Ich bin nun erst kurz hier im Forum aktiv und doch fällt es wieder sehr auf - viele Menschen verstehen einander immer weniger.

Ich bin selbst kein Engelchen, was Flüchtigkeitsfehler angeht, hier geht es mir jedoch weniger um Groß- und Kleinschrift, das Vergessen oder Vertüdeln von Buchstaben - sondern mehr um Inhalte und ihre Verständlichkeit. Um Sinn und Bedeutung von Sätzen und ihrer offensichtlichen Färbung (Humor, Ernsthaftigkeit usw.) .

Aus meiner Sicht gibt es unter Deutschen leider einen eklatanten Mangel an Kenntnissen der eigenen Sprache. Und ich kann das nicht einmal unbedingt am Alter festmachen.
Dabei ist das Deutsche eine nicht nur sehr klare, sondern auch eine äußerst vielfältige und sehr poetische Sprache.
(Ok, VOR der - ähnlich einem Kropf - überflüssigen Rechtschreibreform :roll: )

Wenn ich hier oder anderswo in Diskussionen stöbere, begegnen mir immer wieder Beispiele, bei denen ich mir wünsche, unsere schöne Sprache würde wieder mehr in ihrem ganzen Umfang erlernt und genutzt. Das Deutsche hat so viele Worte für gleiche Inhalte, die Auswahl ist groß genug.

Beispiel: Der Ausdruck einer persönlichen Meinung - explizit von Pauschalierung/Verallgemeinerung unterschieden:
Es bieten sich viele Ausdrucksformen an, wie z. B. "Ich denke, dass", "meine ich", "finde ich", "so sehe ich das", "meiner Ansicht nach" usw. usf. etc. pp.
Oder Annahmen: "Vermutlich", "könnte sein", "möglicherweise", "evtl." usw. usf. etc. pp.

Missverständnisse fielen dann schon viel schwerer.
Klar kommt es immer darauf an, was der Autor eigentlich bezweckt.

Statt der klaren Kennzeichnung als persönliche Meinung werden z. B. eigene Gedanken leider oft als einfache Aussagesätze formuliert und gehen dann - ihrer grammatikalischen Natur nach - in Richtung Feststellungen, also allgemeingültig/pauschal. Das sorgt in Foren oft für Ärger. Kann sein, der Autor meint es anders, aber sein Gegenüber kann nunmal nicht Gedanken lesen. Was man sagen möchte, sollte schon in korrekter Form ausgedrückt werden, um verstanden werden zu können.

Satzbau, Satzstellung, Wortschatz, Satzzeichen, Homonyme (Wörter mit mehreren Bedeutungen), Satzaussagen (auch: Aussage- und Fragesatz), Erkennen (auch der Unterschiede) von Ironie, Sarkasmus, Zynismus usw.
Auch zitieren will gelernt sein, die inhaltliche , tatsächlich Aussage wird dabei leider oft verfälscht. Ob nun bewusst oder unbewusst.

Ich habe unzählige Diskussionen, Streitgespräche und auch Streitereien bis zur plumpen Provokationen im Internet verfolgt. Unsere Diskussionskultur lässt leider erheblich nach. Nicht Gewinn ist heute das Ziel von Gedankenaustausch - sondern Sieg. Wir machen Wettkämpfe, ja sogar teils passionierte Zänkerei, aus etwas, dass doch eigentlich allen zum Vorteil gereichen sollte... wenn, ja - wenn man das, was der andere von sich gibt, zunächst mal genau lesen und sich ein paar Gedanken dazu machen würde. Welche Worte wurden benutzt? Was ist die Aussage der Worte? Passen sie zur Unterhaltung? Könnten darin versehentliche Fehler sein? Ist hier gezielte Provokation drin? Gibt es Umschreibungen, die zum Selbstdenken anregen sollen?
Aber das kostet natürlich Zeit und Aufwand...
In einer Ära des Chats und seines immer Mehr an Geschwindigkeit und Vereinfachung werden Zeit und Aufwand immer seltener aufgebracht.

