Mein Mann ist nach 44 Jahren Gemeinsamkeit verstorben.
Ich war 16, er 21 als wir uns kennenlernten. Wir haben viele Höhen und Tiefen durchlebt. Geliebt, gelacht, gestritten, Kinder bekommen, Enkel bekommen. Naja
wir wurden gemeinsam alt und das Leben ging seinen Gang.
Und dann bumm, war alles anders. Es ging so schnell - der Arzt meinte es war ein "guter Tod".
Und jetzt?
Ich vermisse ihn, fühle mich aber irgendwie auch frei.
Ich kann tun und lassen wie und was ich mag.
Tagsüber ist alles prima, Familie, Freunde, dasTagesgeschäft, fast alles ohne
Zwang. Nur Dinge tun, die ich möchte, Supi, aber am Abend, da ist ein riesiges Loch. -Stille- Am meisten vermisse ich all die Dinge, die mich genervt haben.
Wer kennt das? Wie geht Ihr damit um?
Ups - du hast Humor!

Ja, du hast recht.
Ich vermisse auch die Streitereien, oder sagen wir, die Diskussionen, um den richtigen Bodenbelag in der Küche, wie man richtig Speck schneidet, was wirklich gute Musik ist und ob man vor dem Schlafen unbedingt noch was lesen muss....

Aber ich vermisse auch noch Anderes.
Wir haben eine gemeindame Sprache entwickelt, die jetzt keiner verstehen kann, die Blicke des Verstehens, wenn ein Freund zum hundertstenmal eine Tragödie abgezogen hat, das ganz ruhige Nebeneinandersitzen ohne alles Getue...

Ich sag dir was - eigentlich könnte ich auf die Freiheit von alldem verzichten...
Das Leben wird ohne den gewohnten Partner ein anderes.
Ich will nicht urteilen, ob besser oder schlechter - es ist ganz einfach eine neue Herausforderung, der man sich stellen muss.

Man muss das Leben neu gestalten und wieder etwas Gutes draus machen.
Eine Herausforderung, aber meine Oma hat immer gesagt, an Herausforderungen wächst der Mensch.

Also - auf ein konstruktives Wachstum!
Leider wächst, wenn man älter wird, vor allem der Taillenumfang, aber den zu bekämpfen ist auch eine Herausforderung.
Bei diesem Thema kann ich sehr gut mitreden, denn es geht mir haargenauso wie dir, @vollegranate.
Mein Mann ist heuer im Juni gestorben nach 32 Jahren glücklicher Ehe, er war mein erster und einziger Mann, ich habe keine Kinder und der Rest meiner kleinen Familie ist auch schon tot.
Mein Mann ist mit dem Flugzeug abgestürzt, es war ebenfalls ein schneller Tod gewesen und er war zwar älter als ich aber kerngesund, der einzige Trost für mich ist, dass er bei Ausübung seiner ganz großen Leidenschaft und glücklich und zufrieden sterben konnte.
Ich fühle die Einsamkeit sehr stark, tagsüber ist es ein wenig besser, aber wie du schon geschildert hast, am Abend und am Morgen beim Aufstehen ist es ganz furchtbar. Und ich schwöre, ich würde ihm die Füße küssen, wenn er mich nur einmal wieder nerven würde!
Ich habe ebenfalls begriffen, dass ich mich der Herausforderung eines neuen Lebens stellen muss, allerdings hat diese Freiheit, die du ansprichst, einen sehr bitteren Beigeschmack, denn ich konnte auch vorher schon machen, was ich wollte, denn ich wollte nichts, was nicht mit ihm im Einklang war.
Eine meiner Strategien war es mich hier anzumelden, um vielleicht ein wenig Unterhaltung mit Gleichgesinnten zu finden, wenn es auch nur auf elektronischem Wege ist.
Freiheit und doch Einsamkeit.

Es ging mir auch so nach der Trennung von meiner ersten langjährigen Partnerin.

Ich lebte meine Trauer über den Verlust ganz bewusst, trauerte und genoss trozdem auch in Ruhe meine Freiheit.

Da ich Musik sehr mag, hörte ich bewusst sehr viel Musik.

