Dialekte und Hochsprache sind für mich verschiedene Schuhe.

Hier in Thüringen gibt es nicht nur regional Begriffe ,die bewahrt werden müssen, sondern eigentlich hat hier jedes Dorf dialektale Sonderbegriffe ,die man sich erklären lassen muss.
Die " Dörfler" sind meist sehr bemüht, ihr Sprachgut zu pflegen,oft kommt das vorallem zum Fasching zum Tragen ,da wird alles in Dialekt vorgetragen.

Jedoch finde ich es ebenso wichtig, sich ein gepflegtes und wortreiches Hochdeutsch anzueignen und das auch weiterzuentwickeln.

Mir selbst half ein Internats- aufenthalt( Abitur), der mich von Erfurt nach Eisenach katapultierte .
Dort fand ich einen Schmelztiegel aus vielen thüringischen Dialekten vor und wir setzten uns im Lernen von Altsprachen auch genauer mit unserer Muttersprache auseinander: Ausdruck, Aussprache usw.

Das war der Beginn meiner Liebe zur Muttersprache , die so mannigfaltig kreativ verwendbar ist, dass mich die Wortschöpfungen jedes Mal wieder faszinieren ,die man auch hier in den Foren zu lesen bekommt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass ich Deutsch über andere Sprachen stelle.Natürlich finde ich Englisch z.B. wichtig zur allgemeinen Verständigung. Ansatzweise lernte ich Spanisch und Polnisch (Reiselevel) und auch die türkische Sprache finde ich interessant ,weil sie schon von der Betonung und Grammatik her ganz anders daherkommt.

Werde ich aber per Werbung oder im Alltag mit dem so genannten Denglisch konfrontiert, mache ich mir schon Sorgen darüber, ob die Bewahrung der deutschen Sprache gelingen kann.

Ich finde, man ist hierzulande allzu bereit, zu viele Anglizismen u.a in die Sprache hineinzutragen. Mode scheint, sogar einheimische Produkte "gemixt" damit zu bewerben.

Dass jeder Stolz auf seine gepflegte Muttersprache ( egal ,welche)ist, ist wichtig ,wer sollte sonst zu ihrer Bewahrung antreten?
@Shekinah
Hier ist vor allem der Genitiv sehr unbeliebt, der oft durch den Dativ ersetzt wird. ( Siehe Buch: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod")
Traurig, dass auch "Muttersprachler", diese Fälle verwechseln. Aber auch in Presse und TV wird der Genitiv stiefmütterlich verunglimpft .
Man munkelt ,dass irgendwann sogar aus der Grammatik verschwindet ...vielleicht sogar offiziell verbannt wird, per Reform ?,Die Großschreibung könnte das eventuell auch betreffen ...
dennoch ist jede Sprache lebendig und ändert sich ständig.....
sie nimmt Begriffe von anderen Sprachen auf und gibt Begriffe an andere Sprachen ab.....

sogar unsere künstliche Schriftsprache verändert sich....
siehe die letzte Rechtschreib-Reform.....*seufz*...... *schüttel*..... :?
Aber unseren Marillenbrand hat die EU gesetzlich geschützt! :wink:
na den kann man ja schließlich auch trinken ohne zu reden @ Hawaii
.......und ab ner bestimmten Menge ist die Sprache dann eh nicht mehr verständlich *g*
Shekinah hat geschrieben: Wir haben Randen und nicht rote Beete


auch wir haben rote Beete nur, wenn der Farbkübel umfällt.

Rote Bete, oder rode Rum, wie der Franke sagt.


Ich weiß: selbst auf den Samentüten steht inzwischen "Beete".
Nein, nicht egal.
in Franken is es ja vielleicht nicht so
......aber ich seh da schon nen Unterschied zwischen rode Rum (obwohl der meiner Ansicht nach eher bräunlich ist)
und rode Ruam @ BB
"Ruam" wäre südbairisch, nicht fränkisch.
aha......na dann hätt ich jetzt gern a paar Rum ;-)
Shekinah hat geschrieben: In der Schweiz verschwinden nach und nach die vertrauten Ausdrücke, weil sie von den uns übergestülpten Ausdrücken durch Deutsche verdrängt werden. Unsere Sprachkultur ist durch Deutsch gefährdet.


