Eigentlich müßte sich ja diese so entscheidende Frage jeder Mensch selbst stellen und wohl auch die für ihn passende Antwort darauf finden.
Doch es scheint überhaupt kein Interesse zu geben, diese Frage überhaupt zu stellen. Viel lieber wird an den schlimmen politischen Verhältnissen und dem angeblich so desolaten Zustand der Welt herumkritisiert. Nur konnte mir bis jetzt noch keiner sagen, warum diese Frage und ihre Beantwortung nicht als persönliche Herausforderung betrachtet wird und warum sie so schwierig und wohl auch ungehörig erscheint. Die Einen erzählten mir, daß es so vieles gibt, was ihnen wichtig ist, oder sie sagen, daß man das so nicht beantworten kann, weil ja jedem Menschen etwas Anderes wichtig ist. So gesehen ist natürlich beides richtig und jeder kann wollen oder so leben wie er will, aber diese Antworten hatte ich ja selbst schon und sie waren nicht das, was ich wirklich suchte. Es mußte doch Antworten geben, denen alle zustimmen konnten, wenn Menschen zu einem selbstbestimmten Leben ja sagen können.
Meine liebe Freundin, Lehrerin und Heilerin, selbst schon fast hundert Jahre alt, sagte mir einmal, daß das Wichtigste im Leben ganz einfach das ist, selbst leben zu dürfen und glücklich zu sein. Die eigene Teilhabe am bewussten Leben und die damit verbundene Teilhabe am Schicksal war für sie das Wichtigste. Für Rosel, der Name meiner Freundin, bedeutete das aber auch, daß man weder in Erinnerungen schwelgen noch von einer besseren Zukunft träumen sollte. Hier und Jetzt muß man versuchen jeden geschenkten Augenblick des Lebens so intensiv wie möglich zu leben und tatkräftig dafür zu arbeiten. Sowohl Vergangenheit wie Zukunft sind Trugbilder der Zeit, nur die Gegenwart, das Jetzt ist wirklich real, weil man nur in ihr leben und wirklich alles neu gestalten kann.
Auf meine Frage, was sie heute noch bereuen würde, in ihrem doch schon so langen Leben? Da sagte sie, Ich bereue weder meine Fehler noch meine richtigen Entscheidungen, ich bereue nur was ich nicht selbst entschieden habe, obwohl ich es sollte. Das Leben bot mir immer eine Wahlmöglichkeit für all meine Entscheidungen, die ich aber oft gar nicht treffen wollte, die dann aber von anderen entschieden wurde, obwohl sie mich betrafen und ich sie auch anschließend leben oder bezahlen mußte. Durch die eigene Feigheit zustande gekommene Entscheidungen können nie verheilen, weil man sie ein Leben lang bereut. Egal wie intensiv man in dieser Sache auch auf sein Gegenüber eingeht und je mehr man auch versucht dessen Standpunkte oder Motive zu verstehen, man kommt sehr schnell vom Allgemeinen auf das Spezielle, vom Generellen zum Spezifischen. Jeder Mensch scheint in seinem Gemüt einen tiefen Brunnen zu besitzen, aus dem zu jeder Zeit seine vielen Wünsche nur so hervorsprudeln. Egal welchen Themen- oder Wunschkreis man auch anspricht, sofort wird im eigenen Brunnen nachgeschaut, ob nicht das Gleiche darin zu finden ist. Man könnte natürlich auch ein anderes Bild zeichnen, indem man die Innenwelten der Menschen, mit einem vom Sturm der Emotionen gepeitschten Ozean vergleicht, auf dem der Verstand in einem winzigen Boot herumtreibt und alle Hände voll zu tun hat um nicht unter zu gehen. In diesem Meer der unbewußten Gefühle und Antriebe, bilden zumeist nur die wenigen, glücklichen Seelenzustände feste Eilande und nur unsere Erinnerungen finden bewohnbare Inseln mit relativer Sicherheit. Selbst wenn ein Mensch auf so einer Insel der Zufriedenheit leben möchte, hält es ihn dort nicht lange. Entweder weil er dort für immer alleine bleiben müßte oder weil er vom Leben mehr verlangt als Sicherheit. Mit einem kleinen Boot mit dem Namen Verstand, einem Ruder namens Wunsch und dem Segel Hoffnung wird der Mensch immer wieder versuchen zu anderen Inseln, in Neue Welten oder zu anderen Menschen zu kommen.
Er weiß dabei eigentlich nie welche Wünsche oder Hoffnungen ihn wirklich dazu antreiben und er übersieht, daß es meistens die Flucht vor der Langeweile ist. Ihn treibt auch die Angst vor der eigenen Bedeutungslosigkeit und er hofft, daß selbst wenn er am Ziel ist und sich seine Wünsche dort nicht erfüllen oder versagt bleiben, damit er so zumindest dem Gefühl der eigenen Bedeutungslosigkeit und geistigen Langeweile entrinnen konnte.
Diese tiefe Angst vor der eigenen Wert- oder Bedeutungslosigkeit, treibt die meisten Menschen, ob bewußt oder unbewußt, entweder in ihre Lebenskrisen oder in Selbstüberschätzung. Sie flüchten entweder in Liebesabenteuer, in unglückliche Beziehungskisten oder in die finanziellen Schuldenfallen, die Unzahl von Familienzwiste und Beziehungsstreß oder in Revisionismus. So wird eigentlich jeder, der seinen echten Eigenwert und die Sinnhaftigkeit seines Lebens nicht in sich selbst findet, zum Beziehungschaoten oder Unglücksmagneten, nur um im Mittelpunkt zu stehen und die Welt auf sich aufmerksam zu machen. Und solange ihm diese innere Gewißheit fehlt wird es ihn um- und weitertreiben bei seiner Suche nach Glück und Beständigkeit. Die Frage die sich jetzt stellt ist natürlich die, warum werden Menschen eigentlich immer von irgendwelchen Wünschen getrieben und zwar sowohl von den eigenen wie den von anderen?