Ich glaube James Last sagte mal:
" Irgendwie kann Musik in der Tat besser als jede andere Kunst den Menschen trösten und von innen her ansprechen und aufrichten "

Nach einem Jahr fühlte ich mich wieder offen für Zweisamkeit und ging auf die Suche nach einer neuen Partnerin ..................
ich habe alle Beiträge zum Thema gelesen und für mich festgestellt, ich bin da mit meinen Gefühlen und Gedanken nach dem Tod meines Mannes nicht allein.
Auch wir hatten in den fast 44 Ehejahren unsere Höhen aber auch Tiefen, nur er ist nicht plötzlich gegangen sondern nach vielen Jahren der Krankheiten, die ihn immer mehr pflegebedürftig gemacht haben. Auch wenn ich bereits vor Jahren vom Arzt gesagt bekam, dass er nicht mehr lange zu leben hat und ich eigentlich vorbereitet war - ist es im entscheidenen Moment so anders...
Der Kopf sagt, unsägliches Leiden wurde erlöst aber das Gefühl will das nicht.
In den ersten Tagen, wenn ich ausser Haus ging, war alles einfach, nicht schauen ob das Telefon nah genug am Bett war und ich das Handy an "Frau" hatte, der Sauerstoff ausreichend im angeschlossenen Behälter war, alle Tabletten gegeben waren, seine Verfassung auch so war, dass er die Zeit allein sein konnte ... e.t.c.
Aber auch ich wollte mein "altes Leben" mit ihm zurück haben.
Nur ich weiß auch - es ist nur ein Traum. Es gibt eine Zeit der Trauer und die darf und sollte auch sein. Jeder bestimmt selbst wie lange sie dauert. Und es ist nicht verkehrt, sich bereits in der Trauer damit zu beschäftigen sein neues eigenes Leben aufzubauen.
Jeder von uns und hat irgendwelche Interessen, angefangen von sich mit Freundinnen auszutauschen, lesen, gärtnern, vielleicht auch gesellschaftlich tätig zu werden. Man muss (nur) überlegen.
Was ich persönlich auch noch wichtig finde ist jemand, der mich ab und an wieder auf den richtigen Weg bringt wenn ich abschweife.
Ich wünsche mir, dass alle den für sie richtigen Weg finden.
Ja was fängt jeder Einzelne mit dieser neu gewonnen Freiheit an. Diese Frage stellt sich nach der Trauer- oder Trennungszeit für jeden der alleine seinen Weg jetzt finden muss und möchte.

Die einen gehen relativ schnell wieder in neue Beziehungen die anderen finden erst mal zu sich selbst und lernen sich selber mal in erster Linie besser kennen. Diesen Weg gehe ich momentan und es ist für mich ein guter Weg. Ich baue die Beziehung zu mir selbst besser bewusst aus und danach kann ich bestimmt auch wieder eine Beziehung zu einem Mann aufbauen. Wo es dann das von mir so geliebte Du, Ich und Wir gibt. Mir ist jedoch die Reihenfolge wichtig und auch das gut allein zu können.

Klar vermisse ich auch die 'Dinge die man gerne in einer Partnerschaft bekommt und auch bekommen hat. Aber es ist nicht mehr so quälend und ich habe die Zeit neue Hobbys aus zu üben und neue Menschen kennen zu lernen. Aus diesen Bekanntschaften haben sich teilweise auch Freundschaften entwickelt und das empfinde ich als gute Grundlage und als Bereicherung in meinem Leben.

