Ist der Hirntod der endgültige Tod?

Umfrage endete am 09.02.2017, 18:31

Ja
59%
20
Nein
26%
9
Weiß nicht 
15%
5
Abstimmungen insgesamt : 34

Kann mir jemand sagen, ob dies tatsächlich wahr ist ?

In diesem Artikel wird darauf hingewiesen, dass Angehörige die einer Organentnahme nicht zustimmen - wenn der Pateient juristisch für tot erklärt wurde - und eine Weiterbehandlung bis zum natürlichen Multi-Organversagen wünschen - die Kosten für diese Weiterbehandlung selbst tragen müssen - (da es ja eine Behandlung für einen "Toten" ist.

http://www.gesundheit-adhoc.de/kritik-a ... enden.html

Stimmt dies ?

Müssten sich die Ärzte dann daran halten, wenn man selbst einer Hirntoduntersuchung in einer eigenen Patientenverfügung widerspricht ?
Was soll das sein "juristisch" für tot erklärt?
@Dragonfly, ein "hirntoter" Mensch wird keine weitere Behandlung mehr brauchen, wenn die Geräte abgeschaltet werden. 

 Er darf dann friedlich sterben. 
"Angehörige die einer Organentnahme nicht zustimmen - wenn der Pateient juristisch für tot erklärt wurde - und eine Weiterbehandlung bis zum natürlichen Multi-Organversagen wünschen - die Kosten für diese Weiterbehandlung selbst tragen müssen - (da es ja eine Behandlung für einen "Toten" ist.
Das wird schon so sein, dass die Erben die Kosten für Pflege, medizinische Versorgung etc. tragen müssen.
Ist jemand für tot erklärt, sind Verträge, die er einmal eingegangen ist, hinfällig.
Also auch sein Vertrag mit der Krankenkasse.

Anders und drastisch ausgedrückt: Wer ein Interesse an Leistungen hat, trägt die Kosten dafür :
Entweder die Erben durch Wunsch nach Aufrechterhaltung der medizinischen, pflegerischen Leistungen, obwohl der Tod juristisch, d.h. nach Befolgen aller Vorgaben, belegt ist.

Oder die medizinischen Organisationen, die die Organe möchten.
Dann gilt der Deal: "Ihr, liebe Erben, gebt uns das, was wir gebrauchen können und für Lagerung und Lieferung übernehmen wir die Kosten."


Strittig werden immer die Vorgaben für die Todesfeststellung bzw. der eindeutige Punkt des Todes bleiben. Das wird mit keiner Technik, keinem medizinischen Wissen jemals exakt zu klären zu sein und immer nur Meinungs- und Glaubensfrage bleiben. Der Mensch stirbt nun mal nicht an einem einzigen Zeitpunkt, es sterben nacheinander einzelne Organe etc. (wenn ich mich richtig erinnere, über viele Stunden (einen Tag?) lang)


Viel wichtiger als die Kostenfrage scheinen mir in dem Bericht die Hinweise für Patientenverfügungen zu sein : Will ich Spender sein? Bin ich mit den grausamen Untersuchungsmethoden zur Todesfeststellung einverstanden? Wenn ja, bestehe ich darauf,
dass mir Organe, wie bei jeder anderen OP, nur unter Narkose entnommen werden dürfen?
Also das sind wirklich Probleme, die jeder für sich entscheiden kann. Zum Glück!
Und wenn ich mich für Organspende entschieden habe, dann wird meine zentrale Frage nicht die Art und weise der Organ Entnahme sein. vor allem lasse ich mich nicht von irgend welchen Hausierer verunsichern. Das ganze Netz ist voll mit unseriösen "Nachrichten" .
Als Organspender hat man eine einzige Mission: Mitmenschen evtl. ihr Leben verlängern bzw. ihr Tod hinauszögern. Dabei ist die Vorgehensweise für mich in dem Moment völlig unwichtig! 
Unter landläufigen Gepflogenheiten muss in Deutschland niemand dabei Schmerzen leiden. 
Eben so wie bei jede x- beliebige Operation auch nicht!
 