Warum kann niemand mit dem zufrieden sein was er hat oder selbst und alleine erreichen kann?
Über diese Fragen haben schon die alten Griechen philosophiert und sie erkannten, daß in jeder menschlichen Seele ein mächtiges Ungeheuer lebt, dem sie den Namen >>Medusa<< gaben. Jeder der diese Ungeheuer ansah, erstarrte augenblicklich zu Stein. Im heutigen Sprachgebrauch würde man dieses Bildnis des „zu Stein erstarren“ wohl als krankhafte Fixierung bezeichnen. Dieses Ungeheuer >>Medusa<< war eine Halbgöttin und somit auch fast unsterblich und solange sie mit ihren Füßen auf der Erde stand, konnte man so viele ihrer Köpfe abschlagen, wie man wollte, es wuchsen ihr sofort zwei neue an der gleichen Stelle nach. Wir kennen das auch unter der Redewendung:
„Jeder Wunsch der erfüllt, gebiert augenblicklich Junge!“
Der griechische Held Perseus besiegte jedoch die Medusa, indem er ihr einen Spiegel vorhielt, um sie durch den Anblick ihres eigenen Spiegelbildes zu versteinern. Danach hob er die Medusa hoch über seinen Kopf, um ihren Kraftfluß mit der Erde zu unterbrechen, um sie zu erwürgen und danach ihrem Kopf abzuschlagen. Das Ganze mußte er natürlich vollbringen ohne die Medusa anzublicken und deshalb mußte er ihren abgeschlagenen Kopf, weil er immer noch versteinern konnte, in eine dicht schließende Büchse packen. Damit war das reale und versteinernde Entsetzen in ein Gefäß gebannt, das wir bis heute, nach ihrem letzten Besitzer, als >>Büchse der Pandora<< kennen.
Wozu erzähle ich eigentlich diese alten Geschichten von Medusa und einer Büchse der Pandora. Nun zum einen wohl gerade deswegen, weil sie schon so alt und lehrreich sind und zum anderen, weil sie zeigen, daß all unsere Wünsche irgendwie immer mit unseren Augen, dem Sehen und mit unserer GIER zusammenhängen. Was man nämlich nicht gesehen hat, das kann auch nicht unsere Besitzgier erwecken, oder was man sich nicht vorstellen kann das kann man sich auch nicht wünschen. Das scheint mir der Schlüssel zu sein, wie man seine Wünsche in den Griff bekommen kann.
Wir brauchen dazu eigentlich nur dem Beispiel von Perseus zu folgen.
Allerdings sollten wir den alten Begriff >>Medusa<<, durch Kauf- und Konsumsucht ersetzen und ihre Erdung, durch das Wort Geld. Wenn wir uns dann noch vorstellen können, daß eigentlich jedes Schaufenster oder jede Werbesendung im Fernsehen nur ein Spiegel ist, der uns vorgehalten wird und uns selbst in unserer Wunschwelt fixiert. Interessant ist das Bild, das der Begriff von der >>Büchse der Pandora<<, hinterläßt. Abgesehen davon, daß der Volksmund die weiblichen Genitalien auch als Büchse bezeichnet, ist es wichtiger was man darunter versteht, wenn jemand ausgebüchst also entwischt, ist. Gilt das auch für unsere Augen, deren Blick etwas gesehen haben, das uns nicht mehr losläßt?
Den Begriff Pan kennen auch als Bezeichnung für den Gott der wilden ungezähmten Natur. Und Pan ist auch derjenige, der einsame und erschöpfte Wanderer, so gern in Panik versetzt. Beim Begriff -dora wird es schwieriger, weil es mehrere Möglichkeiten einer Zuordnung gibt. Ich will mich auf die für mich wahrscheinlichste Herleitung beschränken.
Das sogenannte O-dora ist ein uralter, europäischer Name, der kanarischen Ureinwohner, für die universelle Lebenskraft, das Fluidum des Lebens. Odora würde man heute auch als Seelenstoff, Chi, Prana, Od, Od-hin, oder Odin bezeichnen. Genauso interessant ist der Begriff >>Per-seus<<. Die lateinischen Wörter >>per<< bedeuten „für oder durch“ und das >>seus<< bedeutet „sich selbst“. Perseus heißt also nur >>Durch sich selbst“ oder >>Für sich selbst<<. Die >>Büchse der Pandora<< ist also ein Synonym für eine >>versteinernde, innere Panikattacke, eine vor Schreck erstarrte Seele<<, wenn man einer bestimmten Situation ausgesetzt wird und die man nur selbst vermeiden oder überwinden kann.
Dazu fällt mir eine schöne Stelle aus der Edda ein:
Neun Nächte hing ich am windkalten Baum,
Ich, >>geweiht mir selber!<<
Man muß alles im Leben, also auch seine eigenen Wünsche durch sich selbst erfüllen, oder eben selbst besiegen. Das kann man aber nur indem man entscheidet ob sie es wert sind unsere knappe Lebenszeit mit der Jagd nach ihnen zu vergeuden, wenn nicht, dann müssen wir sie in unserem Herzen fest verschlossen halten. Die Büchse mit dem Wünschenn des Kaufrauschens und der Konsumgier wegzuschließen verheißt innere Demut und Bescheidenheit.
Fumaria1 hat geschrieben: Man muß alles im Leben, also auch seine eigenen Wünsche durch sich selbst erfüllen,
oder eben selbst besiegen
. Das kann man aber nur indem man entscheidet ob sie es wert sind unsere knappe Lebenszeit mit der Jagd nach ihnen zu vergeuden, wenn nicht, dann müssen wir sie in unserem Herzen fest verschlossen halten. Die Büchse mit dem Wünschen des Kaufrauschens und der Konsumgier wegzuschließen verheißt innere Demut und Bescheidenheit..


