@ Dick, nicht Trump ist neu in seinen Methoden, sondern er nutzt natürlich nur die neuen Methoden, die aufgrund der Digitalisierung, speziell Twitterisierung, der Medien heute zur Verfügung stehen.

In diesem offen nach außen hin praktizierten Ausmaß ist es tatsächlich, allerdings im schlechtesten Sinne, „innovativ“. Ich finde eher die Annahme naiv, zu glauben, dass sich hier lediglich etwas „wiederholt“. Und dass Kultur nicht bloß auf Kunst eingedampft werden kann, versteht sich doch von selbst.

Was die Demokratie betrifft, trittst Du bei mir bloß offene Türen ein; diese Ansicht habe ich überall schon vertreten und verteidigt. Da drohen von Amerika her keine Gefahren, nur Peinlichkeiten.

Man muss bei Demagogie deutlich unterscheiden zwischen „Form“ und „Inhalt“.
Die Nutzung sozialer Medienwie Twitter ist keine Volksverführung, die geschieht erst mit der Verbreitung der Inhalte (über diese Medien). Was ist nun das Besondere an D. Trump, weshalb war es ihm möglich, gegen alle Widerstände zu gewinnen?
Es waren sicherlich nicht die von ihm vertretenen Inhalte. Die waren weder neu noch besonders, nicht einmal besonders aufregend. Das lässt sich doch alles auf Webseiten (Breitbart etc.) und bei rechtspopulistischen Politikern finden, von denen keiner Präsident geworden wäre. Revolutionär war allerdings der Einsatz der digitalen Medien und sozialen Netzwerke.

- Twitter: Die Beschränkung auf wenige Zeichen geben seinen verkümmerten provokativen Botschaften den Anschein der sinnvollen Verkürzung. Die direkte Ansprache seiner Follower erscheint diesen als Ausdruck von Authentizität und einer direkten und engen Beziehung.

- „big seed“ Strategie (siehe Marketing!!): anders als bisher, wo die Verbreitung der Inhalte über die Ansprache von Schlüsselpersonen mit großer Gefolgschaft geschah, setzt Trump seine „Keime“ in ein riesiges Saatbeet aus Twitter und Facebook Followern, die seine Provokationen weitergeben. Allein auf Twitter hat das Saatbeet fast 20 Mio. Diese Methode ist direkt – Schlüsselpersonen in den Medien hat er ohnehin kaum – und verlässlich – falls eine oder mehrere Übermittler ausfallen, kein Problem.

- „micro targeting and big data“: ich hatte das oben kurz beschrieben und möchte zur Verdeutlichung einen Kommentar von Brad Parscale, Digital Director for the Trump campaign einfügen: We never fought for the popular vote. There was no economic reason, and there was no reason based off the system of our constitution to do so. We needed to win 270 [electoral votes], and to do so we needed to win in certain states, and we needed to target registered voters that had a low propensity to vote and a propensity to vote for Donald Trump if they come.


Damit dies alles funktioniert, muss er mit den vielen kleinen Gruppierungen richtig umgehen. Wie? – das beschreibt. M. Morlock oben.


Ich finde keineswegs, dass man bei Demagogie (wurde sie erst einmal als solche eruiert) zwischen Form und Inhalt unterscheiden muss. Ein Demagoge nutzt alle zur Verfügung stehenden wirksamen Formen, um Menschen zu manipulieren. Dabei kommt es gar nicht so sehr auf die „Inhalte“ an, die nicht erst zu diskutieren sind bzw. keine große Roller mehr spielen können, wenn bereits bekannt ist, dass sie keineswegs ehrlich und authentisch gemeint sind, sondern hauptsächlich der Manipulation dienen sollen.

Nein, das wirklich wichtige ist die Legitimation seiner Macht. Wie konnte es dazu kommen, dass er überhaupt in die Lage kam, Macht auszuüben? Da muss der Hebel jeder Untersuchung ansetzen, die das Ziel vor Augen hat, bestehende Missstände für die Zukunft zu beseitigen.

