Wenn ich an die
Kung fu
Serie im
ZDF denke mit
David Caredine
Das war noch
Moral und
Ordnung.
_Meryl_ hat geschrieben: Ich habe diesen Link heute morgen schon gelesen liebe Gundula und überlegt, ob ich ihn einstelle.

Allerdings hätte er bei mir unter dem Forenthema "Coronavirus mal ernsthaft betrachtet", seinen Platz gefunden, obgleich er in der Philosophie auch gut plaziert ist.

Warum?
Weil dieser Link und dieses Buch in erster Linie zum Thema Pandemie geschrieben wurde,-----------zumindest habe ich es so verstanden.

Mit "dem Bösen, welches spürbar zunimmt" sind hier Verschwörungstheorien und radikale Gruppierungen gemeint, die versuchen, Oberhand zu gewinnen, labile Menschen verunsichern, um sie für sich zu gewinnen.

Es geht auch um "Fake News", welche ganz entscheidend gefährlich für die Moral sind, wenn man sich denn davon beeinflussen läßt und natürlich um vieles mehr,..........................weitere Ausagen würden hier jetzt den Rahmen sprengen, weil ich das Buch nicht kenne, sondern nur die Einleitung aus dem Link.............

3/3


ich weiß - habe ebenfalls geschwankt....
doch in dem Corona Thread wäre der Artikel noch schneller zugedeckelt gewesen....obwohl - im Moment ist ziemlich Ruhe im Corona-Karton.... :wink:
ich denke, dass wir im Moment unsere Moral stärken müssen, um diese turbulenten Zeiten zu überstehen.....
"gefühlt" erlebe ich uns in einer "Umbruchzeit".....
Ja diese Umbruchzeit oder auch
Gnadenzeit, ist jetzt zu
Ende.
Gemäss der Offenbahrung des
Johannes wollen die
Katholiken jetzt eine
Weltreligion und
Weltregierung
Durchsetzen.
Ohne Rücksicht auf die
Menschheit.
Also @Siegfried, vielleicht tust Du den Katholiken jetzt unrecht? Für mich verbergen sich hinter diesem Begriff auch sehr viele anständige moralisch integere Menschen, ebenso wie auch bei den "Verschwörungstheoretikern"!
Eindeutiger ist es da für mich, von "Satanisten" zu reden, die unter dem Deckmantel ihrer Scheinmoral versuchen, ohne Rücksicht auf die Menschheit ihre Herrschaft zu errichten!
Oder ist es vielleicht moralisch, sich durch das Elend von Millionen Menschen maßlos zu bereichern, um sich dann in einer scheinheiligen Geste als "Retter der Menschheit" zu präsentieren?
Da stellt sich doch gleich einmal die Frage, ob es prinzipiell unmoralisch ist, viel Geld zu verdienen.
Eigentlich wäre ja jeder von uns gerne auf diese Art unmoralisch ...

Ich finde es unmoralisch, ein Riesenvermögen in Steueroasen zu parken, auch, in einer Monopolstellung die Preise hochzutreiben und Menschen in Niedriglohnländern gnadenlos auszubeuten.

Reichtum ist genausowenig unmoralisch wie Armut moralisch.
Es gibt arme Schweine und reiche Schweine auch.

Moral ist Charaktersache.
Der Zeitgeist nennt Menschen, die moralisch argumentieren und handeln, verächtlich "Gutmenschen".
Die sind mir allemal lieber als die rücksichtslosen Bösmenschen.
Die Umwelt formt den Charakter, Moral ist nicht angeboren!

Es ist keineswegs unmoralisch, viel Geld zu verdienen, unmoralisch ist es nur, wenn das auf Kosten anderer Leute passiert.
Und mir kann keiner erzählen, dass die 40 reichsten Menschen der Welt ihren Reichtum durch ihrer eigenen Hände Arbeit angehäuft haben!
Aber erzähle das mal Menschen, die mit einem "goldenen Löffel im Mund" geboren werden! Die finden es keineswegs unmoralisch, auf ihrem ererbten Vermögen aufzubauen, während es ein "armer Schlucker" vielleicht auch nur gerecht findet, wenn er sich durch einen Banküberfall ein Stück vom ergaunerten Vermögen anderer wieder zurückholt, wenn er denn schon keine andere Möglichkeit dafür sieht.
So kann man jede Moralvorstellung beurteilen, es gibt keine objektive Moral, sie ist immer unter den subjektiven Voraussetzungen zu betrachten!

