Taxi nach El Quseir


Nach einer Woche auf der Sonnenliege oder Tauchausflügen im roten Meer war ein wenig Abwechslung angebracht .Der Hotelportier bestellt das Taxi . Mit ihm besprach ich auch Fahrziel und Transportbedingungen.

Erstens, kein arabisches Musikgewinsel in Discolautstärke während der Fahrt im Taxi.
Das Fahrziel wird ausschließlich von mir bestimmt . Ich will weder die Verwandtschaft des Taxilenkers noch seinem Freundeskreis kennen lernen. Auch sein Provisionskonto bei diversen Ramschladen Besitzern
möchte ich nicht verbessern . Selbst ernannte Reiseleiter zum Geldwechseln und Schnäppchenkaufen sind ebenfalls unerwünscht. Und nein , doppelt wirksames , gefälschtes Viagra kaufe ich auch nicht.
Nicht mitgenommen werden betrunkene polnische und russische Touristen Weder auf der Hin noch auf der Rückfahrt. Bezahlt wird erst nach der Rückkehr in's Hotel .
Bei Auftragsausführung wie vereinbart bezahle ich eine 50 prozentige Prämie
auf den Fahrpreis.
Alles ausführlich besprochen und mit Handschlag besiegelt. So wird es geschehen . Hamdulillah !

Zehn Minuten nach der Abfahrt vom Hotel war der erste Halt vor einem Laden im nirgendwo.
Meine Reaktion auf die Fahrtunterbrechung überraschte offensichtlich Taxilenker und Ladenbesitzer . Beide waren sichtlich beleidigt.
Ein paar Ecken weiter wartete schon, ganz zufällig , der landeskundige Reiseleiter .
Ein würdiger Herr mit weissem Vollbart , Nachthemd ,Sandalen und dem dringenden Wunsch in's Taxi einzusteigen . Mit bekannten internationalen Schimpfworten und kleinen Handgreiflichkeiten
konnte ich das verhindern. Auch er war dann beleidigt.
Den Taxilenker konnte ich aus naheliegenden Gründen leider nicht gleich mit rauswerfen.
Immerhin konnte ich anschließend wie vorgenommen, meine Einkäufe im Ort erledigen und mit dem gleichen Taxi die Rückfahrt ins Hotel antreten .

Ganz hatte der Fahrer die Hoffnung auf einen Zusatzverdienst noch nicht aufgegeben.
Jedesmal wenn er bei der Rückfahrt ein paar dahinschwankender Touristen mitnehmen wollte konnte ich das aber mit einigen lautstarken Beschimpfungen verhindern.

Nach der maßgeblichen Beteiligung des Taxilenkers an meiner gesunden Heimkehr im Hotel können die Dienste des Lenkers selbstverständlich nur mit Fuhrlohn " plus " Prämie abgegolten werden.
Über die moralische Notwendigkeit von Bakschisch sollte noch gesprochen werden.

Noch fehlt mir ein wenig die Einfühlung in's wahre orientalische Brauchtum.
Daran muß ich noch arbeiten. Einige Jahrzehnte werden hoffentlich genügen.
Aber der "Herr der Rostkiste " ohne Federung bestand auf raschere Bezahlung.
Ok. , Inshalla ! Ich war ja in Ägypten.
Sei froh, daß es "nur" ein Taxi war ...

und keine emotionale "Erpressung" mit den halbverhungerten Pferden der Kaleschen.

Trotz Einlassen auf die Mentalität und Lebensart mochte ich damals nach ca. 6 Jahren Ägypten (aber im Landesinnern) nicht mehr.
Jeder Weg, den ich machte war ohne Ende mit ununterbrochenem Angesprochenwerden und dem Versuch, übers Ohr gehauen zu werden, verbunden.

Und damit meine ich nicht kleine "Aufschläge" für Touristen oder dergleichen...
Da hilft eigentlich nur, mit den Limousinen des Hotels zu fahren, was natürlich auch ins Geld geht.