Weise weise :D ...
Eher pragmatisch, denn am Ende geht es immer nur um die eigene ""Verzeitung""
Denn nach buddhstischer Lehre ist es unsere eigene Gier oder "Wunschnatur," die sowohl Qualität und Ort unseres nächsten Lebens bestimmen sollen, weil wir dann in Familien geboren werden, die uns das dann vorleben. 8)
Ja, nun ... klar kann man einen griechischen Namen (Perseus) auf lateinisch erklären, oder sich über Odor/Odeur auslassen, wenn man schon über Pan nichts weiß.
Das ist alles sehr unterhaltsam, und in der richtigen Stimmung kann man da schon auch mal stundenlang zuhören, dann sein Glas austrinken und sich zur Ruhe betten in dem Bewusstsein, sich von einem begnadeten Märchenerzähler prächtig unterhalten lassen zu haben.

Und vielleicht blitzt kurz vor dem Einschlafen noch die Erkenntnis auf, dass zur Eingangsfrage resp. der Überschrift, also dem Thema "was wichtig ist" mal wieder so gar nix substanzielles gesagt wurde, außer halt gut klingendes Gedöns drum rum. Wie halt nicht zum ersten Mal.

Die "tiefe Angst vor der eigenen Bedeutungslosigkeit" ... mag für manche wahrhaft der Horror zu sein.
Sich nicht so arg wichtig nehmen zu dürfen, kann aber auch als Geschenk wahrgenommen werden.
Ein Tropfen im Ozean, aber mit einem individuellen Bewusstsein ausgestattet - das find ich faszinierend.
Und in manchen Lebenslagen auch wichtig.
>> Ein Tropfen im Ozean, aber mit einem individuellen Bewusstsein ausgestattet - das find ich faszinierend. <<
Nun wenn man den Körper im Kleinen mit dem Ozean im Großen gleich zu setzen vermag, dann versteht man vielleicht, dass auch jede Zelle wie jeder Tropfen ihn eigenes kleines Bewußtsein haben könnte. Darauf beruht ja auch die Meinung über das Krebsgeschehen, dass einzelne Zellen sich plötzlich wichtiger nehmen.
Was ist im Leben wichtig - "so zu leben, als wäre jeder Tag der letzte" (sagte irgend ein weiser Mensch) - aus der Bude ggf. raus/weg aus dem eigenen gedanklichen Gefängnis!