In einem demokratischen Rechtsstaat wie den USA, kann es (unabhängig vom konkret ausgestalteten Wahlsystem, über das man trefflich streiten kann) trotz bestehender einschlägiger, fest installierter demokratischer Säulen, wie den verfassungsgemäß garantierten Rechten, wie die Meinungs- und Pressefreiheit sowie eine dem Prinzip nach gut funktionierende und Verstöße sanktionierende Gewaltenteilung, zu Unregelmäßigkeiten kommen – die aber gerade wegen der vorgenannten Bedingungen offen gelegt und geahndet werden.

Im Gegensatz zu Putin und Erdogan kann Trump letztlich niemanden zum Schweigen bringen und nichts vertuschen. Seine Demagogie bewegt sich innerhalb der Freiräume seines Staates, die bekanntlich in den USA traditionell den „Selfmademen“ größere Ausgestaltungs- und Einflussmöglichkeiten belassen, als die in unseren europäischen Staaten, wo einer gewissen (inzwischen in Deutschland leider weniger als noch anderswo geltenden) sozialen Komponente, mittels entsprechender gesetzlicher Regelungen des gesellschaftlichen Lebens, doch einschränkende Funktionen zukommen.

Wichtig ist also, festzustellen, auf was genau sich das Handeln eines Demagogen erstreckt. Wenn wir den Fehler machen, Trump in eine Reihe mit den Herrschern totalitärer Unrechtstaaten einzuordnen, wird uns jedes vernünftige Augenmaß abhandenkommen, das bitter notwendig ist, um bestimmte Ziele wirksam zu verfolgen und zu erreichen.

Natürlich ist eine mit einem Trump geschlagene Demokratie nervenaufreibend. Da muss schon jedes präsidiale „Fake-News“-Bröckchen zigmal gedreht und gewendet werden, um es öffentlich als ad absurdum überführen zu können. Um einen rechtmäßig gewählten Präsidenten (wobei der unrechtmäßige externe Einfluss noch außerhalb der Betrachtung steht) des Amtes entheben zu können, sind von der Verfassung her aus guten Gründen Riesenhürden errichtet. Und wenn es nicht um Straftatbestände, sondern um blanke Unfähigkeit geht, durch die dem Staate Schaden droht, ist sogar ein Konsens zwischen den gegnerischen Parteien dieses Zweiparteiensystems gefordert. Aber es ist nicht unmöglich. Das System sieht es vor.

Undenkbar bei Putin oder Erdogan! Dort bräuchte es schon eines (immer unrechtmäßigen, wenn oft auch notwendigen) militärischen Putsches. Welch ein Unterschied. Demagogie muss also unbedingt auch im Kontext ihrer Bedingungen gesehen werden!

Was nun die „Volksverführung“ Trumps betrifft, muss man die heute bestehende Besonderheit im Fokus haben, die die sozialen Medien, insbesondere die Massenmedien Facebook und Twitter ihm bieten:

Ohne den Umweg (!) über diejenigen, die bisher und weiterhin auch in große Anzahl seriös dazwischen geschaltet sind, wie die Jounalisten und Chefredakteure, hat nun im Prinzip jeder im Fokus der Öffentlichkeit stehende Politiker die Möglichkeit, seine Botschaften direkt und ungefiltert an den Mann und die Frau zu bringen. Diese Möglichkeit besteht zwar nicht erst seit dem letzten US-Präsidentschaftswahlkampf, sondern schon einige Jährchen. Aber diese Möglichkeit wurde bisher noch nicht derart exzessiv genutzt wie durch Trump. Das ist brandneu!

Aber Trump ist kein intelligenter Demagoge. (Da nutzt auch keine intelligentere Entourage, die ihre Süppchen mit ihm kochen will.) Ein gewiefterer, der auch seinen eigenen Machterhalt weiter in der Zukunft ansiedelt, würde nicht derart aus dem Bauch, sondern wesentlich professioneller handeln. Von daher können die Amerikaner sogar vermutlich noch von Glück sagen, sich über diese Figur „bloß“ und sicher nicht sehr lange echauffieren zu müssen.

