Wir waren 32 Jahre verheiratet als meine Frau die Diagnose Brustkrebs bekam, extrem agressiv da sie noch kurz vorher zum Check war. Dann kam das volle Programm, als wir zum Psychologen sollten haben wir gestreikt. Es ging meiner Frau immer relativ gut, plötzlich während der 3 Chemo in 7 Jahren starb sie von jetzt auf gleich an einer Lungenembolie.
Die ganze Familie fiel in ein Loch, 62 Jahre viel zu Jung, erst habe ich im Wohnzimmer geschlafen, traute mich nicht in das Schlafzimmer, dort lagen noch die Hinterlassenschaften des Notarztes, jede Sirene eines Rettungswagens ließ es mir kalt den Rücken herunterlaufen. (das ist noch heute so)
Die nächste Zeit, die Beerdigung wie im Nebel.
Dann eine Mail von einer fremden Person, unbelastet bot sie mir an zu reden.
War es Vorsehung? Ich habe sie in meine Trauer gelassen.
Wir haben viel, ja sehr viel, zig Stunden geredet, ohne uns persönlich zu kennen, manchesmal wurde die Leitung vom Anbieter unterbrochen.
Dann wollte ich Sie kennenlernen, jetzt wohnen wir schon 5 ein halb Jahre zusammen.
@schorses

Solche Geschichten kann eben nur das Leben schreiben :wink:
Es ist auch schön sowas hier zu lesen und denke mal es gibt vielen die Zuversicht und auch die Hoffnung wieder auf ein glückliches Leben "danach".

Es klingt vielleicht seltsam, aber je reifer ich werde umso mehr denke ich an alte Sprichwörter die mir als Kind gesagt wurden. In deinem Fall fällt mir dies ein: Wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her!

In deinem Falle wurde aus einem kleinen Licht wohl ein grosses leuchtendes Licht wieder.
Wünsche euch weiterhin viele glückliche schöne Momente. :D
Und wieder ist es Sonntag. Und wieder hab ich eine weitere Woche ohne IHN geschafft.

Es geht weiter, manchmal schwerer, manchmal schon etwas leichter aber immer noch traurig.
Die Erinnerungen an diesen einen schwärzesten Sonntag in meinem Leben kommen immer wieder in mein Gedächtnis. Man spielt immer und immer wieder das Szenario ab. Habe festgestellt je mehr oder je öfter ich noch darüber sprechen kann, es hilft.

Wünsche allen Betroffenen auch offene und zuhörende Ohren fürs Verarbeiten.

Wer im Gedächtnis seiner Lieben Lebt, der ist nicht tot, der ist nur fern; tot ist nur, wer vergessen wird.
Immanuel Kant
Ja und die Sonntage werden immer mehr....Reden hilft, ich kann es Dir nur raten, öffne Dich und rede
Lass alles raus was Dich quält. Es wir Dir gut tun.
 
Jeder Tag ist ein kleiner Schritt, aber jeder Tag ist nicht gleich.
Noch heute nach fast 7 Jahren ist die Sirene eines Rettungswagens ein Moment der Rückbesinnung.
Warum singt mir noch heute die Sirene: Zu spät , zu spät.

FunnyGreenLady
Du hast es schon selber geschrieben, reden hilft. Für mich war es eine damals fremde Person, meine Familie war selber zu sehr betroffen.
Dein Mann schaut auf dich und wird sich sagen sie schaft das schon und das denke ich auch.
Wenn dir danach ist schreib oder rede und wenn es eine fremde Person ist, viele haben mehr Mitgefühl wie du denkst, auch Worte können helfen
Auch ich habe im Januar meinen geliebten Mann an Prostatakrebs verloren.
Wir haben sechs Jahre gekämpft und es war immer ein auf und ab.
Im letzten Jahr haben wir peu a, peu voneinander abschied genommen.
An seinen guten Tagen hat er mir beigebracht mit allen Handwerklichen Maschienen umzugehen,
damit ich es alleine schaffen kann. Das war für mich immer sehr deprimierend. Heute bin froh, dass ich es kann. Trotz allem hatten wir eine sehr schöne Zeit.
Er hatte einen langen und sehr schmerzhaften Leidensweg.
In der letzten Woche seines Lebens war ich so verzweifelt und wollte auch sterben, es war die Angst vor dem alleinsein. Meine Schwester gab mir Mut und Unterstützung wofür ich ihr sehr dankbar bin.
Sei Tod war fü rmich als ob mir jemand das Herz heraus reißen würde.
Ich kannte sowas ja nur von anderen Erzählungen und nun hatte ich es selbst erlebt.
Erst jetzt konnte ich auch solche Verluste richtig begreifen.
Tag für Tag versuche ich jetzt alleine klar zu kommen mit Haus und großem Garten.
Oft überkommt mich dann der Gedanke, wenn ich im Garten oder Haus was mache, "Warum? Weshalb? Für wen? " Es kommt mir dann alles so nutzlos vor! Dann setze ich mich hin, rede mit dem Bild von meinem Mann und lese den Spruch den ich eingerahmt unter seinem Bild hängen habe.Ich spüre dann wieder positivere Gedanken und ein neuer Tag kann wieder bewältigt werden.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche euch allen!

