Staatsoper Wien -
im Herbst - Salome

Die Lichter gehen langsam aus,-
der Opernsaal ist in Dunkel gehüllt.
Leise beginnen die ersten Töne der Oper Salome...
Die Zuschauer lauschen gespannt der Musik,
die sich langsam steigert.
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Liane, eine hübsche Frau von 46 Jahren,
gibt sich der sinnlichen Musik hin.
Sie nimmt die Töne mit ihrer ganzen Seele wahr.

Liane trägt ein hellblaues, einseitig schulterfreies Seidenkleid,
das gut zu der schwülen Atmosphäre der Oper passt.
Ihre dunklen Locken fallen weich auf ihre Schultern.
Durch den dünnen Seidenstoff kann ihr schöner Körper erahnt werden.....

Rechts neben Ihr in der Loge hat ein Mann Platz genommen.
In der vorderen Reihe sitzten seine Begleiterin und ein weiterer Mann.
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Salome ist ein junges Mädchen, das sich langsam ihrer Weiblichkeit und erotischen Macht bewußt wird.
Ohn-macht will die verwöhnte Tochter von König Herodes, der sie bewundert, und seiner Gattin Herodias nicht ertragen.
Der Prophet Jochanaan widersteht ihren Lockungen und ihrem Wunsch
nach einem Kuß,-sogar nach ihrem erotischen Tanz mit den 7 Schleiern.
Daraufhin fordert Salome von Herodes das Haupt des Jochanaan.
Sie war nur bereit für Herodes zu tanzen, wenn er ihr einen Wunsch erfülle. -
Voll Ekel kommt Herodes seinen Schwur nach und läßt den Propheten köpfen.-
Salome bricht in extatischen Gesang aus und küßt das tote Haupt.....
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Die Töne vibrieren sinnlich,- unheilschwanger.

Wie zufällig berührt der Mann neben Liane ihren Arm.
Erst glaubt sie an ein Versehen,- doch sein langer Blick in ihre Richtung
läßt sie erkennen, daß sein Verhalten Absicht war.
Er genießt das kleine Spiel, ihr wieder zart über den Arm zu streichen.....
Im Dunkel kann sie den Fremden kaum erkennen.....
Sie läßt es zu, errötet aber wegen der eigenartigen, unerwarteten Zuwendung, - der Situation, die nur sie beide kennen.
Zwischen den zwei Menschen entsteht eine reizvolle, unsichtbare Verbindung...
Die Musik stimuliert beide zu erotischen Sehnsüchten...
Der Schleiertanz erweckt Träume....
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Mit den Worten: Man töte dieses Weib! - die Herodes voll Abscheu vor
seiner Tochter - ruft-, endet die Oper.
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Als es hell wird und das Publikum den Saal verläßt, gibt der Mann seiner Begleiterin den Vortritt zum Ausgang der Loge.-
Er wendet sich Liane zu, blickt ihr sekundenlang in die Augen, und steckt ihr unauffällig seine Visitkarte zu.
Als sie die Karte betrachtet, erkennt sie, daß der attraktive Mann Tourist aus Deutschland ist.
Sie denkt sich: Schade, Berlin ist weit entfernt.....

In der Nacht geht ihr das kleine Erlebnis mit dem Fremden nicht aus dem Sinn, -immerhin lebt sie schon seit 3 Monaten alleine....
Die Sehnsucht, nach einem 'Wissenden', seiner Zärtlichkeit, ist groß.....

Ihre Gedanken kreisen: Ob der interessante Mann wohl frei ist?
War die Dame in der Reihe vor ihm seine Freundin oder Schwester?
Wird sie ihn je wiedersehn?

Die nächsten Stunden schläft sie unruhig und traumlos.....
Sehr hüsch! Eine Jugenderinnerung?
Wieder einer, dessen Fantasie nicht dafür ausreicht, daß man dazu nicht jung sein muß - über den Arm streichen wirst doch sogar du noch schaffen :lol:
Ich frage mich, was daran "sehr hübsch" sein soll, wenn ein Mann in Damenbegleitung mir einfach über den Arm streicht.

Ja wer bin ich denn, wenn ich mir so etwas gefallen lasse ?!

Ich würde ihn auch streicheln :twisted: aber dermaßen, dass er es kein zweites mal wagen würde, mich zu betatschen!!!
Ja, wenn ich weiterdenke,

dann streicht er vielleicht auch einer anderen Frau irgendwo drüber, wenn er mit mir unterwegs ist...

ne danke, sowas braucht keine Frau

Einmal untreu, immer untreu :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
Genau Melissa, so einem windigen Möchtegern würde ich zeigen, wo Bartl den Most holt.
Ich frage mich, was die TE dazu sagen würde, hätte ihr Mann, in ihrer Begleitung eine Andere gestreichelt. (betatscht!!!) Wäre ihr dann auch noch so sinnlich zumute?
Vermutlich würde sie dann eher wie Salome denken,
und seinen Kopf fordern :mrgreen:
Das denke ich auch. :lol: :lol:
leonetta hat geschrieben:
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In der Nacht geht ihr das kleine Erlebnis mit dem Fremden nicht aus dem Sinn, -immerhin lebt sie schon seit 3 Monaten alleine....
Die Sehnsucht, nach einem 'Wissenden', seiner Zärtlichkeit, ist groß.....

Ihre Gedanken kreisen: Ob der interessante Mann wohl frei ist?
War die Dame in der Reihe vor ihm seine Freundin oder Schwester?
Wird sie ihn je wiedersehn?

Die nächsten Stunden schläft sie unruhig und traumlos.....


Dieser Typ ist ein klassischer "Abstauber", die haben einen Riecher für Frauen, die Sehnsucht haben!
Dass ihr dieser Mann nicht aus dem Kopf geht wundert mich schon sehr, besser wäre es gewesen, sie hätte ihm gleich auf die Finger geklopft, wenn er die Dunkelheit in der Oper nutzt um sie zu berühren!
Die Schwingungen des Lebens sind so fein und vielfältig und ich bin der Meinung hier zu werten ist nicht die feine Klinge. - Wer etwas erlebt und gefühlt hat, der kann werten, aber jeder andere sollte sammeln.................. ;-)
:lol: :lol: :lol: :lol:
Manche lachen auch bei einem Begräbnis........;-)
Dazu gehöre ich :wink:
Die Geschichte von Leonetta ist so fein erzählt, so hübsch gesponnen.
Es ist für mich nur schwer erträglich, wenn sie so herabgewürdigt wird.
Würdet Ihr auch solchermaßen mit Novellen von Stefan Zweig verfahren, in denen es um ähnliche Themen geht?
Ich glaube, Stefan Zweig wollte ich zum Vergleich nicht heranziehen. :roll:
Das kannst du nicht ernst meinen@ Jeaniesweet