Die meisten von uns sind Singles und leben allein in ihrer Wohnung, die oft noch der ehemaligen Familiengröße entspricht und zu groß geworden ist. Und nicht jede neue Beziehung ist auf Dauer angelegt, wir haben alle im Laufe der Zeit Gewohnheiten und Eigenheiten entwickelt, die Aufgabe der eigenen Wohnung ist heikel.
Deshalb haben wir für uns - bisher drei Singles - als Alternative für eine Rentner-WG entschieden. Hier hat jeder seine eigene kleine Wohnung als Rückzugsort, andere Räume und den Garten nutzen wir zusammen. Meist essen wir zusammen, haben mit unserem vielen Besuch lustige Runden am Eßtisch, machen Unternehmungen. In der jetzigen Zusammensetzung funktioniert das gut, jeder hat andere Fähigkeiten, Rücksicht und Hilfsbereitschaft ist selbstverständlich. Regeln brauchen wir für diese kleine Gemeinschaft nicht, es soll sich niemand eingeengt fühlen.
Wir haben niedrige Kosten, weil wir auch einiges, vom Auto bis zum Gästezimmer gemeinsam nutzen. Das Wohnen auf dem Land ist günstig, wir haben eine herrliche Umgebung im Fichtelgebirge und unsere lebendige Gemeinde hat eine gute Infrastruktur. Arbeitssuche wäre schwierig, betrifft uns aber nicht mehr.
Allerdings ist es eine große Entscheidung, seine bisherige Wohnung und soziales Umfeld aufzugeben - wir stammen alle nicht aus dieser Gegend.
Das Schwierigste ist es, die passenden Mitmenschen zu finden, mit denen man den Rest seines Lebens verbringen möchte. Viele haben aber auch abgehobene Ansprüche oder mehrere Haustiere. Allerdings ist dafür gesorgt, daß niemand ins Heim muß, wenn diverse Zipperlein kommen sollten.

Was haltet Ihr von dieser Alternative des Zusammenlebens?
Eine sehr schöne Alternative. Ich beschäftige mich auch schon länger mit dieser Idee, gemeinsam mit Freunden. Die Schwierigkeit ist, ein Objekt zu finden, das passt, d.h. das bereits abgeschlossene Wohneinheiten hat, denn den Rückzugsort finden wir auch sehr wichtig.
Hallo Kunata,

vor vor vier Jahren, als wir gezielt nach einem passenden Objekt suchten, gab es wesentlich mehr Angebote, inzwischen wären die Preise auch für uns unbezahlbar. Am Rand der Großstädte zu suchen, kann man sich ohnehin schenken, wenn man nur über selbstverdientes Geld verfügt.
Unser Haus brachte einige gute Voraussetzungen mit - eine grundsätzliche Sanierbarkeit, passende Größe, Umbauten waren nur in einem vernünftigen Rahmen nötig. Trotzdem, es war unendlich viel Arbeit und finanziell nur mit überwiegend Eigenleistung zu schaffen( Es ist auch noch nicht ganz fertig und wird es sicher auch nie, weil Wünsche wachsen.) Den Härtetest Baustelle hat meine Beziehung dann auch nicht überlebt. Aber ich bin schließlich nicht allein und lebe mit Menschen, die ich mag. Nichts zu bereuen!

Viel Glück bei Deinen Plänen im neuen Jahr!
lupinasolum hat geschrieben: Was haltet Ihr von dieser Alternative des Zusammenlebens?


Warum?
Ihr seid doch mit Euch völlig im Reinen, habt Euer Ideal gefunden.
Dass Du uns darüber berichtest.....ok und Danke fürs Mutmachen.
Es ist doch eine runde Sache, schreibst du.

Aber die Frage und den Grund dafür verstehe ich nicht.
Doch Zweifel ? Brauchst Du Bestätigung von außen?
Was passt nicht, dass Du uns hier nach unserer Meinung zu Deinem Wohnen/Leben fragst? Die Absicht ist mir schleierhaft
Danke liebe Lupinasolum für deine guten Wünsche und fürs Einstellen deines Beitrages. Das hat mich in meinem Vorhaben nochmal bestärkt.
Aktuell starte ich jetzt in die Phase mein Haus zu verkaufen, auch aus den von dir genannten Gründen: Haus zu groß, Kinder ausgezogen, hohe Belastung usw.
Ich werde mir als Zwischenlösung erstmal eine Wohnung suchen (falls mir nicht doch noch ganz schnell etwas passendes begegnet).
Soisses hat geschrieben:
lupinasolum hat geschrieben: Was haltet Ihr von dieser Alternative des Zusammenlebens?


Warum?
Ihr seid doch mit Euch völlig im Reinen, habt Euer Ideal gefunden.
Dass Du uns darüber berichtest.....ok und Danke fürs Mutmachen.
Es ist doch eine runde Sache, schreibst du.

Aber die Frage und den Grund dafür verstehe ich nicht.
Doch Zweifel ? Brauchst Du Bestätigung von außen?
Was passt nicht, dass Du uns hier nach unserer Meinung zu Deinem Wohnen/Leben fragst? Die Absicht ist mir schleierhaft


Hallo Soisses,

ich habe in diesem Zusammenhang eine Menge Erfahrungen gemacht, andere wahrscheinlich auch oder sie stehen noch am Anfang - warum soll man sich nicht darüber austauschen?
Es muß ja nicht jeder das Fahrrad neu erfinden und auch ich kann noch lernen!
lupinasolum hat geschrieben: Wir haben niedrige Kosten, weil wir auch einiges, vom Auto bis zum Gästezimmer gemeinsam nutzen


Niedrige Kosten.....im Vergleich wozu?

