Melissa, meinst du bei Äusserlichkeiten im Zusammenhang mit Geld die Dollarzeichen in den Äugelein?
....Meine eigene Entscheidung würde allerdings nicht von dem zweifelsfrei wahren Statement beeinflusst, dass man sich selber jederzeit auf der anderen Seite, nämlich auf der Seite der Personen mit gewissen physischen Einschränkungen, wiederfinden kann. Welchen Zusammenhang seht Ihr denn dabei - es wird ja ziemlich oft angesprochen?...

Patriarch, erstmal möchte ich dir sagen, dass du wirklich angenehm schreibst!

Das Statement, das du oben ansprichst, ist sicher so gemeint, dass eine Krankheit/Behinderung uns jederzeit treffen kann....vor der Partnerwahl.
Hat man bereits seine Entscheidung getroffen (der jeweilige Partner ist - mehr oder weniger - gesund), dann wird man ihn sicher nicht verlassen, wenn eine krankheitsbedingte Situation eintritt.
Ich will sagen, man macht sich bei/vor der Partnerwahl keine Gedanken darüber, dass plötzlich alles anders sein kann. Altersbedingte Einschränkungen sind ja normal...die kommen irgendwann....

Habe ich deine Frage richtig interpretiert?
Hallo Rotkappe,

Vielen Dank für Dein nettes und vor allem völlig unerwartetes Kompliment! Ich möchte es gern erwidern und das nicht nur aus Höflichkeit. Ich selber schätze mich allerdings etwas anders ein (Unterschied Selbst-/Fremdbild). Seit meinem noch gar nicht so lange zurückliegenden Eintritt in den Vor-Ruhestand führe ich sehr viel mehr Monologe als Dialoge. Das ist vielleicht auch ein Grund, warum ich meine Frage so verworren gestellt habe, dass es gar keine richtige Interpretation geben konnte. Aber Deine Antwort hat mir den Impuls gegeben, wie ich meine Frage neu formulieren kann:

Es geht mir eigentlich darum, was denn Shekinah in ihrem Beitrag (02.01.2019, 16:04) als Antwort auf das vorhergehende Statement der Neugierigen Stierfrau ausdrücken will:

„Diese Einstellungen hat Mensch genau so lange, bis er von jetzt auf sofort oder noch schneller selber in diese missliche Lage gerät. Ein Sekundenbruchteil genügt, und du findest dich auf der andern Seite der Anwärter wieder.“

Shekinah wählt ihre Worte ja immer sehr sorgfältig aus und oft brauche ich meine Zeit, um (wenn überhaupt) die Botschaft zwischen den Zeilen zu erkennen. Hier hat aber auch längeres Nachgrübeln nichts gebracht.

Gefühlsmäßig kam bei mir in etwa an, dass sich jede/r immer bewusst sein solle, wie schnell sich das eigene Leben zum Negativen ändern kann und dass daraus abgeleitet die „Auswahlkriterien“ bei der Partnerwahl in der Kennenlernphase angepasst werden sollten (so mehr als moralisch/ethische Empfehlung).
Und genau das ist der Punkt, wo ich beginne, die Dinge etwas anders zu sehen. Auch wenn es für andere moralisch verwerflich und ethisch bedenklich erschiene, würde ich meine Auswahl nach meinen ganz eigenen (nicht fremdbestimmten) Kriterien treffen. Und da wäre eine physische Einschränkung, die in ihrer Art und ihrem Ausmaß mit meinem jeweils aktuellen Lebenskonzept vereinbar wäre, definitiv kein K.o.-Kriterium.

Vielleicht kann ja Shekinah freundlicherweise ihre Gedanken noch einmal erläutern – ich jedenfalls lerne gerne etwas dazu, auch wenn ich meine Meinung zu dem Thema wahrscheinlich nicht wesentlich ändern werde.
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Patriarch, danke dir auch für dein Kompliment (auch wenn manch andere das nicht so sehen werden :D ).

Also natürlich sollte man immer im Hinterstübchen bedenken, dass Gesundheit nicht ein ewig währendes Gut ist....dass einen jederzeit etwas zustoßen könnte. Vor einigen Monaten ist mir dieses seeehr bewusst geworden. Irgend jemand "da oben" muss noch etwas mit mir vorhaben, sonst wäre ich nicht mehr hier.