Die sogenannten "Gutmenschen" abstrahieren lediglich Moralvorstellungen, die sie im konkreten Einzelfall am wenigsten leben!
Heutzutage verdient man viel Geld nicht mehr mit seiner Hände Arbeit, sondern mit Ideen.
Die arbeitenden Hände werden zu einem möglichst niedrigen Lohn angestellt.
Amazon ist dafür ein gutes Beispiel, und die Leute kaufen und kaufen und vergrößern das Vermögen um Erhebliches.

Einen Banküberfall als moralisch gerechtfertigt zu sehen, finde ich etwas kühn.
So gesehen wäre ja auch jede Plünderung moralisch gerechtfertig.

Ja, und die Gutmenschen ...
Ich glaube nicht, dass du solche so nah an dich heranlässt, um sie beurteilen zu können.
Tausende engagieren sich ehrenamtlich für Sozialprojekte, die eigentlich Aufgabe eines Sozialstaates wären.
Liebe Gundulabella, vielen Dank für das Einstellen des Themas und des Links!

Ja, witzig, dass viele Themen als Unterthema in vielen gesellschaftlichen Diskussionen auftauchen, das zeigt doch, dass wir ein Schwarmbewusstsein haben und alle daran arbeiten, wie es weiter gehen soll.

Zunächst finde ich sehr hilfreich, was Felix schreibt, über die Unterscheidung zwischen Moral, Ethik und Sitte. Wobei ich Mores als Sitten gelernt habe und nicht wie Du, Filofaxi, als Gesetze. Vielleicht wird es verschieden benutzt. Weiter unten greife ich Deine Definition trotzdem noch einmal auf.
Aber: „O Tempora o mores“ habe ich gelernt als Ausruf für: „Welche Zeiten, welche Sitten“.Das zeigt, dass auch die alten Römer über Sittenverfall klagten und manche Historiker meinen, dass sie letztendlich an ihrer eigenen Dekadenz und auch der Größe des Reichs zu Grunde gegangen seien. Die Größe des Reichs hat viele andere Kulturen mit ihren Sitten vereinnahmt und deshalb vermutlich auch das bestehende Weltbild verändert und teilweise in Frage gestellt.
Dehalb möchte ich Felix Unterscheidung von Moral, Ethik und Sitte noch ergänzen: Moral ist für mich das Handwerkszeug, die Vorschrift, was man tun und lassen soll. Darüber schwebt aber noch ein Weltbild, ein Ideal, geschaffen aus Kultur, bzw. Religion. Über allem schwebt das Bild, wie eine Welt sein sollte, eine Vorstellung, die eine ganze Gesellschaft, eine ganze Kultur – aber auch ein Einzelgänger haben kann. Und wie man dahin kommt, das lehrt uns die Moral. Sie kann ein gemeinschaftlich geteiltes sein oder ein individuelles. Sie kann friedlich sein oder kriegerisch. Karnivorisch oder vegan. Unsere Gesellschaft besteht aus vielen verschiedenen Untergruppen mit vielen verschiedenen ethischen und moralischen Vorstellungen.
Was ein Land, eine Nation oder ein Europa gemeinsam zusammenhalten soll, findet seinen Niederschlag in der Verfassung, bei uns Grundgesetz genannt. Diese Verfassung muss aber gefüllt werden mit seiner Ausgestaltung durch Politik, Gesetze und Urteile. Auch um sie wird gerungen.
In den politischen Diskussionen im Netz findet man den Streit der oft bezeichneten „Moralwächter“, die das politisch korrekte einklagen, und derjenigen, die das Ganze für sich nicht mehr als gültig erklären wollen und sich politisch unkorrekt verhalten wollen, um der Einengung zu entgehen. Dabei spielt dann leider oft keine Rolle, ob sie andere mit diesem Verhalten verletzen. Hier findet versteckt über den Kampf von Moral und Unmoral auch ein Kampf um das Territorium und Rechte statt. Ja, auch der Kampf um Nachrichten (News, Fake News) gehört in diesen Kampf um Wirklichkeit, Moral und Wahrheit.
Trotzdem ist eine Moral nur für diejenigen hilfreich, denen sie dient und solange sie den gewünschten Zielen dient. Eine aus meiner Sicht und in vielen ethischen Vorstellungen ist eine Moral, die auch dem anderen oder dem Gemeinwohl dient. Hier sind viele Gesellschaften aber recht unempfindlich, wenn im eigenen Land oder im Ausland durch das eigene Handeln ganze Gesellschaftsgruppen benachteilligt oder geschädigt werden. Wir haben aus meiner Sicht in den westlichen Ländern eine Doppelzüngigkeit zwischen individueller Freiheit (und Nutzen) und gemeinschaftlichem Wohlsein.
Wir erlauben eine individuelle Freiheit, die dem Gemeinwohl, der Umwelt und dem Frieden schadet. Wir tun uns schwer, diese einzugrenzen. Zumindest nach oben. Das war zu allen Zeiten und in vielen Gesellschaften so. Nur finden wir heute einen Reichtum bei wenigen vor, der aus meiner Sicht mit keiner gesellschaftlichen Ethik mehr zu legitimieren ist. Ich denke, dass das Problem ist, dass wir Reichtum bewundern, fast jeder Reichtum für sich haben möchte. Lotto ist aus meiner Sicht der größte Revolutionsverhinderer aller Zeiten. Nach unten haben wir keinerlei oder nur minimale Probleme, die Freiheiten von Armen und Sozialleistungsempfängern einzugrenzen. Das ganze Sozialrecht besteht aus Vorschriften und Einschränkungen, damit sich der Einzelne nicht zu vermeintlichem Unrecht am Gemeinwohl bereichert, ein Recht auf Existenz nur unter massiven Einschränkungen von Freiheiten.
