Ich sehe es so, daß man/frau bewußt sterben lernen nicht lernen kann.
Das Sterben ist für jeden etwas unbekanntes, selbst für Menschen, die andere Menschen beim Sterben begleitet haben oder bei deren Sterben anwesend waren.

Sterben kann man nicht lernen wie man rechnen, lesen, schreiben lernen kann.

Aber ich kann mich im Leben in einer gewissen Weise darauf vorbereiten, vielleicht durch ein bewußtes Leben, achtsames Leben, Ehrfurcht vor dem Leben, Auseinandersetzen mit Leben und Sterben, für sich die Frage klären .........was kommt danach und auch Ruhe darüber zu haben. Ja, auch loslassen können, Dinge, andere Menschen und auch sich selber ein Stück. Wissen und akzeptieren, daß man selber nicht der Nabel der Welt ist, um den sich alles zu drehen hat.

Aber auf der anderen Seite auch das Leben annehmen, in seinem Reichtum, in seiner Fülle, in seinen Schwierigkeiten, mit Krankheit, mit Trauer, und trotz Wissen, das alles Leben begrenzt und nur auf Zeit ist. Liebe leben, Verständnis haben, sich auch so freuen können, daß es "knallt" und überschäumt ........und vielleicht auch manchmal einfach nur blödsinnig sein, ulkig sein, Quatsch machen, vielleicht auch manchmal mehr, als üblich ist oder .....die Polizei erlaubt.

Und für mich ist einfach das Wichtigste, was ist danach .......zu wissen, was ist danach. Wo gehe ich hin.
Nicht die Angst vor dem Sterben, nicht, ob ich Schmerzen habe oder nicht, nicht, wie meine Beerdigung abläuft, das ist mir sowas von schnurzpiepegal, ........sondern einfach die Gewißheit zu haben ........was erwartet mich auf der anderen Seite des Lebens ......wenn ich dadurchgegangen bin, von diesem Leben in das nächste Leben ........

Und mit dieser Gewissheit läuft auch das Leben irgendwie "entspannter", finde ich. Nicht leichter, aber es relativiert sich einiges.
Und doch und auch gibt es Menschen, denen erscheint es einfacher, tot zu sein als zu leben.
Wenn sie den Tod bewußt (vielleicht nicht immer in letzter Konsequenz bewußt) dem Leben vorziehen und ihrem Leben ein Ende setzen.
Nein...das Sterben zu lernen, ist sicher kaum möglich.
Aber das ist hier wohl auch nicht gemeint.

Wenn man aber dem Tod schon mehrmals sehr nahe war, dann hat man dennoch so ein bißchen Übung darin...wie es sich anfühlt...ob da Angst war etc.
Sehr zu meinem eigenen Erstaunen war ich ganz ruhig...hatte keine Angst. Einmal rief ich meine Pflegerin und sagte ihr, dass ich sterbe. Sie möge mich ins Krankenhaus bringen.
Es war eine nicht zu beschreibende Gewissheit da, dass es zu Ende geht. Ansonsten keinerlei Aufregung bei mir.
Im Krankenhaus erfuhr ich, dass ich max. noch eine halbe Stunde gelebt hätte, wäre der erforderliche Eingriff nicht erfolgt.
So und ähnlich erging es mir mehrmals. Der Gedanke ans Sterben hat mir seitdem nie wieder Angst gemacht. Nur der Zeitpunkt war mir damals viel zu verfrüht...und wäre es auch heute noch.

