Scherbengericht?

Die Ohren entscheiden nicht, wo das Gehörte zu verorten ist. Dazu braucht es den Verstand.

Krude Behauptungen allein überzeugen mich nicht.




@ Mehusae

Dein Anteil an der Volkssouveränität beträgt 1/8,57 Millionen - meiner 1/83,02 Millionen.

Wie soll man unter dieser schieren Faktizität der Zahlen seine eigenen Interessen anders umsetzen können, als auf dem Wege einer Bündelung der Interessen Gleichgesinnter durch die Repräsentative Demokratie?



Dass Moral (Rechtsbewusstsein) kein unbestimmtes Empfinden ist, was lediglich auf einer momentanen Befindlichkeit beruht, und daher subjektiv ganz unterschiedlich bewertet werden muss, zeigt sich besonders in der vorliegenden Abhandlung über das Thema „Täuschung der Bürger durch Scheindemokratie“ von Prof. Mausfeld, dem es gelungen ist, die Täuschungsmanöver sehr differenziert zu beleuchten, mit denen den Menschen nicht nur ein falsches Bewusstsein davon vermittelt wird, was ihre eigenen Interessen betrifft, die auf ihrer jeweiligen politischen Situation beruhen (und nicht nur auf irgendwelchen Stimmungen, durch welche die Befindlichkeit angezeigt wird), sondern auch auf ihren Grundbedürfnissen, die bei allen Menschen dieselben sind.

Der beste Beweis dafür ist, dass auch die Herrschenden (Eliten) Nichts so sehr hassen, wie ihrerseits durch Andere beherrscht zu werden, die stärker sind, als sie selber. Ob man das nun als psychische Tatsache ansieht, die in den Bereich der Psychologie gehört, wo man sich mit Seelenkunde befasst, oder als soziale (gesellschaftliche) Tatsache, mit der sich Soziologen beschäftigen, ändert an dem Argument selber Garnichts.

Die geistige Weltanschauung, auf die sich Alle rückbesinnen (lat. religere), wenn es darum geht, was moralisch (und damit geistig) als richtig gilt, - weil es Jeden, der in die Lage des Schwächeren gerät, womit er sich einem Stärkeren gegenüber in einem Nachteil befindet, gleichermaßen betrifft - wird dadurch verschleiert und getrübt, dass man die Benachteiligten durch Täuschung in die Irre geleitet, was schon immer das Anliegen der Priesterschaft war, wenn sie mit dem Geldadel im Bette lag, und nicht erst vom Preußenkönig praktiziert wurde, der sich als König der Aufklärung feiern ließ - was bereits ein Widerspruch in sich ist, weil ja die Aufklärung über die realen Herrschaftsverhältnisse erst die nötige Voraussetzung dafür ist, um sie überhaupt als solche erkennen zu können - , während er gleichzeitig an der biblischen Gehorsamspflicht des Dieners gegenüber seinem Herrn festhielt.

Der Spruch, dass der Adelige zu edlen Taten gegenüber den Bedürftigen verpflichtet sei, um sich zu Recht als Adeligen bezeichnen lassen zu können, ist für Jeden einsehbar, weil der echte Adel eben Nichts mit der herrschaftlichen Geburt zu tun hat, und auch nicht mit der Macht des Reichtums und des Einflusses auf Schwächere.

Damit, dass der unterwürfige Gehorsam des treuen Vasallen gegenüber seinem kriegslüsternen Königs belohnt wurde, indem der ihn deswegen als Zeichen seines Adels zum Ritter schlug und ihm das Privileg gewährte, im Krieg hoch zu Ross reiten zu dürfen, während dies dem - abfällig als "gewöhnlich" oder (all-)"gemein" bezeichneten - Fußvolk nicht gestattet wurde, wird die Tugend des Gehorsams in in die Nähe von Gnade und Barmherzigkeit gerückt - so, als ob es der Bevorzugte sei, der durch den Gehorsam gegenüber seinem Herrn adelig würde und nicht der Herr durch sein Wohlwollen gegenüber dem Unwürdigen, der auch ein Verbrecher sein kann, den er begnadigt, nachdem der sich für seine Taten entschuldigt hat.

Inwieweit nun die Lüge zum Zwecke des Selbstschutzes bereits als genauso lässlich angesehen werden kann, wie die Lüge aus Barmherzigkeit, die dem Belogenen nützlich ist, und nicht dem Lügner, wie es gerne von den Scheinheiligen behauptet wird, darüber lässt sich unterschiedlicher Meinung sein.

