Danke schön!
@Wulliwo
Als alt wahrgenommen zu werden, war auch für mich ein Problem. Ich erinnere mich, wie erschrocken ich war, als eine 10-Jährige Kurdin, die wütend auf mich war, mich als "alte Frau" beschimpfte, das war ich 47. Und etwas später fragte mich ein 11-Jähriger aus dem Sudan, warum ich ein Fußkettchen trage, ich sei doch eine alte Frau. Den ganzen Abend war ich deprimiert. -
Wenn nun in der Zeitung eine Frau meines Alters als ältere Dame bezeichnet wird, denke ich, so ein Blödsinn! Es deprimiert mich nicht mehr.
So ist das nun mal, wir werden als alt wahrgenommen, und es ist sehr wichtig, finde ich, sich nicht mit dieser Zuschreibung zu identifizieren. Und ebenso wichtig, mit Humor darauf zu reagieren, denn auch wir haben doch früher 60-Jährige als sehr alt wahrgenommen. 60 Jahre alt werden, das stellte ich mir als etwas sehr Ödes vor. Ich hatte echt keine Ahnung!
MichaS hat geschrieben:
wulliwo hat geschrieben: "Sein ist wahrgenommen werden" von George Berkeley

ich möchte hinzufügen: Sein ist wie du wahrgenommen wirst.

zuerst nannte mich mein Enkelkind Opa, dann oft auch meine Tochter. am anfang hat mich das noch gestört, jetzt bin ich in der Rolle des Opas angekommen, weil ich mich selbst schon Opa nenne.

Brutal gesagt: Du wirst schnell abgestempelt.


Sein ist wahrnehmen. ;o) (Im Sinne von gewahrsein).

Wie man dabei wahrgenommen wird ist Banane - zumindest sollte einem das Banane sein. ;o)

Hättest Du Deinem Enkelkind gesagt, Du wärst zwar sein Opa, aber hiessest in Wirklichkeit, wie Du heisst, dann würde es Dich auch so nennen, d.h. Du WILLST Opa sein und nicht Du selbst. ;o)



Opa/Vater, Oma/Mutter sind Rollen, die man angeboten erhält. Nimmt man die Rolle an, verpflichtet man sich in gewisser Weise zur Übernahme einer Verantwortung, auch einer Anpassung an die Rolle. Trotzdem bleibt man sich.


Milafranzi

Ohne den von dir hergestellten Zusammenhang zu kennen, dachte ich: Naja, der hat auch schon besseres gesagt, irgendwann kriegt man den Troubadour, den jugendlicher Liebhaber nicht mehr angeboten, das Ende der Liebe ist das aber nicht....

Eitles jammern für eine Binsenweisheit.
rororo hat geschrieben:
Opa/Vater, Oma/Mutter sind Rollen, die man angeboten erhält. Nimmt man die Rolle an, verpflichtet man sich in gewisser Weise zur Übernahme einer Verantwortung, auch einer Anpassung an die Rolle. Trotzdem bleibt man sich.


Sorry, das ist Quatsch.
Was ist denn die Rolle? Wer hat sie geschrieben? Wer ist der Regisseur und wer der Kritiker?
Das Kind, dem "Opa" zu sagen leichter fällt, als meinethalben "Karlheinz", kann mit der Rolle überhaupt nichts anfangen, weil es sie nicht kennt. Es sieht nur einen älteren Herrn, den es mag, weil er es gut mit ihm meint.

Später, wenn es die Rolle begreifen kann (also Vater eines der Elternteile zu sein), kann es auch Karlheinz sagen, was also soll der Quatsch mit dem "Opa"? ;o)

Ich hab mit ca. 17 angefangen meine Eltern zu Duzen.
Ja, also richtig halt, mit Vornamen. Ich finde das ist Teil der Erwachsenwerdung - und zwar aller daran Beteiligten. ;o)
Wollte ich ein Kind, das Karlheinz zu mir sagt, kann ich genausogut mit des Nachbarn 18jährigem Jungen auf ein paar Biere gehen, um die Häuser ziehen und mit ihm Boliden hochfrisieren....

Will ich Vater oder Mutter sein, übernehme ich eine Rolle, eben nicht die des Kumpels....

Als Rolle übernehme ich ein gewisses Verhalten, altersgerechten Umgang, beispielsweise, Verzicht auf gewisse Egozentrismen hoffentlich, u.a. m....

Ich musste schnell gucken, ob du Kinder hast. Hast du. Erstaunt mich, dass du dich nie in der ROLLE des Vaters gesehen hast?
ich bin gerne Papa und Opa.!
Wie es ist, ein alter Mensch zu sein?

Eine Frage, die ich mir nicht stellen werde.
Warum ? Weil Leben nicht berechenbar ist.
Mein krebserkrankter Neffe hatte nur einen und zwar den Wunsch, alt werden zu dürfen.
ich glaube, diese focussieren auf 's altwerden, macht alt. klar altere ich.und im kopf manchmal auch schon ;), aber ich nehme es einfach an..mache mir keine gedanken darüber und lebe mit der alternden aura. die sieht und empfindet immer häufiger dinge anders, das fällt mir auf und ich kann mich dann manchmal köstlich über mich selbst amüsieren ( hättest du früher im leben nicht gemacht....), es ist eine neue lebensphase, ich empfinde sie ruhiger einerseits, aber keineswegs langweilig..anders eben.
immer noch voller leben und interessen...aber ich schätze jetzt schon noch so aktiv sein zu können. das ist ein geschenk...
irgendwann werden einschränkungen kommen, aber auch die werden ins leben einzubauen sein....oldlady, ich habe einfach nur gelesen..da ist leben..beeindruckend 
@rororo.

