Hallo und einen guten Abend,

ich habe im April 2017 meinen geliebten Schatz nach fast 40 Jahren leider verloren.
Wir haben 2 Kinder und 3 Enkel. Der kleinste Enkel wurde 1 Woche vor dem Ableben meines
Mannes geboren.

Ich lebe meine Trauer aus. Habe meine Rituale, die aber schon weniger geworden sind. Ich renne los, weine , klage Gott und die Welt an, danach bin ich erschöpft. Aber auch diese Tage werden weniger.

Doch meine tiefe Trauer ist noch in mir. Ich weine kurz und heftig vor mich hin, Rede mich meinem Liebsten und jammert und jammer....

Ich versuche mein Leben irgendwie hinzubekommen.

Inzwischen bin ich auch aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Ich konnte dort nicht mehr leben.

Doch auch hier in der neuen Wohnung ist natürlich meine Trauer präsent, aber irgendwie anders.

Hier war mein Mann nicht, hier bin ich, nur ich.

Für die Zukunft erhoffe ich mir, dass ich irgendwie wieder mit meinem Schmerz, Trauer und Verzweiflung klarkomme, dass es auch mehr und mehr einfach weniger wird.

Mein Mann wird immer in meinem Herzen leben. Aber auch ich möchte wieder erträglicher leben können.
Vielleicht ist ja hier Jemand, der noch weiss, wie ich besser mit der Trauer und dem Schmerz umgehen kann. Habe mit auch einige Trauerbücher gekauft, aber ist nicht so , wie ich erhofft habe.

Ich wünsche allen Trauernden , dass bald wieder eine bessere Zeit kommt.

Einen entspannten Abend noch.
Freundliche Grüsse
Papperlapapp1954 
 
Ich denke, besser als Du es machst, kann man es nicht machen und es wird mit Sicherheit eine bessere Zeit für Dich kommen.

Das, was Du jetzt durchlebst, braucht seine Zeit, aber eines darfst Du nicht vergessen: Alle Erinnerungen bleiben Dir, die kann Dir niemand nehmen und sie werden mit der Zeit immer schöner und wichtiger.

Schau doch mal in diesem Forum unter 'Umgang mit Trauer', dann wirst Du auf viele Menschen treffen, die das durchlebt haben, was Du jetzt durchmachst. Es wird Dir helfen.

Alles Gute für Dich!
Hallo und guten Tag Medianne,

vielen Dank für Deine netten Zeilen.

Ja, da hab ich auch schon mal geschaut.

Ich wünsche Dir auch alles Liebe und Gute.

Freundliche Grüsse
Papperlapapp1954 
Hallo Papperlapapp 54,

mein Mitgefühl, dein Beitrag hätte 1zu1 von mir sein können. In jedem einzelnen beschriebenen Punkt.
Ich weiß zwar nicht wie du besser mit deinem Schmerz und deiner Trauer umgehen kannst, das ist ja bei jedem anders. Aber ich kann dir sagen, wie es bei mir ist.
Auch mein geliebter Schatz ist, nach 50 wundervollen gemeinsamen Jahren, im letzten Jahr nach langem vergeblichem Hoffen verstorben.
Auch in meiner neuen Wohnung ist die Trauer jetzt anders präsent.
Auch ich habe Trauerbücher gekauft. z. B. "Was bei Trauer gut tut". Und "Meine Trauer wird dich finden" Beide von Roland Kachler, einem selbst betroffenen Psychotherapeuten, der aus eigener Erfahrung mit dem Tod seines Kindes schreibt.
Nicht schlecht aber auch bei mir nicht die Wirkung die ich erhofft hatte. Wenn ich traurig, wütend oder verzweifelt bin trommele ich schon mal auf die Tischplatte und kann mich nicht lange auf Bücher konzentrieren.

Ich war auch in der psycho-onkologischen Betreuung für Angehörige, 3 Sitzungen, Wirkung gleich Null.