Wenn Diskussion nur noch ums Rechthaben und Besserwissen geht - ok, da reichen Denglisch oder Neusprech aus.

Wenn Diskussion aber - wie früher einmal - zum Gedankenaustausch gedacht ist; dazu, einander zu verstehen, Argumente auszutauschen, sie kennenzulernen und einmal gründlich zu durchdenken oder Kritik auszuhalten und in Ruhe zu analysieren (z. B. auch durch Nachfragen) - um womöglich bei allen Beteiligten letztlich einen Gewinn an Ideen, Impulsen, Innovation und Inspiration zu erreichen... dann brauchen wir wieder Sprachkultur.
Ein Zurück zu Wortschatz, Sprachgewandheit, vielfältige, aussagekräftige oder auch einfach heitere Wortwahl und vor allem den Willen, sein Gegenüber zu verstehen.

Es wäre nicht nur weniger anstrengend, sich nach Feierabend noch in Foren zu begeben, sondern auch erheblich friedlicher und reizvoller. *denk*

Allen einen schönen Feierabend. :wink:



"Denn wer die deutsche Sprache beherrscht,
wird einen Schimmel beschreiben
und dabei doch das Wort ,weiß‘ vermeiden können.“

- Kurt Tucholsky -
Ja, Hadante, ich kann Dir in jeder Hinsicht nur zustimmen. Unsere Sprache bietet so viele Ausdrucksmöglichkeiten, die aber heute kaum noch jemand beherrscht oder erkennt.

Wenn Du Dich hier ein wenig umschaust, wirst Du feststellen, dass hier viele Menschen sich einfach umgangssprachlich artikulieren. Ein 'Schriftdeutsch' ist nicht mehr so wirklich bekannt und schon gar nicht in seinen Feinheiten. 'Nein' heißt z.B. jetzt 'ne', 'nee' oder noch abenteuerlicher.

Ich habe aber gerade in Südafrika wieder erkennen müssen, dass auch die englische Sprache von den meisten Menschen nicht mehr korrekt gesprochen wird.

Vielleicht müssen wir uns tatsächlich damit abfinden, dass sich demnächst alle nur noch in Einfachstausdrücken artikulieren. :(
Ich muss gestehen, dass ich erst durch den Lateinunterricht die deutschen Grammatik verstanden habe - kein einfaches Unterfangen, was die Betroffenen sicher bestätigen können.
https://www.youtube.com/watch?v=DZ47gksnesc
Hallo zusammen,
sicher ist es wichtig in einem guten Deutsch zu schreiben. Aber ist es nicht erst einmal wichtiger, dass man sich überhaupt "überwindet" und schreibt. Worte können so schön und poetisch sein, leider aber auch verletzen und beleidigen.
Ich bin der Meinung, dass es zunächst wichtig ist, dass wir in ein Gespräch kommen, egal ob schreibend oder auch redend. Und dabei immer den Respekt vor dem Gegenüber haben, d.h. keine Beleidigungen, Verletzungen und Herabsetzung anderer. Und das ist sicher auch möglich in einer manchmal etwas lässigen Sprache.
Doch vielleicht sehe ich das auch etwas vereinfacht :)
Hadante
Du wirfst hier Form und Inhalt in einen Topf. Das sind zwei ganz verschiedene Dinge!

Es gibt user, die "in unserer schönen deutschen Sprache" perfekt formulierte Gemeinheiten von sich geben.

Mir sind kleine Fehler völlig egal wenn der Inhalt stimmig ist.
Was mich manchmall stört, sind flapsig hingeklotzte witzlose Dummheiten.
Ich finde es sehr freundlich, wenn die Schreiber aus Respekt vor ihren Lesern ihre Kommentare durchlesen, bevor sie sie in den Äther schicken.

Vor der Grammatik- und Schreibpolizei muss man sich nicht fürchten.
Wir haben die Schulbank bereits verlassen und kein Oberlehrer kann uns für Verfehlungen die Ohren langziehen.