Seitdem ist meine Devise: LEBEN bis zum Tod. Nicht nur existieren.
DonnaToscana hat geschrieben: Und doch und auch gibt es Menschen, denen erscheint es einfacher, tot zu sein als zu leben.
Wenn sie den Tod bewußt (vielleicht nicht immer in letzter Konsequenz bewußt) dem Leben vorziehen und ihrem Leben ein Ende setzen.


zu deinem letzten Satz,
es ist immer für Alle eine schwere Herausforderung wenn ein Mensch (aus welchem Motiv immer)
vorzieht aus dem Leben zu gehen -
schon deshalb,weil er selbst meist Leid erlebt bis zum Ende - und die Erlösung selbst nicht mehr "wahrnimmt"-
-aber oft den Hinterbliebenen eine schwere Hypothek hinterlässt..

zum vorigen - in der Kürze -
es sind drei Fragen die dem Menschen begleiten - woher komme ich - wer oder was bin ich - wohin gehe ich -
diese Auseinandersetzung ist, sich mit dem Leben(wo der Tod dazugehört)auseinanderzusetzen,
"sterben lernen" - können wir nur insofern - indem wir uns im "loslassen" AUCH üben..und den Tod
nicht hinausdrängen (wär ein Selbstbetrug) + ein Leben in Freude, Lust usw führen - das wir vor dem Gewissen verantworten mögen u können..
lg
Cherubino hat geschrieben:
DonnaToscana hat geschrieben: Und doch und auch gibt es Menschen, denen erscheint es einfacher, tot zu sein als zu leben.
Wenn sie den Tod bewußt (vielleicht nicht immer in letzter Konsequenz bewußt) dem Leben vorziehen und ihrem Leben ein Ende setzen.


zu deinem letzten Satz,
es ist immer für Alle eine schwere Herausforderung wenn ein Mensch (aus welchem Motiv immer)
vorzieht aus dem Leben zu gehen -
schon deshalb,weil er selbst meist Leid erlebt bis zum Ende - und die Erlösung selbst nicht mehr "wahrnimmt"-
-aber oft den Hinterbliebenen eine schwere Hypothek hinterlässt..

zum vorigen - in der Kürze -
es sind drei Fragen die dem Menschen begleiten - woher komme ich - wer oder was bin ich - wohin gehe ich -
diese Auseinandersetzung ist, sich mit dem Leben(wo der Tod dazugehört)auseinanderzusetzen,
"sterben lernen" - können wir nur insofern - indem wir uns im "loslassen" AUCH üben..und den Tod
nicht hinausdrängen (wär ein Selbstbetrug) + ein Leben in Freude, Lust usw führen - das wir vor dem Gewissen verantworten mögen u können..
lg



ja, ich glaube, diese Hypothek, die jemand hinterläßt, wenn er seinem Leben selber ein Ende setzt, ist fast nicht zu ertragen ..........auch weil so viele Fragen unbeantwortet bleiben, Schuldgefühle da sind ..........

ja, zu zweiterem, so ist es ...........
Dass nicht an den Tod denken, die Leichtigkeit des Seins, ist das Vorrecht der Jugend. Und das ist auch gut so.

Als wir jung waren da wurden wir zu Hochzeiten geladen und heute überwiegend zu Beerdigungen

Wirklich intensiv über den Tod nachdenken, will ich nicht. Hie und da mal ein Gedanke, dann allerdings wieder ans Leben denken.
Cherubino hat geschrieben: ....also wer immer sich mit dieser Phase beschäftigen mag oder ernsthaft will - sei mal ein Film empfohlen - "Das Ende ist mein Anfang" - die Verfilmung eines Romans mit Bruno Ganz, E.Pluhar usw - "eine wahre" Geschichte..
sehr schlicht und in seiner Aussage überwältigend..
kurz noch zur Trauerarbeit - was wichtiges - es gibt "kein Schema" - die Gesellschaft gibt ein Trauerjahr vor - wer ist die Gesellschaft??? - sie bestimmt über das individuelle Schmerz/Verlustgefühl?????
jedoch wer sein späteres Leben (nach dem Verlust des geliebten Menschen) in der Trauer hängen bleibt..entsagt sich dem Leben, ist sicher nicht in der Absicht des Verstorbenen, und "braucht" vielleicht diese Opferrolle...darf auch über "loslassen" mal nachdenken...
leben heißt loslassen!!!!!!!!!
lg -ch


