Ich weiß, dass man Jahre braucht, um so einen Text zu schreiben!
Ein Workshop wäre nur ein Beginn und eine interessante Weichenstellung, Schreiben zu lernen.....
Das Überraschende ist eigentlich, dass meist bei erzählender Prosa die erfrischende Lebendigkeit der Dialoge vernachlässigt wird. Das vorliegende Beispiel, "Sex in der Sauna", zeigt die geradezu überschäumende Kreativität der
Möglichkeiten. Eine Anregung für einen besonderen "Spielplatz".
Doch täuschen wir uns nicht, Dialoggestaltung braucht handwerkliches können. Es ist nicht einfach so, dass man schreibt, wie man das bei üblicher Unterhaltung kennt. Geschrieben ist ganz anders als normal gesprochen. Denn der Dialog soll ja die Geschichte weiter voran tragen, ein Brückenstein der Erzählung sein.

Felix
Musik komponieren muß man lernen.
Es müssrn Regelnnder Harmonie eingehalten werden.
Kann man Dialoge schreiben damit vergleichen?
Nur in soweit, dass man fleißig üben sollte. Die "Bausteine" Worte und Töne sind von unterschiedlichen Arbeitsplätzen im Gehirn.
Aber im Bewusstsein, bei der Kreativität, da geben sie sich die Hand.
Felix
Das Schreiben ( Sex in der Sauna ) von sonforfun ist super geschrieben.

Dir Felix geb ich Recht : das ist Kunst.

leonetta Du schreibst: „ wie ein guter Film läuft die Geschichte vor meinen Augen ab“. Ja das geht mir auch so. Es ist so gut geschrieben, dass ich mir das gelesene bildlich sehr gut vorstellen kann
@Hoerdinoed,
ja, genau. Angedeutet wird hier die unglaubliche Kreativität des erzählenden Schreibens. Um es gut zu machen, genügt einfaches Losschreiben nicht. Es ist wie beim Malen, Handwerk muss gelernt werden.

Gruß
Felix
Vier Personen diskutierten über eine Geschichte die sie gelesen hatten. Eine Frau fand die Geschichte sei vom Aufbau, Schreibstil und Inhalt super und kreativ ihr gefalle das Geschriebene unheimlich gut. Zwei Frauen fanden für die Geschichte nur die Worte : ein hingeworfener Haufen Wörter , chaotisch und schlecht geschrieben, schade um die Zeit die aufgewendet wurde dies zu lesen. Die Vierte im Kreis wiederum fand es sei ein künstlerisches Chaosschreibwerk bei dem es sich lohnt genauer hinzuschauen. Ihr habe die Geschichte zuerst auch nicht gefallen dann habe sie dies nochmals gelesen und dabei entdeckt, dass die angeblichen hingeworfenen Wörter durchaus so dastehen müssen ,die Verfasserin und was sie mit der Geschichte mitteilen wolle habe sie dann aber erst nach mehrmaligem lesen verstanden. Sie fand das Problem sei dass das Urteil über das gelesene normalerweise schon beim ersten durchlesen entsteht und gefällt es nicht liest man es kaum ein zweites Mal. Resultat der Diskussion : die zwei die so hart urteilten lasen die Geschichte nochmals . Eine entdeckte dann die Geschichte und fand Gefallen daran. Die Andere blieb bei ihrer Meinung, dass es schade um die Zeit war die sie zum lesen aufgewendet habe.
Was ist eine gute Geschichte und was eine schlechte ? Es ist wie bei einem Bild : ein Bild ist für die Einen ein Kunstwerk das sich immer wieder lohnt anzuschauen, ja das man gerne in der Stube aufhängen würde um es immer wieder betrachten zu können - für die Anderen ein Geschmier das keinen Sinn macht und nur die Wand an dem es hängt verschandet. Wer hat recht ?
Hallo Hoerdinoed,
da sprichst Du einen sehr wichtigen Kern in der Kunst an: die Kommunikation zwischen (Leser, Betrachter eines Bildes usw.) und dem Kunstwerk selbst und damit indirekt dem Künstler.
In Deinem Beispiel war das "Handwerk" künstlerisch anscheinend soweit "gebrochen", dass die Aussage der Autorin von zwei Leserinnen nicht mehr verstanden wurde. Es fand damit keine Kommunikation mehr statt und die künstlerische Absicht der Autoren lief ins Leere. Aber jetzt wird es sofort kompliziert. Sehr oft wird "Künstlerisches" so kompliziert "verpackt" - Zufallsprinzip -, dass gar keine Aussage drin steckt, dass ein Chaos als Kunst untergeschoben wird. Dann enthält sie natürlich keine Aussage mehr. Und Du als kluge Frau merkst sofort, dass das ein sehr schmaler Grad ist. Auch sehen, lesen manche etwas, was andere nicht sehen, oder sie vermuten nur.
Und jetzt kommt es: Wir wissen heute immer noch nicht, was eigentlich Kunst ist. Ganz sicher besteht ein sehr starkes Bedürfnis danach und auch bei Unterdrückung bricht das Verlangen durch. Das trifft für mich und viele andere zu, eine Aussage sollte im Kunstwerk drin stecken. Und wenn es nur einer verstanden hat, dann ist es Kunst. Mich hat es dann eben nicht angesprochen.
Deshalb sind Verhüllungen (Reichstag) von Christo keine Kunst, denn die Aussage ist null. Es ist nur eine ungewöhnliche Sichtweise. Und das anschließende verkaufen der einzelnen (Kunst)-Schnipsel ist reine Geldmacherei.
Grüße
Felix
Doch Garuda, wir wisschen ganz genau was Kunst ist - nämlich es allen recht zu machen...
Liebe Shekinah,
da habe ich noch einmal Glück gehabt. Denn diese Kunst ist ja auch so schwer zu erfüllen:-)
Gruß
Felix
Ich finde, etwas als ‚Kunst‘ zu bewerten wird meist ein subjektiver Vorgang bleiben.
Und wann ist es objektiv Kunst?
Ein Gemälde oder Schreiben kann handwerklich gut ausgeführt sein,-
aber ist es deshalb Kunst?
Und was ist, wenn einer sich nur einen Spass macht,
rote Farbe auf ein Papier schüttet? -
Oder mit Worten provozieren will?