Ach was, wieso sollte überhaupt ein Kind zu DIR Karlheinz sagen? ;o)

rororo. hat geschrieben: Will ich Vater oder Mutter sein, übernehme ich eine Rolle, eben nicht die des Kumpels....

Und weil ich nicht Kumpel bin, habe ich dann kein Recht auf meinen Vornamen, sondern nur mehr auf eine Sammelbezeichnung? ;o)

rororo. hat geschrieben: Ich musste schnell gucken, ob du Kinder hast. Hast du. Erstaunt mich, dass du dich nie in der ROLLE des Vaters gesehen hast?

Vater sein ist eine AUFGABE und keine Rolle.
Eine Rolle spielt man, eine Aufgabe hat man. Das ist ein wesentlicher Unterschied.
Und wenn man „nur“ eine Aufgabe hat, dann darf man dabei seinen Namen behalten,
im Unterschied zu einer Rolle, wo man dann Mrs.Doubtfire heisst. ;o)

Ich finde es absolut grenzdebil, wenn sich Ehepartner, nur weil sie Kinder haben und sich quasi über die Kinder mit sich unterhalten, sich gegenseitig dann Papa und Mama nennen. Geht’s noch?
Und meine Partnerin sagt zu meiner Mutter „Hildegard“ und ich sag „Mama“. Wann, wenn nicht spätestens jetzt, will man als Mann denn mal erwachsen werden? ;o)

Wenn ich also meinen Namen aufgebe, um nur noch eine "Rolle" vom Blatt abzulesen, dann bin ich vermutlich schon tot.
ob Rolle oder aufgabe, ich sehe da keinen grundlegenden gegensätze. vielleicht ist der Begriff der Rolle umfassender, aber beide begriffe lassen einen Freiheitsspielraum zu, den man dann als persönlichen Stil bezeichnen könnte, wie z.b. jemand eine aufgabe anpackt oder eine rolle ausfüllt.

"Die soziale Rolle ist ein dem Theater entlehnter Begriff der Soziologie und Sozialpsychologie. Laut Definition des US-amerikanischen Anthropologen Ralph Linton (1936) stellt die soziale Rolle die Gesamtheit der einem gegebenen Status (z. B. Mutter, Vorgesetzter, Priester etc.) zugeschriebenen „kulturellen Modelle“ dar. Dazu gehören insbesondere vom sozialen System abhängige Erwartungen, Werte, Handlungsmuster und Verhaltensweisen. Diesen Anforderungen muss sich ein Sozialer Akteur entsprechend seiner Position stellen"wiki

wenn ich dann Großvater bin und ein Enkelkind habe und stolz bin und mich freue und weiß , dass ein Kind einen Opa braucht, der sich wieder anders verhält als der Papa; der opa, der mehr Zeit hat als der Papa und wenn ich mich dann frage, ja da sind bekannte züge und der kleine ist mir ähnlich und ich will ihm ein guter opa sein, weil ich selbst keinen opa hatte, ja, dann ist das ein besonderes Glücksgefühl, das nur das Alter zu bieten hat..

und , aura,
warum sollte man diesen gewonnen überblick über das leben nicht nutzen, um sich Gedanken zu machen als philosophisch interessierter Mensch. ich, jedenfalls konnte noch nie so einfach vor mich hin leben, dazu fühle ich mich in der Beobachterrolle zu heimisch, wobei die Selbstbeobachtung immer inbegriffen ist.
Als Kind und auch als erwachsenes Kind sprach ich meine Mutter stets mit "Mama" oder "Mutter" an.
Ihr Vorname war für mich zweitrangig, denn jeder Name wäre mir Recht gewesen.
wulliwo hat geschrieben: ....., wenn jemand zu dir sagt: Du siehst aber deutlich jünger aus. Wenn du dich dann über diese antwort freust, bist du nicht wachsam.
.


hahahah stimmt, dann bin ich einfach nur eitel und fühl mich geschmeichelt :-)
ich find das völlig ok !

Lg
Dragonfly
ich komme noch einmal auf die Rolle zu sprechen. Natürlich spielt sie eine Rolle.....
Zuhause bin ich Mutter und Oma - dies nur für Kinder und Enkel. Gehe ich in die Uni bin ich Seniorstudierende. Gehe  ich einkaufen, bin ich die Frau von nebenan usw. usw.

Es ist ja nicht so, dass ich mich verändere, ich bin immer die gleiche.  Aber die Außenwelt sieht mich und die Rolle, die ich gerade innehabe.
Im Beruf war ich oft der liebe Gott, das muss man natürlich wissen und dann kann man dagegen halten.

Wenn mich Kinder und Enkel mit Vornamen anreden würden, wäre mir das nicht so lieb. Vornamen hat jeder, aber Mutti und Oma ist nicht allen vergönnt.  
wenn das Kind fragt:
Du, Rita, habe ich eigentlich auch eine Mama?
Keine Angst Björn, ich bin deine Mama.
Hella sagt immer Mama zu ihrer Mama. Warum...?

Klingt irgendwie blöd oder?
und eine Familie hat verschiedene Familienmitglieder: Brüder, Tanten, Opa, Oma, Vater, Mutter.
Und gerade Kinder wollen , nach meiner Erfahrung, das alles normal verläuft.
Sie sind "wertkonservativ".
Ich bin gerne Spielkamerad sehr geliebt.Doch Oma ist erbauend,auch verstanden vom
Vierbeiner,smile  :D