@barbera,
auch Deine Geschichte "zündet", wie es Lavea_Najala so treffsicher beschreibt.
Der Mann sollte sagen: "Ich will Dich."
Und dann wäre manchmal bei 50+ bei der ersten Nähe das zusammen Liegen und die zarte Berührung genug. Mehr ist oft "Verletzung" des "Ichs".
Das hat mir Deine Geschichte so vermittelt. "Das" hat uns das Leben schon so oft geschenkt, da könnte man auch einmal achtsam sein. Da gibt es viel zu entdecken.
Felix
@Saphira,
diesmal kann ich Dich leider nicht loben. Die pauschale Beschimpfung der Männerwelt als einfallslos ist Deiner nicht würdig. Der Thread nähert sich einer stattlichen Zahl von Zugriffen, Geschlechterkampf hat es nicht gegeben. Schon erstaunlich, es wäre schön, es bliebe so.

Wenn Du so einfallsreich bist, dann gibt es hier noch eine gestellte Aufgabe für eine Geschichte mit dem Thema: "Der Mann, der sein Nacktbild verschenkte." Hau rein in die Tasten.

Felix

@Felix (» 04.01.2019, 16:09h),

vielen Dank. Dialoge sind wie Verse: Mit ihnen lassen sich Geschichten verdichten, denn an ihnen muss man genauso feilen, wie an Gedichten. Und man kann trotz aller Arbeit daran gut an ihnen üben, sich im Resultat kurz zu fassen.


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@Melissa (» 04.01.2019, 16:20h),

es geht um Stereotype – und damit meine ich nicht die Koseworte.
Ich glaube übrigens nicht, dass er das Zimmer IMMER im Voraus bezahlt hat. Zumindest nicht in dieser Geschichte.


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@Lavea_Najala (» 04.01.2019, 21:03h),

vielen Dank. Ja so ist es: Wenn eine Geschichte sehr kurz ist, praktisch nur aus einer Szene besteht, muss sich der Leser alles selbst zusammenreimen. Aber es gibt jede Menge indirekter Hinweise, die auf den Pfad führen, den sich der Verfasser vorgestellt hat beim Schreiben. Aber der ist wiederum nicht zwingend einzuschlagen durch den Rezipienten. Er darf selbst entscheiden, ob er sich angesprochen fühlen kann oder will und was genau er daraus für sich ziehen möchte. Ganz so, wie es auch mit Musik oder Kunstwerken möglich ist.

Und das Bild – stimmt, es scheint nicht zum Hotelzimmer zu passen. Aber das sollte es auch nicht unbedingt. Zumindest hatte ich etwas anderes mit ihm beabsichtigt. Zeigt es nicht eher das mehr oder weniger bewusste Innenleben der Frau hinter ihren klischeehaften Worten und womöglich Gedanken? Ich bin glücklich, dieses Bild gefunden zu haben, es ist ein ganz eigenständiges Kunstwerk, das viele weitere Möglichkeiten der Interpretation bietet. Am Ende hat es dann doch auch etwas mit dem Hotelzimmer zu tun, dachte ich, als ich diese Worte von Dir las:


>>Was ich sagen will: vor allem in der Raumgestaltung scheint sich symbolisch wiederzufinden, was der von Dir geschriebene Dialog in mir als "Geschichte" zündete. Ähnlich einem Traum. Entsprechend kann ich mir jetzt auch meine Gedanken dazu machen. <<

Das Bild zeigt den Traum einer Frau, die sich im wirklichen Leben nicht aus den Fesseln des Gewöhnlichen zu befreien vermag, so dass dieses wiederum den Traum mürbe macht und zu zerstören droht. Gewagt? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.


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@Saphira (» 04.01.2019, 21:25h),

vielen Dank. Ich meine ja sogar, dass die Chance eines wirklichen Kennenlernens gar nicht erst wahrgenommen wurde von diesem Paar. Sie stecken beide in ihren Rollen fest. Er, der scheinbar gelassene Mann, dem am Ende alles auf den Keks geht, so dass er sich lautlos verdünnisiert. Sie, weil sie das Klischee der ewig Nörgelnden inzwischen so gut ausfüllt, wie vermutlich schon seine Ehefrau. – Aber beide, er und sie, haben gleichermaßen zu dieser Situation beigetragen.

