.........der Wille ist keine abstrakte Kraft, die der Mensch neben seinem Charakter besitzt. Vielmehr ist der Wille nichts anderes als der Ausdruck seines Charakters..Ein Mensch, der seine guten Eigenschaften nicht ausbildet und ein Sklave seiner irrationalen Leidenschaften ist, fehlt dieser Wille.
Erich Fromm
Viele Philosophen haben sich mit dem menschlichen Willen und der Entscheidungsfreiheit des Menschen beschäftigt.Mit unterschiedlichen Betrachtungen und Ergebnissen !
Schopenhauer bringt den Willen unmittelbar mit dem Selbstbewusstsein des Menschen in Verbindung und sieht in diesem Bewusstsein auch die Freiheit des Handelns angesiedelt. " Im Menschen kann der Wille zum völligen Selbstbewusstsein, zum deutlichen und erschöpfenden Erkennen seines Wesens liegen " ( Schopenhauer )
Den Entwicklungsgrad seiner Erkenntnis, Reife und Einsicht bezeichnet Schopenhauer mit dem Charakter, den der Mensch in seinem Leben durch seine individuelle Lebenserfahrung und seinen Reifeprozess erworben hat. Er sieht die Qualität vom Grad der Verantwortung eines Menschen in Beziehung zu seinem Charakter.Schopenhauer stellt fest, dass " man wissen muss was man will und was man kann. Erst dann kann man Charakter zeigen und Rechtes vollbringen." Es wird hier nicht nur die Einsicht in die eigenen Kräfte und Erkenntnisse angesprochen sondern auch das Wissen und die Einsicht um die eigene Bedürfnisse sowie das Erkennen der Möglichkeiten für die Realisierung.
" Der Wille als das Ding an sich macht das innere, wahre und unzerstörbare Wesen des Menschen aus. " ( Schopenhauer)
.
@Verdandi

fühle mich z.Zt. sehr schwach, was seit der Hirnblutung öfter der Fall ist (im Gesundheitsthread schilderte ich die Ursache meines zusätzlichen gesundheitlichen Problems), aber trotzdem ist es mir sehr wichtig, hier weiterhin mitzumachen, und ich hoffe, daß Du antworten wirst, wenn ich über ein anderes Thema schreibe.----

Ich finde es sehr schade daß die Kluft in unserer Gesellschaft sich immer mehr vertieft (eine Freundin reagiert agressiv ablehnend und moralisch empört auf das Erstarken der AfD, und es enttäuscht sie, daß ich trotz meiner Werte für eine Einschränkung des Asylrechts bin, sie begreift es nicht, will aber auch nicht darüber sprechen)
Ich verstehe nicht, warum Du nicht wenigstens nachfragst, warum diese Menschen sich nicht mehr beheimatet fühlen könnten, Du reagierst aus meiner Sicht vor allem moralisch empört, obwohl wir hier im philosoph. Forum doch die Möglichkeit haben, die Ursache für das Erstarken eines rechtsorientierten Nationalisms zu bedenken.-

Meinen Beitrag im falschen Thread kann ich leider im nachhinein nicht löschen, sonst hätte ich es getan.-

Werde mich nun zwingen, öfter im Magazin "Cicero" zu lesen (obwohl mir das dünne Büchlein von A.Grau, einem Redakteur von "Cicero" , für den eine gute Bekannte schwärmt, sehr missfiel), denn offenbar schreibt Sloterdijk dort öfter.
Er hat dort seine Fans...-