Wie es jetzt ist, weiß ich nicht.
Ähnlich, Taxi in Thailand. Fahrt nach Damnoen Saduak. Recht günstig, da doch etwa 80 km einfach, die Empfehlung des Hotelportiers, der Fahrer sollte perfekt englisch sprechen. Abgesprochen vorab die Taxifahrt ohne 'Rahmenprogramm'.

Also fuhren wir los. Im gefühlten Viertelstundentakt wurde mir nun eine plastifizierte Werbeseite nach hinten gereicht. Kokosplantage, Krokodilfarm usw., das lehnte ich ab. Da fuhr dann der Fahrer zu einer Tankstelle und hieß mich auszusteigen. Ich dachte, der schmeißt mich raus und weigerte mich, da erklärte er mir, 'Gastanke...,puff..., aussteigen'. Ok, ok, konnte ich gelten lassen..

Weiter ging's mit weiteren Versuchen mir was anzudrehen. Angekommen am Pier sollte ich nun um die 100 € berappen für ein Boot zum schwimmenden Markt, Kokosnuss und Krokodil inclusive!! Da wurde ich renitent, zumal ich gelesen hatte im Online Journal der SZ, dass max 15 Euronen am öffentlichen Pier normal wären. Da wollte ich hin, verstand der Verkäufer nicht oder wollte nicht verstehen. Auch mit dem mir eigentlich echt verhassten Feilschen ging nichts. So guckte ich nach meinem Taxichauffeur, der dem Verkaufsgespräch nicht beigewohnt hatte, ich wollte wieder zurück ins Hotel, fühlte mich über den Tisch gezogen, da werde ich stur.

Die beiden Knaben führten dann eine laute Diskussion, vermutlich sah der Taxler seine Felle weg schwimmen, wenn er mich unverrichteter Dinge ins Hotel zurück bringt. So bekam ich 1,5 Stunden Longtailbootsfahrt ohne das Krokodil-Kokosnuss-Programm um 25€. Am Anfang fuhr das Boot noch jeden Verkaufsstand an, ich schüttelte ablehnend den Kopf und dann ging's endlich durch die Klongs, abseits und alleine in dem Boot, ein echter Traum, an dem ich noch zehre. Die Wasserstraßen waren einfach nur toll.

Am Rückweg dann weitere Versuche ein Restaurant anzufahren, mir Massage aufzuschwatzen.

Das nervt, das nervt mich so, dass ich mir die Wiederholung dieses Ausflugs letztes Jahr verkniff.

Aber auch in Mauritius wars ähnlich. Hotel, Taxigewerbe, Geschäfte und Restaurants arbeiten sich intensiv zu.
Melissa@ , maybe@ ,

für Touristen sind das eigentlich nur kurze Geschichten aus Tausend und einer Nacht. Bisschen stressig , durchaus kurzweilig .
6 Jahre leben in Ägypten ist da schon eine ganz andere Herausforderung .

Trotzdem , die kleinen Unannehmlichkeiten werden mir das Reisen nicht vermiesen . Speziell in Ägypten .
In Assuan , in der Hausbiblitothek vom Old Katarakt Hotel fand ich eine Reisebeschreibung über die Wachau in Österreich aus 1890.
Auf der legendären Sonnenterasse vom Old Katarakt Hotel , vis a vis der Elefanteninsel zu sitzen und über die Wachau zu lesen- das hat was ...........

Im Basar von Luxor handelte ich einen Preis nach oben . Von 20 auf 32 Pfund.
Wieso schaut denn der Verkäufer so komisch , wollte meine Frau die ein Stück weiter vorne wartete wissen ?

Mit einem großformatigen Foto einer Wand auf der das schön gemalte Bild eines der Bootskippers zu sehen war ( von meiner Frau nach Foto gemalt ) brachten wir den Fährbetrieb nach Philae auf einige Zeit zum Stillstand. Alle Skipper liefen zusammen , zur Hölle mit den Touristen , das ist ja Amr . Dann kam der Oberboss . Wieso ist Amr auf Bild ? Wo ist diese Bild ? Und überhaupt , man bringe Amr , tot oder lebendig sofort zum Anlegeplatz.
Es wurde eine Sternstunde für Amr . Er bekam " sein " Bild. Jeder zwischen Assunan und Abu Simbel weiß jetzt - gemaltes Bild von Amr , ist an Wand in Ausland Museum .