Was allerdings den Kosenamen „Mein Schatz“ betrifft, bin ich ganz anderer Ansicht, als Du. Ich mag den sehr. Kommt ja nur darauf an, ihn mit Leben zu füllen. Man sagt ja auch „Ich liebe Dich“ und möchte es vom Liebsten hören, obwohl wahrscheinlich alle es irgendwann einmal sagen.



Hallo Felix,

ich muss mir deine Kritik über meine pauschalisierte Bezeichnung „Männer“ wohl zu Recht anhören. Es stimmt und es ist auch gar nicht meine Meinung, dass alle Männer so sind. Ich ändere es hiermit in „der Mann in dieser Geschichte…“ von Verdandi.
Und ich glaube nicht, dass mein kleiner Fauxpas dazu beiträgt, hier die Grundfesten zu erschüttern ;)


Hallo Verdandi,

meine Gedanken beim Lesen deiner Geschichte, die ich mal typisch für mich in einer Kurzzusammenfassung geschildert habe, sind natürlich auch vielschichtiger, aber manchmal mag ich nicht viele Worte verlieren, sondern versuche für mich Dinge auf den Punkt zu bringen. Keine guten Voraussetzungen, literarisch wertvoll Gedanken zu Papier zu bringen.

Schau, nach meiner Betrachtung haben die beiden sich getroffen, um gemeinsam genussvolle Zeit zu verbringen. Und was geschieht? Er liest und sie schaut gedankenverloren dem Wettergeschehen zu. Wo ist da die Lust des gemeinsamen Geniessens geblieben? Die Lust am Miteinander? Verloren gegangen? Wann?

Und ich mag das Kosewort „mein Schatz“ auch hören. Oder Eigenkreationen, so wie ich es geschrieben habe, die mir einfallen. Wenn man mir das zum ersten Mal sagt, mir dabei in die Augen schaut, mich im Arm hat… wunderbar. Wichtig ist das Liebevolle daran, mir jedenfalls.



Und da fällt mir grade beim Schreiben über liebevolle Gedanken tatsächlich etwas zum Thema von Felix ein:



Schlaftrunken höre ich neben mir leise Geräusche… seltsam, ich werde immer eher von diesen leisen Geräuschen wach, leise und ungewohnt.

Ich seh aus den Augenwinkeln, wie du noch feucht vom Duschen mit dem Handtuch um die Lenden deine Jeans nebst Hemd aufs Bett legst… ich geniesse es, dich dabei zu beobachten und dann bemerkst du es. Dieser einzige Blick genügt…

Viele Stunden später packe ich mein Reiseköfferchen aus und da flattert etwas zu Boden… Erst lese ich die Widmung und dann sehe ich dich, so wie ich dich heute Morgen noch sah…

Leise stellen sich wieder die kleinen Härchen auf meinen Armen auf, lustvolle Gänsehaut breitet sich aus…
Hallo saphira,
ich bin ja so überrascht, diese elegante Lösung der Aufgabe, Fast fehlen mir die Worte vor Begeisterung. Ich bin auch dafür, Du bist etwas Besonderes.
Danke
Felix
Ich hab lieber positive Fantasien:

Bei mir spielt die Geschichte in einem hübschen Hotelzimmer...

Sie sind gerade erst angekommen. Während sie sich frischmacht, sitzt er
in einem gemütlichen Sessel und liest ein Buch.
Auf einmal spürt er ihren Atem auf seinem Nacken und wie zärtliche Finger ihn berühren.
Dann, eine Weile später, - als er über den oberen Rand der Seite schaut, - sieht er in die Augen der Frau....
Sie lächelt ihn an und er erkennt das bekannte Funkeln, - daß sie Lust nach ihm hat.

Nun bekommt auch er Gefühle....
Er legt das Buch zur Seite und küßt sie zärtlich.
Sie schmiegt sich an ihn,-
er spürt, wie ein Zittern ihren Körper beben läßt....
Mit liebevollen Berührungen weiß er immer wieder ihre Leidenschaft zu entfachen ....
Beide genießen das Liebesspiel....
Das sind Glücksmomente, in welchen sie hautnah das Leben spüren........