Die Verwechslung der Lüge jedoch mit dem Betrug (um zugestandene Rechte) ist moralisch nicht gerechtfertigt, weil Betrug immer zum Vorteil des Betrügers und zum Nachteil des Betrogenen erfolgt.

Wer hier die Mittel der Täuschung über den Wert eines auszugleichenden Schadens, die der Schädiger dem Geschädigten schuldet, mit dem Zweck einer angeblich naturgewollten Herrschaft über den Geschädigten zu rechtfertigen versucht, handelt in höchstem Maße unmoralisch, was er selber auch ohne Weiteres zugeben würde, wenn er sich selber in der Rolle des Benachteiligten befände.

Damit können Scheinheiligkeit und Bigotterie per se als Laster gelten, welche mindestens genauso unmoralisch sind, wie das angebliche Laster der Verweigerung des unbedingten Gehorsams, zu dem sich ein Diener von seinem Herrn vertraglich verpflichten lassen muss, um von ihm ernährt zu werden, was nicht nur als sittenwidrig, sondern mittlerweile sogar als Straftat gilt, weil es gegen die in den allgemeinen Menschenrechten – leider nur indirekt und nicht expressis verbis - verbotene Sklaverei verstößt.

Was für ein Mensch ist Rainer Mausfeld?


Wie überwiegend negativ sein Werk von seriösen Medien bewertet wird, hatte ich gestern hier schon zitiert:
https://www.50plus-treff.de/forum/moral--t92714-s300.html#p5298674

Hier ist noch eine Rezension von DER FREITAG – DIE WOCHENZEITUNG:
>>Von Hirten und Lämmern – Die überschätzte Kritik<<
https://www.freitag.de/autoren/wwalkie/von-hirten-und-laemmern


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… Und wie geht Rainer Mausfeld selbst mit Kritik um? Zum Beispiel mit einer relativ unbekannten Bloggerin, die ihn 2015 mittels Presseanfrage um Aufklärung über seine Verbindungen in die rechtspopulistische Verschwörungstheoretiker-Szene (Ken Jebsen @ Co.) fragte? ...
... Er schoss aus vollen Rohren und stellte sie öffentlich an den Pranger. Sie reagierte darauf mit einem offenen Brief:

SaSe40: Offener Brief an Professor Rainer Mausfeld, Uni Kiel: Der Denunziant sind mal schön Sie selbst! | SatireSenf
https://satiresenf.de/sase40-offener-brief-an-professor-rainer-mausfeld-uni-kiel-der-denunziant-sind-mal-schoen-sie-selbst/


Mein Fazit:
Wer allzu weit nach links driftet und nur noch Schwarz und Weiß erkennen und auseinanderhalten will (oder kann?), steht in Gefahr, rechts rauszukommen…

Und die „Moral“ von der Geschicht‘? Wer sich so verbeißt, dem glaub ich nicht!





mehusae hat geschrieben: A propos Mausfeld:

https://www.youtube.com/watch?v=VXhK8uN6WyA

Wer Ohren hat, der höre!

ab 17:03 sehr interessant.


... die youtube-Filmchen-Vertrerinnen!
Wen gab es da schon einmal?

Warum fällt das Denken so schwer?
... die Augen und die Ohren sind vor dem Hirn!
mal wird Moral positiv - mal negativ betrachtet

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Über Moral und Weisheit hat jeder seine eigene Ansicht. Der Fisch sieht sie von unten, der Vogel von oben.

Aus China

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Moralische Entrüstung besteht in den meisten Fällen aus
2% Moral.
48% Hemmungen und
50% Neid.

François de La Rochefoucauld
(1613 - 1680), François VI. de La Rochefoucauld, franz. Offizier, Diplomat und Schriftsteller

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Die ehrenwerten Spießbürger sind gerade die Verderber der Moral.

Konfuzius
(551 - 479 v. Chr.), latinisierter Name für Kongfuzi, K'ung-fu-tzu, »Meister Kong«, eigentlich Kong Qiu, K'ung Ch'iu, chinesischer Philosoph

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Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir.

Immanuel Kant
(1724 - 1804), deutscher Philosoph
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Das glänzendste Geschäft in dieser Welt ist die Moral.

Frank Wedekind
(1864 - 1918), deutscher Journalist und Dramatiker