Der in Scherben darnieder liegende Porzellanladen der internationalen Beziehungen, insbesondere die zu Europa betreffend, ist aber „after Trump“ zunächst gründlich auszukehren und vollkommen neu einzurichten. Das kostet, nicht nur Geld sondern auch Überzeugungsarbeit.


Für mich ist allerdings Demagogie ein schwieriges und komplexes Problem. Zur Lösung eines Problems und zur Entwicklung möglicher erfolgversprechender Gegenmaßnahmen benötige ich zunächst eine weitestgehend vollständige Analyse; je bedeutender die Problematik umso sorgfältiger die Analyse! Entscheidungen „aus dem Bauch“ sind meist wenig erfolgversprechend.
Die Unterscheidung zwischen Form und Inhalt ist bei der Demagogie unverzichtbar. Ich will verhindern, dass die Volksverführer erfolgreich sind? Dazu muss ich verhindern, dass „ihre“ Inhalte bei den Zielgruppen ankommen – das bedeutet in der heutigen Zeit: ich muss erfolgreiches „content marketing“ verhindern.

Beispiel Trump: Seine Methoden wie beschrieben stammen im Wesentlichen aus dem Marketing. Da gibt es mass marketing, viral marketing, big seed marketing; letzteres in Verbindung mit dem Kommunikationskanal „social media“ ist einfach optimal.
https://www.google.de/search?q=kommunik ... 6304909495

Aber auch hierfür gibt es Gegenmittel. Die aktuellen Gegenmaßnahmen sind Trump-bashing, seine Qualifikation anzweifeln, auf besseres Wetter warten (Impeachment oder Trump Nachfolger), seine Wähler herabsetzen (arbeitslose weiße Männer ohne Ausbildung) etc. Dies sind Maßnahmen, die schon im Wahlkampf erfolglos waren und es nun umso mehr sind.

Trumps Legitimation? Trump-Erdogan-Putin: die Achse des Bösen? Das wären doch schöne Themen für die „Politik“. Dort könen dann auch die Anhänger der Demagogen mitmachen.


@ Dick

Stimmt, Trumps Methoden kommen aus dem Marketing, mag es auch noch so erklärtermaßen „authentisch“ daherkommen und treuherzig versichern, dass es (was eigentlich nur gekauft resp. gewählt werden will), „einfach nur Wissenswertes“ an den Klienten zu bringen habe… Werbung will gezielt beeinflussen, ob sie es nun mit betrügerischen oder scheinbar offengelegten Gründen und Mitteln eines „Content Marketing“ versucht: Es bleiben Aktionen versuchter Manipulation. Die will ich gar nicht verdammen, die kann und will zumindest in einem Rechtsstaat auch niemand verhindern. Man sollte bloß nicht unter den Tisch kehren, weshalb Manipulateure welche Inhalte aus welchen Ecken die betreffenden „Zielgruppen“ für sich einzunehmen versuchen. Dazu, die notwendigen Informationen zu recherchieren und offenzulegen, sind die übrigen Kräfte in einem Rechtsstaat legitimiert.

Wir müssen allerdings die Rahmenbedingungen verbessern, um eine möglichst große Transparenz für die Zielgruppen zu schaffen, egal ob es um umworbene potenzielle Käufer oder Wähler geht. Die Mittel müssen legitim sein. Dann ist es auch die daraus sich bildende Macht des Erfolgreichen.

Man wird aber eingefleischte Trump-Wähler, die eine einfache Sprache hören wollen, kaum anders erreichen, als mit ebensolcher – und damit hätten wir schon ein dickes fettes Problem: Komplizierte Zusammenhänge einfach aufzubereiten. Das ist zunächst sicher nicht unmöglich. – Wenn ich die Hintergründe für ein brandneues komplexes Thema in der Welt mal „verpasst“ habe (drei Tage keine Nachrichten vernommen, weil ich in der Pampa unterwegs war oder mit 40 Grad Fieber völlig desintessiert für alles andere im Bett herumlag), schaue ich mir gern mal eine seriöse Nachrichtensendung für Kinder an (ZDF/KIKA: „logo“) und schwupp – bin ich schnellstens über die Eckpunkte in Kenntnis gesetzt. Aber nun beginnt erst die Feinarabeit, mich über die komplizierten, oft einander beeinflussende Bedingungen zu informieren, mir diesbezüglich im zusätzlichen Austausch mit anderen allmählich eine eigene, aber bewusst falsifizierbar bleiben sollende Überzeugung von der Wirklichkeit zu bilden.