Bei der Partnerwahl geht man aber doch vom "Ist-Zustand" aus. Da kann man doch nicht denken, was in einigen Monaten/Jahren auf uns zukommen könnte. Die Auswahl an möglichen Krankheiten/Behinderungen ist groß! Wenn der jeweilige Partner (bzw. der/die Auserwählte) genauso denkt, gäbe es ja gar keine Beziehungen mehr. So sehe ich das.
Wenn der jeweilige Partner (bzw. der/die Auserwählte) genauso denkt, gäbe es ja gar keine Beziehungen mehr. So sehe ich das.

und damit könntest Du recht haben.....
Aha soso, ja nun denn, wenn jemand halt meint, einfach interpretieren zu müssen, soll er das tun. Vielleicht müssten meine Worte einfach nur wirklich gründlich gelesen werden und dann könnte schon verstanden werden, wenn nicht in 180° entgegengesetzter Richtung gesucht würde. Was war nun schon wieder die Grundaussage der TE? Ah ja, Einschränkungen gleich vom Winde verweht oder so.
Shekinah hat geschrieben: Diese Einstellungen hat Mensch genau so lange, bis er von jetzt auf sofort oder noch schneller selber in diese missliche Lage gerät. Ein Sekundenbruchteil genügt, und du findest dich auf der andern Seite der Anwärter wieder.


Ja, das kann jeden treffen, jederzeit......

Aber..........
Verpflichtet einen diese Erkenntnis dazu, Einschränkungen als Ausschlusskriterium auf gar keinen Fall in Erwägung zu ziehen? Ist es tatsächlich moralisch verwerflich, wenn man dafür sorgt, in einer Lebensphase in der man so manche durchs Leben verordnete Einschränkung mehr oder weniger hinter sich lassen konnte, gut für sich und seine Bedürfnisse zu sorgen?

Wohlgemerkt, geht es hier um Kontakte, die man noch nicht real getroffen hat!
Es wird im Vorfeld abgelehnt aufgrund Alter, Haarfarbe, Größe, Gewicht, Wohnort, Raucher/Nichtraucher, Nationalität usw.,usw. Und dafür sollte sich niemand rechtfertigen oder erklären müssen.

Wenn ich mal von meiner Situation ausgehe...ein Sorgenkind groß gezogen (seine Beeinträchtigung bleibt lebenslang), selber auch nicht mehr unversehrt, weiß ich genau, wovon ich hier schreibe.

Ich finde mich gefühlsmäßig von MargeSimpsons Gedanken sehr gut verstanden.

Und was die andere Seite der Anwärter betrifft...Ich befinde mich schon lange auf der anderen Seite und wenn es Ablehnung in welcher Form auch immer gibt, dann sollte das eben nicht so sein. Deshalb aber jemand direkt oder indirekt Vorwürfe zu machen, bringt einen nicht wirklich weiter.
Hallo Sonnenkind,

Du hast genau das Gefühl getroffen, das ich auch ausdrücken wollte. Leider sind mir trotz mehrerer Anläufe nicht die richtigen Worte eingefallen.

Vielen Dank für Deinen Beitrag!
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Beziehungen werden oft - wahrscheinlich mehr als früher - nach dem Marktwert geschlossen, weil schließlich heute jeder selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen kann.
Fragt man die junge hübsche Partnerin eines häßlichen, primitiven alten Sackes - prominent oder mit Kohle - so behauptet sie immer, es wäre Liebe.
Wo sind denn nun die jungen hübschen Frauen der armen alten Männer?

Ist das Geld weg, ist es der Partner auch, niemand erwartet es anders.
Wird ein einer krank, sinkt sein Spaßfaktor und Gebrauchswert - beim Auto nennt man das wirtschaftlicher Totalschaden - weg damit.
Sex hat so zu funktionieren, wie man das aus Pornos kennt, ein Mann definiert sich allein über seine Potenz, sonst wäre die Firma Pfizer nicht so reich geworden. Sexuelle Rekorde statt Zärtlichkeit. Niemand hat ihm gesagt, daß eine einfühlsame und liebende Partnerin Zeit und Verständnis hat, wenn Er nicht stets und ständig einsatzfähig ist, so wie Sie auch nicht immer zu Verfügung stehen mag.

Mit Liebe hat dies alles nichts zu tun, aber das hat vor allem die Generation unserer Kinder nicht gelernt. Denen wurde von klein auf alle Wünsche erfüllt, hinterhergeräumt und -geputzt, selbstverständlich Markenklamotten und Elektronik geschenkt, um andere zu beeindrucken. Mit 14 darf die Freundin schon beim Sohn übernachten, aber mit dem Leeren des Mülleimers ist er überfordert. Sie sollen es doch besser haben, als die schwer arbeitenden Eltern.
Was sie nicht gelernt haben: Rücksicht, Pflichten, Kompromißbereitschaft.

