............aus Liebe zur Weisheit :-)


Der Sorgenbaum

Einst, als das Wetter schlecht und die Ernte missraten war, litt ein kleines Dorf besonders unter der Not. Die Stimmung war gedrückt, und jedem Bewohner schien es, als leider er am meisten unter der Situation. Schließlich befragten die Ältesten einen Einsiedler in einer nahegelegenen Klause, wie sie aus der allgemeinen Niedergeschlagenheit herauskommen könnten.

Der Weise antwortete: „Wenn denn jeder meint, das Schicksal habe ihm die schwerste Last auferlegt, dann soll jeder seine Sorgen und Nöte zu einem Paket schnüren und es an die alte Linde in der Mitte des Dorfes hängen. Er darf sich dafür das Päckchen eines anderen nehmen.“

Gesagt, getan. Jeder hängte seine Sorgen an den Baum und nahm sich ein anderes Päckchen. Doch wie überrascht waren alle, als sie die fremden Pakete zu Hause öffneten und feststellten, dass die Sorgen darin so viel größer waren als die eigenen!

Und so eilte jeder leise zu dem Baum zurück, hängte das fremde Päckchen an einen Ast, suchte sich dann sein eigenes und ging zufrieden nach Hause.
Es war einmal ein alter Mann, der zur Zeit Laotse in einem kleinen chinesischen Dorf lebte. Der Mann lebte zusammen mit seinem einzigen Sohn in einer kleinen Hütte am Rande des Dorfes. Ihr einziger Besitz war ein wunderschöner Hengst, um den sie von allen im Dorf beneidet wurden. Es gab schon unzählige Kaufangebote, diese wurden jedoch immer strickt abgelehnt.

Das Pferd wurde bei der Erntearbeit gebraucht und es gehörte zur Familie, fast wie ein Freund. Eines Tages war der Hengst verschwunden.
 Nachbarn kamen und sagten: ” Du Dummkopf, warum hast du das Pferd nicht verkauft? Nun ist es weg, die Ernte ist einzubringen und du hast gar nichts mehr, weder Pferd noch Geld für einen Helfer.
Was für ein Unglück!”
Der alte Mann schaute sie an und sagte nur: “Unglück – Mal sehen, denn wer weiß?

  Das Leben geht seinen eigenen Weg, man soll nicht urteilen und kann nur vertrauen.” Das Leben musste jetzt ohne Pferd weitergehen und da gerade Erntezeit war bedeutete das unheimliche Anstrengungen für Vater und Sohn. Es war fraglich ob sie es schaffen würden die ganze Ernte einzubringen. Ein paar Tage später war der Hengst wieder da, und mit ihm war ein Wildpferd gekommen, das sich dem Hengst angeschlossen hatte. Jetzt waren die Leute im Dorf begeistert. “Du hast Recht gehabt”, sagten sie zu dem alten Mann.
Das Unglück war in Wirklichkeit ein
Glück. Dieses herrliche Wildpferd als Geschenk des Himmels, nun bist du ein reicher Mann…” Der Alte sagte nur: “Glück – Mal sehen, denn wer weiß? Das Leben geht seinen eigenen Weg, man soll
nicht urteilen und kann nur vertrauen.” Die Dorfbewohner schüttelten den Kopf über den wunderlichen Alten. Warum konnte er nicht sehen, was für ein unglaubliches Glück ihm widerfahren war?

Am nächsten Tag begann der Sohn des alten Mannes, das neue Wildpferd zu zähmen und zuzureiten. Beim ersten Ausritt warf ihn dieses so heftig ab,
dass er sich beide Beine brach. Die Nachbarn im Dorf versammelten sich und sagten zu dem alten Mann: “Du hast Recht gehabt.
Das Glück hat sich als Unglück erwiesen, dein einziger Sohn ist jetzt ein Krüppel. Und wer soll nun auf deine alten Tage für dich sorgen?’
Aber der Alte blieb gelassen und sagte zu den Leuten im Dorf: “Unglück – Mal sehen, denn wer weiß? Das Leben geht seinen eigenen Weg, man soll nicht urteilen und kann nur vertrauen.”