Wenn das Werk - Text oder Bild- mich anspricht,
mir guttut,- bin ich zufrieden...

Ich glaub auch, ‚Was ist Kunst‘ ist ein ewiges, endloses Thema!
41acul hat geschrieben: (Teilzitat)
Deshalb sind Verhüllungen (Reichstag) von Christo keine Kunst, denn die Aussage ist null. Es ist nur eine ungewöhnliche Sichtweise. Und das anschließende verkaufen der einzelnen (Kunst)-Schnipsel ist reine Geldmacherei.

Die Wortwahl dieser Aussage suggeriert eine Allgemeingültigkeit, der ich mich keinesfalls anschliessen möchte ... und nur weil @acul und wahrscheinlich viele andere keine Aussage dahinter sehen können oder wollen und es ihnen nicht gefällt, heisst es noch lange nicht, dass es keine Kunst ist.

So ist es für mich auch mit Texten ... nur weil ich diese nicht verstehe ist es doch vermessen einfach zu behaupten, dass sie nicht gut sind ... ich empfinde sie einfach nicht als gut. Für mich schon ein kleiner aber sehr wichtiger Unterschied.
Christo und seine Frau waren Künstler, da gibt es für mich gar keine Frage.

Vielleicht ist es zu einfach, aber könnte man nicht sagen, dass jeder Mensch die Entscheidung, was Kunst oder nicht Kunst ist, selber fällt.

Bei mir ist manches hart an der Grenze zum Kitsch, inzwischen bin ich aber so weit, dass ich mir gestatte, die Kunst vorzuziehen.
Nur, wenn Literatur kitschig wird, lege ich das Buch weg.
Wissend, dass nur ich es so empfinde und das würde ich auch nur sagen, wenn ich gefragt werden würde.
@ashoggi,
das ist der perfekte Vorschlag. Er behandelt das Phänomen Kunst am besten.

"Vielleicht ist es zu einfach, aber könnte man nicht sagen, dass jeder Mensch die Entscheidung, was Kunst oder nicht Kunst ist, selber fällt."

So kann jeder selber sagen, ob er sich angesprochen fühlt. Der Verhüllung des Reichstages war nur eine Provokation. Auch in der Kunst muss man sich nicht alles bieten lassen. Doch diese Entscheidung ist sehr schwer.
Van Gogh: Vor 100 Jahren hat er kein einziges Bild verkauft - sein Bruder nahm ihm eines aus Gefälligkeit ab. Dann wurden seine Sonnenblumen das teuerste Bild der Welt, 80 Millionen Dollar. Ist jetzt schon weit übertroffen, das letzte Kunstwerk brachte auf einer Auktion 500 Millionen Dollar.
Und sein Kumpel, Paul Gauguin, brachte es neulich mit einem Bild von ihm auf 300 Millionen Dollar. Da würde ich doch sagen,, die zwei "verkannten" Habenichtse haben es weit gebracht. Damals konnte sie keiner verstehen.

Felix
Narrativer Dialog: erzählender Dialog.
Berichtet über ein Ereignis. Man kann es auch so sagen: Geschichten erzählen.
Er richtet sich an:
das Gegenüber
das Publikum direkt
Das Gleiche gilt auch für eine Person, die sich nach innen wendet, um ein Gespräch mit sich selbst zu führen. Sie erinnert sich an schöne Zeiten, denkt sich Ziele aus, schwelgt in Wünschen und stellt sich deren Erfüllung vor.

Dramatischer Dialog:
Dramatisch meint hier szenisch gestaltet. Ein dramatische Dialog spielt die Äußerungen zwischen Figuren hin und her, die einen Konflikt austragen. Jede Äußerung beinhaltet eine Aktion mit einer bestimmten Absicht und ruft in der Szene irgendwo eine Reaktion hervor.

Hier geht es um Status, Lügen, Überredung, Beleidigung, Niedermachen. Verführung usw.

Das geht auch bei einer Figur. Ein innerer Dialog wird zur dynamisch-dramatischen Szene zwischen zwei zerstrittenen Ichs. Grübeln.

Felix