Wie geht Ihr mit dem Tod des Ehepartners um?
Ich habe meinen leukämiekranken Mann ein Jahr lang begleitet, mit allen Höhen und Tiefen dieser Erkrankung. Zum Schluss war der Tod eine Erlösung seiner körperlichen Qualen. Man bleibt allein zurück, funktioniert nur noch, auch im Interesse der Kinder und Enkel, die auch hilflos sind.

Irgendwann fängt man aber wieder an zu Lachen, das Leben wieder anzunehmen. Es wird ja immer so schön gesagt, die Zeit heilt alle Wunden. Wie ist das bei Euch?
Es gibt es keine Ratschläge, jeder muss selber klar kommen. Ich habe mein Mann durch Krebs verloren. :( ( Das ist unsere Schicksal.)
Nein, Ratschläge kann man keine geben. Ich habe immer welche bekommen, von Paaren, die seit Jahren nebeneinander her leben.
Ich bin dankbar für die kostbare Zeit. Er hat zum Schluss gesagt, die Sonne wird wieder für mich scheinen.  
Ich habe kürzlich meine Mutter verloren.
Ja, mit dem Schmerz muß jeder auf seine Weise klar kommen.
Ich spreche oft mit meinen Kindern, die den gleichen Schmerz aushalten.
Meine Mutter und die Oma meiner Kinder fehlen uns sehr.
Es gibt Tage, da ist alles gut.
Es gibt Tage, da ertrage ich den Verlusst nur sehr schwer.
Die Zeit wird die Schmerzen erträglicher machen.
Ich habe 2002 innerhalb von 6 1/2 Wochen meine Mutter und meinen Mann verloren. Beide sind an Krebs verstorben.Meinen Mann habe ich, gemeinsam mit meinem Sohn, der damals 23 Jahre war) zuhause gepflegt, wo er auch verstorben ist. Das Schlimme war, dass ich meine Mutter nicht auch pflegen konnte, obwohl ich ihr das immer versprochen hatte, und meine Schwester hat sie in ein Heim gegeben. Für meinen Mann habe ich alles getan, was ich tun konnte, aber bei meiner Mutter habe ich heute noch ein "schlechtes Gewissen", dass ich sie "im Stich" gelassen habe.
Zum Glück habe ich aber trotz allem wieder das"Lachen" gelernt, unternehme viel mit meinen Kindern, deren Parner und guten Freunden. Was mir auch geholfen hat war mein Fitness Studio, wo ich 3 x die Woche hingehe.
Die Wunden heilen, die Narben bleiben ...

Bei mir ist es erst ein paar Monate her, dass mein Mann "erlöst" wurde. Auch ich habe ihn daheim gepflegt (Krebs). Ich funktionierte zwar noch, war aber physisch und psychisch ein Wrack. Nachdem sich meine seelische Erstarrung, in der ich mich damals befand, anfing zu lösen, habe ich genau das gemacht, was du jetzt gemacht hast: Ich tauschte mich aus mit anderen Betroffenen hier. Mir hat es geholfen. Schritt für Schritt krabbelte ich aus meiner Isolation (ich empfand es so trotz Familie etc.), klickte mich durch die Foren mit den verschiedenen Themen und nahm teil an den Diskussionen. Das brachte mich auf andere Gedanken.

Jeder Tag stellt seine Forderungen und ich stellte mich nach und nach diesen Forderungen - noch nicht allen, aber fast allen. Inzwischen habe ich meine persönliche Bestandsaufnahme gemacht - auch damit bin ich noch nicht fertig. Nun bin ich soweit, dass ich mich frage, wie es weitergehen soll. Ich finde, das ist eine ganze Menge für die paar Monate! Was für mich sehr wichtig war: Ich habe die "gut gemeinten" Ratschläge von Leuten, die offensichtlich keine Ahnung von mir und meiner Situation hatten, in den Wind pusten lassen, und das gemacht, was ich für mich richtig fand, egal, wie andere denken. Leb' DEIN Leben!
Bei mir sind es auf den Tag 17 Wochen her, dass ich meinen Lebensgefährten von jetzt auf gleich verloren habe.
Ohne Vorankündigung oder Vorahnungen, einfach leblos aufgefunden und trotz sofortiger Reanimation konnte ich ihn nicht mehr zurückholen. Plötzlicher Herztod mit 58 Jahren war die Diagnose des Notarztes.

Ich fühlte mich aus meiner Lebensbahn geworfen und bin es noch immer, aber auch durch viele Gespräche und sehr guter Einbettung in meine sozialen Kontakte krabbel auch ich wieder langsam auf meinen Weg zum Weitermachen zurück.

Mir hat ein Trauerbegleitbuch von Dr.Doris Wolf "Einen geliebten Menschen verlieren" auch sehr geholfen und versuche trotz allem Elend doch die positiven Dinge um mich rum zu sehen. Es fällt verdammt schwer, an manchen Tagen leichter und an andren eben wieder schwerer.

Daher bin ich auf diese Foren hier gestossen und es tröstet zu lesen wie andre mit so einem Schicksalsschlag versuchen umzugehen und überwunden haben.