Im Gegensatz zu unserem realen Umfeld, treffen wir in den Foren des Internets, insbesondere wenn das Thema kein Spezielles ist, auf Mitglieder aller möglichen sozialen und Bildungsschichten. Wen sollte ein solcher Appell denn erreichen? Für die, die ihn verstehen, ist er unnötig, die anderen verstehen ihn nicht so recht. Jeder weiß sich doch nur in dem Rahmen seiner Möglichkeiten auszudrücken.

Keiner wird vermutlich bewusst schlampig mit der Sprache umgehen. Und keiner wird die bessere Beherrschung dieses Metiers aus purer Arroganz heraus praktizieren. Wenn sich die sprachlich unterschiedlich Begabten dennoch das eine oder andere gegenseitig vorwerfen, nutzt es am Ende doch gar nichts und bringt nur weitere Frustration in die jeweiligen Lager.

Die interne Grüppchenbildung ist zu begrüßen, so dass alle auch Gleichbegabte und -gesinnte auf der sogenannten „Augenhöhe“ finden und sich gegenseitig in ihrem Sosein bestärken können. Leider aber dient dieses oft auch nur der gemeinschaftlichen Bestärkung der jeweiligen Vorurteile und gemeinschaftlicher Angriffe gegenüber den jeweils „andersbegabten“ Gruppierungen.


▬▬________


@ Hadantes Ansinnen, jeder möge explizit darauf hinweisen, dass das Geäußerte der eigenen Meinung entspricht, möchte ich ausdrücklich widersprechen. Es ist m.E. eine typisch weibliche Eigenart, sich diesbezüglich nach allen Seiten hin absichern zu wollen. Fehlt nur noch das Wörtchen „bloß“ – Ist ja bloß meine Meinung…?

Nein, wenn ich etwas äußere, von dessen Wahrheitsgehalt ich überzeugt bin, ist es doch klar, dass es MEINER Überzeugung entspricht und nicht der eines Anderen. Und weil ich von der Wahrheit des von mir Geäußerten überzeugt bin, setze ich meine Überzeugung ohne Selbstbeschränkung in die Welt.


Eine interessante Forderung, die Hadante stellt. Aber es muss etwas differenziert werden.
Zunächst die Rahmenbedingungen: Wir befinden uns im Internet. Die Kommunikation im Internet ist vom Gespräch zu unterscheiden; eine niedrige Hemmschwelle für Aggression, Geschwätz und weitere unangenehme Ausdrucksformen ist Bestandteil dieser Form. Ebenso selbstverständlich wird von vielen Nutzern nicht zwischen Chat und Forum unterschieden, so dass viel Müll im Forum landet (siehe z.B. P&L). Diese „Negativliste“ lässt sich weiter fortsetzen.

Sehen wir einmal von den Spezifika des Internet ab, so stellt Hadante fast nur Forderungen, die für jedes gute Gespräch gelten sollten. Ich denke, es handelt sich um „Die verlorene Kunst der Konversation“. (Das Thema wird schon von Laurie Anderson / Lou Reed besungen in „Lost Art of Conversation“). Sind aber die Voraussetzungen dafür noch gegeben?

Zunächst gehört zu einem Gespräch, dass ich zuhöre (bzw. entsprechende Rezeption im Internet) und verstehe. Wie es damit steht, mag jeder aus seiner Erfahrung selbst beurteilen.

Dann sollte die Information verarbeitet werden und ggf. eine Antwort erfolgen. Davon abgesehen, dass häufig schon das Verständnis fehlt, setzt der Prozess voraus, dass sorgfältig gedacht wird. Schludrigkeit im Denken kann nur Schludrigkeit im Reden nach sich ziehen.

In der Folge die Antwort dann grammatikalisch korrekt und mit den passenden Begriffen zu formulieren, hat jeder, der es wollte, in der Grundschule lernen können. Das ist keineswegs ein kaum zu erfüllender Anspruch. Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod – nur falls man nicht anders will!
Verdandi hat geschrieben: @ Hadantes Ansinnen, jeder möge explizit darauf hinweisen, dass das Geäußerte der eigenen Meinung entspricht, möchte ich ausdrücklich widersprechen. Es ist m.E. eine typisch weibliche Eigenart, sich diesbezüglich nach allen Seiten hin absichern zu wollen. Fehlt nur noch das Wörtchen „bloß“ – Ist ja bloß meine Meinung…?

