Lioness hat geschrieben:
Solist3 hat geschrieben:
mehusae hat geschrieben:


Katerchen66 wie wär's mit deiner Präsens am Sterbebett von Sterbenden?
Und Solist3?

Wenn du mein Profil etwas genauer ansiehst, geht dir vielleicht ein Licht auf. (? :idea: )


Was steht in deinem Profil zum Thema "Sterben lernen"? Willst du Klicks sammeln?



Genug Klicks, danke. In meinem Profil steht, dass ich Witwer bin.
Ich habe meine schwer erkrankte Frau bis zum Ende gepflegt und habe in
besagter Hinsicht schon Erfahrungen gemacht. Genügt das?
Hallo Solist, ich glaube, dass ich dein Anliegen schon verstehe, und das Thema ist auch wichtig und wurde lange Zeit vernachlässigt und / oder tabuisiert. Es ist gut, dass "Sterben" nun aus dem düsteren "Sterbekammerl" (wie es sie früher in Kliniken gab) hervorgeholt worden ist und einen würdigen Platz bekommen hat - im Bewusstsein der Menschen und auch im konkreten Umgang mit dem Tod.

Und trotzdem bin ich auch weiterhin der Meinung (wie ich das zu Beginn des Threads auch schon ähnlich geäußert habe), dass die Voraussetzung für ein "gutes" Sterben ist, dass man das "gute" Leben gelernt hat (nicht im materiellen Sinn gemeint). Das klingt vielleicht etwas plakativ, aber wenn man die immer größer werdende Anzahl von Menschen mit psychischen Störungen betrachtet, die sich zum Teil über Jahre hinweg mit großen Einschränkungen durchs Leben "fretten", dann wird es doch sehr konkret.

Sehr wichtig finde ich für mich persönlich auch, dass ich mir immer wieder bewusst mache, dass sowohl mein als auch das Leben meiner Lieben endlich ist, und dass dieses Ende eigentlich jederzeit eintreten könnte. Zwar bin ich da auch noch am Üben, aber dieses grundsätzliche Bewusstsein lässt mich immer wieder die Prioritäten zurechtrücken - zugunsten von einem bewussteren Leben für mich selber und auch für die und mit den Menschen, die mir wichtig sind. Und weil dieses Bewusstsein im Getriebe des Alltags auch recht schnell wieder verlorengehen kann, finde ich es gut, wenn Themen wie deines immer wieder einmal zur Diskussion gestellt werden - damit man sich wieder mehr darauf besinnt, was wirklich wichtig ist im Leben. Und damit man dann auch besser sterben und - so schwer es auch ist - seine liebsten Menschen gehen lassen kann, ohne daran zu zerbrechen.

Klingt jetzt fast zu abgeklärt, denn der Tod (vor allem der noch bevorstehende meiner wichtigen Menschen) ist für mich schon etwas, was mir oft große Schwierigkeiten und auch immer wieder Ängste bereitet.

Ein Gruß an dich,

Marcella.
Ja sicher Solist, es war nicht meine Absicht dich zu kränken!
Nur, es gibt hier eine grosse Anzahl von Menschen, die das gleiche er-
lebt und durchlebt haben.
Auch Tod durch Unfall oder eben tagtägliche Konfrontation von Berufes wegen.
Wünsche dir einen frohen Tag.
Darf man jemanden den Tod wünschen? Welch eine Frage, werden manche denken.
Ich habe meinen Eltern den Tod gewünscht= gegönnt, als erleichterung und erlösung von den leiden.
Ich war dankbar, als sie endlich sterben durften. 
Ich habe am grab meiner mutter gelächelt und bin dafür verteufelt worden, weil ich mich nicht richtig "verhalten" habe.  
Solist3 hat geschrieben:


Wenn du mein Profil etwas genauer ansiehst, geht dir vielleicht ein Licht auf.



Genug Klicks, danke. In meinem Profil steht, dass ich Witwer bin.
Ich habe meine schwer erkrankte Frau bis zum Ende gepflegt und habe in
besagter Hinsicht schon Erfahrungen gemacht. Genügt das?


Das vergesse ich immer wieder und habe es flott überlesen. Witwe und Witwer sind ein besonderer Zivilstand und berufen sich ganz selbstverständlich darauf. Da kann ich überhaupt nicht mitreden. - Ob es allerdings reicht zur Bewältigung des Themas "Sterben lernen" frage ich mich.
Ich habe nach einem Beruf wie Bestatter, Friedhofsgärtner oder Sargschreiner gesucht. - Ich entschuldige mich für dieses Missverständniss.
Marcella. hat geschrieben:

Sehr wichtig finde ich für mich persönlich auch, dass ich mir immer wieder bewusst mache, dass sowohl mein als auch das Leben meiner Lieben endlich ist, und dass dieses Ende eigentlich jederzeit eintreten könnte. Zwar bin ich da auch noch am Üben, aber dieses grundsätzliche Bewusstsein lässt mich immer wieder die Prioritäten zurechtrücken - zugunsten von einem bewussteren Leben für mich selber und auch für die und mit den Menschen, die mir wichtig sind. Und weil dieses Bewusstsein im Getriebe des Alltags auch recht schnell wieder verlorengehen kann, finde ich es gut, wenn Themen wie deines immer wieder einmal zur Diskussion gestellt werden - damit man sich wieder mehr darauf besinnt, was wirklich wichtig ist im Leben. Und damit man dann auch besser sterben und - so schwer es auch ist - seine liebsten Menschen gehen lassen kann, ohne daran zu zerbrechen.
.