Die Frage: Wie geht es nun weiter, versuche ich mir so zu beantworten:
Es wird alles wieder gut, aber nie mehr wie vorher. (ebenfalls Buchtitel der Trauerbegleitung)

Gute Gedanken und Zitate helfen ebenfalls und vielleicht gibt dieses Zitat auch andren Zuversicht und Hoffnung, dass alles wieder irgendwann wieder gut oder zumindest besser wird.

Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.
Dietrich Bonhoeffer
Hallo zusammen,

Wünsche allen einen schönen Sonntag.

Gestern waren es genau 10 Wochen, dass mein lieber Mann gestorben ist.
Er war zwar sehr krank wegen des MRSA-Keims, den er sich bei einer OP im letzten Jahr eingefangen hat. Aber wir glaubten daran, dass er wieder gesund werden würde, nachdem er letztes Jahr ja auch ein Multiorganversagen überstanden hatte. Aber das neuerliche Organversagen, das doch recht schleichend gekommen ist, habe wir nicht richtig gedeutet. Auch wollte er nicht wieder 4 Monate lang im Krankenhaus sein. Genau das hat er mir auch an seinem letzten Tag noch gesagt, als ich ihn frühmorgens mit dem Notarzt in die Klinik bringen lassen wollte. Wir ahnten ja nicht, dass es sein letzter Tag sein würde.
Seither ist es ein ständiges Auf und Ab, eben eine ständige Achterbahn. Ich funktioniere. Eigentlich recht gut, - ich mache alles, was sein muss. Manches fällt mir recht schwer, manches leichter.
Wenn es mir gut geht, und ich Ablenkung habe und dabei manchmal auch schon wieder lachen kann, dann kommt auch gleich wieder das schlechte Gewissen. Darf ich jetzt schon wieder lachen???
Ich weiss, er will nicht, dass ich mich schuldig fühle, Er möchte dass ich zufrieden weiter lebe.
Aber ich frage mich so oft, wie kann ich das???
Es wird noch viel Zeit brauchen, bis ich ohne Tränen leben kann.
Ein Buch zur Trauerbegleitung möchte ich mir auch noch zulegen, da ich öfters lese, dass diese Lektüre recht hilfreich ist.
Eine Hilfe ist mir dabei in diesen Foren zu lesen wie andere mit einem solchen Schicksalsschlag umgehen und wieder zurück ins Leben finden.
Das Sterbekärtchen meines Mannes wurde mit dem Spruch versehen:
"Wenn ihr an mich denkt, seid nicht traurig. Erzählt lieber von mir und traut euch ruhig zu lachen. Lasst mir einen Platz zwischen euch, so wie ich ihn im Leben hatte."

Diesen Spruch haben wir zusammen ausgesucht. Er wusste im Januar, dass ihm noch wenig Zeit bleibt.
Es gibt noch viele stille Momente, wo ich an ihn denke. Aber es gibt auch schon wieder die Momente, wo ich mit Freunden und Kindern lachen kann. Daran hätte er seine Freude, er wollte seine Lieben nicht traurig sehen.
Sternchen07 hat geschrieben: Hallo zusammen,

Wünsche allen einen schönen Sonntag.

Gestern waren es genau 10 Wochen, dass mein lieber Mann gestorben ist.
Er war zwar sehr krank wegen des MRSA-Keims, den er sich bei einer OP im letzten Jahr eingefangen hat. Aber wir glaubten daran, dass er wieder gesund werden würde, nachdem er letztes Jahr ja auch ein Multiorganversagen überstanden hatte. Aber das neuerliche Organversagen, das doch recht schleichend gekommen ist, habe wir nicht richtig gedeutet. Auch wollte er nicht wieder 4 Monate lang im Krankenhaus sein. Genau das hat er mir auch an seinem letzten Tag noch gesagt, als ich ihn frühmorgens mit dem Notarzt in die Klinik bringen lassen wollte. Wir ahnten ja nicht, dass es sein letzter Tag sein würde.
Seither ist es ein ständiges Auf und Ab, eben eine ständige Achterbahn. Ich funktioniere. Eigentlich recht gut, - ich mache alles, was sein muss. Manches fällt mir recht schwer, manches leichter.
Wenn es mir gut geht, und ich Ablenkung habe und dabei manchmal auch schon wieder lachen kann, dann kommt auch gleich wieder das schlechte Gewissen. Darf ich jetzt schon wieder lachen???
Ich weiss, er will nicht, dass ich mich schuldig fühle, Er möchte dass ich zufrieden weiter lebe.
Aber ich frage mich so oft, wie kann ich das???
Es wird noch viel Zeit brauchen, bis ich ohne Tränen leben kann.
Ein Buch zur Trauerbegleitung möchte ich mir auch noch zulegen, da ich öfters lese, dass diese Lektüre recht hilfreich ist.
Eine Hilfe ist mir dabei in diesen Foren zu lesen wie andere mit einem solchen Schicksalsschlag umgehen und wieder zurück ins Leben finden.