Nein, wenn ich etwas äußere, von dessen Wahrheitsgehalt ich überzeugt bin, ist es doch klar, dass es MEINER Überzeugung entspricht und nicht der eines Anderen. Und weil ich von der Wahrheit des von mir Geäußerten überzeugt bin, setze ich meine Überzeugung ohne Selbstbeschränkung in die Welt.


Nur wird leider ganz oft die eigene Meinung in einer Form geäussert, die von den LeserInnen als allgemein gültig angesehen werden kann oder sogar soll ... und es macht schon einen Unterschied, ob ich lesen muss, dass ich dumm sei oder dass mich mein Gegenüber für dumm hält.
Hadante hat geschrieben: Ich bin nun erst kurz hier im Forum aktiv und doch fällt es wieder sehr auf - viele Menschen verstehen einander immer weniger.

Ich bin selbst kein Engelchen, was Flüchtigkeitsfehler angeht, hier geht es mir jedoch weniger um Groß- und Kleinschrift, das Vergessen oder Vertüdeln von Buchstaben - sondern mehr um Inhalte und ihre Verständlichkeit. Um Sinn und Bedeutung von Sätzen und ihrer offensichtlichen Färbung (Humor, Ernsthaftigkeit usw.) .

Aus meiner Sicht gibt es unter Deutschen leider einen eklatanten Mangel an Kenntnissen der eigenen Sprache. Und ich kann das nicht einmal unbedingt am Alter festmachen.
Dabei ist das Deutsche eine nicht nur sehr klare, sondern auch eine äußerst vielfältige und sehr poetische Sprache.
(Ok, VOR der - ähnlich einem Kropf - überflüssigen Rechtschreibreform :roll: )

Wenn ich hier oder anderswo in Diskussionen stöbere, begegnen mir immer wieder Beispiele, bei denen ich mir wünsche, unsere schöne Sprache würde wieder mehr in ihrem ganzen Umfang erlernt und genutzt. Das Deutsche hat so viele Worte für gleiche Inhalte, die Auswahl ist groß genug.

Beispiel: Der Ausdruck einer persönlichen Meinung - explizit von Pauschalierung/Verallgemeinerung unterschieden:
Es bieten sich viele Ausdrucksformen an, wie z. B. "Ich denke, dass", "meine ich", "finde ich", "so sehe ich das", "meiner Ansicht nach" usw. usf. etc. pp.
Oder Annahmen: "Vermutlich", "könnte sein", "möglicherweise", "evtl." usw. usf. etc. pp.

Missverständnisse fielen dann schon viel schwerer.
Klar kommt es immer darauf an, was der Autor eigentlich bezweckt.

Statt der klaren Kennzeichnung als persönliche Meinung werden z. B. eigene Gedanken leider oft als einfache Aussagesätze formuliert und gehen dann - ihrer grammatikalischen Natur nach - in Richtung Feststellungen, also allgemeingültig/pauschal. Das sorgt in Foren oft für Ärger. Kann sein, der Autor meint es anders, aber sein Gegenüber kann nunmal nicht Gedanken lesen. Was man sagen möchte, sollte schon in korrekter Form ausgedrückt werden, um verstanden werden zu können.

Satzbau, Satzstellung, Wortschatz, Satzzeichen, Homonyme (Wörter mit mehreren Bedeutungen), Satzaussagen (auch: Aussage- und Fragesatz), Erkennen (auch der Unterschiede) von Ironie, Sarkasmus, Zynismus usw.
Auch zitieren will gelernt sein, die inhaltliche , tatsächlich Aussage wird dabei leider oft verfälscht. Ob nun bewusst oder unbewusst.