Jetzt spüren wir aber alle eine Zeitenwende. Diese Form von Leben gefährdet uns alle, nicht zuletzt durch das Treibhausklima, die Ozeane voll Plastik, Ressourcenknappheit, soziale Unruhen, autoritäre Staaten, Kriege... die Flüchtlingsströme sind ein Zeichen, aber nicht die Ursache.
Der Kampf um Moral und Ethik hat begonnen.
Digeridoo schreibt: „Allerdings, so glaube ich, gibt es auch eine andere Vorstellung von Moral. Das ist ein uns innewohnendes Gefühl von Gerechtigkeit und Fairness, von Menschen- und auch Tierliebe. Nicht umsonst gibt es immer wieder Menschen, die auf Grund dieses inneren Wissens gegen herrschende Moralvorstellungen angehen, ungeachtet der Probleme, die sie dadurch bekommen können. Der Biologe Hans Mohr sagte:"Wir brauchen moralisches Verhalten nicht zu lernen, es ist eine angeborene Disposition, die uns befähigt, das moralisch Richtige zu tun".“
Das ist ein schöner Traum, Digeridoo, den ich gerne teilen würde. Aber der Blick in die Geschichte lässt mich zweifeln. Warum waren immer wieder Herrschaftsverhältnisse in der Lage großes Unglück auszulösen? Einzelne, die sich dagegen stemmen ja, aber meist nur Einzelne. Lotti Huber, eine Selbstdarstellerin der 80-er bezeichnete es so: Wer sich selbst nicht lieben kann, ist nicht in der Lage mit anderen in Frieden zu leben. Ich ergänze: Wer nicht zufrieden ist, kann nicht in Frieden leben.
Wir haben heute eine ganze Werbeindustrie, die uns daran zweifeln lässt, mit dem was wir haben zufrieden sein zu können. Mein Traumland ist Bhutan mit seinem Glücksindex. Ein Land, das immer wieder prüft, was Menschen zufrieden macht.
Last but not least: Mein Standardspruch war, dass das Ideal allenfalls ein Kompass ein könne. Jetzt taucht hier die Moral als Kompass auf..... Ich muss darüber nachdenken.
Ich oute mich hier mal ein bisschen: Zur Zeit arbeite ich noch. Ich unterrichte u.a. Deutsch als Fremdsprache im fortgeschrittenen Sprachbereich. In meinem jetzigen Kurs sind 2 Männer (37 und 34 Jahre) aus Eritrea. Beide waren Kindersoldaten und beide sind ausgesprochen hilfsbereite und zuvorkommende Personen. Der eine kümmert sich rührend um seine 3 Kinder und der andere kommt regelmäßig, lernt fleißig ...
Als ich noch in Berlin lebte hatte ich einen jungen Mann im Kurs, ebenfalls ehemaliger Kindersoldat. Dem ging es sehr schlecht, aber er arbeitete ständig an sich.
Erinnert Ihr Euch an den Krieg im ehemaligen Jugoslawien? Damals arbeitete ich an einer Sonderschule mit verhaltensauffälligen Jugendlichen aus Deutschland und allen möglichen anderen Ländern , und noch dazu im Problembezirk Berlin Neukölln. Es ist unvorstellbar, was diese Kinder alles durchmachen mussten, egal woher sie kamen. Ein Mädchen kam aus dem berüchtigten Lager in Serbien, in dem Frauen und Mädchen massenhaft vergewaltigt wurden. Sie hielt es nie länger als 10 Minuten im Unterricht aus. Als ich dort anfing zu arbeiten, war das für mich die Hölle. Im Unterricht konnte ich ruhig bleiben, konsequent und geduldig sein, aber nach jeder Stunde, wenn ich die Tür des Lehrerzimmers hinter mir geschlossen hatte, liefen mir die Tränen. Ich war unfähig, das zu verhindern. Nach einem halben Jahr konnte ich in dieser Klasse arbeiten. Die Schüler hatten verstanden, dass ich ihnen Raum geben konnte, ihre Not verstand, aber auch etwas von ihnen erwartete. Sie waren bereit, sich zu ändern! ... und das Erstaunlichste war der Besuch des "jugoslawischen" Mädchens nach den großen Ferien.. Sie hatte eine Ausbildung begonnen und kam mich noch einmal in der Schule mit den Worten besuchen:"Darf ich eine Stunde an Deinem Unterricht teilnehmen? Du fehlst mir so!"
Verurteilt diese geschundenen Personen nicht. Wenn man ihnen aufrichtig die Hand reicht, nehmen sie diese. Ich kann das immer wieder beobachten, egal welchen Kurs ich habe und egal woher die Teilnehmer kommen. (Es gab eine Ausnahme. Ich vermute, dieser junge Mann folgte den Ideen des IS). Weil ich diese positiven Erfahrungen immer wieder mache, glaube ich auch daran, dass in jedem Menschen ein Gefühl von Liebe, Fairness, Aufrichtigkeit schlummert. Möglicherweise ist es manchmal unter dem Unrat des Lebens verschüttet, aber man kann es wiederfinden und die Menschen, die das erleben, sind unglaublich dankbar.
Und noch etwas: Ich bin kein Gutmensch. Ich bin nur Mensch!
Toller und ergreifender Beitrag, Didgeridoo, für den ich meine letzte Möglichkeit von heute zu schreiben, hergeben möchte!!!!!!

