Alle wollen lange leben, niemand will alt werden,dabei gibt es nur eine einzige Alternative.
Von der Geburt an lernen wir
auch zu sterben; der Lehrnprozess
dauert mitunter ein ganzes Leben
Wir müssen immer lernen, zuletzt auch noch sterben lernen.

Marie von Ebner-Eschenbach
oder es passiert einfach so, dass wir gar nichts mitkriegen.
wünschen wir uns doch alle. :shock:
Solist3 hat geschrieben: Wir müssen immer lernen, zuletzt auch noch sterben lernen.

Marie von Ebner-Eschenbach


du beziehst dich auf Zitate und Meinungen, wo ist deine eigenen,
wo sind deine Gedanken zum Sterben,
wie wünschst du dir deinen Abgang von dieser Welt?

gibt es für dich einen aktuellen Grund darüber nach zu denken?

dann wünsche ich dir Kraft...
schlaflos_in... hat geschrieben:

du beziehst dich auf Zitate und Meinungen, wo ist deine eigenen,
wo sind deine Gedanken zum Sterben,
wie wünschst du dir deinen Abgang von dieser Welt?

gibt es für dich einen aktuellen Grund darüber nach zu denken?
dann wünsche ich dir Kraft...


Wie ich schon angemerkt habe: Sterben lernen heißt meiner Meinung nach,
sich mit dem Sterben auseinander zu setzen. (Natürlich auch mit dem
Tod und was danach kommt!) Ich habe auch zum Ausdruck gebracht, dass
ich vor allem in Frieden sterben möchte, d. h., dass ich meinen Mitmenschen,
wo dies notwendig ist, vergeben habe und dass ich, wo ich gefehlt habe,
auch auf die Vergebung meiner Mitmenschen vertraue.
Und dass ich hoffe, dass meine Angehörigen den Schmerz der Trennung
(nach Trauerarbeit) in angemessener Zeit überwinden können.
Man lernt ein Leben lang und ich denke, ich bin auch mit dem Sterben lernen nie fertig,
das ist ein Prozess bis zur Todesstunde. Vor allem möchte ich das Sterben
nicht verdrängen, denn der Tod ist ein Teil des Lebens.
Natürlich gibt es für mich einen aktuellen Grund, über das Sterben nachzudenken.
Bei jedem Abschied eines Lieben, eines Freundes oder Bekannten.
Vor allem auch in der Karwoche und in stillen Stunden.
Die Hoffnung der christlichen Religionen ist ja die Auferstehung von den Toten.
romantik41 hat geschrieben: oder es passiert einfach so, dass wir gar nichts mitkriegen.
wünschen wir uns doch alle. :shock:



Romantik, das ist der Wunsch der meisten Menschen, nur leider klappt genau das eher selten.
Meiner neuen Schwiegermutter war es vergönnt, recht gesund, glücklich und zufrieden, in einem gesegneten Alter von 93 Jahren.
Eine gute Bekannte, die ihre schwerstkranke Schwiegermutter in den letzten Wochen, Tagen, Stunden begleitet hat berichtet mir Folgendes, was ich sehr interessant fand, die Verstorbene hat Tage gewartet mit dem Sterben, bis ihr zweiter Sohn aus dem Urlaub zurück kam, kaum war er da und an ihrem Bett, konnte sie die Augen endgültig schließen. Da stellt sich dann wirklich die Frage ob man selbst Einfluss auf den Zeitpunkt des endgültigen Sterbens hat, auch wenn der Körper schon nicht mehr leben kann eigentlich.
Diese Frage wird man aber nicht beantworten können, denn Jeder der diese Erfahrung selbst gemacht hat, ist ja nicht mehr am Leben.
Als meine schwerstkranke Mutter vor über 40 Jahren verstarb, durfte ich leider nicht dabei sein,
ich bedauere das sehr, dass ich sie auf ihrem letzten Weg nicht begleiten durfte.
Der Tod passt einfach nicht mehr ins Bild unserer Gesellschaft. Hier zählt nur Wissenschaft, Fortschritt und "ewige Jugend". Der Tod ist etwas fürs den Pfarrer oder für die Medien, aber nicht etwas, das uns selber betrifft. Wer vom Tod redet, ist nicht up do date und wird für trübsinnig gehalten.
Solist3 hat geschrieben: Der Tod passt einfach nicht mehr ins Bild unserer Gesellschaft. Hier zählt nur Wissenschaft, Fortschritt und "ewige Jugend". Der Tod ist etwas fürs den Pfarrer oder für die Medien, aber nicht etwas, das uns selber betrifft. Wer vom Tod redet, ist nicht up do date und wird für trübsinnig gehalten.