In der FAZ las ich, ein Philosophie-Prof. der Uni Siegen hätte Sarrazin und Marc Jongen eingeladen zu einem Vortrag im Rahmen eines Seminars über Redefreiheit. Mehr als 40 Polizisten waren offenbar notwendig, um die Uni an diesem Tag zu sichern...
Das zeigt einerseits, wie sehr sich die Kluft vertiefte, ist aber andererseits natürlich auch eine Reaktion auf das Erstarken der Gewaltbereitschaft der Radikalen auf beiden Seiten...-
Daß Finkielkraut von manchen Gelbwesten körperlich angegriffen und als dreckiger Zionist beschimpft wurde, ist erschreckend....
In einen Interview der "Zeit" meinte er, die linken Intellektuellen in Frankreich seien virolente Verfechter eines Kuturrelativismus, und er hatte als konservativer Denker [u]dagegen[/u] argumentiert...
Sie seien überzeugt, daß der Islam die Religion der Armen sei...
Und er machte sich dadurch verhasst, daß er vor dem polit. Islam immer warnte.
@everyone

…..Schopenhauer bringt den Willen unmittelbar mit dem Selbstbewusstsein des Menschen in Verbindung und sieht in diesem Bewusstsein auch die Freiheit des Handelns angesiedelt. " Im Menschen kann der Wille zum völligen Selbstbewusstsein, zum deutlichen und erschöpfenden Erkennen seines Wesens liegen " ( Schopenhauer ) …..

Von Freiheit ist in dem Zitat aber nicht die Rede, und in seinem Werk Über die vierfache Wurzel vom zureichenden Grunde beschreibt er die Notwendigkeit, vor Allem das eigene Leben zu erhalten, als vernünftig, was auch das Wesen des individuellen Wollens ausmacht.

Damit unterscheidet sich dieses natürliche, selbstbezogene Wollen zB eines Politikers mit schlechtem Charakter, der nur für sich selber und seine Lobbyisten gut ist, vom kulturell höher stehenden, gemeinschaftsbezogen denkenden Politiker mit für Alle gutem Charakter, der dem vernünftigen Wollen des kategorischen Imperativ Kants folgt, indem er nur das tut, wovon wünschenswert ist, dass es zum allgemeinen Gesetz werde.


@ Migranda

….Sie seien überzeugt, daß der Islam die Religion der Armen sei.....
Und er machte sich dadurch verhasst, daß er vor dem polit. Islam immer warnte. ….


Interessant der Vergleich von Politik und Weltanschauung, die man ja nicht nur sozialökonomisch in zwei gegensätzliche Parteien von „reich und konservativ“ oder „arm und progressiv“ einteilen kann, sondern auch in einen spiritistisch orientierten, obrigkeitshörigen und konservativen Monotheismus für Royalisten, oder einen eher moralfilosofisch orientierten, liberaleren Polytheismus für Demokraten, die ein Mehrparteiensystem bevorzugen, und die nach der französischen Revolution vorzugsweise aus dem Lager des bürgerlichen Geldadels stammte und nicht aus dem der armen Landarbeiter.

Der Marxismus hätte demnach auch gut zur Religion für Arme getaugt, wenn die Armen nicht so sehr auf den himmlischen Vater der Katholiken fixiert gewesen wären, der auch heute noch der Schutzherr der Reichen und Konservativen ist, die sogar ihre Partei nach ihm genannt haben.

So kommt es, dass die leichtgläubigen und damit nicht nur wirtschaftlich, sondern auch geistig Armen, die sich hilfesuchend an den Bischof Nikolaus von Köln wenden, auch heute noch zum Kinderkreuzzug in die Sklaverei geschickt werden, weil sie einfach nur tragischerweise die falsche Partei gewählt haben.
Migranda hat geschrieben:
@Verdandi

fühle mich z.Zt. sehr schwach, was seit der Hirnblutung öfter der Fall ist (im Gesundheitsthread schilderte ich die Ursache meines zusätzlichen gesundheitlichen Problems), aber trotzdem ist es mir sehr wichtig, hier weiterhin mitzumachen, und ich hoffe, daß Du antworten wirst, wenn ich über ein anderes Thema schreibe.----