 
Daiyogen hat geschrieben: Das Hirntod-Konzept wurde u.a. entwickelt, um die Transplantation lebenswichtiger Organe wie z.B. Herz, Leber und Lunge zu ermöglichen.

Es stellt sich aber die Frage, ob der Tod des Organs Gehirn* (Hirntod) gleichbedeutend mit dem Tod des Menschen als ganzheitliches Individuum ist, oder ob der Hirntod lediglich ein Übergangsstadium eines Sterbeprozesses darstellt, nicht aber schon dessen endgültiges Ende?      
_____________________ 

Die Frage lautet deshalb:

"Betrachtet ihr den Hirntod als den endgültigen Tod des Menschen?    
_____________________  

Anmerkung: Bei der Frage geht es nicht darum, ob man den Hirntod als ein nicht mehr lebenswertes Leben ansieht, sondern ob der Hirntod, als eine neue Definition des Todes, persönlich akzeptiert werden kann.

PS: Die Beantwortung der Frage kann bei Bedarf auch wieder geändert werden. 
 
*kompletter Funktionsverlust des Gehirns  


Nun ja, manche Menschen sind wohl der lebende Beweis dafür, das ein komplettes Versagen des Gehirns nicht zwangsläufig zum Tod führt :wink:
Wenn die Steuerzentrale ausfällt, bringt das ganze Werkl nichts :wink:
Warum da noch diskutieren??
Ich glaube, dass gerade bei diesem Thema noch sehr viel Diskussionsbedarf ist!

 
Nicht nur Diskussionsbedarf sondern auch Forschungsbedarf.
Da gibt es noch so viel damit verbundene Aspekte, die noch kaum erforscht sind.
Interessant finde ich die Thesen aus dem tibetischen Buddhismus, welche die Übergangsstadien während des Sterbe- und Ablösungsprozesses untersuchen. Das 'tibetische Buch vom Leben und Sterben' behandelt dieses Thema sehr ausführlich und eindrücklich und ist sicherlich allemal lesenswert. But who knows it's Lord...
Seid meinem letzten Eintrag ist einige Zeit vergangen stehe immer noch da zu.

Nur ist alles was technisch möglich ist auch richtig?
Das Bezweifle ich.
Dafür können aber Menschen nichts die ich retten kann.
ok, "hirntot" ist nicht "tot" im herkömmlichen sinne, aber es bedeutet "nicht mehr selbstständig lebensfähig" zu sein, und zudem keinen eigenen willen zu haben, keine gedanken mehr, eben gar nichts mehr .. und das ganze irreversibel ..
ein fleischklumpen sozusagen, dessen organe von maschinen funktionstüchtig gehalten werden, und mehr nicht ..
folglich ist "hirntot" gleichzusetzen mit "tot", obwohl es nicht wirklich das gleiche ist ..

drum bin ich für organspende, denn was soll ein fleischklumpen noch, mit durch maschinen funktionstüchtig gehaltenen organen !???  :?:

.. jemand anders kann dadurch wieder ein neu lebenswertes leben erhalten ..

 
Naja, dieser "Fleischklumpen" könnte möglicherweise der wichtigste Mensch in deinem Leben sein. Also Organe raus und Rest entsorgen, gelle...
Agneeta ließ mal meinen Beitrag bei "Christen & Organspende".
Ich empfinde Deine Äußerung "....was soll ein fleischklumpen noch...." als menschenunwürdig.

Das Gehirn ist ein Organ, wie Magen usw., Wissenschaftler streiten sich in der Zwischenzeit, "Hirntot" ist kein Tot, sondern Hirnversagen - der angeblich Tote ist ein Sterbender! Tote Organe können nicht verpflanzt werden - Widerspruch?
Wieso kann eine angeblich Hirntote, an Maschinen angeschlossen, noch ein gesundes Kind zur Welt bringen, wenn sie nach Deiner Auffassung nur noch ein........ist (es widerstrebt mir das Wort zu schreiben)!
Die Organtransplantation ist ein Wahnsinnsgeschaft, die, die fremde Organe erhielten sind lebenslang "Kranke"! Viele Organgempfänger berichten von Persönlichkeitsveränderungen?