Eigentlich muss man das einfach so stehen lassen und mich erfüllt ein tiefes Gefühlt von Dankbarkeit und Sympathie dir gegenüber, dass du diese Arbeit leistest. Danke!

Also bedarf es aber einer Umgebung, eines Klimas und von Menschen als Gegenüber, um sich so entfalten zu können.

So ein Mensch zu sein, darum bemühe ich mich auch täglich. Aber oft versage ich auch. Mir wurde das nicht mitgegeben, sondern es ist mein Wunsch, dass eine Welt so sein möge....

Was Du nicht willst, was man dir tu, das füg auch keinem anderen zu, ist die vereinfacht Form von Kant ... oder: Verhalte Dich den anderen gegenüber so, wie Du möchtest, dass sich andere Dir gegenüber verhalten. Und vergiss Dich selbst nicht dabei. Noch einfacher: Liebe Deinen Nächsten so wie Dich selbst und vergiss nicht, mit anderen zu lächeln und zu lachen.

Wenn das alles so einfach wäre, dann wärs ja einfach. Bei Dir klingt es schön. :D :D
Herbstrose47 hat geschrieben: Die Umwelt formt den Charakter, Moral ist nicht angeboren!

Es ist keineswegs unmoralisch, viel Geld zu verdienen, unmoralisch ist es nur, wenn das auf Kosten anderer Leute passiert.
Und mir kann keiner erzählen, dass die 40 reichsten Menschen der Welt ihren Reichtum durch ihrer eigenen Hände Arbeit angehäuft haben!
Aber erzähle das mal Menschen, die mit einem "goldenen Löffel im Mund" geboren werden! Die finden es keineswegs unmoralisch, auf ihrem ererbten Vermögen aufzubauen, während es ein "armer Schlucker" vielleicht auch nur gerecht findet, wenn er sich durch einen Banküberfall ein Stück vom ergaunerten Vermögen anderer wieder zurückholt, wenn er denn schon keine andere Möglichkeit dafür sieht.
So kann man jede Moralvorstellung beurteilen, es gibt keine objektive Moral, sie ist immer unter den subjektiven Voraussetzungen zu betrachten!