Alles nur Kleinigkeiten , machen aber immer wieder Freude.
Ich habe jetzt Eure Beiträge gelesen.
Liest sich lustig, ist aber wohl nicht.

Ich war weder in Ägypten, noch in Thailand.
Mit meinem extrem empfindlichen Verdauungssystem traue ich mich nicht dahin.
ABER
Europa hat so viele wunderschöne, zum Teil wenig, oder gar nicht bekannte Landschaften, diese möchte ich noch erkunden und sie reichen vermutlich solange ich noch Kräfre habe.
Figges, diese Dinge sind für uns lustig, für die nach unseren Massstäben extrem armen Leute ist auf Grund der fast nicht vorhandenen Staatlichen Sozialen Hilfen die gegenseitige Hilfe Überlebensnotwendig.
Ein Problem dabei ist, dass die Leute dort zwar wissen oder das zumindest glauben wieviel ein Durchschnittseuropäer verdient, aber keine Ahnung hat um wieviel höher bei uns die Lebenshaltungskosten sind.
Eine Episode vom türkischen Basar, ausserhalb der Saison und wenig Kunden. Ein Freund will eine goldene Rolex. Beim ersten Händler nach intensiven Feilschen 7, 5 Euro. Wir gehen weiter, wieder ein Rolex Anbieter, 5 Euro. Wir gehen zum ersten zurück erzählen vom günstigeren Angebot. Er sagt " ich weiß, aber bei mir bekommen sie 5 Jahre Garantie".
@figges
Österreich , ein wunderbares Touristenland . Nur leisten muss man sich,s können.
Wie schon unser Bundeskanzler Kreisky bemerkte.

Um den Preis einer Woche Schieurlaub am Arlberg bekomme ich beispielsweise
Ein Round Word Ticket . (1,250,00 € ). 14 Tage preiswertes Strandhotel sind sicher auch noch drin.l

Natürlich hast Du recht. Ein Menschenleben wäre viel zu kurz um alle schönen Plätze Europas zu besuchen. Aber Du kennst ja den Spruch : , Hier bin ich sowieso
und schön ist es auch anderswo.
Es gibt auch sehr nette und gute Taxifahrer. Wir haben in Burma schon 2 Mal einen Taxifahrer gebucht für jeweils volle 3 Wochen. Er fuhr uns überall hin wohin wir wollten. Am Schluss lernten wir noch seine Familie kennen, wurden zum Essen eingeladen und niemand wollte ein Trinkgeld.
Solche Erlebnisse hatte ich auch, nicht nur in Ägypten sondern auch in Indien und ich kam dadurch in Gegenden und zu vielen positiven Erlebnissen, die für Touristen normalerweise nicht auf der Tages- bzw. Reiseordnung stehen.
Meine schönste Taxifahrt in Ägypten ging vor ca 40 Jahren früh morgens über die neue Asphaltstraße von Assuan nach Abu Simbel, wo wir noch vor den Touristen anlangten, die dort mit dem Flugzeug hinflogen, sodass wir die ganze Anlage für uns alleine hatten.

Als das Areal sich schließlich mit Touristengruppen füllte, gings schon wieder zurück durch die in der Mittagshitze flirrende Luft in der Wüste, wo wir unsere erste Fata Morgana zu Gesicht bekamen, die wie eine Stadt am Meer aussah, obwohl es weit und breit kein Meer gab.

Eine andere Taxifahrt führte vom israelischen Grenzübergang in Tabah aus den Sinai runter nach Nuweiba, wo man noch bei den Beduinen sein Zelt aufschlagen und auch deren Wasserquelle benutzen durfte, wenn man versprach, den Schlauch wieder abzuknicken, damit kein Tropfen von dem kostbaren Nass verloren ging.