Eng aneinandliegend schlafen sie ein und wünschen wie Romeo und Julia, daß die Nacht nie enden möge....
Oh leonetta, Deine Vorgabe war so hot und knisternd, dass ich direkt an Wasser denken musste. Und das Wasser löste die eingetrockente Spitze meines Füllfederhalters. Jetzt muss ich noch schnell vor dem Schlafengehen schreiben. Wegen der späten Stunde ohne Feinschliff des Geschriebenen.

„Wir hätten nicht hierher kommen sollen. Selbst das Wetter wäre zu Hause besser gewesen.“

„Sei nicht komisch. Wer hätte das vorher ahnen können?“

Sie hatte aus dem Fenster gestarrt und drehte sich zu ihm um.

„Das ist wohl typisch für dich? Ich hätte es wissen müssen: du liest wo du gehst und stehst!“


Er blickte von seinem Buch auf und zwinkerte ihr zu.

"Vorzugsweise lese ich im Sitzen. In Deiner Gesellschaft liest es sich übrigens ganz besonders angenehm."

Sie seufzte: "Leider habe ich meine Lektüre zuhause liegen lassen."

"..."

"Hättest Du vielleicht Lust, mir aus Deinem Buch vorzulesen? Gerne ab der Stelle, wo Du gerade bist."

"Ja ... wenn Du meinst? Stört es Dich nicht, wenn Du gar nicht weißt, worum es geht?"

"Alles gut so, es würde mir gefallen. Ich lasse schon mal das Wasser ein. Die Badewanne hier ist fantastisch groß. Es wäre eh ein Jammer gewesen, diese nicht zu nutzen. Du badest gerne?"

Er schaute kurz verblüfft, nickte, sah sie im Bad verschwinden und las weiter.

Bald darauf ließ ihn ein Geräusch aufblicken. Sie schaute nur mit dem Kopf durch die halboffene Tür. Ihre Haare hatte sie hochgesteckt und eine vorwitzig wippende Locke schien zu sagen: Na los, trau Dich!

"Komm! Das Wasser hat jetzt genau die richtige Temperatur."

Er legte seine Kleidung ab, betrat das angenehm warme Bad, fühlte mit einer Zehenspitze vor, tauchte den Fuß schließlich durch den Schaum hindurch, fasste Grund und ließ sich ihr gegenüber in das Badewasser sinken. Die Beine der beiden sortierten sich von ganz allein.

Sie blickte ihn verschmitzt an: "Ich sitze übrigens auf der Seite mit dem Stöpsel, damit Du ungestört vorlesen kannst."

"Na dann ..." lachte er, und begann langsam vorzulesen.

Sie schloß die Augen, genoss den warmen Klang seiner Stimme, das leicht bewegte Wasser ...

Ende
( ...denn mein Wlan geht gleich aus)
An die bewunderten und erfahrenen Frauen: Leonetta, Lavea_Najala und saphira.

Sie blickte ihn verschmitzt an: "Ich sitze übrigens auf der Seite mit dem Stöpsel, damit Du ungestört vorlesen kannst."

Leise stellen sich wieder die kleinen Härchen auf ihren Armen auf, lustvolle Gänsehaut breitet sich aus…

Doch lange muss sie dort nicht sitzen, das Buch kann gerade noch gerettet werden. Zauberei oder Raffinesse, die Seite mit einem Stöpsel vertauscht sich.

Denn auf einmal spürt er ihren Atem auf seinem Nacken und wie zärtliche Finger ihn berühren.


Felix
Felix: Deine 'Zusammenfassung'
gefällt mir!:-)

Liebe Lavea_Najala, deine Geschichte mit dem liebevollen Paar Ist inspirierend!
So eine Situation - werde-möchte- ich heuer erleben!
Es muß kein Hotel sein, -wir haben beide Platz in meiner Badewanne! :-)
Kerzenlicht und Sekt dazu,-
2 sinnliche Menschen.....
was will man mehr?
"... das Buch kann gerade noch gerettet werden ..."