Lebe sowieso schon lange nach dem Motto, alles braucht seine Zeit und weniger ist oft mehr. Auch habe ich die Erfahrung gemacht, dass es nie so schlecht ist, dass es nicht auch für etwas 'gut ist.
Das kann ich voll unterschreiben. Mein Lebensgefährte verstarb nach langer und schwerer Krankheit im Februar 2016. Ich finde mich nur schlecht ohne ihn zurecht. Es fehlt ein Teil von mir und ich habe das Gefühl in einem tiefen dunklen Loch zu stecken.
Obendrein bin ich noch körperlich gehandicapt, das macht es für mich noch schwieriger neue Bekannte zu finden.
Deshalb war mein Gedanke mich hier zu registrieren, leider mit null Ergebnis. Entweder man wird einfach geblockt weil man ehrlich ist oder keiner ist willig und in der Lage sich mit meiner Behinderung auseinander zu setzen. Ich bin eben ein Mensch zweiter Klasse ...
Da bleibe ich dann doch lieber erstmal weiter für mich.
Niemand ist ein Mensch zweiter Klasse...Kämpfe
Ich bin inzwischen seit über 9 Jahren verwitwet aber ich hatte schnell mit einer neuen Partnerschaft, die ich auch hier kennenlernte, schnell den Weg aus dem Alleinsein gefunden.
Natürlich ist es nicht jedermanns Sache, ein Neuanfang ist schwer zu machen wenn das innere nicht will und das ist verständlich.
Aber verwitwete Männer binden sich in der Regel nach dem Verlust des Partners/Ehefrau in vielen Fällen schneller als Frauen im gleichen stand.
Was soll Ich dazu sagen.
Im Alter von 20 J. hatte ich einen fast tötl. Unfall. Nach der Genesung verles mich 1 J. später die große Liebe.
Dann begann mein Studium und Ich hatte keine Zeit für ne feste Bez. .
Den Leuten denen Ich mich damals anschloß in meinem Heimatort alles stink primitiv.
Nach 1 J. ging Ich ganz alleine weg nd fand es super. Tun u lassen was Ich wollte. Dabei lernte Ich auch wie man Leute kennen Lernt.
Kurz nach dem Studium lernte Ich ne Frau in derNähe meines Wohnortes kennen. Doch nach 12 J. des Unfalles kam Ich nochmals 1/2 J. in ein Reha. Pflicht von der BG, da doch etwas mit meinem Wesen nimmer stimmte.
Auch Sie war danach weg. Wieder tingelte Ich mit Bekannten durch die Gegend.
Nun lernte Ich Frauen kennen mit Kindern im Teeny Alter und den hetzenden Scheidungspapas..
Nun lernte Ich eine Frau mit Ihrer 10 j. Tochter kennen die sich noch Kinder wünschte. Freudig zogen sie 1 Jahr später ein. Nach 7 J. erfuhr Ich über Dritte dass Sie gar keine mehr bekommen konnte. Ich hätte auf eine Unztersuchung drängen sollen. Als die Tochter immer frecher zu mir wurde und die Mama Angst hatte der Tochter die Ungerechtigkeit zu predigen und Papa der anfangs verschwunden war, jetzt wo die Tochter 14-15 J wieder erschien , machte Ich den schlußstrich.
Vor 7 J. rannte mir jemand hinterher, doch Ich blockte immer ab. Dann lies Ich mich doch auf die Beziehung ein. 2,6 Jahren war es eine wunderschöne Zeit, bis Ihre Scheidung begann und sie sich von heute auf Morgen trennte. Sie hate Angst es wäre ein eheähnliches Verhältnis.
Von den Typen mit denen.Ich danach los zog. Trennte Ich mich.. Geistig bringt es mich nicht weiter, angelogen zu werden, naive Gespr. über Gott.
Irgendwie habe ich die Nase voll.
Doofes Leben !
Ihr Lieben,
leider kann ich auch mitreden, habe ich meinen geliebten Mann im Dez.2015 durch einen grausamen Zungenkrebs verloren. Es war mein 2.Mann, meine ganz große Liebe - wir waren 20 Jahre verheiratet.
Es ist unglaublich, was man da mitmacht und es kann eigentlich nur die oder derjenige verstehen, der es selbst erlebt hat. Mein Mann war nur immer gesund und plötzlich kommt so etwas daher und rafft ihn so schnell weg, dass man nicht mal gescheit denken kann...
Wir hatten noch soviel vor, waren gerade dabei. sein Haus zu verkaufen, haben es zum Glück noch geschafft. Wir wollten es uns fürs Alter etwas erleichtern und in eine Wohnung ziehen...Na nun habe ich allein eine Wohnung gesucht - der einzige Vorteil davon ist nun, dass mich diese Wohnung, außer Einrichtungsgegenständen nicht an ihn erinnert, da er ja nie hier war.
Trotzdem habe ich auch nach dieser schon längeren Zeit große Durchhänger und manchmal verliere ich den Lebensmut..
Ich mache aber sehr viel, lerne neu Querflöte, Spanisch, gehe zur Caritas helfen...
Ich kann mir auch wieder einen Mann für Freizeitbeschäftigung wie Theater, Heuriger, Tanzen vorstellen, doch so leicht ist das nicht. Versorgen in dem Sinne mag ich niemanden mehr...Ich habe auch Angst davor, wieder jemanden zu verlieren, habe ich doch in jungen Jahren fast die ganze Familie verloren, Mutter mit 6, Vater mit 13, 5 jährige Tochter mit 30, einzige Schwester mit 39,
alle mussten zu früh gehen....trotzdem hab ich meinen Glauben nicht verloren und das ist das Einzige, was mir in jedem Fall bleibt...
Ja ich kann Euch alle so gut verstehen und wünsche Euch allen eine gute Zeit
mit viel Lachen und Freude
Eure Michaela
Hallo

