DerSucht hat geschrieben:
MillyMeter hat geschrieben:
sun4fun hat geschrieben: Einfach auf sein Bauchgefühl hören und nicht zu viel nachdenken.
Das Leben ist viel interessanter, wenn man bereit ist etwas zu riskieren.


Ich bewundere eine solche Haltung. Sie ist mir völlig wesensfremd. Ich wäre niemals bereit, das, was ich habe und was mir wirklich wichtig ist, für irgendeinen romantischen Kontakt zu riskieren.



Frauen brauchen Sicherheit, Du wohl noch etwas mehr als der Durchschnitt, was weder gut noch schlecht ist und auch so bleibt. Was sich noch ändern kann, ist das Verhältnis zwischen Denken und Fühlen. Kopfmenschen können lernen, eigene Gefühle stärker wahrzunehmen, was dem Umgang mit Risiken sehr zuträglich ist.

@sun4fun ist bereit das Risiko einer Enttäuschung einzugehen, um das zu gewinnen, was ihr fehlt - die Verheissungen einer erfüllten Partnerschaft. Sie riskiert nichts, was ihr wirklich wichtig ist. Möge sie gewinnen.


Genau so habe ich MillyMeter auch verstanden. Sicher wird sie einiges "riskieren", aber was ihr wirklich wichtig ist, behält sie trotzdem im Auge.

Ich sehe es übrigens auch so.
Zumindest muss man Dinge ansprechen, mit denen man nicht konform geht. Hat man Glück, ist der eventuelle Partner wenigstens gesprächsbereit.
Ist er das nicht, wird eine Trennung wahrscheinlich nur ein wenig hinausgezögert, falls man die Konsequenzen nicht sogar sofort zieht.
was ist denn eine Enttäuschung? in meinen Augen eine nicht erfüllte Erwartung, das heißt, jemand hat nicht das erfüllt was ich von ihm erwartet und erhofft habe.

Ist das nicht ein völlig falscher Ansatz?

Kundgeba hat es schon geschrieben, im Grunde ist können wir uns nur selbst enttäuschen, wir sehen in einem anderen dass, was wir sehen wollen und nicht wie jemand ist. Fällt es uns irgendwann auf sind wir enttäuscht, also höchste Zeit auf Erwartungen zu verzichten.

Ich bin nie enttäuscht, wenn ein anderer meine Erwartungen nicht erfüllt, es sind meine und nicht seine.

Wenn ich das Gefühl der Enttäuschung verspüre, dann bin ich enttäuscht von mir.
So sind meine Gedanken dazu.
@EmmaKlein - so sehe ich es auch - .
Menschen anzunehmen wie sie sind - fällt leider, leider vielen schwer.
Das geht doch damit schon an - wenn an anderen die Kleidung bemängelt wird, weil man sich selbst nicht so kleiden würde .... usw.
Zu gerne, wollen manche Menschen anderen vorschreiben - wie sie zu leben haben....

Ein Partner kann nur dann eine wunderbare Ergänzung sein, wenn man ihn in seiner Eigenart annehmen kann - wie er ist.
nein - es gibt kein Rezept.....

aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es "länger dauert", wenn man sich - nach einem Fehlschlag .....egal ob in einer Partnerschaft oder im zwischenmenschlichen Bereich - abschottet und alleine seinen Weg weiter geht......

ich habe das seit meiner Kindheit so praktiziert - erkenne jedoch mehr und mehr die Nachteiles dieses "Systems"..... :wink:

(wir haben nur noch eine begrenzte Lebenszeit vor uns und "mein" Abschottungs-System kostet verd. viel Zeit)...... :wink:
@Emma Klein u. kundgeba,
ganz so einfach sehe ich das nicht, dass die Enttäuschung eigentlich nur mein Ding ist.
Man kann ganz gewaltig getäuscht werden und zwar absichtlich!
Und dann ist eine Enttäuschung durchaus berechtigt.
Und hat nichts mit meiner Naivität zu tun.
So sind eben die Sichtweisen unterschiedlich.
So unterschiedlich wie wir Menschen eben sind.
Der eine ist weniger belastbar - ein anderer mehr.
Was dem einen aus die Socken haut - läßt einem anderen cool.
Enttäuschung bedeutet ja nur, daß man sich in jemandem getäuscht hat,
und es später bemerkt.
Ob man absichtlich getäuscht wurde oder ob es der eigene Fehler ist,
weil man jemanden so sehen wollte, so gesehen hat, wie er gar nicht war,
weil man zu viel erwartet hat,
gehört beides dazu.
Ich denke, man lernt im Lauf des Lebens, sich nicht mehr so leicht zu täuschen und täuschen zu lassen. Aber wirklich geschützt vor Enttäuschungen ist man doch nur, wenn man sich auf niemanden mehr einläßt.
Wer will schon eine Mauer um sich bauen? Ist man dann glücklicher?
Dann lieber mal mit einer Enttäuschung leben und daraus lernen, wenn es auch schwer fällt.
Eine Enttäuschung ist, wenn meine Erwartungshaltung nicht erfüllt wird.