Es war jetzt alleine am alten Mann die restliche Ernte einzubringen. Zumindest war das neue Pferd soweit gezähmt das er es als zweites Zugtier für den Pflug nutzen konnte. Mit viel Schweiß und Arbeit bis in die Dunkelheit sicherte er das Auskommen für sich und seinen Sohn.
Ein paar Wochen später begann ein Krieg. Der König brauchte Soldaten, und alle wehrpflichtigen jungen Männer im Dorf wurden in die Armee gezwungen.
Nur den Sohn des alten Mannes holten sie nicht ab, denn den konnten sie an seinen Krücken nicht gebrauchen. “Ach, was hast du wieder für ein Glück gehabt!”‘ riefen die Leute im Dorf.

Der Alte sagte: ” Mal sehen, denn wer weiß? Aber ich vertraue darauf das das Glück am Ende bei dem ist, der vertrauen kann.” 
Worte zum Nachdenken und zum Weiterschenken
Eines Tages kam eine Schülerin zum Meister. Sie hatte schon so viel von dem weisen Mann gehört, dass sie unbedingt bei ihm studieren wollte. Sie hatte alle Angelegenheiten geregelt, ihr Bündel geschnürt und war den Berg hinauf gekommen, was sie zwei Tage Fußmarsch gekostet hatte.

Als die junge Frau beim Meister ankam, saß der im Lotussitz auf dem Boden und trank Tee. Sie begrüßte ihn überschwänglich und erzählte ihm, was sie schon alles gelernt hatte. Dann bat sie ihn, bei ihm weiterlernen zu dürfen.

Der Meister lächelte freundlich und sagte: "Komm in einem Monat wieder."

Von dieser Antwort verwirrt, ging die junge Frau zurück ins Tal. Sie diskutierte mit Freunden und Bekannten darüber, warum der Meister sie wohl zurückgeschickt hatte. Einen Monat später, erklomm sie den Berg erneut und kam zum Meister, der wieder Tee trinkend am Boden saß.

Diesmal erzählte die Schülerin von all den Hypothesen und Vermutungen, die sie und ihre Freunde darüber hatten, warum er sie wohl fortgeschickt hatte. Und wieder bat sie ihn, bei ihm lernen zu dürfen.

Der Meister lächelte sie freundlich an und sagte: "Komm in einem Monat wieder."

Dieses Spiel wiederholte sich einige Male. Es war also nach vielen vergeblichen Versuchen, dass sich die junge Frau erneut aufmachte, um zu dem Meister zu gehen. Als sie diesmal beim Meister ankam und ihn wieder Tee trinkend vorfand, setzte sie sich ihm gegenüber, lächelte und sagte nichts.

Nach einer Weile ging der Meister in seine Behausung und kam mit einer Tasse zurück. Er schenkte ihr Tee ein und sagte dabei: "Jetzt kannst du hier bleiben, damit ich dich lehren kann. In ein volles Gefäß kann ich nichts füllen."

(Quelle: mir unbekannt)
Die drei Siebe

Zum weisen Sokrates kam einer gelaufen und sagte: "Höre Sokrates, das muss ich dir erzählen!"

"Halte ein!" - unterbrach ihn der Weise, "Hast du das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt?"

"Drei Siebe?", frage der andere voller Verwunderung.

"Ja guter Freund! Lass sehen, ob das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe hindurchgeht: Das erste ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?"

"Nein, ich hörte es erzählen und..."

" So, so! Aber sicher hast du es im zweiten Sieb geprüft. Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst gut?"

Zögernd sagte der andere: "Nein, im Gegenteil..."

"Hm...", unterbracht ihn der Weise, "So lass uns auch das dritte Sieb noch anwenden. Ist es notwendig, dass du mir das erzählst?"

"Notwendig nun gerade nicht..."

"Also" sagte lächelnd der Weise, "wenn es weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit."
Zukunft gestalten

Der Meister nahm eine Olive vom Baum, teilte sie in der Mitte und legte den Stein in die eine, die Frucht in die andere Hand.

Dann sagte er: "Selig sind nicht jene, die das Fleisch aus meiner Hand essen, denn schon am Abend wird der Hunger zu ihnen zurückkehren. Selig sind jene, die diesen Stein aus meiner Hand nehmen und in ihm die Früchte von morgen erkennen".
Tue was du tust

Es kamen einmal ein paar Suchende zu einem alten Zenmeister.

"Meister", fragten sie "was tust du, um glücklich und zufrieden zu sein? Wir wären auch gerne so glücklich wie du."

Der Alte antwortete mit mildem Lächeln: "Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich."

Die Fragenden schauten etwas betreten in die Runde. Einer platzte heraus: "Bitte, treibe keinen Spott mit uns. Was du sagst, tun wir auch. Wir schlafen, essen und gehen. Aber wir sind nicht glücklich. Was ist also dein Geheimnis?"