Ich finde es sehr schade daß die Kluft in unserer Gesellschaft sich immer mehr vertieft (eine Freundin reagiert agressiv ablehnend und moralisch empört auf das Erstarken der AfD, und es enttäuscht sie, daß ich trotz meiner Werte für eine Einschränkung des Asylrechts bin, sie begreift es nicht, will aber auch nicht darüber sprechen)
Ich verstehe nicht, warum Du nicht wenigstens nachfragst, warum diese Menschen sich nicht mehr beheimatet fühlen könnten, Du reagierst aus meiner Sicht vor allem moralisch empört, obwohl wir hier im philosoph. Forum doch die Möglichkeit haben, die Ursache für das Erstarken eines rechtsorientierten Nationalisms zu bedenken.-

Meinen Beitrag im falschen Thread kann ich leider im nachhinein nicht löschen, sonst hätte ich es getan.-

Werde mich nun zwingen, öfter im Magazin "Cicero" zu lesen (obwohl mir das dünne Büchlein von A.Grau, einem Redakteur von "Cicero" , für den eine gute Bekannte schwärmt, sehr missfiel), denn offenbar schreibt Sloterdijk dort öfter.
Er hat dort seine Fans...-

In der FAZ las ich, ein Philosophie-Prof. der Uni Siegen hätte Sarrazin und Marc Jongen eingeladen zu einem Vortrag im Rahmen eines Seminars über Redefreiheit. Mehr als 40 Polizisten waren offenbar notwendig, um die Uni an diesem Tag zu sichern...
Das zeigt einerseits, wie sehr sich die Kluft vertiefte, ist aber andererseits natürlich auch eine Reaktion auf das Erstarken der Gewaltbereitschaft der Radikalen auf beiden Seiten...-
Daß Finkielkraut von manchen Gelbwesten körperlich angegriffen und als dreckiger Zionist beschimpft wurde, ist erschreckend....
In einen Interview der "Zeit" meinte er, die linken Intellektuellen in Frankreich seien virolente Verfechter eines Kuturrelativismus, und er hatte als konservativer Denker [u]dagegen[/u] argumentiert...
Sie seien überzeugt, daß der Islam die Religion der Armen sei...
Und er machte sich dadurch verhasst, daß er vor dem polit. Islam immer warnte.


@Migranda

Warum kapriziert Du Dich so auf mich? Ich habe schon seit längerer Zeit und in mehreren Threads dieses Forums – immer wieder auf Deine Initiative hin – sehr viel geäußert zu diesem Thema. Du bist aber nie wirklich auf meine Argumente eingegangen, sondern hast immer nur mit Deiner entgegensetzten Haltung erneut dagegen gehalten, manches Mal mit moralisch abwertenden Urteilen über meine Haltung, z.B. hier auf Seite 8:


Migranda hat geschrieben:

...Könnte es nicht sein, daß Deine moralische Empörung und Dein Bedürfnis, mutig "Flagge zu zeigen", Dich daran hindert, Bedürfnisse und Sorgen andere besser zu verstehen?
Aber es ist völlig ok für mich, wenn Du kein Bedürfnis hast, darüber "nachzusinnen"...

Du unterstelltest mir also fehlende Empathie und sagtest zugleich, dass das o.k. für Dich sei. – Ersteres war eine unverschämte Unterstellung, letzteres stimmte ganz offensichtlich nicht! Warum lässt Du es nicht endlich mal gut sein, was mich betrifft? Ich zwinge Dir doch auch nicht meine Themen auf!

Von mir aus können wir das jetzt endgültig bleiben lassen. Man sollte es aushalten, nicht mit jedem einen Konsens herbeizuführen zu können!

Deine von Dir erwähnte Freundin würde mich sicher besser verstehen als Du. Warum spricht sie mit Dir nicht mehr über Euren Dissens? Gibt Dir das nicht zu denken? Ihr seid immerhin befeundet. – Wir beide hingegen kennen uns persönlich gar nicht!


