hitze
wird Wärme werden
und wenn uns
das nicht erschreckt
wird die Kälte
keine Chance
haben.

Jörn Pfennig