Wir haben hier aber nicht nur das Problem, dass so manche Zielgruppen nicht viel mehr als ein paar leicht merkbare, also populär formulierte Schlagzeilen (gern als Weck- und Schlachtrufe, z.B. im „BILD‘ Dir Deine Meinung!“-Format) verarbeiten wollen oder können, sondern dass wir, selbst wenn wir seriöse Informationsarbeit leisten wollen, uns auch noch auf diese Stufe hinab bewegen und alle zu transportierenden Inhalte in Häppchen unterhaltungsgerecht zuzubereiten haben, um dem in solchen Zielgruppen oft vorzufindenden Aufmerksamkeitsdefizit wirksam entgegenzuarbeiten. Was dafür alles als „zu schwierig zu vermitteln“ unter den Tisch gekehrt werden muss!

Also, das ist tatsächlich ein gewaltiges Problem! Da hilft eine sakastische Aufzählung der zugegebenermaßen wenig feinstimmigen staatlichen Abwehr- und Selbstschutzwaffen, wie...


>>...Trump-bashing, seine Qualifikation anzweifeln, auf besseres Wetter warten (Impeachment oder Trump Nachfolger), seine Wähler herabsetzen (arbeitslose weiße Männer ohne Ausbildung) etc.<<

... auch nicht – oder treffender gesagt: erst recht nicht viel weiter!

Ansetzen muss man mittelfristig auf jeden Fall bei der staatlichen Bildungsförderung. Entsprechende Anhebungen der einschlägigen Etats – als Silberstreifen am Horizont – sind allerdings derzeit nirgendwo in nennenswerter Größenordnung zu erkennen, oder? In den USA schon mal gar nicht, dort wird derzeit stattdessen die Rüstungswirtschaft auf Jahre hin gefördert.


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Du schreibst:

>> Trumps Legitimation? Trump-Erdogan-Putin: die Achse des Bösen? Das wären doch schöne Themen für die „Politik“. Dort könen dann auch die Anhänger der Demagogen mitmachen.<<

Genau! Deshalb bringen mich auch keine 10 Pferde dorthin. 8)

Apropos „Achse des Bösen“: Buschs „genial“ demagogische Wortschöpfung bezog sich selbst natürlich da nicht mit ein, sondern er sah sich ausdrücklich auf der gegenüberliegenden „Gutmenschen“-Seite stehen.

Im Unterschied zu seinem Nachfolger Trump, der von Anfang an erkennbar eine leider mit Macht ausgestattete Witzfigur ist, bei dem der Schlachtruf von der bösen Achse also schon von vornherein einen selbst-entlarvenden Charakter hätte und damit ohnehin obsolet wäre. Selbst Satiriker nehmen diese abgelutschte Metapher kaum mehr in den Mund, um ihrer Polemik nicht den allerletzten Drive zu rauben. :wink:

Ja, die Legitimation der Macht ist und bleibt das zentrale Problem in einer Demokratie, die sich keine Absonderung ihrer Gegner de jure erlauben darf, wenn sie sich nicht zugleich selbst ad absurdum führen will.