Mein Mann ist 2005 eingeschlafen. Nach angeblich, leichtem Bandscheibenvorfall, folgte eine Gehirn-OP, danach Krebs überall. Wir hatten 1 Woche, danach lag mein Mann 4 Wochen im Wachkoma und starb.

Ein Gefühl der vollkommenen Leere danach. Meine große Liebe, meine zweite Hälfte, ohne die ich mir ein Leben so überhaupt nicht hätte vorstellen können, war nicht mehr da. Es ist nun über 13 Jahre her. In den ersten Jahren bin ich förmlich geflüchtet, ständig unterwegs, immer auf Achse. Ich konnte nicht zu Hause sein. Eine große Hilfe waren meine Kinder und vor allem meine, zu dem Zeitpunkt, einzige Enkeltochter. Sie war erst drei Jahre aber ich habe ganz viel mit ihr unternommen und Gott sei Dank haben mein Sohn und meine Schwiegertochter das zugelassen. Irgendwann kommt aber die Zeit, da muss man sich auf diesen neuen Lebensabschnitt einstellen. Ich habe mich bei 50plus angemeldet. Es ist keine neue Partnerschaft dadurch entstanden aber ich habe viele nette Leute kennen lernen dürfen. Mit denen gehe ich sehr gerne wandern und unternehme andere schöne Dinge in Berlin und Berliner Umland. Natürlich unternehme ich auch alleine sehr viel, fahre in den Urlaub, mache Radtouren und gehe auch alleine ins Theater. Ohne Zweifel ist es eine schlimme Zeit nach so einem Verlust. Und ich kann für mich sagen, dass ich immer mal wieder in ein tiefes Loch falle. Habe aber mit den Jahren und psychologischer Hilfe gelernt, mich da schnell wieder raus zu holen. Ich wünsche allen, die nach dem Tod des geliebten Partners alleine sind, viel Kraft und viele gute Freunde. Mittlerweile kann ich das Leben wieder in vollen Zügen genießen und kann lachen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Spätestens im nächsten Jahr werde ich mir den Traum, den mein Mann und ich hatten, alleine erfüllen. Einer meiner Söhne baut mir einen Caddy zum Miniwohnmobil um. Damit werde ich Orte besuchen, die wir zusammen nicht mehr geschafft haben und werde, auch nach 13 Jahren, meinem Mann sehr nahe sein.

Euch allen da draußen wünsche ich viel Kraft, viel Freude am Leben und eine tolle Zeit