Wenn damit gemeint der Vergleich zum Einzelwohnen gemeint ist, ist das unterm Strich gerechnet nicht sehr wahrscheinlich bzw. nicht sehr gravierend.

Auto: Steuern ja. Bei der Versicherung wird es schon schwieriger, da die Benutzung durch mehrere Personen sich negativ auf die Höhe auswirken wird.
Reparaturen: einerseits ja, andererseits mehren sich durch die Mehrbelastung die Verschleißreparaturen.

Miete: Nicht unbedingt, da ja auch die Gemeinschaftsräume einschl. Gästezimmer mitfinanziert werden müssen. Je nach Einzelfällen kann dabei sogar letztlich eine Erhöhung der Gesamtmiete für den Einzelnen herauskommen. (wird es wahrscheinlich auch).

Strom/Heizung : für die neue kleine eigene Wohnung wahrscheinlich eine Ersparnis. Werden aber die Kosten für die Gemeinschaftsräume hinzugezogen,
wird sich für den einzelnen keine großartige Kostensenkung ergeben, eine Verteuerung ist wahrscheinlicher.

Wer glaubt, durch gemeinschaftliches Wohnen merkbar billiger zu leben,
muss sich das schon durch eine Milchmädchenrechnung schön rechnen.

Aber das Sparen sollte ja wohl nicht dabei im Vordergrund stehen.
Soisses,

Natürlich stehen die Kosten nicht im Vordergrund, sondern das Zusammenleben!

Trotzdem ist die Ersparnis für den Einzelnen nicht unerheblich, Neurentner haben immer weniger Einkommen, Erbschaften sind nun mal nicht gleichmäßig verteilt.

Konkret teilen sich viele Kosten: die Stromgrundgebühr, Telefon/Internet, GEZ, Müll... Ein Gästezimmer in der eigenen Wohnung kostet eine Menge Miete, hier nur die genutzten Tage, wir haben nur eine Waschmaschine und andere Geräte, was kaputt geht, wird gemeinsam neu angeschafft.
Derzeit bin ich aus gesundheitlichen Gründen meiner Mitbewohner die einzige Autofahrerin, Erledigungen werden möglichst zusammengelegt.
Oder ein Tausch: Arztfahrt gegen frischen Kuchen, den müssen wir sowieso zusammen essen, sonst wird er alt.
Der Aufwand, in der Regel für drei zu kochen, ist auch nicht wesentlich höher, als für den Einzelnen und wechselt, wer nicht kocht, bringt anschließend die Küche in Ordnung.
Letztendlich klamüsern wir nicht alles auseinander, wir sind Freunde, da haut keiner den anderen übers Ohr.
Eine sehr vernünftige Lösung, wenn man schon vorher getestet hat, ob man "sich riechen und ertragen" kann. :wink:
Hawaii,

Wir haben es ausprobiert!
Allerdings muß ich zugeben, das es bis zu unserer jetzigen Konstellation lang gedauert hat, bei vielen Interessenten stellte sich sofort oder später heraus, daß es nicht passte. Oder diese hatten Ansprüche, die wir nicht erfüllen können oder wollen.
Oder aber - jemand entscheidet sich gegen das Leben mit uns, wird aber zum immer wieder gern gesehenen Gast und Freund. Auch schön!

Heute reist wieder jemand nach zwei Wochen ab, wo es leider nicht genügend harmoniert. Aber die Dame hat die Feiertage nicht allein verbringen müssen und war - soweit sie es nicht ablehnte - eingebunden in unser Leben.
Ihr macht das gut! :wink:
lupinasolum hat geschrieben: .. Am Rand der Großstädte zu suchen, kann man sich ohnehin schenken, wenn man nur über selbstverdientes Geld verfügt..

Wie darf man das verstehen? :roll:

Zu deiner eigentlichen Frage: Wir haben das bereits gedanklich als eine von vielen Ideen durch gespielt. Für uns würde aber nur eine "Altrocker-WG" :P in Frage kommen, und zwar mit einem ganz bestimmten Schlag von Leuten. Da wir mehrere Wohneinheiten wie auch Nebengebäude unser eigen nennen, und auch im Alter über Einkommen verfügen, könnten wir im Falle einer angedachten WG den Mietzins frei nach eigenem Gusto gestalten. "Ständig aufeinander zu hocken" wäre erfahrungsgemäß sicherlich nicht unser Ziel, dass man sich aber in der Not gegenseitig hilft, ist und war schon immer selbstverständlich. Und trotzdem kann man sich gegenseitig bereichern, nicht anders kennen wir es..
Es gibt Arbeitseinkommen und leistungslose Einkommen - Mieterträge aus ererbten Häusern, Erbschaften allgemein, Zugewinnausgleich bei Scheidungen, Zinserträge, Dividenden....

Aus ersteren kann sich wohl kaum jemand ein Haus in und um München, Frankfurt oder Stuttgart leisten.

Aber Du hast Recht, jeder muß seinen eigenen Rückzugsbereich haben, ein WG-Zimmer mag als bescheidener und anpassungsfähiger Student für eine begrenzte Zeit ausreichend gewesen sein. Jetzt haben wir größere Ansprüche, dazu dürfen wir uns nach einem arbeitsreichen Leben auch bekennen. Es ist nur schwer, die verschiedenen Vorstellungen an Wohnqualität unter einen Hut zu bekommen, vor allem bei einem Neubau. Eine vorhandene Immobilie setzt von vornherein bauliche Grenzen.
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