Marcella, du hast sehr gut verstanden, worum es mir bei diesem Thema geht.
Liebe Grüße
Solist3
Christian1955 hat geschrieben: Darf man jemanden den Tod wünschen? Welch eine Frage, werden manche denken.
Ich habe meinen Eltern den Tod gewünscht= gegönnt, als erleichterung und erlösung von den leiden.
Ich war dankbar, als sie endlich sterben durften. 
Ich habe am grab meiner mutter gelächelt und bin dafür verteufelt worden, weil ich mich nicht richtig "verhalten" habe.  






Wenn ich auf unserer Station einige Zimmer verlasse nach der Pflege,
dann denke ich auch manchmal, lieber Gott erlöse sie.

Dann hat die Qual ein Ende,aber der liebe Gott hört mich nicht.
An Marcella& Co.
Bei jeder Geburt eines neuen Menschenlebens, ist auch die Gewissheit des Sterbens mit inbegriffen. Da gibt es kein Lernen, das ist auch für Kinder eine Tatsache- nur sollten diese es noch nicht wissen. Jede Mutter weiß bei der Geburt ihres Kindes, ich kann sterben und mein Kind auch. Damit beginnt der Lauf des Lebens und hört so lange nicht auf, bis wir eben dem Ende entgegensehen. Eigentlich die natürlichste Sache in sich selbst für die ganze Welt (Affen, Krähen usw.) mit inbegriffen. Wer die Religion des Buddhas kennt, muss das Sterben nicht lernen und kann damit auch keine Angst verbinden. Ich bin eine Christin, doch mit diesem einen Teil im Buddhismus bin ich beruhigt und einverstanden. Grüße BonbonNr10
Hallo @solist3...

ich glaube, dass es auch darauf ankommt, eine Spur im Leben zu hinterlassen ! :wink:

Kennst du die Geschichte vom Trottel ? (ist kein Witz !) so heißt die Geschichte !

Wenn nicht, sag kurz bescheid ! Ich denke sie ist genau das, worauf es ankommt ! :!:

Grüß'le
Jogi
Mr. Fireblader ,
Philosophie ist nun wirklich ein Thema für ernsthaft denkende Menschen . Ouatsch Äußerungen sind hier fehl am Platze , schon gar bei dem von SOLIST gestelltem Thema.
BonbonNr10. P.S. Ich bin wo ich mich auch immer äußere, nicht auf Quoten aus.!
Hallo @BonbonNr...

ich glaube, du hast meinen Beitrag nicht korrekt aufgefasst !
Mir geht es weder um Quoten noch um Spaß !

Ich habe selbst ein schwerbehindertes Kind verloren !!!

Aber ich denke, jeder Mensch hinterlässt Spuren !

folgende Geschichte dazu:

Der Trottel... eine Kurzgeschichte (Teil 1)

Geistig behindert sagt man heute. Damals war er einfach ein Trottel.
Viel zu gebrauchen war er nicht.
Er lernte weder lesen noch schreiben, von rechnen keine Spur.
Außer kichern und schreien brachte er nicht viel heraus.
Meistens lachte er !

Er war so geboren, lebte bei seinen Eltern, aber was würde einmal aus ihm werden,
wenn diese nicht mehr für ihn dasein konnten ?
Würde er den Geschwistern zur Last fallen ?
Viel zu gebrauchen war er nicht !

Gerne saß er oben im Hause, schaute auf die Straße hinunter und winkte den Leuten zu.
Dabei putze er mit Vorliebe die Fensterscheiben. Oft war er auch vor dem Hause anzutreffen,
wo er mit kleinen Kindern herumgluckste !
Er passte auf sie auf, wie auf seinen Augapfel und die kleinen hingen mit ganzem Herzen an ihm !

Aber sonst war er wirklich nicht viel zu gebrauchen.
Er half ein wenig bei der Ernte, putzte Rüben, er las Kartoffeln aus und sammelte
Fallobst ein. Im Spätherbst wischte er fein säuberlich das bunte Laub zusammen.
Doch den größten Spaß machte ihm das Schneeschaufeln im Winter.
Teil 2 zur Geschichte 'Der Trottel'

...
Er war nicht fähig, Einkäufe zu besorgen, doch wenn er einen Zettel erhielt,
brachte er ihn gewissenhaft zum Bäcker, Metzger, Schuster oder wer es
immer war und ebenso gewissenhaft brachte er zurück, was man ihm mitgegeben hatte.

Mit der Zeit wurde es üblich, bei jeder Gelegenheit den Trottel hinzuschicken. Er hatte ja
wirklich nichts anderes zu tun und scheute weder Wind noch Wetter.

Fenster konnte er später wieder putzen.
Die Kinder waren auch nicht immer da. Die Ernte dauerte nicht das ganze Jahr und das
Schnee schaufeln war das Vergnügen weniger Tage und Wochen.
Wenigstens war der Trottel für Botengänge mit dem Zettel brauchbar !

Fortsetzung folgt !
Gruß
Jogi
Auch Eltern und Geschwister von Kindern mit Behinderung müssen lernen, ein Stück zu sterben ......sich selber zurücknehmen, zurückstellen ........nicht immer so einfach .......
Jogi ich kenne die Geschichte nicht....möchte dazu nur anmerken, dass man bei uns schon lange nicht mehr von geistigen Behinderten spricht, sondern von Menschen mit besonderen Bedürfnissen ! Und ich stimme dir nicht zu, dass jeder Mensch Spuren hinterlässt, ganz und gar nicht, leider.
Donna, Kinder mit Behinderungen können das eigene Leben so derart bereichern, davon kann man nur träumen wenn man mit diesem Thema nicht in Berührung kommt ! Durch solche Menschen kann man lernen, was Leben wirklich bedeuten kann, denn diese Menschen sind wahrhaftig und in der Seele rein. Wir alle könnten uns von diesen Menschen eine Scheibe abschneiden, wenn wir nur "hinschauen" würden !