Lieber Felix, da sagst Du was! Genau daran wäre gestern beim Schreiben fast meine Story gescheitert. :? Denn ob das Buch im Wasser landet oder nicht, damit steht und fällt ja alles - zumindest die Stimmung in der Geschichte?
Allerdings könnte ich das Buch auch einfach mal ins Wasser fallen lassen und von dort die Geschichte fortschreiben. Es mag eine andere werden, als die einst vorgestellte, aber sie muss gar nicht schlechter sein.

Liebe Leonetta, Deine Zeilen perlen so sinnlich in meinen Ohren wie exquisiter Sekt in feinstem Glas. Deine eigene Wanne bietet insofern ja auch den Heimvorteil, dass man die Tücken des Stöpsels viel besser einzuschätzen weiß. :wink:

Ja, und so allgemein weitergesponnen .., ich hatte einen altmodischen Stöpsel mit Kette vor Augen, der tatsächlich, und im wahrsten Wortsinne zum Verhängnis werden konnte. Womöglich hatte da mal jemand entsprechend unangenehme Erfahrungen gemacht, weshalb die Verschlüsse heute einen fast nahtlosen Übergang zur Wanne bieten? Der Nachteil ist, dass man diese Vorrichtung zum Verschließen dann unter Umständen im Rücken hat. Die Entwickler hatten vermutlich die bibliophilen Freunde des Paarschaumbadens nicht im Hinterkopf.

Was ich sonst noch schreiben könnte - allgemein zu dieser Badewannenszene - behalte ich besser für mich. Ich kann schrecklich unromantisch sein. :o
Ich auch!
Und während das Pärchen sich voller Entzücken mit Schaumbällchen bewarf
und genussvoll andere Spiele veranstaltete, wurde die Wohnungstür aufgeschlosen.
Es war der Klassiker : Die Eheliebste war aus irgendwelchen Gründen einen Tag früher von dem Besuch bei ihrer Muttet zurückgekehrt.
"Schatzi! Wo bist du?"
"Im Badezimmer!"
Die Badezimmertür war zum Glück verschlossen.
Ach, wie hatte sich die Welt im Badezimmer doch verdunkelt.
Was tun?
Sein Blick ging zum Badezimmerfenster.
Das Bad lag ebenerdig.
"Ich soll doch nicht etwa...?"
"Doch ! -
Liebling ich öffne dir gleich!
Muss nur noch eine Spinne zum Fenster rausjagen.
Ich weiß ja, du magst solches Getier nicht"
Es bleibt für mich die schönste Liebeserklärung 2019:

Sie blickte ihn verschmitzt an: "Ich sitze übrigens auf der Seite mit dem Stöpsel, damit Du ungestört vorlesen kannst."

"Verschmitzt" und "ungestört", das macht die Stöpselseite erträglich: einfach so wunderbar hingebungsvoll in Liebe geschwindelt. Und dieser Wortwitz! Spätestens jetzt weiß Mann, man mag mich sehr.

Felix
Bei meiner Wanne ist der Abfluß -
in weiser Voraussicht ausgewählt,
- in der Mitte! :-)
....aber wegen meiner 2 Kinder-
um einem Streit aus den Weg zu gehen..
ja zapperlot, was ist denn hier passiert?

wo ist a) Luna's Gedicht geblieben und noch wichtiger, wo ist b) Luna15 verblieben????



@felix...
du solltest mich schon so einschätzen, dass ich nicht hier im Forum bin, um Bewunderung einzustreichen, etwas Besonderes sind wir hier sowieso alle.

Ich mochte die Art und Weise nicht so gerne, wie du mir dieses Thema sozusagen vor die Finger geworfen hast, das allein war die Herausforderung... ;)

Und ich mag diese Leichtigkeit, mit der @Lavea_Najala diese Gespräche beschreibt. Sehr köstlich und ansprechend diese Verbindung aus Humor, gegenseitigem Wahrnehmen und Lust ...
und als weiterhin stille Mitleserin bin ich gespannt auf weitere Gespräche dieser Art.