Ja, ich kann nur für mich sprechen, weder würde ich ein Organ spenden, noch möchte ich mit dem "Kl..." anderer leben, dazu noch mit meinem Wissen, was sie durchmachen - man nahm den Menschen die Möglichkeit in Ruhe, Frieden und in Würde "gehen zu können"!
Zum Glück gibt es den Ausweis mit "nein" und eine Patientenverfügung.
@shekinah + @ataata: ok, das wort "fleischklumpen" war zu salopp gewählt, sorry, wenn es euch so gegen den strich geht, bin eben direkt, damit kommt nicht jeder klar, meine es aber nicht böse ..aber einfach nur deswegen so gewählt, um zu veranschaulichen, dass es kein mensch mehr im eigentlichen sinne ist .. denn ein mensch ohne hirn ist kein mensch mehr, weil alles was ihn ausmachte, nicht mehr da ist, kann nicht mehr da sein, weil die hirnfunktion fehlt ..

und ja @shekinah, auch wenn es der liebste mensch wäre, so würde ich ihm nicht zumuten wollen, so dahinzuvegetieren, ohne jegliches bewusstsein, bzw aussicht darauf .. damit täte ich ihm keinen gefallen, sondern es wäre lediglich egoistisch, wenn ich ihn nicht gehen lassen wollen würde ..
und wenn seine organe anderer leute leben wieder lebenswert machen können, was spricht dagegen!? es ist eine gute sache, und der "hirntote" mensch starb nicht so ganz "umsonst" .. ich hätte ein gutes gefühl, wenn seine organe anderen menschen helfen könnten ..
eine "persönlichkeitsveränderung" ist absoluter blödsinn, esotherisches zeugs, nix weiter ..und wenn man sichs dann auch fest einbildet, dann ist es wohl tatsöchlich so, reine kraft der gedanken! ;)

und genau so soll auch mit mir verfahren werden, das versteht sich von selbst ...

@ataata, ja ok, nenne ihn "sterbender", wenn du so willst, aber solange er an den apparaten hängt, darf/kann er nicht sterben :/  .. findest du das menschenwürdger?? ICH nicht :(

zitat von @ataata:
"Wieso kann eine angeblich Hirntote, an Maschinen angeschlossen, noch ein gesundes Kind zur Welt bringen" ..
na wieso wohl!? weil die apparate die körperfunktionen aufrecht erhalten! es sind nur maschinen, die beatmen und das herz schlagen lassen, etc ....
 
Also ich wäre da sehr vorsichtig, was den Zeitpunkt des Todes angeht, denn neue wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass mit dem Hirntod eben noch nicht alles vorbei ist und dass der Sterbeprozess doch länger dauert, als man immer angenommen hat. Ich möchte hier den Begriff "Beweise" vermeiden, denn das klänge dann wohl viel zu dogmatisch und auch überheblich.
Insgesamt gesehen wissen wir noch viel zu wenig darüber, was den so genannten irdischen Tod betrifft, um uns eine ausführliche Meinung darüber zu bilden. Dennoch scheint sich auch hier der Nebel langsam zu lichten, nicht zuletzt weil es inzwischen seriöse Wissenschaftler wie z,B. den ehemaligen Kardiologen Pim van Lommel gibt, die in diesem Zusammenhang zu neuen Erkenntnissen gelangten.
Es ist leicht gesagt, dass es kein Problem darstellt, einem für tot erklärten Organe zu entnehmen. Was aber wäre, wenn dieser es wirklich mitbekommt, dass er gerade ausgeschlachtet wird? Zweifel sollten also erlaubt sein.