Richtig. In Laufe unseres Lebens üben wir ja bereits das Loslassen. Von der Kindheit, der Jugend und dem mittleren Alter. Jedem, der sein jetztiges Leben liebt, fällt es sicher nicht leicht, auch am Ende loszulassen, aber es führt kein Weg daran vorbei.
Auch ist es wichtig, einen geliebten Verstorbenen loszulassen, indem man die Trauer zulässt, auslebt und damit das Geschehene verarbeitet, so dass nur noch die Erinnerung bleibt, damit man sich dem Leben wieder voll zuwenden kann.
Danke für die Hinweise zum Roman und Film.
@gemota
..danke für den Beitrag - wie auch die Userin "Lebenskunst" bereits sehr deutlich bemerkt hat, Loslassen heißt Leben - alles andere ist Stillstand - so auch in der Trauer - wer sich durch den Schmerz nicht mehr zum Leben hinwenden kann/mag/will - verharrt - und manifestiert so den Tod
(wenn es geschieht..so ist dies sehr bedauerlich..oft auch verständlich, da der verharrende Mensch oft keine anderen Ressourcen hat..)

noch kurz zum vorhergehenden Beitrag . daß die Leichtigkeit (des Seins) NUR ein Attribut bzw Vorrecht der Jugend sei - ist ja toll !!!!!!!!! - dann liegen alle "Älteren" in der "Schwere" -
Frage - gibt es einen Aufschrei - sollte dann das Forum nicht umbenannt werden - "Treffpunkt der Schwere des Lebens"...
lg
Traumfee hat geschrieben: Nein...das Sterben zu lernen, ist sicher kaum möglich.
Aber das ist hier wohl auch nicht gemeint.


Natürlich ist das nicht gemeint: Die Formulierung "Sterben lernen" kommt von Paulo Coelho.
Ich denke, er hat damit wahrscheinlich auch gemeint DEN GEDANKEN DES
STERBENS NICHT ZU VERDRÄNGEN UND DAS LOSLASSEN ZU ÜBEN (auch wenn
man gerne lebt).
Etliche Menschen im Alter ertragen das Leben.
Es ist voll von Schwierigkeiten, der Körper lässt nach, der Kopf lässt nach, vertraute Familie und Freunde oft weggestorben, einfach nicht mehr so erfreulich trotz aller Bemühnisse und Fürsorge der Umgebung, sei es im Heim oder zu Hause.
Da wünschen sich einige, einschlafen zu dürfen.
Sagen häufig:" Ich bin jetzt so alt,gehe auf die 100 Jahre zu, habe keine Lust mehr, habe alles erlebt, warum holt "ER" mich nicht ?

Eine berechtigte Frage, sie wird mir immer wieder gestellt.
nettestierfrau hat geschrieben: Etliche Menschen im Alter ertragen das Leben.
Es ist voll von Schwierigkeiten, der Körper lässt nach, der Kopf lässt nach, vertraute Familie und Freunde oft weggestorben, einfach nicht mehr so erfreulich trotz aller Bemühnisse und Fürsorge der Umgebung, sei es im Heim oder zu Hause.
Da wünschen sich einige, einschlafen zu dürfen.
Sagen häufig:" Ich bin jetzt so alt,gehe auf die 100 Jahre zu, habe keine Lust mehr, habe alles erlebt, warum holt "ER" mich nicht ?

Eine berechtigte Frage, sie wird mir immer wieder gestellt.


vielleicht hat gott ihn vergessen.......................
romantik41 hat geschrieben:
nettestierfrau hat geschrieben: Etliche Menschen im Alter ertragen das Leben.
Es ist voll von Schwierigkeiten, der Körper lässt nach, der Kopf lässt nach, vertraute Familie und Freunde oft weggestorben, einfach nicht mehr so erfreulich trotz aller Bemühnisse und Fürsorge der Umgebung, sei es im Heim oder zu Hause.
Da wünschen sich einige, einschlafen zu dürfen.
Sagen häufig:" Ich bin jetzt so alt,gehe auf die 100 Jahre zu, habe keine Lust mehr, habe alles erlebt, warum holt "ER" mich nicht ?