Himmelstürchen!
Du kannst darüber weinen, dass er gegangen ist,
oder du kannst lächeln, dass er gelebt hat,
Du kannst deine Augen schließen und beten, dass er wiederkommt,
oder du kannst sie öffnen und sehen, was er zurückgelassen hat.
Dein Herz kann leer sein, weil du ihn nicht mehr sehen kannst,
oder es kann voll Liebe sein, die er für dich und andere hatte.
Du kannst weinen oder du kannst tun, was er sich von dir wünschte,
Dass du lächelst, Liebe gibst und weiterlebst.
gestern wollte ich was im Dorflädchen holen, das nur einige Häuser entfernt ist. Da sehe ich ein paar Häuser weiter Notarztwagen und Krankenwagen. Ich nahm plötzlich alles nur noch wahr wie durch eine Nebelwand. Irgendjemand stützte mich und fragte, ob mir nicht gut ist. Ich wäre beinahe umgekippt.

Eigentlich dachte ich, ich hätte alles im Griff. Aber da habe ich gemerkt, wie schnell ich noch aus der Fassung zu bringen bin.

Die Urne mit der Asche meines Mannes ist in einem FriedWald begraben, der nur ca. 15 km weit weg ist. Ich habe es bis heute nicht fertig gebracht, dorthin zu fahren. Enkeltochter hat die selben Probleme damit wie ich, ausgerechnet wir zwei, die das engste Verhältnis zu ihm hatten - ist unerklärlich.
floe_ck_chen hat geschrieben: Auch ich habe im Januar meinen geliebten Mann an Prostatakrebs verloren.
Wir haben sechs Jahre gekämpft und es war immer ein auf und ab.
Im letzten Jahr haben wir peu a, peu voneinander abschied genommen.
An seinen guten Tagen hat er mir beigebracht mit allen Handwerklichen Maschienen umzugehen,
damit ich es alleine schaffen kann. Das war für mich immer sehr deprimierend. Heute bin froh, dass ich es kann. Trotz allem hatten wir eine sehr schöne Zeit.
Er hatte einen langen und sehr schmerzhaften Leidensweg.
In der letzten Woche seines Lebens war ich so verzweifelt und wollte auch sterben, es war die Angst vor dem alleinsein. Meine Schwester gab mir Mut und Unterstützung wofür ich ihr sehr dankbar bin.
Sei Tod war fü rmich als ob mir jemand das Herz heraus reißen würde.
Ich kannte sowas ja nur von anderen Erzählungen und nun hatte ich es selbst erlebt.
Erst jetzt konnte ich auch solche Verluste richtig begreifen.
Tag für Tag versuche ich jetzt alleine klar zu kommen mit Haus und großem Garten.
Oft überkommt mich dann der Gedanke, wenn ich im Garten oder Haus was mache, "Warum? Weshalb? Für wen? " Es kommt mir dann alles so nutzlos vor! Dann setze ich mich hin, rede mit dem Bild von meinem Mann und lese den Spruch den ich eingerahmt unter seinem Bild hängen habe.Ich spüre dann wieder positivere Gedanken und ein neuer Tag kann wieder bewältigt werden.

Einen schönen Sonntag und eine gute Woche euch allen!

Himmelstürchen!
Du kannst darüber weinen, dass er gegangen ist,
oder du kannst lächeln, dass er gelebt hat,
Du kannst deine Augen schließen und beten, dass er wiederkommt,
oder du kannst sie öffnen und sehen, was er zurückgelassen hat.
Dein Herz kann leer sein, weil du ihn nicht mehr sehen kannst,
oder es kann voll Liebe sein, die er für dich und andere hatte.
Du kannst weinen oder du kannst tun, was er sich von dir wünschte,
Dass du lächelst, Liebe gibst und weiterlebst.