Es kam die gleiche Antwort: "Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ist und wenn ich esse, dann esse ich."

Die Unruhe und den Unmut der Suchenden spürend fügte der Meister nach einer Weile hinzu: "Sicher liegt auch Ihr und Ihr geht auch und Ihr esst. Aber während Ihr liegt, denkt Ihr schon ans Aufstehen. Während Ihr aufsteht, überlegt Ihr wohin Ihr geht und während Ihr geht, fragt Ihr Euch, was Ihr essen werdet. So sind Eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo Ihr gerade seid. In dem Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft findet das eigentliche Leben statt. Lasst Euch auf diesen nicht messbaren Augenblick ganz ein und Ihr habt die Chance, wirklich glücklich und zufrieden zu sein."

(aus dem Zen)
Gespräch mit einer Blumenzwiebel

Erzähler: In einem Lagerschuppen lag eine zufriedene Blumenzwiebel. Eines Tages nahm der Gärtner sie in seine Hand und sagte:

Gärtner: Es ist an der Zeit, dass du lebendig wirst. Darum werde ich dich jetzt einpflanzen.

Zwiebel: Lass mich in Ruhe! Mir geht es hier doch gut. Ich möchte nicht in die dunkle Erde gesteckt werden.

Gärtner: In dieser Umgebung kannst du nicht entdecken, was alles in dir steckt. Du musst dich verändern und in der Erde das wirkliche Leben kennen lernen.

Zwiebel: Ich möchte mich nicht verändern. Jetzt weiß ich was ich habe. Was soll denn aus mir werden?

Gärtner: Du sollst entdecken, was in dir steckt. Nur wenn du dich auf Veränderungen einlässt wirst du das blühende Leben kennen lernen.

Zwiebel: Und was geschieht, wenn ich so bleiben will, wie ich jetzt bin?

Gärtner: Dann wirst du eine vertrocknete, leblose Zwiebel und du wirst das kostbare Leben, das in dir steckt, nie kennen lernen.

Zwiebel: Aber wenn du mich eingräbst, dann sterbe ich in der dunklen Erde.

Gärtner: Was heißt schon sterben? In der Angst um dein Leben siehst du nur die eine Seite. Du stirbst nicht. Du wirst verwandelt. Je mehr du deine alte Gestalt aufgibst, desto mehr erwachst du zum neuen Leben und wirst die, die du wirklich bist.

Zwiebel: Werde die, die du wirklich bist. Was heißt das? Ich bin doch eine wirkliche Zwiebel, eine Blumenzwiebel!

Gärtner: Leben heißt: sich verändern, sich entfalten, wachsen und reifen. In dir steckt noch viel mehr, als du jetzt denkst.

Zwiebel: Warum willst du mich dafür in die dunkle Erde stecken? Kann das Licht der Sonne meine Lebenskraft nicht wecken?

Gärtner: Niemand kann nur in der Sonne leben. Die Dunkelheit ist für dein Leben wichtig. Wer sich dunkle Stunden ersparen will, nichts hergibt, auf nichts verzichten will, kommt nicht zum Leben. Wer ein gutes und erfülltes Leben finden will, der muss etwas aufgeben, loslassen und Neues wagen.

Zwiebel: Kann ich denn nur in dunklen Stunden entfalten, was in mir steckt?

Gärtner: Zu deinem Leben gehören die hellen und die dunklen Stunden, Tage und Nächte. Nur wenn du beides durchlebst, kannst du wachsen und dich entfalten.

Erzähler: Nachdem der Gärtner das gesagt hatte, grub er ein Loch und pflanzte die Zwiebel ein. Kurze Zeit sah sie noch einen Lichtpunkt über sich, dann aber wurde es ganz finster. Die lange beschwerliche Zeit des Wachsens begann. In ihrer ausweglosen Lage jammerte die Zwiebel:

Zwiebel: Jetzt ist es bald zu Ende mit mir. Es hätte so schön sein können, aber nun vergeht mein Leben in der dunklen Erde.

Erzähler: Die Zwiebel verwandelte sich. Sie wurde ganz runzelig. Aber sie bemerkte auch:

Zwiebel: Ganz tief in mir regt und bewegt sich etwas. Ich spüre neues Leben in mir. Leben, das wachsen und sich entfalten will.