▬▬▬__________


Zur Funktion des Postens an der richtigen Stelle

Du solltest nicht bloß deshalb, weil der Beitrag, auf den Du Dich beziehen willst, schon ein paar Seiten zurückliegt, Deine Antwort in einen fremden, thematisch völlig andersgelagerten Thread posten! Du kannst stattdessen jeden Beitrag im richtigen Thread durch die Zitierfunktion wieder hervorholen! Du solltest aber dann darauf achten, Deinen Text unterhalb des Zitats zu setzen und nicht mitten in das Zitat hinein, wie Du es im anderen Thread heute gemacht hast! Denn das ist total irreführend! Um das vor dem Losschicken kontrollieren zu können, gibt es die Funktion der Vorschau. Ein bisschen sollte man sich schon an solche Funktionsregeln halten, um keine Verwirrung zu erzeugen.



@Verdandi

Es gut mir sehr leid, falls ich mich tatsächlich zu missverständlich ausgedrückt hatte, denn auf keinen Fall wollte ich Dir mangelde Fähigkeit zu Empathie unterstellen!!
Ich bin doch froh, daß Du Dich an Debatten hier beteiligst, und habe Dir immer wieder auch bekundet.
Noch immer kann ich nicht verstehen, daß Du den Eindruck hast, ich sei nie eingegangen auf Deine Argumente, denn das ist doch auch mir sehr wichtig, wirklich zu begreifen, warum der andere ganz anders denkt als ich. Ich
Aber Du hast sicher recht, ich sollte Dich in Ruhe lassen mit diesem Thema, ich "bettle" ja regelrecht um etwas Resonanz auf dieses Thema bezüglich der Neuen Rechten, auf das bis jetzt nur Du reagiertest, das muss ich halt akzeptieren, daß diese Vertiefung der Kluft zwischen Linken und Rechten vielen nicht so am Herzen liegt wie mir. -
Daß meine Freundin mit mir darüber nicht mehr diskutieren will,
@Verdandi

Es gut mir sehr leid, falls ich mich tatsächlich zu missverständlich ausgedrückt hatte, denn auf keinen Fall wollte ich Dir mangelde Empathie-Fähigkeit unterstellen!!
Ich bin doch froh, daß Du Dich an Debatten hier beteiligst, und habe Dir das immer wieder auch bekundet.
Noch immer kann ich nicht verstehen, daß Du den Eindruck hast, ich sei nie eingegangen auf Deine Argumente, denn das ist doch auch mir sehr wichtig, wirklich zu begreifen, warum der andere ganz anders denkt als ich.
Aber Du hast sicher recht, ich sollte Dich in Ruhe lassen mit diesem Thema, ich "bettle" ja regelrecht um etwas Resonanz auf dieses Thema bezüglich der Neuen Rechten, auf das bis jetzt nur Du reagiertest, das muss ich halt akzeptieren, daß diese Vertiefung der Kluft zwischen Linken und Rechten vielen nicht so am Herzen liegt wie mir. - Natürlich unterstelle ich niemandem, das liege an mangelnder Empathiefähigkeit!
Auch bei meiner Freundin hatte ich nie diesen Verdacht. Aber sie erträgt es nicht, daß ich nun so opponiere zu Rot/Grün, wegen deren Flüchtlingspolitik, sie ist wirklich enttäuscht von mir, da sie es unmoralisch findet, sich selbst zu schützen, und auch mit einer gewissen Härte zu reagieren, falls es nicht anders möglich bist....


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---- Hoffe, ich komme mit meinen Recherchen bezüglich der neuen Probleme, die die Globalisierung und Europäisierung aus meiner Sicht mit sich bringt, bald voran.
(Wegen gesundheitlicher Probleme hat das bis jetzt nicht geklappt.)-