Viele Grüße
erst mal danke ich allen, die hier einen kleinen einblick in ihr ganz persönliches leben gegeben haben - ich persönlich finde so einen austausch sehr bereichernd -
...und die vielen facetten, die das leben nach einem verlust mit sich bringt und welche kleinen fenster allmählich geöffnet werden können , um wieder am leben teilzunehmen - in dem umfang, der zeit, dem wunsch, der so individuell ist, wie auch wir individuell sind

den verlust eines geliebten partners habe ich zwar (noch) nicht durch tod erlebt,sondern durch scheidung, die mein mann nach seinem schlaganfall unbedingt wollte und forcierte - ohne wirkliche gründe zu nennen....
auch in diesem fall habe ich geraume zeit gebraucht, bis ich nach ca. 30 gemeinsamen jahren mit höhen, tiefen, kindern uvm. wieder wirklich im alltag "gelandet" bin
geholfen hat mir hier, dass ich mich selber nicht immer wieder unter druck gesetzt habe - mir meine individuelle zeit des inneren abschieds genommen habe (ganz gleich, was mir von aussen "eingeredet" wurde)
schon ende der 80er Jahre kam ich in berührung mit den arbeiten/büchern von elisabeth kübler ross und habe sie bei einem vortrag sogar einmal persönlich erlebt
ihre hospizarbeit /den umgang mit tod und trauer, ihre erabeiteten/erlebten "fünf stadien der trauer" halfen mir als junge frau auch, den frühen tod mein vaters nach langer leidenszeit mit anderen augen zu sehen

......und meine mutter - mitten im scheidungsdilemma - in/durch ihre letzten tage und stunden begleiten zu können

es gibt für mich nicht dieses oft angesprochene "trauerjahr", nachdem man gefälligst wieder zu funktionieren hat...
bewundert habe ich vor jahren eine alte nachbarin, die noch 7jahre nach dem tod ihres mannes (nur)in der küche jeden morgen den gemeinsamen frühstückstisch gedeckt hat - mit so einer selbstverständlichkeit und gleichzeitg den weg ins leben zurückgefunden hatte und es bejahend leben und erleben konnte

ich wünsche euch weiterhin mut und kraft sich mit achtsamkeit den eigenen wünschen und gefühlen zu öffnen, damit sie sich wandeln können ...

von elisabeth kübler ross sind auf youtube mittlerweile ganze hörbücher veröffentlicht worden:https://www.youtube.com/results?search_query=elisabeth+k%C3%BCbler+ross


17:50Uhr
habe gerade bei einer anderen recherche einen sehr besonderen bericht gefunden ....vielleicht passt er auch hierher?!
https://www.youtube.com/watch?v=vqrNn34RjYU
ganz gleich, was man von dem thema hält - ich find ihn sehr besonders....

https://www.credo-online.de/magazin/ins ... -hier.html

https://www.netzwerk-nahtoderfahrung.or ... rtner.html
Vor gut drei Jahren starb mein Mann nach langer Krankheit. Während der Pflege habe ich einfach nur funktioniert, war stets bei ihm. Ich wollte es einfach nicht wahrhaben, daß es zu Ende geht.
Heute sind es die vielen, sehr vielen Ungereimtheiten in den Krankenhäusern, die mich immer wieder einholen. Am Tage bin ich beschäftigt, habe einen Garten und kleinen Hund. Dann kommen die Abende, die Nächte. Immer wieder holen mich die Gedanken ein, was ich hätte anders machen können. Warum wurde die Patientenverfügung nicht beachtet. Das monierte ich damals und bekam zur Antwort, es sei ja nichts eingetreten, was Ihr Mann nicht wollte! Es ist unfair ... mein Mann war ein Probant. Er wollte nie reanimiert werden, keine Magensonde haben etc. etc. d.h. keine lebensverlängerten Maßnahmen! Aber... er war ja Privatpatient.
Wir hatten viele, sehr viele Freunde. Als aber mein Mann erkrankte, zog sich der eine und andere so langsam zurück. Und dann, als mein Mann nicht mehr da war, war ich ganz allein. Kaum, daß noch jemand kommt. Trifftt man sich, heißt es nur "hallo, wie geht's" ... Es ist traurig. Verdammt bitter, wenn ich mit meinem Hund noch eine Abendrunde drehe, und hier und da wird gegrillt und gelacht...noch tut es weh.
Das Alleinsein muß jeder durchmachen. Ich möchte auch nicht, daß das, was ich geschrieben habe, als Selbstmitleid ausgelegt wird.
Ich tröste mich mit vielen schönen Erinnerungen. Auch Gewohnheiten, die ich nicht missen möchte und beibehalte, so z.B. zum Essen ein Glas Wein .....