Erzähler: Nach langen düsteren Tagen durchfuhr sie ein heftiger Schmerz. Es war, als ob eine Lanze ihr Herz durchbohrt hätte. Diese Wunde wurde zur Tür in ein neues Leben. Der erste Trieb hatte die Zwiebelschale und den Erdboden durchdrängt. An die Stelle tiefer Finsternis trat jetzt helles wärmendes Licht. Das neue Leben war aufregend und schön.

Zwiebel: Jetzt kann ich wachsen und mich entfalten. Jetzt verstehe ich, was der Gärtner meinte: Leben bedeutet wachsen, sich verändern, sich verwandeln.

Gärtner: Weil du deine alten Schalen durchbrochen hast, kann dein eigentliches Leben zum Vorschein kommen.

Erzähler: Unter der Zärtlichkeit und Wärme der Sonne wuchs der Trieb. Mit der Zeit bildeten sich Knospen.

Gärtner: Noch lebst du nur für dich und verwendest deine ganze Kraft auf die Entfaltung deines Wesens. Aber wenn du dich entfaltet hast, dann bringst du Farbe, Duft und Freude in das Leben anderer Wesen. Da, wo du blühst, wird es lebendiger und bunter in dieser Welt.

Zwiebel: Ich spüre Kräfte in mir, die zur Entfaltung drängen. Wenn ich meine Knospe sprenge und zu blühen beginne, dann wird deutlich, wie schön und einmalig ich bin.

Gärtner: Wenn du so weit in den Himmel hinein gewachsen bist, wie du in der tiefen Erde verwurzelt bist, dann wirst du dich ausdehnen und als Blüte zum neuen Leben erwachen. Es ist nicht leicht, die Knospe aufzubrechen, die dich beschützt. Aber wenn du zum blühenden Leben gekommen bist, dann wirst du alle Schmerzen des Wachsens vergessen.

Erzähler: Langsam und behutsam entfaltete die Blume ihre zarten, bunten Blütenblätter. Sie ließ sich vom Licht und von der Wärme durchströmen, bis in die letzten Fasern. Ein unbekanntes Glücksgefühl durchzitterte sie, und sie empfand sich zum ersten Mal ganz frei und leicht. Und sie spürte, dass Himmel und Erde, Licht und Dunkelheit als eine große Wirklichkeit zusammengehören.

Zwiebel: Himmel und Erde leben in mir. Himmel und Erde sind auf einmalige Weise in mir zur Entfaltung und zur Blüte gekommen. Es ist wunderbar, wenn sich alles entfaltet, was verborgen in uns ist. Erst dann, wenn wir so über uns selbst hinauswachsen, leben wir wirklich.

Quelle unbekannt
Einmal träumte ich, Tschuang Tse,
ich sei ein Schmetterling,
hierhin und dorthin flatternd.
Necktar sammelnd, zufrieden mit meinem Schicksal,
unbewusst meines menschlichen Seins.
Jählings erwachte ich und fand mich wieder,
überrascht, ich selbst zu sein.
Jetzt weiss ich nicht mehr, ob ich damals
ein Mensch war,
der träumte, ein Schmetterling zu sein,
oder ob ich ein Schmetterling bin,
der träumte, ein Mensch zu sein.
Zwischen dem Schmetterling und mir
gibt es einen Unterschied:
Genau das nennt man den ständigen Wandel.

Tschuang Tse
Die andere Brücke

„Du hast einen schönen Beruf“, sagte das Kind zum alten Brückenbauer. „aber es muss sehr schwer sein, Brücken zu bauen“.
„Wenn man es gelernt hat, ist es leicht“, meinte der alte Brückenbauer, „es ist leicht, Brücken aus Stahl und Beton zu bauen. Die anderen Brücken sind sehr viel schwieriger. Die baue ich in meinen Träumen“.
„Welche anderen Brücken“, fragte das Kind.
Der alte Brückenbauer sah das Kind an. Er wusste nicht, ob es verstehen würde. dann sagte er:
„Ich möchte eine Brücke bauen von der Gegenwart in die Zukunft.
Ich möchte eine Brücke bauen von einem Menschen zum anderen,
von der Dunkelheit in das Licht, von der Traurigkeit in die Freude.
Ich möchte eine Brücke bauen von der Zeit in die Ewigkeit über alles Vergängliche hinweg“.
Das Kind hatte aufmerksam zugehört. Es hatte nicht alles verstanden, spürte aber, dass der alte Brückenbauer traurig war.
Weil es ihn wieder froh machen wollte sagte es: „Ich schenke dir meine Brücke“, und das Kind malte für ihn einen Regenbogen
Unterhaltung