Danke ein sehr schöner Spruch mit viel Hoffnung und Mut machend.
wolke16 hat geschrieben: gestern wollte ich was im Dorflädchen holen, das nur einige Häuser entfernt ist. Da sehe ich ein paar Häuser weiter Notarztwagen und Krankenwagen. Ich nahm plötzlich alles nur noch wahr wie durch eine Nebelwand. Irgendjemand stützte mich und fragte, ob mir nicht gut ist. Ich wäre beinahe umgekippt.

Eigentlich dachte ich, ich hätte alles im Griff. Aber da habe ich gemerkt, wie schnell ich noch aus der Fassung zu bringen bin.

Die Urne mit der Asche meines Mannes ist in einem FriedWald begraben, der nur ca. 15 km weit weg ist. Ich habe es bis heute nicht fertig gebracht, dorthin zu fahren. Enkeltochter hat die selben Probleme damit wie ich, ausgerechnet wir zwei, die das engste Verhältnis zu ihm hatten - ist unerklärlich.


Habe von einer guten Freundin diesen Link http://www.strassederbesten.de/cgi-bin/ ... CreateUser bekommen und vielleicht ist das ja auch was für dich wenn du es nicht schaffst zum Grab zu gehen.
Wünsche dir Zuversicht und Kraft.
wolke16 hat geschrieben: gestern wollte ich was im Dorflädchen holen, das nur einige Häuser entfernt ist. Da sehe ich ein paar Häuser weiter Notarztwagen und Krankenwagen. Ich nahm plötzlich alles nur noch wahr wie durch eine Nebelwand. Irgendjemand stützte mich und fragte, ob mir nicht gut ist. Ich wäre beinahe umgekippt.

Eigentlich dachte ich, ich hätte alles im Griff. Aber da habe ich gemerkt, wie schnell ich noch aus der Fassung zu bringen bin.

Die Urne mit der Asche meines Mannes ist in einem FriedWald begraben, der nur ca. 15 km weit weg ist. Ich habe es bis heute nicht fertig gebracht, dorthin zu fahren. Enkeltochter hat die selben Probleme damit wie ich, ausgerechnet wir zwei, die das engste Verhältnis zu ihm hatten - ist unerklärlich.



Setz Dich bloß nicht unter Druck. Jeder Mensch braucht und hat seine ganz eigene Zeit der Trauer und der Trauerverarbeitung. Mein Sohn war 13 als sein Vater starb - er ging im ersten Jahr täglich auf den Friedhof und erzhählte ihm von der Schule, seinen Noten und dass er trotz seiner Trauer ganz bestimmt nicht sitzenbleiben würde.... Er ist nicht sitzengeblieben - war aber danach nie wieder auf dem Friedhof, er denkt jedes Jahr an den Todestag seines Vaters und lässt Blumen aufs Grab schicken, aber hingehen.... hingehen tut er nicht. Und er betritt bis heute ein Krankenhaus nur unter Zwang - immer noch mit dem Geruch der Intensivstation in der Nase (und das habe ich mit ihm gemeinsam). Es ist 14 Jahre her.... und trotzdem, vieles wird nebulös, manches verschwindet ganz, aber vieles bleibt eben auch allgegenwärtig. Man lernt, damit umzugehen.
Bei mir sind es diese Woche elf Wochen. Wochen, wo ich eigentlich nicht weiß, wie ich das geschafft habe. Vieles, was ich hier gelesen habe, hat mir sehr geholfen. Vor allem das Buch einen geliebten Menschen verlieren. Hierin lese ich jeden Abend . Es gibt mir Hoffnung und Zuversicht. Im Moment ist für mich dies alles noch nicht fassbar, aber ihr macht mir Mut.Bis heute ist es mir unerklärlich, warum mein Mann sterben musste. Er hatte Mandelkrebs. Von der Diagnose, zwei Tage später OP, zwei Tage später tot, gestorben an einer geplatzten Halsschlagader. Unverständlich. Dabei hatten wir 2009 den Harnblasenkrebs doch auch besiegt. Mein Kind leidet immer noch darunter, dass er ihn nicht mehr hat besuchen können, wegen Klausurarbeiten. Wir waren doch voller Zuversicht, dass wir es auch diesmal schaffen würden.
 