Lese immer wieder mal im Blog der promovierten Philosophin Caroline Sommerfeld, in "sezession" (C.S. ist die Ikone der Identitären Bewegung), sie berichtet auch über Debatten mit ihrem linksliberalen Gatten Lethen, der eine Zeitlang Maoist war.
Auch erinnert sie in diesem Blog an unsere nationalkonservative Schriftstellerin Ricarda Huch, die ich sehr schätze, und die mit vielen Widerständlern gegen Hitler befreundet war, egal ob rechts oder links...
Leider kann ich keinen Link einstellen, aber ich empfehle sehr, sie zu googeln, und auch Ruth Andreas-Friedrich (im polit. Forum im Thread von Gambler über Rosa Luxemburg hatte ich genauere Angaben dazu gemailt, auch zum Buch von Gehrke über Frauen im Widerstand gegen Hitler...)
Ich befürchte weiterhin, daß die Demokratie auch wegen ihrer Ohnmacht bezüglich der effektiven Abwehr der Armutsmigration, und des effektiven Natur - und Klimaschutzes in eine Krise geraten ist..., natürlich auch angesichts der Überbevölkerung in Afrika, die immer wieder verdrängt oder sogar negiert wird, Ohnmacht also, wohin man auch blickt...
Sehnsucht nach Ausstieg aus diesem System, Verschwörungstheorien bezüglich des Sündebocks...
Viele befürchten Überfremdung, wenn zu viele aus fremden Kulturkreisen zu uns kommen wollen, sie bangen um die Identität ihres nationalen Staates, wie die Brexiters, oder viele Sympathisanten der AfD, die zwar nationalkonservativ denken, aber keineswegs zu Rechtsradikalität neigen. Sie haben das Bedürfnis, stolz zu sein auf ihre eigene Nation...
Ihre Bedürfnisse finde ich legitim, auch wenn ich denke, wir könnten doch auch stolz darauf sein, wie wir es geschafft haben mit Versuchen der Wiedergutmachung und des Bereuens, aber ohne die Attentäter gegen Hitler nun als Vaterlandsverräter zu brandmarken... ---

Der offenbar genial begabte Staatsrechtler Carl Schmitt wird nun öfter erwähnt in der FAZ, wegen seiner Aussagen bezüglich der Notwendigkeit eines starken Staates, angesichts vieler Probleme.
Ich lehnte ihn immer sehr ab, aber anscheinend hatte er trotz seines antisemitischen Faschismus, den er nie bereute, trotzdem anregend wirken können, auch der kürzlich verstorbene Staatsrechtler Böckenförde, sehr geschätzt auch von Linksliberalen, konnte Wichtiges von ihm übernehmen.
Wieso denn das?? frage ich mich!...
Will zu Carl Schmitt (nach meiner Meinung ein skrupelloser Machiavellist) gründlich recherchieren...
Hoffe, manche User haben bezüglich der Nationalkonservativen, und auch bezüglich der Staatsphilosophie von Machiavelli mehr Ahnung als ich!
Brauche leider ewig lange, bis ich etwas kapiere über Staatsrecht und Rechtsphilosophie..

@ Migranda

Der Dissens mit Dir hat mich immerhin darin bestärkt, mich noch mehr allgemein für das Thema Fremdenfreundlichkeit und speziell für die Flüchtlingshilfe zu interessieren und im Rahmen meiner Möglichkeiten dafür einzusetzen, ohne das vorher einordnen zu müssen in Bezug auf irgendeine politische Richtung.

Meine persönlichen Gewissensentscheidungen haben für mich absoluten Vorrang – und dann schaue ich evtl. erst, welche der politischen Parteien meiner Haltung am nächsten kommen, z.B. damit ich herausfinden kann, welchem Kandidaten welcher Partei ich bei der nächsten Wahl meine Stimme geben kann – und welchem nicht.

Ein*e Politiker*in muss sicher darauf achten und Strategien dafür entwickeln, möglichst viele legitime Interessen der Bevölkerung unter einen Hut zu bringen, und wenn es dabei Widersprüchen zu begegnen gilt, praktikable Kompromisse zu finden, ohne ihre bzw. seine eigene Kontur dabei zu verlieren. Was bedingt, dass sie bzw. er auch fähig und gewillt sein sollte, jenseits der Grenzen von Menschenwürde und Toleranz – z.B. in Fällen von regressiven Haltungen, die über Fremdenhass zu faschistoiden Bewegungen führen, klare Kante zu zeigen.