Und meine Erwartungshaltung ist von mir, und sie entspringt der Erfahrung, dass etwas/jemand normalerweise so und so ist, oder der Einschätzung, dass etwas/jemand so und so sein müsste, oder dem Wunsch, dass etwas/jemand doch bitte bitte so und so sein möge.

Im zwischenmenchlichen Bereich trifft oft der dritte Fall zu, wenn man den/die/das Gegenüber noch nicht kennt, aber gerne ein positives Ergebnis hätte. Dann gibt es den Vertrauensvorschuss und/oder die Risikobereitschft, auch wieder 2 Eigenschaften, die ich selber in mehr oder auch weniger hohem Ausmaß in die Angelegenheit investiere.

Mein Gegenüber muss eigentlich nur so sein wie er/sie/es ist.

An mir liegt es, nicht zu viele (unrealistische) Wünsche hineinzuinterpretieren.




P.S.
Ja, es vergeht eine Zeit, bis ich mir erlaube, romantisch zu sein.
MillyMeter hat geschrieben:
sun4fun hat geschrieben: Einfach auf sein Bauchgefühl hören und nicht zu viel nachdenken.
Das Leben ist viel interessanter, wenn man bereit ist etwas zu riskieren.


Ich bewundere eine solche Haltung. Sie ist mir völlig wesensfremd. Ich wäre niemals bereit, das, was ich habe und was mir wirklich wichtig ist, für irgendeinen romantischen Kontakt zu riskieren. Und nachdenken tun die meisten Menschen zu wenig, nicht zu viel. Meiner Erfahrung nach neigen gerade Frauen dazu, Kontakte zu idealisieren oder sich schönzureden. Da sind Enttäuschungen schon vorprogrammiert.
Ich finde Risiken generell auch nicht "interessant" oder das Leben bereichernd.
Gerade in Zeiten des wwws kann man eigentlich nicht vorsichtig genug sein.
(Finde es aber vollkommen ok, wenn wir Menschen da komplett unterschiedlich ticken. Bin halt nicht die Waghalsige. ;))


Ich riskiere auch nichts was mir wichtig ist, für einen romantischen Kontakt. Aber wenn mir mein Bauchgefühl sagt, das könnte passen, hör ich darauf.
Manche andere fangen dann lange zu überlegen an und verpassen diese Chance.
Milafranzi hat geschrieben: Kann man sich vor Enttäuschungen schützen ? Gibt es ein Rezept?


Nein, das kann man nicht :?

Ganz einfach deshalb, weil es nicht in meiner Hand liegt, dass Andere mich vorsätzlich täuschen. Es gibt sie, diese Menschen. Sie sind sehr geschickt. Und dann nützt die eigene Vorsicht überhaupt nichts.

Wichtig ist, dass man selbst aus Enttäuschungen lernt.
Mein Gegenüber muss nur so sein, wie er/sie ist, dann kann man sich gut darauf einstellen und erlebt in der Regel keine größeren Enttäuschungen.
Fatal wird es, wenn er/sie einen Schein erwecken will, der trügerisch ist.
Milafranzi hat geschrieben: Kann man sich vor Enttäuschungen schützen ? Gibt es ein Rezept?


Enttäuschungen sind das Resultat (zu) hoher Erwartungen. Sich von solchen wirklich freizumachen ist eine hohe Kunst. Schliesslich haben wir alle Wünsche und oder Sehnsüchte.

Am effektivsten ist gesunder Realismus.
Wichtig ist auch Reden.....Reden.....Reden.
Über Wünsche und Vorstellungen sprechen. Nicht erst nach Wochen oder Monaten....... nein.......so früh wie möglich.
hal2001 hat geschrieben:
Milafranzi hat geschrieben: Kann man sich vor Enttäuschungen schützen ? Gibt es ein Rezept?


Enttäuschungen sind das Resultat (zu) hoher Erwartungen. Sich von solchen wirklich freizumachen ist eine hohe Kunst. Schliesslich haben wir alle Wünsche und oder Sehnsüchte.

Am effektivsten ist gesunder Realismus.


Am effektivsten ist gesunder Realismus

leider reicht ein "gesunder Realismus" oft nicht, denn unsere "Fehlentscheidungen" sehen wir alle erst im Nachhinein..... :wink:

das gilt nicht nur für den beruflichen Bereich sondern auch für den zwischenmenschlichen Bereich !