Dem kann ich nur bedingt zustimmen. Erst einmal stimme ich Dir zu, dass es sicher angenehmenere themen gibt, sich zu unterhalten. Dennoch der Tod steht am Ende eines Lebens und ist unabdingbar. Zu wünschen ist jedem, den Übergang ohne Schmerzen und Siechtum hinzukriegen. Leider wird das nicht jedem vergönnt sein. Aber deswegen ein Tabuthema daraus zu machen, nein. Ich selbst habe schon einmal an der Pforte schnuppern dürfen. Ich selbst ging damals davon aus, nicht mehr lange leben zu konnen. Ich habe mit meiner Tochter darüber gesprochen. Mit meiner Frau, die gerade dabei war, sich von mir zu trennen. Es waren Gespräche völlig locker und sogar in heiterer Atmosphäre. Ich kann das ganz gut, ernsten Themen etwas Heitgerkeit zu geben.
Ich wurde letztes Jahr mit dem tod meines Vaters konfrontiert. Er hat im Alter von 89 eine Krebserkrankung bekommen. Ich konnte auch mit ihm völlig normal über den Tod sprechen. Und dann meine lieben Nachbarn. Sie arbeitet auf einer Palliativstation und er auf einer Intensivstation in einem Krankenhaus. Zwei Freunde wurden in ihren letzten Stunden durch meine Nachbarin begleitet.. Sie hat berichtet, wie friedlich beide in ihren letzten Minuten waren. Das hat mich kollossal beeindruckt. Es hat mir auch aufgezeigt, was für einen Beruf ich hatte, in dem es nur um Gewinnmaximierung einer Aktiengesellschaft ging. Was für ein Scheiß. Sollte ich mal soweit sein, und es steuern können, dann möchte ich auch von meiner Nachbarin begleitet werden. Ich weiß, dass ich bei ihr in Guten Händen wäre.
Von der philosophischen Seite aus betrachtet gibt es nach Sokrates auch ein" Sterben zum Leben".
Das tägliche Sterben, von dem auch Platon, Jakob Böhme und Paulus gesprochen haben, ist die Abkehr von der irdischen Torheit und Loslösung der Seele aus dem "Kerker" des Lebens, d.h. das
Vergängliche bewusst "hineinsterben lassen" in das unvergängliche, ursprüngliche Leben.
Es gibt Tage, da erscheint mir das "Sterben lernen" wie ein Hohn.
Ein Mensch, der sein Leben "gelebt hat", zufrieden und erfüllt zurückschauen kann, wird sich mit dem Sterben auseinander setzen wollen.

Ein junger Mensch, der plötzlich unheilbar erkrankt ist und nur noch kurze Zeit leben wird, für den ist das "Sterben lernen" ein bitteres Muss.
Katerchen66 hat geschrieben:
Solist3 hat geschrieben: Der Tod passt einfach nicht mehr ins Bild unserer Gesellschaft. Hier zählt nur Wissenschaft, Fortschritt und "ewige Jugend". Der Tod ist etwas fürs den Pfarrer oder für die Medien, aber nicht etwas, das uns selber betrifft. Wer vom Tod redet, ist nicht up do date und wird für trübsinnig gehalten.


Dem kann ich nur bedingt zustimmen. Erst einmal stimme ich Dir zu, dass es sicher angenehmenere themen gibt, sich zu unterhalten. Dennoch der Tod steht am Ende eines Lebens und ist unabdingbar. Zu wünschen ist jedem, den Übergang ohne Schmerzen und Siechtum hinzukriegen. Leider wird das nicht jedem vergönnt sein. Aber deswegen ein Tabuthema daraus zu machen, nein. Ich selbst habe schon einmal an der Pforte schnuppern dürfen. Ich selbst ging damals davon aus, nicht mehr lange leben zu konnen. Ich habe mit meiner Tochter darüber gesprochen. Mit meiner Frau, die gerade dabei war, sich von mir zu trennen. Es waren Gespräche völlig locker und sogar in heiterer Atmosphäre. Ich kann das ganz gut, ernsten Themen etwas Heitgerkeit zu geben.
Ich wurde letztes Jahr mit dem tod meines Vaters konfrontiert. Er hat im Alter von 89 eine Krebserkrankung bekommen. Ich konnte auch mit ihm völlig normal über den Tod sprechen. Und dann meine lieben Nachbarn. Sie arbeitet auf einer Palliativstation und er auf einer Intensivstation in einem Krankenhaus. Zwei Freunde wurden in ihren letzten Stunden durch meine Nachbarin begleitet.. Sie hat berichtet, wie friedlich beide in ihren letzten Minuten waren. Das hat mich kollossal beeindruckt. Es hat mir auch aufgezeigt, was für einen Beruf ich hatte, in dem es nur um Gewinnmaximierung einer Aktiengesellschaft ging. Was für ein Scheiß. Sollte ich mal soweit sein, und es steuern können, dann möchte ich auch von meiner Nachbarin begleitet werden. Ich weiß, dass ich bei ihr in Guten Händen wäre.


Katerchen66 wie wär's mit deiner Präsens am Sterbebett von Sterbenden?
Und Solist3?
[quote="mehusae"][/quote]

Katerchen66 wie wär's mit deiner Präsens am Sterbebett von Sterbenden?
Und Solist3?

Wenn du mein Profil etwas genauer ansiehst, geht dir vielleicht ein Licht auf. (? :idea: )
"Wir müssen immer lernen, zuletzt auch noch sterben lernen."

Nein, wir müssen nicht lernen, wir lernen automatisch oder weil wir das möchten. Wir möchten uns bereichern und Neues erfahren.

Beim Sterben sollten wir uns hingeben, also nicht lernen wollen, sondern loslassen können.
Sterben kann man nicht lernen.
Lernprozesse entstehen durch Wiederholungen.
Solist3 hat geschrieben:
mehusae hat geschrieben:


Katerchen66 wie wär's mit deiner Präsens am Sterbebett von Sterbenden?
Und Solist3?

Wenn du mein Profil etwas genauer ansiehst, geht dir vielleicht ein Licht auf. (? :idea: )


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