Eine berechtigte Frage, sie wird mir immer wieder gestellt.


vielleicht hat gott ihn vergessen.......................



Gott vergißt niemanden .........aber es gibt im Leben auch nicht immer auf alles eine Antwort. Häufig schon, manchmal Jahre später, aber eben auch nicht immer.
Cherubino hat geschrieben: @gemota
..danke für den Beitrag - wie auch die Userin "Lebenskunst" bereits sehr deutlich bemerkt hat, Loslassen heißt Leben - alles andere ist Stillstand - so auch in der Trauer - wer sich durch den Schmerz nicht mehr zum Leben hinwenden kann/mag/will - verharrt - und manifestiert so den Tod
(wenn es geschieht..so ist dies sehr bedauerlich..oft auch verständlich, da der verharrende Mensch oft keine anderen Ressourcen hat..)

noch kurz zum vorhergehenden Beitrag . daß die Leichtigkeit (des Seins) NUR ein Attribut bzw Vorrecht der Jugend sei - ist ja toll !!!!!!!!! - dann liegen alle "Älteren" in der "Schwere" -
Frage - gibt es einen Aufschrei - sollte dann das Forum nicht umbenannt werden - "Treffpunkt der Schwere des Lebens"...
lg




Mit etwas mehr nachdenken, dann würdest vielleicht auch du mein Geschriebens verstehen.
Natürlich ist jedes Schreiben subjektiv, auch das meine. Man könnte anstatt " Schwere" vielleicht "Ernst" nehmen. dem wir in der Jugend weniger Bedeutung beimessen als im Alter. Wäre passender gewesen. Ausserdem, man macht sich als junger Mensch nicht so viele Gedanken um dies und das.....nicht als 20 jähriger. Und dies ist die Leichtigkeit des Seins. Mit der Schwere zu argumentieren ist Schwachsinn !
vomwindeverweht hat geschrieben:
Cherubino hat geschrieben: @gemota
..danke für den Beitrag - wie auch die Userin "Lebenskunst" bereits sehr deutlich bemerkt hat, Loslassen heißt Leben - alles andere ist Stillstand - so auch in der Trauer - wer sich durch den Schmerz nicht mehr zum Leben hinwenden kann/mag/will - verharrt - und manifestiert so den Tod
(wenn es geschieht..so ist dies sehr bedauerlich..oft auch verständlich, da der verharrende Mensch oft keine anderen Ressourcen hat..)

noch kurz zum vorhergehenden Beitrag . daß die Leichtigkeit (des Seins) NUR ein Attribut bzw Vorrecht der Jugend sei - ist ja toll !!!!!!!!! - dann liegen alle "Älteren" in der "Schwere" -
Frage - gibt es einen Aufschrei - sollte dann das Forum nicht umbenannt werden - "Treffpunkt der Schwere des Lebens"...
lg

..mit Erlaub - ich wage niemanden "Schwachsinn" zu unterstellen - danke dafür
tut mir leid - ich kenne wesentlich mehr "ernste" Jugendliche -als umgekehrt Ältere..
alles gute - ch.


Mit etwas mehr nachdenken, dann würdest vielleicht auch du mein Geschriebens verstehen.
Natürlich ist jedes Schreiben subjektiv, auch das meine. Man könnte anstatt " Schwere" vielleicht "Ernst" nehmen. dem wir in der Jugend weniger Bedeutung beimessen als im Alter. Wäre passender gewesen. Ausserdem, man macht sich als junger Mensch nicht so viele Gedanken um dies und das.....nicht als 20 jähriger. Und dies ist die Leichtigkeit des Seins. Mit der Schwere zu argumentieren ist Schwachsinn !
Die Geburt eines Menschen ist die Geburt des Sternems