Nun sei doch mal nicht so hart, @translation, zu den Menschen, die ein eher unrealistisches Selbstbild von sich haben. Habe ich nämlich auch. Mir werden meine 162 cm auch immer nur dann schmerzlich bewusst, wenn ich mal wieder nicht an die oberen Bücher rankomme :(
Ansonsten halte ich mich schon für die Größte überhaupt 8)

Und: Im Gegensatz zu Dir interessieren mich die meisten Mitreisenden im Zug schon, und ich würde auch mit fast jeder/jedem ein Gespräch führen wollen.
Dieses Interesse an den anderen Menschen meiner Generation hier hat mich wieder zu 50+ gebracht und hält mich auch weiter hier.
Ich finde den Vergleich unserer Mitgliedschaft bei 50plus mit einer Überraschungs-Zugreise sehr schön.
Ich stieg vor vielen Jahren in den 50plus-Zug ein, damals voller Erwartungen. Hastete nervös durch die Waggons, ohne mich auch mal irgendwo dazu zu setzen, ja, nicht einmal richtig aufzuschauen. Stieg oft wieder für längere Zeit aus, fand aber doch immer wieder einen Anschlusszug. Und so nach und nach entdeckte ich, dass sich da und dort ganz interessante Gespräche und Anregungen ergeben oder es einfach ein gemütliches, freundliches virtuelles Zusammensein im Chat gibt.
Kurz vor Corona machte ich erstmals auch bei einem Regionaltreffen mit (Minigolf), was wirklich Spaß machte.
Jetzt werde ich wohl mal doch ein Ticket lösen, auch wenn ich bisher für meine kostenlose Mitfahrt noch nie gerügt worden bin.
Nachdem ich schon viele Länder der Erde mit dem Zug und mit Bussen bereist habe, gefällt mir die Metapher auch für den Teil der Lebensreise, der hier gemeinsam mit den Mitgliedern von 50plus stattfindet, recht gut.

Wenn man die Community nicht nur als Baggerplattform betrachtet, sondern auch als ein Forum, auf dem man mit Textbeiträgen Handel treibt, um Diskussionspartnerschaften zu pflegen, wird Einem auch die Coronazeit nicht mehr langweilig, wo man vorher vielleicht nur nach dem beruflichen Feierabend hier etwas Zerstreuung gesucht und gefunden hat.

Um sich noch näher gegenseitig kennenzulernen, wäre vielleicht noch eine Videokonferenz sinnvoll, bei der man sich auch mit Mehreren gemeinsam einen Film anschauen und dabei schriftlich kommentieren könnte, wie es vereinzelt bereits angedacht wurde, ohne sich extra zu Zweit im stillen Kämmerlein ineinander verbeißen zu müssen, bis mans nicht mehr miteinander aushält, was im zunehmenden Alter sowieso immer schwieriger wird, wenn man darin nicht routiniert ist.

Gesamtheitlich gesehen, kann man die Mitglieder auch als eine große Familie ansehen, mit der man einen Ausflug in die ungewisse Zukunft unternimmt, wobei Einem mit der Zeit die sympathischen und unsympathischen gleichermaßen vertraut werden, sodass man sie am Ende gar nicht mehr missen will.
filofaxi, bei aller übergestüpten Romantik: Deine Erkenntnistheorie ist jene, die nur das als richtig akzeptiert, was durch die eigene schrittweise Analyse und logische Reflexion als plausibel verifiziert wird.

Damit bist Du einen weiten Schritt vorraus.

Wie meinte doch einst F. Nietzsche:
"Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave."

Trefflich streiten ließe sich nun was sich "für sich selbst" ableiten lässt. Das kann nur, so meine ich, für 50+ konsolidiert werden auf die reine Sachlichkeit im bewegten Zustand "wir fahren" :-))
"Romantisch" bedeutet ja erst mal nur, dass Etwas wie im Roman ist, wobei die Komödie immer tragisch beginnt und glücklich endet, während es bei der Tragödie andersrum der Fall ist. So gesehen kann man natürlich selbst die liebgewonnene Gewohnheit mit der Zeit auch leid werden, sodass man sie nicht mehr zu schätzen vermag.

Was die Anwendung des Erkenntnisverfahrens mittels von Plausibilität betrifft, so ist das nicht nur die von mir bevorzugte, sondern auch die von Anderen, mit denen ich mich gemeinsam auf dem Weg zur Erkenntnis befinde. Daher lehne ich es auch ab, mich mit Leuten darüber zu streiten, wer welche Rechte genießt, sondern gehe davon aus, dass Alle dieselben Rechte haben, sodass sich ein Streit darüber erübrigt.

Was dann unterm Strich übrig bleibt, ist ein gemeinsames Lebenswerk, was ich auf meiner Lebensreise mit meinen Mitreisenden teile. Insofern habe ich auch Niemandem Etwas voraus, sondern befinde mich immer mit ihnen auf Gleichstand, was das gemeinsam bewirkte Werk betrifft, wozu auch jedes Einzelgespräch zählt.

Ansonsten gehören die Tage, die ich gelebt habe und noch leben werde, mir und Denjenigen, mit denen ich sie verbringe, ganz und gar, anstatt nur zu einem Anteil, was bei der Zeit und der Aufmerksamkeit, die ich Jemandem mehr gewähre, als einem Anderen, natürlich anders ist. Aber auch da bedeutet „quantitativ mehr“ nicht unbedingt auch „qualitativ mehr“, sodass weniger des Einen manchmal auch mehr vom Anderen sein kann.