Was mich in meiner Trauer allerdings weiter brachte, und deshalb schreibe ich dir, wozu ich mich sogar hier extra anmelden musste, ist ein Trauerkreis oder Trauer Kaffee zu dem man persönlich hingeht, nicht nur im Internet.
Habe nach einigem Suchen einen in der Nähe von Gießen gefunden.
20 Teilnehmer/innen, 1. Stunde Kaffee Kuchen, dann 1/2 Stunde Sachvortrag vom Moderator, danach 1 Stunde praktischer Erfahrungsaustausch unter den TN.
Anstelle, was ich anderswo auch erlebt habe, vieler zwar lieb gemeinter aber nichtssagender fürsorglicher oder frommer Sprüche. Man freut sich auf das nächste Treffen. Und telefoniert zwischendurch oder trifft sich mit anderen Betroffenen, wenn einem die Decke auf den Kopf fällt. Vielleicht gibt es ja so was auch bei dir in der Nähe.

Trotzdem frage ich oft, Engelchen, wo bist du und die Tränen kullern. Ausgelöst durch Bilder, Beobachtungen von Pärchen auf der Straße oder Szenen im Fernsehen. Oder Lieder im Radio.

Denke in erster Linie dankbar an das Schöne was du an deinem Schatz hattest und erst in zweiter an das, was du mit ihm verloren hast.
Auch das wurde mir erst im Trauerkreis so richtig bewusst.
Und noch was, es hätte ja auch andersrum kommen können. So konnte ich ihr im letzten gemeinsamen Jahr nochmal alles geben, wozu ich in der Lage war.
In diesem Sinn, es geht irgendwie weiter und es liegt an dir (uns) was wir draus machen.
Ich hab mal gelesen, der Mensch trifft im Leben ohnehin nur max. 2 bis 3 Personen, die ideal zu ihm passen. Sind wir froh, dass wir offenbar gleich die Nr. 1 fanden.

Also Papperlapapp 54,
Kopf hoch und liebe Grüße
Pedalist
Vielen lieben Dank für Deine herzlichen Worte.
Ich hab Dir privat geantwortet.

Viele Grüsse
Papperlapapp1954 
pedalist
Papperlapapp1954

das Ihr Euch HIER angemeldet habt,war schon einmal eine gute Idee.
Es gibt HIER einen Thread: Umgang mit Trauer,
da würde ich mal rein schauen.

Euch ganz viel Kraft !!!

mfg
Hallo!

Ich kann dich gut verstehen. Mir hat eine psychosomatische Kur zur Trauerbewältigung sehr geholfen wieder auf die Füße zu kommen.

Liebe Grüße vom Camper1955
Hallo Camper 1995,

Gratulation, so was habe ich ja auch gesucht. Habe 2 gehabt, aber alle aus der Klinik mit der für meinen Trauerfall uneffektiven, "psychoanalytischen" Vorgehensweise.
Ich suchte einen/ eine mit systemischem Ansatz. Wie Brigitte Lämmle, wenn du die noch von SWR 3 kennst und nicht einen der versucht in meiner Kindheit zu forschen. Ich hatte ja nie ein Problem in der Vergangenheit sondern einen Schock im Hier und Heute.
Schön, dass du offenbar gleich den Richtigen gefunden hast. Aber ich denke, jetzt brauch ich keinen mehr.
Liebe Grüße von pedalist
-Trauer ist Liebe die heimatlos geworden ist-

und jeder bewältigt sie anders,es gibt da kein Richtig oder Falsch, keine Zeit der Trauer, sie kommt und geht und wenn man glaubt sie im Griff zu haben, schlägt sie durch irgend ein Ereignis wieder gnadenlos zu .
Trotzdem sollte man sich Zeit lassen für die Trauer, das Gespräch mit Anderen suchen, wie pedalist schrieb in eine Trauergruppe gehen (jedoch nicht zu früh).