Ich habe unzählige Diskussionen, Streitgespräche und auch Streitereien bis zur plumpen Provokationen im Internet verfolgt. Unsere Diskussionskultur lässt leider erheblich nach. Nicht Gewinn ist heute das Ziel von Gedankenaustausch - sondern Sieg. Wir machen Wettkämpfe, ja sogar teils passionierte Zänkerei, aus etwas, dass doch eigentlich allen zum Vorteil gereichen sollte... wenn, ja - wenn man das, was der andere von sich gibt, zunächst mal genau lesen und sich ein paar Gedanken dazu machen würde. Welche Worte wurden benutzt? Was ist die Aussage der Worte? Passen sie zur Unterhaltung? Könnten darin versehentliche Fehler sein? Ist hier gezielte Provokation drin? Gibt es Umschreibungen, die zum Selbstdenken anregen sollen?
Aber das kostet natürlich Zeit und Aufwand...
In einer Ära des Chats und seines immer Mehr an Geschwindigkeit und Vereinfachung werden Zeit und Aufwand immer seltener aufgebracht.

Wenn Diskussion nur noch ums Rechthaben und Besserwissen geht - ok, da reichen Denglisch oder Neusprech aus.

Wenn Diskussion aber - wie früher einmal - zum Gedankenaustausch gedacht ist; dazu, einander zu verstehen, Argumente auszutauschen, sie kennenzulernen und einmal gründlich zu durchdenken oder Kritik auszuhalten und in Ruhe zu analysieren (z. B. auch durch Nachfragen) - um womöglich bei allen Beteiligten letztlich einen Gewinn an Ideen, Impulsen, Innovation und Inspiration zu erreichen... dann brauchen wir wieder Sprachkultur.
Ein Zurück zu Wortschatz, Sprachgewandheit, vielfältige, aussagekräftige oder auch einfach heitere Wortwahl und vor allem den Willen, sein Gegenüber zu verstehen.

Es wäre nicht nur weniger anstrengend, sich nach Feierabend noch in Foren zu begeben, sondern auch erheblich friedlicher und reizvoller. *denk*

Allen einen schönen Feierabend. :wink:



"Denn wer die deutsche Sprache beherrscht,
wird einen Schimmel beschreiben
und dabei doch das Wort ,weiß‘ vermeiden können.“

- Kurt Tucholsky -


Es war ein sehr schöner und feinfühliger Beitrag, liebe Hadante. Es ist wirklich war, die deutsche Sprache kann so vielseitig und wunderschön sein! Brecht, Goethe, Busch, Heine… nur ein paar von meine Lieblinge zu erwähnen. Ich lese viel, liebe Gedichte und vergesse sogar manchmal dabei, dass meine deutsche Grammatik so miserabel ist, auch wenn ich mir so viel Mühe gebe. Deutsch ist nicht meine Muttersprache, das macht das Ganze noch schwieriger – aber ich bleibe dran.
Einen kleinen Gedankensprung: Warum sind Teller und Löffel männlich? Und Tassen und Gabeln weiblich?

In Zeit Online habe ich unter anderem gefunden: 1880 verfasste Mark Twain eine vernichtende Kritik in seinem Aufsatz Die schreckliche deutsche Sprache. "Es gibt ganz gewiss keine andere Sprache, die so unordentlich und systemlos daherkommt und dermassen jedem Zugriff entschlüpft", schrieb Twain. "Aufs Hilfloseste wird man in ihr hin und her geschwemmt, und wenn man glaubt, man habe endlich eine Regel zu fassen bekommen, die im tosenden Aufruhr der zehn Wortarten festen Boden zum Verschnaufen verspricht, blättert man um und liest: 'Der Lernende merke sich die folgenden Ausnahmen.' Man überfliegt die Liste und stellt fest, dass es mehr Ausnahmen als Beispiele für diese Regel gibt. Also springt man abermals über Bord, um nach einem neuen Ararat zu suchen, und was man findet, ist neuer Treibsand."
Die deutsche Sprache ist nicht einfach, das stimmt, aber man kann die deutsche Sprache lieben lernen. Und es gibt viele, ja sogar sehr viele gute Gründe, die deutsche Sprache zu lieben. Und mein Deutsch zu verbessern werde ich auch niemals aufgeben.