Die sogenannten "Gutmenschen" abstrahieren lediglich Moralvorstellungen, die sie im konkreten Einzelfall am wenigsten leben!

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Es gibt eigentlich wenig Zweifel daran, dass die Unterscheidung zwischen Gut und Böse ...das würde ich als Grundlage der Moral bezeichnen...genetisch veranlagt ist und dann durch die jeweilige Gesellschaft weiterentwickelt und immer stärker differenziert wird. Was gut und böse ist, entscheidet dann die Gesellschaft, aber diese Entscheidung geht im Endeffekt
nicht zwangsläufig konform mit dem tief im Menschen verankerten Grundgefühl. Die genetische Veranlagung kann man sehr gut bei den Primaten beobachten, die hilflosen Tieren helfen, sie haben ein Gefühl dafür, dass jemand sie braucht und dass sie helfen müssen. Desgleichen findet hingegen aggressives übergriffiges Verhalten die Missbilligung der anderen Artgenossen, die das beobachten.
Dass arme Schlucker es mehr als gerecht finden, wenn sie sich auch mal was unter den Nagel reißen und dadurch zu Gesetzesbrechern werden, ist eine nachvollziehbare Logik, die aus dem Gefühl der Benachteiligung, des Neides und auch aus dem Gefühl für Gerechtigkeit erfolgt. Wer das Vermögen der Reichen als unrechtmäßig erworben betrachtet, sucht darin eine Rechtfertigung , sie zu schädigen, um sich selbst zu bereichern.
Leider gibt er aber gesellschaftlich gesehen durch dieses Handeln der Negativspirale zusätzlichen Schwung.
Herbstrose47 hat geschrieben: Es ist keineswegs unmoralisch, viel Geld zu verdienen, unmoralisch ist es nur, wenn das auf Kosten anderer Leute passiert[/code].
Viel Geld einzunehmen (nicht: "verdienen"!) geschieht immer auf Kosten anderer. Es geht gar nicht anders und es ist stets einseitig. Wasser fließt auch immer nur in eine Richtung.

Viel Geld heißt immer Ungleichgewicht.
Gegen die, die es tatsächlich erarbeiten,
gegen die, die als Kunden die vorgegebenen Preise bezahlen (müssen)

und auch gegen die Steuerzahler, die als stetige Geldquelle dem Einnehmenden erst die Dinge finanzieren, von denen er profitiert :

Und völlig abgedreht, dass Steuerzahler erst die Produktionsvoraussetzungen finanzieren um dann später die mit ihren Steuergeldern erzeugten Produkte einzukaufen.
(Das riesige Schande-Kapital von Ausbeutung und Versklavung in Afrika und Asien lasse ich hier außen vor)

Auch im Bankenwesen, in der Politik ist die Einseitigkeit der Geldvermehrung Grundlage : Null-Zinsen / Strafzinsen.

Parteienfinanzierung, Abgeordnete, Politiker, die merkwürdigerweise meistens mit geringen eigenen Mitteln starten und als Millionäre wieder aussteigen.
(Schröder, Fischer, Obama & Co.)

Man könnte also wirklich sagen: viel Geld einnehmen ist immer unmoralisch.....
… wenn da nicht die Definition von Moral wäre:

Moral = die Regeln, die eine Gesellschaft sich gibt und lebt.

Und an der Aufstellung der Regeln/der Moral waren unsere Vorfahren ebenso beteiligt wie wir jetzt an der Aufrechterhaltung und Weiterfestschreibung :
Die Mehrheit erarbeitet, eine Minderheit streicht ein.
So sind unsere Regeln = unsere Moral (in Bezug auf "Viel Geld besitzen")

.
[i][[i]code]Und mir kann keiner erzählen, dass die 40 reichsten Menschen der Welt ihren Reichtum durch ihrer eigenen Hände Arbeit angehäuft haben![/code]
…. und denen die Hälfte des gesamten Vermögens auf diesem Planeten besitzen
[/i]

[code]Die sogenannten "Gutmenschen" abstrahieren lediglich Moralvorstellungen, die sie im konkreten Einzelfall am wenigsten leben!