Für mich heißt das, meinen Lebenshunger zu stillen und nach einem langen Arbeitsleben ein wenig die Welt zu erkunden. In 10 Tagen sitze ich erneut für 12 Stunden im Flieger - ich winke Euch mal! :D

Aber genauso wichtig ist auch, mit sich im Inneren im Reinen zu sein!
Schön dass Du noch "Lebenshunger" hast, der Dich antreibt, fast könnte ich neidisch werden. *lach*
Spaß bei Seite, mein Hunger ist gestillt und ich genieße es heute satt und zufrieden zu sein . 8)
Das Wichtigste im Leben ist Gesundheit oder ein Zurechtkommen mit Krankheit. 
Ohne das stellen sich viele Fragen gar nicht.

Wenn ich aus deinem Beitrag herausgreifen darf, Fumaria, dann habe ich Gott sei Dank
früh gelernt und mich früh getraut, eigene Entscheidungen zu treffen. Nicht zu warten,
nichts auszusitzen.  Das treffen von Entscheidungen ist es, was einen selbstbewußt macht
und dem eigenen Leben Wert und Bedeutung gibt. Sich nicht in die Hände anderer zu begeben und später mit seinem Schicksal zu hadern. Eigene Entscheidungen treffen und dazu stehen.

Das ist mein Geheimrezept.

Allerdings nicht kopflos und unüberlegt, sondern mit der richtigen Faktenfindung und evtl. Beratschlagung mit Freunden oder Fachleuten.

Das macht zufrieden und gleichzeitig Mut für unkonventionelle Wege und neuen Entscheidungen 
:-))))   
>> Das Wichtigste im Leben ist Gesundheit oder ein Zurechtkommen mit Krankheit.
Ohne das stellen sich viele Fragen gar nicht. <<


Meiner Meinung nach hängt das alles von und mit unseren inneren Konflikten zusammen, denn nur diese ungelösten Konflikte führen überhaupt erst zu Krankheiten oder gefährden unsere Gesundheit und Lebensart. Deswegen ist und wird auch die Informationsmedizin zusammen mit der Hopa mit ihren vielfältigen Konfliktlösungspotetialen eine Frage der Zukunft für jeden Einzelnen. Allein schon wegen den geringen Kosten bei ihrer Anwendung.
Medizin, Pharmaindustrie ist eine aufstrebende Wirtschaft.......
Meinst Du, sie hätten an Änderungen Interesse?
Meine Devise: Ich informiere mich, helfe mir selbst - so gut es geht!
Der einzigste Arzt, der mich regelmäßig sieht, ist der Zahnarzt :D
Vielleicht bin ich deshalb gesund :wink:
@ Fumaria
Du kennst sicher DAHLKE mit seiner Theorie, dass jede Krankheit quasi eine Metapher ist ?

Was denkst Du, welcher Metapher hinter Asthma steckt ?
( Wobei die äusseren Schadstoffe sicher als Mitverursacher nicht ganz zu leugnen sind....)
Meistens, vor Wut die Luft anhalten, oder vor Angst verschlägt es einem den Atem, da bleibt einem die Luft weg.
Nachtrag:
Di Lunge ist das Konflikt-Organ für Lebensangst,und da ein Asthmatiker ja nicht ausatmen kann, will oder muß er sich aufblähen um von der Umwelt zu bekommen was er will.
A propos "Konflikte" ...
Fumaria1 hat geschrieben: es gibt nur wenig, das sich notfalls nicht mit einem Baseballschläger auch wieder gerade richten lässt.

... und der Astroberater hat da sicher auch eine Hopa-Variante im Ärmel.
Vom BBS, meine ich. :roll:
Jedenfalls jede Menge Hoppla-Varianten...
Was im Leben wichtig ist...
Hm.
Wichtig ist, das zu berkommen, was man braucht und nicht unbedingt das , was man will.

Wenn der Übergqang vom Brauchen zum Wollen nur etwas deutlicher wäre!
Eines weiß ich ganz gewiß - einen Baseballschläger brauche ich sicher nicht als Konfliktlöser.

Ich hoffe, ihn nicht zu brauchen...

Aber das ist eine andere Geschichte.
cron