Nun als Schlusswort lasse ich Mascha Kaléko zum Wort, ich wünsche euch Allen einen wunderschönen, sonnigen Tag :)

Sozusagen grundlos vergnügt (Mascha Kaléko)
Ich freu mich, daß am Himmel Wolken ziehen
Und daß es regnet, hagelt, friert und schneit.
Ich freu mich auch zur grünen Jahreszeit,
Wenn Heckenrosen und Holunder blühen.
- Daß Amseln flöten und daß Immen summen,
Daß Mücken stechen und daß Brummer brummen.
Daß rote Luftballons ins Blaue steigen.
Daß Spatzen schwatzen. Und daß Fische schweigen.

Ich freu mich, daß der Mond am Himmel steht
Und daß die Sonne täglich neu aufgeht.
Daß Herbst dem Sommer folgt und Lenz dem Winter,
Gefällt mir wohl. Da steckt ein Sinn dahinter,
Wenn auch die Neunmalklugen ihn nicht sehn.
Man kann nicht alles mit dem Kopf verstehn!
Ich freue mich. Das ist des Lebens Sinn.
Ich freue mich vor allem, daß ich bin.

In mir ist alles aufgeräumt und heiter;
Die Diele blitzt. Das Feuer ist geschürt.
An solchem Tag erklettert man die Leiter,
Die von der Erde in den Himmel führt.
Da kann der Mensch, wie es ihm vorgeschrieben,
- Weil er sich selber liebt - den Nächsten lieben.
Ich freue mich, daß ich mich an das Schöne
und an das Wunder nie gewöhne.
Daß alles so erstaunlich bleibt, und neu!
Ich freu mich, daß ich . . . Daß ich mich freu.
Unsere Sprache ist vielfältig genug und auch so reich an Ausdrucksmöglichkeiten, genauso auch wie schwierig und wird auch teilweise durch "unlogische" Grammatikregeln erschwert. Die in einem Beitrag erwähnten Artikel-Regeln sind meines Erachtens manchmal deshalb unlogisch, weil in keiner Weise erklärbar.
Warum sind manche Gewässer mal weiblich, mal männlich?
der Ozean, das Meer, die See
der Rhein, die Donau, der Inn, die Saale usw.
Warum sind alle Hunderassen, mit ganz wenigen Ausnahmen, männlich?
Der Schäferhund, der Pudel, der Setter, der Collie etc.
2 Ausnahmen kenne ich: die Dogge, die Bracke ... warum bloß?

Um noch einmal auf die vielfältigen Möglichkeiten etwas auszudrücken zurück zu kommen. Leider sind heutzutage viele unserer Mitmenschen ganz einfach zu faul um sich dieses reichen Wortschatzes, der sich in unserer Sprache anbietet, zu bedienen?
2 Beispiele:
vieles, wenn nicht sogar alles was irgendwie gefällt bzw. positiv eingestuft wird ist immer nur COOL
wenn es schmeckt, gibt es keinerlei differenzierte Definitionen, es ist immer nur einfach LECKER

Muss das sein?
Sprache ist für mich die Visitenkarte.
Ein differenzierter Mensch  wird sich anders aussrücken als ein einfältiger.
Und der Wortschatz spricht für sich selbst........
Ja, auch die Kraftausdrücke haben ihre Berechtigung und sind teilweise bildreich und herzerfrischend !!

Aber : 
 Cool, geil, lecker
Spasti, Opfer, fuck

Das Internet leistet seinen Beitrag zur Simplifizierung.

Aber auch die Politiker :

Die kann Kanzler
Berlin kann Olympia
Deutschland kann Flüchtlinge  
Ich melde mich auch einmal zu Wort ...und bitte verzeiht die Grammatikfehler 

Die schleppe ich schon seit meiner Schulzeit mit mir herum , da ich aber keinen Beruf erlernt habe bei dem es zu 100% darauf an kommt ob ich in feinstem "Oxford" Deutsch einen Geschäftsbrief verfassen muss , war es mir bislang auch egal ob ich das korrekt hin bekomme

Nun wie kam das zu Stande ?