Aber ich bin keine Politikerin und darf schon viel früher ansetzen, mich für bestimmte Werte einzusetzen und dafür zu kämpfen. Mich kann niemand dazu bewegen, „Verständnis“ dafür aufzubringen, dass sich Personen von ihren dumpfen Ängsten dazu verleiten lassen, die Ursachen dafür zu externalisieren und draußen Sündenböcke anzuprangern, anstatt das Übel in sich selbst zu suchen und zu bekämpfen.




@Verdandi

Das kann ich natürlich verstehen, daß Dir die persönliche Gewissensentscheidung am wichtigsten ist, aber aus meiner Sicht gilt es eben auch, nun mitzubedenken, wie sich das auswirkt, wenn sehr viele Idealisten sich darauf in unserem beeindruckend vorbildlichen Rechtsstaat (auf den ich einerseits als Deutsche und überzeugte Europäerin wirklich stolz bin) konzentrieren, wenn wir nun zunehmend mit Armutsmigration und ebenso der Migration gebildeter Menschen aus autoritären muslimischen Staaten und verfolgter Oppositioneller aus Autokratien, illliberalen Demokratien und afrikanischer Diktaturen rechnen müssen.

Leider kam ich noch immer nicht weiter mit meinen Recherchen, ein Zitat bezüglich Moral von diesem fürchterlichen Carl Schmitt wollte ich heute mailen, finde es aber in meinem Chaos gerade nicht. Hole ich am Do. nach.

"Die Zeit" ist der Ansicht, Thomas Karlauf, der Autor der neuen Biographie des schon von meiner sehr christlichen Mutter hochverehrten Stauffenberg, neige als Jünger von Stefan George zu sehr dazu, den Widerstand der konservativen Genereräle abzuwerten, wenn er dessen todesmutiges Handeln ausschließlich auf ein Ethos der heroischen Tat an sich reduziere, das mit Idealen der Humanität und Demokratie wenig zu tun hätte.

Morgen deswegen mehr.

Wir können derzeit am Negativbeispiel Großbritannien (oder sagen wir besser mal England, denn Schottland und Nordirland sind da ganz anderer Ansicht) gut verfolgen, wie lächerlich engstirnig sich traditionelles nationales Denken in heutigen Zeiten für alle Nachbarn in der EU darstellt. Proeuropäisch zu sein, bedeutet einen ersten Schritt zu wagen in Richtung der in heutigen Zeiten und in der Zukunft notwendigen nationalüberschreitenden Haltungen und Handlungsweisen hin zur Weltbürgerschaft. Wir brauchen keine Wiedereinführung von Grenzen und Abschottung nach „draußen“, ganz im Gegenteil. Wir sollten uns gegenseitig stärken und helfen.

Was die Problemzonen der Welt betrifft, die Hunger- und Kriegsgebiete, sind wir als Weltgemeinschaft insgesamt dafür verantwortlich, zu effizienten Lösungen beizutragen. Wir können uns nicht einfach in „unser“ Land zurückziehen, die Schotten wieder dicht machen und hoffen, dass die „Sintflut“ draußen uns verschonen wird. Das ewig gestrige nationale Denken wird jeden globalen Fortschritt verhindern – das macht mir Sorge.



@Verdandi
Du schreibst u.a.:
Proeuropäisch zu sein, bedeutet einen ersten Schritt zu wagen in Richtung der in heutigen Zeiten und in der Zukunft notwendigen nationalüberschreitenden Haltungen und Handlungsweisen hin zur Weltbürgerschaft. Wir brauchen keine Wiedereinführung von Grenzen und Abschottung nach „draußen“, ganz im Gegenteil. Wir sollten uns gegenseitig stärken und helfen.

ja :!:
@Verdandi

So gerne würde ich jetzt antworten, denn heute wollte ich ja hier weiterschreiben, aber ich schaute zuerst in meinen Thread im Gesundheitsforum, und hab dort eine ellenlange Mail geschrieben, deswegen kann ich leider erst nächste Woche Dir antworten.-