Erst Yimas und dann Schwyzerdütsch, traurig aber wahr.
https://www.zeit.de/2018/14/deutsche-sp ... enz-wandel
er hat ja recht mit seinem Link.....

auf der anderen Seite:
wenn die deutsche Sprache noch hunderte von Jahren bestehen sollte - dann wäre das schonmal viel......

und mit dem englisch ist das auch so eine Sache:
wie viele Jahre wird englisch noch die Welt-Wirtschafts-Handels-Sprache sein ?
wie viele Jahre war französisch die Weltsprache ?
wie viele Jahrhunderte war Latein und griechisch die Welt-Handelssprache ?

und dennoch haben die einzelnen Länder - über die ganzen Jahrhunderte hinweg - ihre eigene Sprache behalten.....

das muss aber nicht so bleiben......

ich könnte mir vorstellen, dass es irgendwann - wenn die Globalisierung wieder mehr fortschreitet - eine einheitliche Internetsprache geben wird - und zwar für die gesamte Welt......

und jetzt dürft ihr mich hauen..... :lol:
wenn ich darüber nachdenke, wieviele Dialekte der deutschen Sprache ich verstehe, weil sie mir von Kind an mit auf den Weg gegeben wurden, dann kann ich mit Fug und Recht behaupten, ich bin mehrsprachlich aufgewachsen...

und ich mag es, wenn diese Ursprünglichkeit erhalten bleibt, erhalten bleiben sollte... mehr als zu solchen Situationen, wie es hier schon beschrieben wurde, z.B. zu Karneval

meine frühsprachliche Einführung in den Dialekt war einfach die Sprache meiner Großeltern, so wie sie es nicht anders kannten und halt sprachen. Meine Eltern haben schon großen Wert darauf gelegt, dass ich hochdeutsch spreche. Das Hörverstehen für den Dialekt habe ich mir behalten. Ich kann es noch ansatzweise sprechen, ich komme mir aber falsch dabei vor, als würd ich wollen und nicht können. Da bleibe ich lieber beim Verstehen und geniesse es, es doch hin und wieder so rheinisch ursprünglich zu hören. Ich mag das gerne :)
das geht mir genauso.....
ich verstehe sogar noch das Elsässische- wenn ich mich konzentriere und die französische Melodie ausblende .....Bayern und Schweizer müssen langsam sprechen - dann geht das auch ....

die norddeutschen Dialekte sind für mich rel. unverständlich....es hört sich für mich an wie eine Mischung aus englisch/holländisch/deutsch.....

deshalb glaube ich, dass Sprache (Dialekte) länderübergreifend wirken - d.h. nicht an eine Ländergrenze gebunden ist.....

als junge Frau war ich oben in der Münsteraner Ecke.....da war die holländische Grenze nicht so weit.....da habe ich beobachtet, wie sich Holländer auf holländisch und die Münsteraner sich mit ihrem Platt ? verständigen konnten...(es gab in dieser Ecke viele Pendler).....
kann ja sein daß Englisch nund die Wirtschaftssprache ist. Aber muß man nun alles auf englisch schreiben/sprechen/benennen? Es gibt für jedes einen deutschen Begriff. Immerhin wohnen wir hier in Deutschland.
Ich finde es schon schade genug daß hier in Köln kaum Dialekt gesprochen wird. Einige Musikgruppen singen zwar auf kölsch( oder was sie dafür halten) aber sonst...
Mir sind die Begriffe - Trottoir, Portomonnaie, Paraplue- aus meiner Kindheit bekannt. Stammen noch aus der Zeit als die Franzosen hier das Sagen hatten.
Meiner Meinung nach sollten wir uns wieder auf unsere Sprache besinnen.
Mir sind die Begriffe - Trottoir, Portomonnaie, Paraplue- aus meiner Kindheit bekannt. Stammen noch aus der Zeit als die Franzosen hier das Sagen hatten.
Meiner Meinung nach sollten wir uns wieder auf unsere Sprache besinnen


mir sind diese Begriffe noch von meiner Großmutter bekannt.....
doch wie das Rad zurückdrehen ?
das geht nicht - auch sprachlich nicht, denn Sprache ist etwas Lebendiges, d.h. etwas das sich ständig verändert........
cron