Ein Mann in einem Heißluftballon hat sich verirrt.
Er geht tiefer und sichtet eine Frau am Boden.
Er sinkt noch weiter ab und ruft: „Entschuldigung,
können sie mir helfen? Ich habe einem Freund versprochen,
ihn vor einer Stunde zu treffen und ich weiß nicht wo ich bin.“

Die Frau am Boden antwortet:„Sie sind in einem Heißluftballon in
ungefähr 10 m Höhe über Grund.
Sie befinden sich zwischen 40 und 41 Grad nördlicher Breite
und zwischen 59 und 60 Grad westlicher Länge.

„Sie müssen Ingenieurin sein“, sagt der Ballonfahrer.

„Bin ich“, antwortet die Frau, „woher wussten Sie das?“
„Nun“ , sagt der Ballonfahrer, „alles was Sie mir sagten,
ist technisch korrekt, aber ich habe keine Ahnung, was ich mit
Ihren Informationen abfangen soll und Fakt ist, dass ich immer
noch nicht weiß, wo ich bin. Offen gesagt waren Sie keine große Hilfe.
Sie haben höchstens meine Reise noch weiter verzögert.“

Die Frau antwortet: „Sie müssen im Management tätig sein.“
„Ja“, antwortet der Ballonfahrer, „aber woher wussten Sie das?“
„Nun“, sagt die Frau, „Sie wissen weder wo Sie sind, noch wohin Sie fahren.
Sie sind aufgrund einer großen Menge heisser Luft in Ihre jetzige Position
gekommen. Sie haben ein Versprechen gemacht, von dem Sie keine Ahnung
haben, wie Sie es einhalten können und erwarten von den Leuten unter Ihnen,
dass sie Ihre Probleme lösen. Tatsache ist, dass Sie in exakt der gleichen Lage sind
wie vor unserem Treffen, aber jetzt bin irgendwie ich schuld!“

(Autor unbekannt)
Frei nach der alten Indianerweisheit:

Erst wenn die letzte große „Bühne“ abgebaut,
der letzte „rote Teppich“ eingerollt und entsorgt,
der letzte Menschen gemachte, von der Erde
ab ge ho be ne Star im Himmel angekommen ist,
werden die Menschen erkennen,
dass es gut ohne gehen kann...


(parove)
Durch die drei Siebe, die hier auch schon mal eingestellt wurden, habe ich mich wieder an den thread erinnert.

Anbei meine heutige Weisheitsgeschichte von Johann Peter Hebel


Der kluge Richter

Daß nicht alles so uneben sei, was im Morgenlande geschieht, das haben wir schon einmal gehört. Auch folgende Begebenheit soll sich daselbst zugetragen haben. Ein reicher Mann hatte eine beträchtliche Geldsumme, welche in ein Tuch eingenähet war, aus Unvorsichtigkeit verloren. Er machte daher seinen Verlust bekannt und bot, wie man zu tun pflegt, dem ehrlichen Finder eine Belohnung, und zwar von hundert Talern an. Da kam bald ein guter und ehrlicher Mann dahergegangen. »Dein Geld habe ich gefunden. Dies wird's wohl sein! So nimm dein Eigentum zurück!« So sprach er mit dem heitern Blick eines ehrlichen Mannes und eines guten Gewissens, und das war schön. Der andere machte auch ein fröhliches Gesicht, aber nur, weil er sein verloren geschätztes Geld wieder hatte. Denn wie es um seine Ehrlichkeit aussah, das wird sich bald zeigen. Er zählte das Geld und dachte unterdessen geschwinde nach, wie er den treuen Finder um seine versprochene Belohnung bringen könnte. »Guter Freund«, sprach er hierauf, »es waren eigentlich 800 Taler in dem Tuch eingenäht. Ich finde aber nur noch 700 Taler. Ihr werdet also wohl eine Naht aufgetrennt und Eure 100 Taler Belohnung schon herausgenommen haben. Da habt Ihr wohl daran getan. Ich danke Euch.« Das war nicht schön. Aber wir sind auch noch nicht am Ende. Ehrlich währt am längsten, und Unrecht schlägt seinen eigenen Herrn. Der ehrliche Finder, dem es weniger um die 100 Taler als um seine unbescholtene Rechtschaffenheit zu tun war, versicherte, daß er das Päcklein so gefunden habe, wie er es bringe, und es so bringe, wie er's gefunden habe. Am Ende kamen sie vor den Richter. Beide bestanden auch hier noch auf ihrer Behauptung, der eine, daß 800 Taler seien eingenäht gewesen, der. andere, daß er von dem Gefundenen nichts genommen und das Päcklein nicht versehrt habe. Da war guter Rat teuer. Aber der kluge Richter, der die Ehrlichkeit des einen und die schlechte Gesinnung des andern zum voraus zu kennen schien, griff die Sache so an: er ließ sich von beiden über das, was sie aussagten, eine feste und feierliche Versicherung geben und tat hierauf folgenden Ausspruch: »Demnach, und wenn der eine von euch 800 Taler verloren, der andere aber nur ein Päcklein mit 700 Talern gefunden hat, so kann auch das Geld des letztern nicht das nämliche sein, auf welches der erstere ein Recht hat. Du, ehrlicher Freund, nimmst also das Geld, welches du gefunden hast, wieder zurück und behältst es in guter Verwahrung, bis der kommt, welcher nur 700 Taler verloren hat. Und dir da weiß ich keinen andern Rat, als du geduldest dich, bis derjenige sich meldet, der deine 800 Taler findet.« So sprach der Richter, und dabei blieb es.
Wie wichtig ist verzeihen?