Auch wenn ich persönlich hoffe, es anders gemacht zu haben - wir haben eine Generation von Egoisten großgezogen, die nicht wirklich beziehungsfähig ist.
ich habe mir lange überlegt, ob ich hier etwas an Kommentar beitrage oder nicht.... eventuell sinkt damit mein "Marktwert" erheblich, egal, sei es wie es sei: Mein Motto (lebe, solange dir das Leben dafür die Möglichkeit gibt) kommt nicht von ungefähr! Ich hatte eine neurologische Querschnittslähmung und saß ein Jahr im Rollstuhl. Inzwischen bin ich wieder fußtechnisch ganz gut unterwegs, selbst in den Alpen (natürlich mit Einschränkungen). Es war ein harter Kampf bis heute und ich habe weiterzukämpfen! Dennoch macht es mich ziemlich unsicher, ob ich mit meinen Einschränkungen noch gefragt bin. Meine Lebenseinstellung hat sich aber geändert (obwohl ich vorher bereits sehr weltoffen und lebensfroh war). Ich genieße das, was ich habe und freu mich auf das, was noch kommen wird. Weitestgehend versuche ich meine Zukunft aktiv zu gestalten und immer wieder die Zufriedenheit zu genießen. Nichts bekommt man geschenkt, auch nicht das, was man hat. Darum verstehe ich das Leben als Ort der Lebensfarben, aus denen man sich selbst sein Glück malt.
Entschuldige Andre,

ich hab da mal eben gewaltig die Holzkeule geschwungen.

Weil mich diese Art von Beziehung rat- und fassungslos macht. Jeder von uns wünscht sich doch eigentlich, um seiner selbst willen geliebt zu werden, nicht wegen seines sozialen Status und dessen Symbolen.

In vielen Büchern und Filmen der schmalzigen Art kommt diese Sehnsucht immer wieder zu Vorschein: Es ist das alte Märchen vom liebenswerten Aschenputtel, für das sich der Prinz trotz aller Ablehnungv von Seiten seines Umfeldes entscheidet.

Wie das dann weitergeht? Unromantisch wie bei Kurt Tucholsky: "Warum wird beim Film nach dem Happy End für jewöhnlich abjeblendt?"
Oder zwei, die füreinander da sind, an ihrer Beziehung arbeiten, Probleme lösen?
Meine Erfahrung mit Beziehungsfähigkeit ist anders. Sowohl bei meinen Söhnen als auch rund um mich herum erlebe ich viele junge Familien und auch Familien, in denen die Kinder das Teenageralter schon verlassen haben und arbeiten oder studieren. Diese Paare oder Elternpaare leben alle ein Beziehung, in der sie gut zusammenleben. Denn sie müssten es nicht, wenn sie nicht wollten. Die Frauen haben ihr eigenes Einkommen und auch mal ihre eigene Rente. Ich sehe da nirgends Egoismus.

Ich selbst habe meinen ersten Mann mit 15 kennengelernt. Und wir haben auch in einem Zimmer geschlafen, wenn wir zum Skifahren sind. Das war überhaupt kein Thema, das war selbstverständlich.


Jetzt:
Erlebe ich auf diversen Portalen, daß zum Teil 80 % der Männer gebunden/verheiratet sind. Die Männer schreiben, daß es bei den Frauen ähnlich ist. (Da kann ich nicht aus eigener Erfahrung sprechen, aber ich habe keinen Grund, das nicht zu glauben)

Es gibt natürlich viele Gründe, die jetzt hier nichts zu suchen haben,
aber sehr verantwortungsvoll gehen diese Leute mit ihren Beziehungen ja auch nicht um, wenn sie erotische Abenteuer suchen.

Ich kann bei den jungen Menschen nicht erkennen, daß sie verantwortungsloser als wir wären, nur ein bißchen anders. Die Schwerpunkte in Beziehungen haben sich verschoben. Aber wenn es funktioniert, ist es doch gut so.
Zu den Behinderungen wurde ja schon viel hier geschrieben, auch früher schon in anderen Threads. Wobei es natürlich klar ist, daß es einen riesigen Unterschied macht, ob man während einer bestehenden Beziehung behindert wird,

oder ob man als Behinderter eine neue Beziehung sucht.

Aber selbst das ist doch individuell.
Es hängt doch immer von der Art der Beeinträchtigung ab und was der andere bereit ist, mitzutragen.
Ich kann es schon verstehen, daß ein sportlicher Mensch, der wandert, reist, skifährt, Rad fährt und was weiß ich noch, wenigstens einen Teil davon mit dem Partner machen möchte und nicht immer alles alleine. Wenn dann gar nichts geht, dann passt man halt nicht zusammen.

Kann aber jemand z.B. Reisen und Radfahren, dann hat man schon Gemeinsamkeiten.


Ansonsten kann ich bei diesem Thema nicht mitreden, da ich in den letzten Jahren niemanden kennengelernt habe, der letztendlich für eine Partnerschaft infrage gekommen wäre.

Und für die andere Art Beziehung gelten andere Voraussetzungen.
Weit mehr Probleme, als mit den körperlichen Behinderungen eventueller Partner, habe ich mit den "geistigen".
Das soll jetzt nicht arrogant klingen.
Nur ist für mich eben nicht die körperliche fitness ein Kriterium, sondern die
mentale.
Deswegen kommt es eben bei manchen gar nicht so weit, daß man sich über körperliche Beeinträchtigungen Gedanken machen muß - weil man niemand findet, mit dem man geistig auf einer Ebene ist.
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