Aber wir können gern den Nebenschauplatz „Politische Verführung“ wieder verlassen, um uns wieder ästhetischeren Varianten zu widmen... :wink:


Der Eroberer

Ein Eroberer ist eine Person, die etwas (oder auch jemanden) in Besitz nimmt, das ihm bisher nicht gehörte. Der moderne Eroberer tut dies auch (fast) immer ohne jegliche Anwendung von Gewalt! Zumeist wird es dem Siegertyp nach der Eroberung schnell langweilig und er zieht weiter zur nächsten Eroberung (Bob Dylans Zeile „He took whatever he wanted to and he laid it all to waste“ trifft es recht gut). Dieser Typus des „Eroberers“ wird für mich beispielhaft dargestellt durch Jerome im Film „Claires Knie“ aus dem Zyklus der moralischen Erzählungen von Eric Rohmer.
https://www.youtube.com/watch?v=KLGpWN1elJ0
Er muss Claires verwundbarste Stelle erobern, sie zur „Aufgabe“ verführen. Und schließlich gelingt es auch durch die Intrige.
https://www.youtube.com/watch?v=Ed3O0_WbfJ4
Ich fand den Typus und Verhalten damals schon abstoßend und das hat sich bis heute nicht geändert.

Ergänzung: Diese einfache Sichtweise ist vermutlich zu simpel. Schaut man auf den Film aus der Perspektive der Filmkunst, so lässt sich eine Dialektik der Ausdrucksmittel „Wort“ und „Bild“ entdecken. Ich sehe die Filme aber lieber mit dem Herzen!
"Der Mensch kann wollen, was er will, er kann aber nicht tun, was er will." Schopenhauer
Der Verführer muss ihn zu einem Tun bewegen, das er eigentlich nicht will.
Ver-Führung. Er lenkt ihn vom eigentlichen Willen ab. Er führt ihn woanders hin. Hin zum Ziel des Verführers. Das kann natürlich auch durch Werbung geschehend, Schaffung von Wünschen, Versprechungen in der Politik usw..
In dieser "Nische" ist der Mensch höchst anfällig, im höchsten Grade verletzbar bei seinen eigenen Entscheidungen. Er handelt dann im Sinne des Verführers.
Felix
Schon zu Lebzeiten eine medizinische Legende? Darüber muss man nicht erbaut sein – und Leopold von Sacher-Masoch war es auch nicht. Dennoch wirkt er nach und erlebte schon mehrfach eine Renaissance. Zuletzt erfanden die Grazer zu seinen Ehren die Sacher-Masoch-Torte. Und in Lwiw (Lemberg), seinem Geburtsort trägt ein einschlägiges Café seinen Namen.
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ ... 79113.html
Aber schon in den 60ern setzte ihm Lou Reed ein musikalisches Denkmal.
https://www.youtube.com/watch?v=AwzaifhSw2c

Und die Verführung? Verführt die Herrin zu ihrem eigenen Vergnügen oder erhält sie ihre Rolle vom „Sklaven“ zu seinem Vergnügen? Es scheint, als gäbe es keine eindeutige Antwort, als wäre es ein Spiel mit wechselnden Rollen und „Dominanzen“. Ein recht vergnügliches Kammerspiel dazu hat Roman Polanski mit „Venus im Pelz“ abgeliefert, das diesen Vorgang sehr schön darstellt. Grundlage ist ein auf dem Original basierendes Theaterstück.
https://www.youtube.com/watch?v=Fuf5l0CcUiU
Auch wenn im Verlauf das Cross-Dressing, das Korsett und gar das Hundehalsband zum Einsatz kommen, ist alles doch fern jeder Pornographie. Eine Bacchantin und ein von sich überzeugter Regisseur – da ist die Rollenverteilung der Verführung klar. Und am Ende muss man Sacher-Masoch zustimmen: Gott hat ihn gestraft und hat ihn in eines Weibes Hände gegeben. (Diese Erfahrung musste vor ein paar Tausend Jahren schon der Holofernes machen wie uns die Bibel im Buch Judit berichtet).

Dass es nicht immer so leicht und vergnüglich ist, zeigt uns ein anderer Film. Es ist der Film „Secretary" mit James Spader und einer wirklich ganz großartigen Maggie Gyllenhaal. Der Film lässt nicht nur die Einsamkeit der Betroffenen erahnen, er zeigt auch, dass Macht und Ergebung die zwei Seiten der Medaille sind und dass manchmal ein „Safeword“ notwendig werden könnte.
https://www.youtube.com/watch?v=yo2FX0-5PD0
https://www.youtube.com/watch?v=r4vKN2iwcYM