Mein Bruder, ein eher bäuerlicher Typ, mit viel Gemüt, würde bestimmt, wenn er heute noch lebte (er starb wegen seines Alkoholismus mit 45) die AfD wählen, er hatte schon früh Interesse an den Schlachten im 1. und 2. Weltkrieg, wer weiß, er hätte sich vielleicht von einem wie Höcke verführen lassen...
Ich denke wohl auch deswegen, daß wir Rücksicht nehmen sollten auf Männer, die das Nationale lieben, und die vielleicht wütend werden, wenn z.Bsp. wie in Berlin Straßennamen geändert werden, die an Generäle erinnern, worüber ich neulich kurz las.
Auch für die Homoehe hätte er wenig Verständnis, und für die Gender-Forschung...
Carl Schmitt schrieb, Moral sei tödlich, leider fand ich das Zitat nicht.
AfDler schwärmen vom Thymos, auch manche Rechtsintellektuellen, die sich den Identitären nahe fühlen...
@Migranda, Deine Beiträge empfinde ich als so wertvoll, als wenn in Ägypten ein Mehlsack umfällt. Lass Dich nicht beirren, schreib nur weiter. Wie es bei mir ankommt, das weißt Du jetzt.
Felix
Verdandi hat geschrieben: Was die Problemzonen der Welt betrifft, die Hunger- und Kriegsgebiete, sind wir als Weltgemeinschaft insgesamt dafür verantwortlich, zu effizienten Lösungen beizutragen. Wir können uns nicht einfach in „unser“ Land zurückziehen, die Schotten wieder dicht machen und hoffen, dass die „Sintflut“ draußen uns verschonen wird. Das ewig gestrige nationale Denken wird jeden globalen Fortschritt verhindern – das macht mir Sorge.


Ich hingegen empfinde dieses Denken als sozialen Größenwahn und auch die Formulierung, dass wir als Weltgemeinschaft verantwortlich seien ist für mich sozialistischer Wahnsinn.
Denn wenn das so sein sollte dann müßten diese ""WIR'S"" darauf bestehen sofortige Geburtenkontrollen in den Hunger- und Kriegsgebieten einzuführen. Es war noch nie das nationale Denken das das Elend heraufbeschworen hat sondern das sozialistische Modell bestimmen zu wollen was andere zu tun und dafür auch abzugeben haben.
Die Grünen als hypereifrige Verbotspartei machen es uns gerade wieder vor, wie man florierende Volkswirtschaften mit links-sozialem Denken ruiniert. Theoretisch klingt immer als Gut doch die Praxis endet immer in der Katastrophe Nachwachsende Rohstoffe hat nur zu Maiswüsten und Insektensterben geführt
Wir könnten uns auch dafür entscheiden,
von unserem Reichtum, unserem Knowhow, unseren industriellen Errungenschaften und unserer Technologie etwas abzugeben.

Den Kontinent nicht wie bisher mit unseren westlichen Idealen und Werten zu überfluten und ihm unsere Regeln aufzuzwingen,
sondern afrikanische Werte zu achten und seinen Völkern Respekt und Anerkennung zu zollen.
Nur so ist es möglich, dass die Menschen sich von den dortigen machtgierigen, korrupten Regierungen lösen,
und sich auf Bildung und Arbeit konzentrieren können.

Der Westen sollte sein altes Afrikabild ablegen.
Dieser Kontinent ist der Kontinent der Zukunft, gleichwohl er die Mutter der Menschheit ist.
41acul hat geschrieben: @Migranda, Deine Beiträge empfinde ich als so wertvoll, als wenn in Ägypten ein Mehlsack umfällt. Lass Dich nicht beirren, schreib nur weiter. Wie es bei mir ankommt, das weißt Du jetzt.
Felix



War das jetzt nötig, Habe Deine Beiträge immer gerne gelesen und mit Migranda bin ich auch nicht auf einer Linie
Das wissen wir, aber ich glaube nicht dass sich einer von uns zu so einer Replik hinreißen lassen würde.
Obligatorisch Viele Grüße aus Hamburg
cron