Nachdem mein Mann schon mehrmals innerhalb von ca. 3 Jahren dem Tod geweiht war, und ich ihn auch als Todkranken vom Krankenhaus mit nach Hause bekommen habe, schafften wir es immer wieder, das er "gesund" wurde, trotz schadhafter Krebstherapie mit Folgen von Speiseröhrenschaden,Komma, Trombose, Lungenembolie, dann anschließend Lungenentzündung, 24 Stunden am Sauerstoffgerät, schließlich Dialyse.
In erster Linie durch Hömoöpathie (bittere Aprikosenkerne B 17), Atemtraining, Aufbautraining,
Schüssler Salzen, zusätzliche Vitamine und Omega 3-6-9 Fettsäuren).
Er konnte sogar wieder Radfahren mit seinem Pedelec, was jeden, auch die Fachärzte, erstaunen
ließen.
Als jedoch etwas in seiner Speiseröhre hängen blieb, war es für die Ärzte selbstverständlich wieder
Krebs, obwohl die Krebsmarker dagegen sprachen und auch sämtliche Krankenhausberichte.
Sie wollten nicht akzeptieren, daß man mit B17= Amygdalin, dem Krebs Einhalt gebieten konnte, da es nicht in der Schulmedizin vorhanden war.
So wurde auf ihr Anraten ein Stent in die Speiseröhre eingesetzt, der ein Schlucken wieder möglich machen sollte. Tatsächlich hustete mein Mann die beiden Essensreste beim Einsetzen des Stents
heraus. Aber der Stent wurde trotzdem eingesetzt und er konnte sich während dieser Prozedur
nicht wehren, da er fixiert auf dem OP-Tisch lag.
Dieser Stent war auch der endgültige Anfang seiner Todes, denn er scheuerte in der Speiseröhre,
es bildete sich Granulatsgewebe, das auch jetzt die Atemröhre verengte und mein Mann langsam erstickt ist.
So muß ich mit dem Wissen weiterleben, dass die Ärzte schuld am Tod meines Mannes sind und
ich kann nichts dagegen tun. Mein Mann hat und hätte sehr gerne gelebt.
Ich versuche nun, das alles zu verdrängen aber es fällt mir unendlich schwer.
Ich bin zwar sehr aktiv und habe mein bisheriges Leben beibehalten, aber das Leben mit meinem
Mann, mit dem ich 51 Jahre, also mein ganzes Leben zusammen war, ist weg. Es helfen keine
"guten" Ratschläge, ich versuche mich zu beschäftigen und denke häufig, er ist, sitzt oder geht neben mir, ich rede mir ihm und es kommen auch viele seiner Worte wieder zurück, die er in den vielen Jahren zu mir gesagt hat.
Nur so ist für mich die Trauer zu ertragen auch nach über einem Jahr, nachdem mein Mann verstorben ist.
Und wieder einmal einen trostspendenen Spruch für mich und alle Trauernden.

Manchmal wirds mit dem Lesen solcher Sprüche und Zitate doch etwas leichter.

Mit dem Tod eines lieben Menschen verliert man vieles, niemals aber die gemeinsam verbrachte schöne Zeit.

Wünsche euch allen ein gutes und positives WE mit lieben Grüssen aus Mannheim
"Immer, wenn wir von dir erzählen,
fallen Sonnenstrahlen in unsere Seelen.
Unsere Herzen halten dich gefangen,
so, als wärst du nie gegangen.
Was bleibt, sind Liebe und Erinnerung."

Es gibt so viele wunderschöne Sprüche, die uns begleiten. Voriges Wochenende hätte mein Mann seinen 59. Geburtstag gefeiert und wir haben viel von ihm erzählt, gelacht und geweint. Einfach in dankbarer Erinnerung an einen wunderbaren Mann, der in unserem Herzen und Handeln weiterlebt.

Wünsche allen ein schönes Wochenende.
Die Woche teilt sich und es geht immer weiter und weiter.

Dachte ich lasse mal wieder etwas positives für uns Trauernde hier, weil niemand mehr seine Gedanken schreibt.

Weint und lacht, denkt an mich: Warum soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein, nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin? Ich bin nicht weit weg. Ich bin nur auf der anderen Seite des Weges.

Charles Péguy 1873 - 1914
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