Meine ersten 4 Schuljahre verbrachte ich in einer Dorfschule und da lernten wir im Zeitraum 1969 - 1973 nach Sach und Tu-Wörter usw , und dann kam ich in die Realschule und die Deutschlehrerin sprach auf einmal von Verben , Präsenz , usw und was weis ich .
Einige der Mitschüler haben dann wohl Nachhilfe genommen oder die Eltern waren in Deutsch Grammatik bewandert   
Meine Mutter hat in den Kriegsjahren im 7 Schuljahr abgebrochen , weil Sie arbeiten gehen musste und mein Vater war wegen des Berufes unter der Woche nicht zu Hause

Also wenn dort vorne an der Tafel die Lehrerin irgendwas von Grammatik erzählt hat , habe ich Böhmische Dörfer verstanden , weil mir die Basic fehlte
was dann Jahre später auch der Grund wurde , als ich in Abendkursen der VHS die französische Sprache erlernen wollte , das ich nach dem dritten Semester abbrach    
inzwischen verstehe ich französisch , kann auch soweit normale Texte , beispielweise Speisekarte oder Tageszeitung lesen , aber mein Satzbau ,,, ach was soll's brauche es nur für den Urlaub um mal nach dem Weg zu fragen oder etwas zum essen oder trinken zu bestellen , dafür reicht es 

Was mich eigentlich an der Deutschen Sprache nervt , bzw an denen die Sie verkrampft hochtrabend nutzen wollen , aber es nicht können
Einige Wörter in der Deutschen Sprache entstammen englischer , französischer oder anderen Sprachen oder wurden eingedenglischt , z.b Handy . sagt jeder klar , englisches Wort
Ja ist es , Tatsache : es ist eine umgangliche Abkürzung für "Papiertaschentuch"

Wer Bürgersteig schreiben will , und es Nobler und Hochtrabender gestalten will , schreibt Troddewar ( ?? )  

Leute lasst es , wer diese Sprache nicht schreiben kann , sollte diese Wörter meiden     

Habe heute was dolles im Radio HR 1 gehört

Schüler der 9ten Klasse einer Realschule+ haben die Abschlussarbeit geschrieben die seinerzeits Schüler der 9ten Klasse im Jahre 1980 geschrieben haben

70% sind in Mathe , 80% in Deutsch durchgefallen

ich denke das erklärt einiges   
was hast du gegen das Wort Trottoir?
.........in Wien sagt kein Mensch "Bürgersteig" :roll:

Ich mag die deutsche Sprache in ihrer Vielfalt-
die kommt ja gerade daher, dass vieles auch aus anderen Sprachen übernommen wurde
Haha, Trodewar ist herrlich!

In Wien gibt es ganz viele Wörter, die Überbleibsel sind aus einer Zeit, in der Österreich ein Weltreich war.
In einem Vielvölkerstaat hinterlässt jedes Volk einige Teilchen der eigenen Sprache.
Sehr viel kommt aus dem Jiddischen, aus dem Tschechischen und anderen slawischen Sprachen, auch aus dem Italienischen und - eh klar - aus der feinen Hofsprache Frnzösisch.
Und eine ganze Menge kommt aus der Gaunersprache - sie war ein Geheimcode, als noch die kaiserlichen Spione ihre Ohren gespitzt haben.

Sprache ist wie ein Fluss - sie nimmt Nährstoffe mit auf ihrem Weg und eine Menge Geröll.
Kann man einen Fluss aufhalten?

Auf einige Anglizismen kann man fast nicht verzichten, weil es kein deutsches Wort dafür gibt.
Anklicken zum Beispiel - mir fällt dazu nichts Deutsches ein.
wisst Ihr woher das Wort Fissimatenten kommt?

In der napoleonischen Zeit haben die französischen Soldaten die Wienerinnen mit folgendem Spruch angebaggert - Visite ma tente - und die Wiener Mamas haben den Mädels die Fissimatenten verboten.

Oder woher kommt Gschamsterdina - Gehorsamster Diener
cron