Hallo Sternchen,
kann dir so ein Trauerbegleitbuch nur wärmstens empfehlen ich hatte das von Dr. Doris Wolf "Einen geliebten Menschen verlieren" in dem ich immer wieder mal lese und doch für mich Kraft schöpfen kann. Ansonsten ist es eben Arbeit die Trauer zu bewältigen und wir müssen uns dafür die Zeit nehmen. Dieses Auf und Ab wird auch noch lange bleiben. Weisst ja wenn dich melden magst bei mir gerne.
Wünsche dir eine positive kraftvolle Woche.
FrauPiadone hat geschrieben: Das Sterbekärtchen meines Mannes wurde mit dem Spruch versehen:
"Wenn ihr an mich denkt, seid nicht traurig. Erzählt lieber von mir und traut euch ruhig zu lachen. Lasst mir einen Platz zwischen euch, so wie ich ihn im Leben hatte."

Diesen Spruch haben wir zusammen ausgesucht. Er wusste im Januar, dass ihm noch wenig Zeit bleibt.
Es gibt noch viele stille Momente, wo ich an ihn denke. Aber es gibt auch schon wieder die Momente, wo ich mit Freunden und Kindern lachen kann. Daran hätte er seine Freude, er wollte seine Lieben nicht traurig sehen.


In traurigen Momenten denke ich gerne an diesen Spruch:
Leuchtende Tage,nicht weinen, dass sie vorüber, sondern lächeln, dass sie gewesen.

Wünsche dir viel Kraft und Zuversicht.
FrauPiadone hat geschrieben: Das Sterbekärtchen meines Mannes wurde mit dem Spruch versehen:
"Wenn ihr an mich denkt, seid nicht traurig. Erzählt lieber von mir und traut euch ruhig zu lachen. Lasst mir einen Platz zwischen euch, so wie ich ihn im Leben hatte."

Diesen Spruch haben wir zusammen ausgesucht. Er wusste im Januar, dass ihm noch wenig Zeit bleibt.
Es gibt noch viele stille Momente, wo ich an ihn denke. Aber es gibt auch schon wieder die Momente, wo ich mit Freunden und Kindern lachen kann. Daran hätte er seine Freude, er wollte seine Lieben nicht traurig sehen.



@ diesen Spruch hatte ich auch, bei meinem Mann, er entsprach auch seinem Wesen und seiner Art, das haben mir auch alle bestätigt die ihn gut kannten, das dies sicher seinen Wünschen nach kam.
ja es ist nicht immer einfach, aber es gibt soviele Menschen mit diesem Schicksal... 
Guten Abend allerseits,

Sterbekärtchen habe ich noch keine von meinem Mann machen lassen.
Aber der Spruch, den FrauPiadone und gelika57 geschrieben haben ist auch für meinen Mann sehr bezeichnend.
Früher, als es ihm noch gut ging da war er sehr gesellig und konnte Stunden um Stunden mit anderen Leuten reden, diskutieren und lachen. Auf Festen war er oder auch wir gemeinsam immer unter den Letzten, die heimgegangen sind, was mich manchmal schon etwas geärgert hat.

Doch ich werde mir ein schönes Foto von ihm raussuchen, und werde auch noch Sterbebildchen machen lassen.
Sterbekärtchen habe ich an der Beisetzung von der Enkelin (10 Jahre) verteilen lassen. Ist am Land in Bayern so üblich. Ich hatte mich für ein Bild von unserer Hochzeit entschieden. Das hätte ihm gefallen, denn es war einer von vielen sehr glücklichen Momenten, die ich mit diesem wunderbaren Mann hatte. Auch wenn wir bloß vier gemeinsame Jahre hatten, so war es die intensivste Zeit unseres Lebens und jeden Tag bin ich dankbar, für die Zeit mit ihm.

Wünsche Euch einen schönen Tag.
_SPHINX_ hat geschrieben: Es gibt es keine Ratschläge, jeder muss selber klar kommen. Ich habe mein Mann durch Krebs verloren. :( ( Das ist unsere Schicksal.)

So ist es.
Und die Meisten kommen ja auch irgendwie und irgendwann einigermaßen klar.
Trotzdem bleibt etwas, das Wissen um die Ohnmacht, was nicht zu unterschätzen ist.
Ich selbst habe mich seit dem Tod meines Mannes vor über 5 Jahren (nach 4 Jahren Krebs) etwas verändert, wie wohl die Meisten.
Dieses Kleinkarierte ärgert mich heute noch mehr. Dieses Beharren und Streiten und nichtLockerlassen wegen Nichtigkeiten oder eigener Eitelkeiten. Gerade auch hier zu finden. Dann schalte ich ab.
Und das Wissen, dass das vergangene Glück sich auch nicht mit einem neuen Partner wieder herstellen lässt. Auch nicht, wenn man hier jemanden findet. Aber das war mir schon vorher klar.

Ich vermisse immer noch Vieles, besonders, dass niemand mehr da ist, mit dem ich die schönsten Erinnerungen teilen kann.
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