Ein Lehrer bat seine Schüler, in die nächste Stunde einen Plastiksack und einen Sack Kartoffeln mitzubringen.

Für jeden Menschen, dem sie etwas nicht verzeihen wollten,
das er ihnen in ihrem Leben angetan hatte, sollten die Schüler eine möglichst große Kartoffel wählen, auf diese dessen Namen schreiben und die Kartoffel in den Plastiksack legen.

Nun sollten sie diesen Sack Kartoffel eine Woche lang mit sich herumtragen, d.h. überall dahin mitnehmen, wo sie hingingen.

Dies machte den Schülern klar, welche Last man mit sich herumträgt, wenn man einem anderen nicht verzeiht und wie belastend es ist, an Kränkungen und Groll festzuhalten.

Die darin enthaltene Weisheit:

Wenn wir anderen deren Worte oder Verhalten verzeihen, dann tun wir nicht den anderen einen Gefallen, sondern nur uns selbst. Wir befreien uns von einer seelischen Last und können so wieder lebendiger werden.

Verletzungen und Kränkungen, die wir nicht loslassen, lähmen uns, vergiften unser seelisches Wohlbefinden und hindern uns an unserer seelischen Entfaltung.
Du hast einen schönen Beruf, sagte das Kind zu einem alten Brückenbauer. Es muss schwer sein, Brücken zu bauen."
"Wenn man es gelernt hat, ist es leicht, Brücken aus Beton und Stahl zu bauen.
Die anderen Brücken sind viel schwieriger, sagt er, die baue ich in meinen Träumen."
"Welche anderen Brücken?“ fragte das Kind nachdenklich ...
Der Brückenbauer wusste nicht, ob das Kind verstehen würde.
Dann sagt er: "Ich möchte eine Brücke bauen, von der Gegenwart in die Zukunft.
Ich möchte eine Brücke bauen von einem zum anderen Menschen,
von der Dunkelheit in das Licht, von der Traurigkeit zur Freude.
Ich möchte eine Brücke bauen, von der Zeit in die Ewigkeit,
über alles Vergängliche hinweg."
Das Kind hatte aufmerksam zugehört. Es hatte nicht alles verstanden, spürte aber, dass der alte Brückenbauer traurig war. Weil das Kind ihn wieder froh machen wollte sagte es: "Ich schenke dir meine Brücke."

Und das Kind malte für den Brückenbauer einen wunderschönen bunten Regenbogen.
(Verfasser unbekannt
Das Schilfrohr und der Ölbaum
Ein Schilfrohr und ein Ölbaum stritten sich über Stärke, Festigkeit und Ruhe. Der Ölbaum
spottete über das Schilfrohr, wie schwach es sei und wie es leicht von allen Winden hin
und her bewegt werde. Das Schilfohr schwieg.
Plötzlich kam ein heftiger Sturm auf. Das hin und her geschüttelte Schilfrohr hatte den
Windstößen nachgegeben und blieb unbeschädigt. Der Ölbaum dagegen, welcher sich
den Winden entgegengestemmt hatte, wurde gebrochen und fiel um.
Nach Aesop, griechischer Fabeldichter, um 550 v. Chr.