...und die sie nach Belieben ansetzen und mit zweierlei Maß messen
barbera hat geschrieben: Da stellt sich doch gleich einmal die Frage, ob es prinzipiell unmoralisch ist, viel Geld zu verdienen.
Eigentlich wäre ja jeder von uns gerne auf diese Art unmoralisch ...

Ich finde es unmoralisch, ein Riesenvermögen in Steueroasen zu parken, auch, in einer Monopolstellung die Preise hochzutreiben und Menschen in Niedriglohnländern gnadenlos auszubeuten.

Reichtum ist genausowenig unmoralisch wie Armut moralisch.
Es gibt arme Schweine und reiche Schweine auch.

Moral ist Charaktersache.
Der Zeitgeist nennt Menschen, die moralisch argumentieren und handeln, verächtlich "Gutmenschen".
Die sind mir allemal lieber als die rücksichtslosen Bösmenschen.


sauber auf den Punkt gebracht !
@Shanara 12.31
mit einem Beitrag hast du so viele Wahrheiten angesprochen....das ist eine Kunst...
und auch noch so, dass ich alles verinnerlichen konnte....danke.....
nur den Schluss siehst du mir etwas zu pessimistisch....
ich hoffe nach wie vor auf die Anpassungsfähigkeit der nachfolgenden Generationen ....trotz aller Schädigungen, die unsere Erde im Industriezeitalter erleiden muss/mußte
didgeridoo hat geschrieben: Ich oute mich hier mal ein bisschen: Zur Zeit arbeite ich noch. Ich unterrichte u.a. Deutsch als Fremdsprache im fortgeschrittenen Sprachbereich. In meinem jetzigen Kurs sind 2 Männer (37 und 34 Jahre) aus Eritrea. Beide waren Kindersoldaten und beide sind ausgesprochen hilfsbereite und zuvorkommende Personen. Der eine kümmert sich rührend um seine 3 Kinder und der andere kommt regelmäßig, lernt fleißig ...
Als ich noch in Berlin lebte hatte ich einen jungen Mann im Kurs, ebenfalls ehemaliger Kindersoldat. Dem ging es sehr schlecht, aber er arbeitete ständig an sich.
Erinnert Ihr Euch an den Krieg im ehemaligen Jugoslawien? Damals arbeitete ich an einer Sonderschule mit verhaltensauffälligen Jugendlichen aus Deutschland und allen möglichen anderen Ländern , und noch dazu im Problembezirk Berlin Neukölln. Es ist unvorstellbar, was diese Kinder alles durchmachen mussten, egal woher sie kamen. Ein Mädchen kam aus dem berüchtigten Lager in Serbien, in dem Frauen und Mädchen massenhaft vergewaltigt wurden. Sie hielt es nie länger als 10 Minuten im Unterricht aus. Als ich dort anfing zu arbeiten, war das für mich die Hölle. Im Unterricht konnte ich ruhig bleiben, konsequent und geduldig sein, aber nach jeder Stunde, wenn ich die Tür des Lehrerzimmers hinter mir geschlossen hatte, liefen mir die Tränen. Ich war unfähig, das zu verhindern. Nach einem halben Jahr konnte ich in dieser Klasse arbeiten. Die Schüler hatten verstanden, dass ich ihnen Raum geben konnte, ihre Not verstand, aber auch etwas von ihnen erwartete. Sie waren bereit, sich zu ändern! ... und das Erstaunlichste war der Besuch des "jugoslawischen" Mädchens nach den großen Ferien.. Sie hatte eine Ausbildung begonnen und kam mich noch einmal in der Schule mit den Worten besuchen:"Darf ich eine Stunde an Deinem Unterricht teilnehmen? Du fehlst mir so!"
Verurteilt diese geschundenen Personen nicht. Wenn man ihnen aufrichtig die Hand reicht, nehmen sie diese. Ich kann das immer wieder beobachten, egal welchen Kurs ich habe und egal woher die Teilnehmer kommen. (Es gab eine Ausnahme. Ich vermute, dieser junge Mann folgte den Ideen des IS). Weil ich diese positiven Erfahrungen immer wieder mache, glaube ich auch daran, dass in jedem Menschen ein Gefühl von Liebe, Fairness, Aufrichtigkeit schlummert. Möglicherweise ist es manchmal unter dem Unrat des Lebens verschüttet, aber man kann es wiederfinden und die Menschen, die das erleben, sind unglaublich dankbar.
Und noch etwas: Ich bin kein Gutmensch. Ich bin nur Mensch!


Dein Beitrag macht so viel Hoffnung !
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