Die Weiterfahrt zum Katharinenkloster, wo wir - nur mit Schlafsack und Wasserflasche bewaffnet - unter einem bombastischen Sternenhimmel auf dem Berg Moses übernachteten, erfolgte dann genauso per Bus, wie auch die Weiterfahrt nach Kairo.

Die Taxifahrten innerhalb von Kairo waren noch spottbillig, und es gab auch noch keine auf Touristen spezialisierten Taxifahrer, die Verträge mit Teppichläden oder anderen Fabrikationsbetrieben hatten, um sich dort ein Zubrot zu verdienen, wie es später in allen großen Touristenstädten der Welt üblich wurde.

Dort haben wir uns dann angewöhnt, nicht direkt am Hotel zuzusteigen, sondern erst ein paar Straßen weiter, wo man unseren Herkunftsort nicht so ohne Weiteres nachvollziehen konnte.

Zu den Pyramiden gings mit dem lokalen Bus, und genauso auch zum Krokodiltempel von Kom Ombo, von wo aus uns dann ein netter Wärter nach Feierabend wieder mit zurück ins Dorf nahm.

Das Tal der Könige besuchten wir dann von Luxor aus per Mietfahrrad ohne Luftpumpe, welches ständig die Luft verlor, was aber kein Problem war, weil man uns immer wieder weiterhalf, wie es typisch für islamische Gastfreundschaft ist.

Ganz anders war es dann bei den Gräbern der Fall, wo staatliche Bedienstete ihr mageres Salaire mit einem zusätzlichen Bakschisch aufbesserten, welches sie verlangten, damit man sie besichtigen durfte, obwohl man schon am Eingang die Tickets dafür bezahlt hatte.
Immer und überall, wo man sich als Urlauber nicht genau auskennt, wittern viele Taxifahrer oftmals das große Geschäft.
Egal ob in asiatischen, afrikanischen oder US-Ländern, wie wir häufig nachträglich erfuhren, wurden wir mehrfach streckenmäßig nicht zu knapp übers Ohr gehauen.

Einmal hatten wir uns sogar in Griechenland verlaufen, riefen ein Taxi, zahlten nach ca. 50 Metern einen großzügigen Obolus, denn dort befand sich unser Ziel. :lol:
@sissiZH,
ähnlich ging es mir in Sri Lanka. Nach Ankunft in Colombo mietete ich mir für zwei Wochen ein Taxi. Es waren zwei ganz tolle und erlebnisreiche Wochen. Zuerst ging es zur Familie, mir wurden Frau und Kinder vorgestellt, Essen gereicht und ….. Vertrauen geschaffen. Dann ging es los, wir verstanden uns auf Anhieb super, lachten viel und hatten soooo viel Spaß. :wink:
Es sind unvergessliche Erlebnisse …. :D
Taxi in Ägypten … der Taxifahrer hielt vor einem kleinen Laden, der Ladenbesitzer kam sofort heraus und lud mich auf ein Tee ein …. Nachtigall ich hör dir trapsen … klaro war das zwischen Taxifahrer und dem Ladenbesitzer abgesprochen … ich sollte fleißig irgendwelche überteuerte Souvenirs kaufen … ging aber für die beiden mächtig in die Hose … ich stehe nicht auf Souvenirs … :(
Wer reisen tut, der kann was erzählen …. :lol:
Hallo Ihr Lieben ich bin für einige Tage zu Hause und fahre wieder nach Hurghada zurück. Jeden Tag fahre ich von meiner Wohnung in Hurghada zum Strand und zurück mit dem Taxi. Den Preis erfrage ich vor der Fahrt. Wenn der Taxifahre ein zu hohen Preis nennt (.den ich bin als Ausländer erkennbar) winke ich ab, Geht er im Preis nicht runter ,nehme ich auch mal ein anderes Taxi. Dazu sei gesagt ,die Taxipreise in Ägypten sind durchaus erschwinklich