MichaS

Grenzdebilität ist natürlich eine Herausforderung. :D

Wulliwo und Ashoggi haben schon schön schon geantwortet... :D :D


Wenn ein Paar einander Papa und Mama nennt

ist es ironisch gemeint, sie oder er möchte, dass der andere sich mehr so oder weniger so verhält....
oder es könnte eine sexuelle Komponente haben
oder es wirkt ein bisschen grenzdebil :roll:

ja,

aber

Zitat: „…Meine Partnerin sagt zu meiner Mutter „Hildegard“ und ich sag „Mama“. Wann, wenn nicht spätestens jetzt, will man als Mann denn mal erwachsen werden? ;o)
Wenn ich also meinen Namen aufgebe, um nur noch eine "Rolle" vom Blatt abzulesen, dann bin ich vermutlich schon tot.

Du setzt mich schon wieder in Erstaunen, so viel Scheingefecht....
much ado about nothing….


Als unser Vater die Familie verliess, habe ich nie wieder „Vater“ zu ihm gesagt, ich war damals 11 Jahre alt. Es war berechtigt und konsequent. Leider habe ich meine Mutter ihm gleichgestellt, ich fand wohl, ich hätte gar keine Eltern mehr. Diesen „falschen“ Schritt, habe ich erst korrigieren können, als sie schon sehr krank war.

Warum sollte deine Partnerin deine Mutter „Mutter“ nennen? Sie war nie ihre Mutter….
Du aber bleibst ihr Kind. Punkt.

Was musst du noch heute um DEINE ROLLE als "Erwachsener" kämpfen.... :shock:
es wachsen uns Rollen zu, die Rollenkompetenz vergrößert sich, das ist wertneutral und begrüßenswert.
es gibt sicher auch die Situation, dass man sagen muss, dieser Rolle bin ich nicht gewachsen, die kann ich nicht. Das ist bedauerlich.
es gibt aber auch die Situation, dass man die rolle ablehnt, weil sie einem nicht gefällt oder nicht mehr gefällt.
stimmt es?je mehr rollen man im Leben innehat und hatte, desto reicher ist das Leben?
Diese Diskussion über Oma, Opa oder Vorname...

Ich erleb das eben mit einem meiner 15 Enkel. Nick wurde kürzlich konfirmiert und - ganz unerwartet und ein bisschen komisch - nennt er mich jetzt beim Vornamen. Sein Dankesbrieflein mit Photo freut mich trotz der "lieben B......". Ich hab einen Moment überlegt, ob ich mich dagegen wehren soll. Unser Verhältnis ist sehr herzlich und er hat mich nicht gefragt, ob ich einverstanden sei. Ich hab beschlossen, es so zu belassen und abzuwarten.

Wir mögen einander trotzdem sehr.- 
"Wenn ein Paar einander Papa und Mama nennt

ist es ironisch gemeint, sie oder er möchte, dass der andere sich mehr so oder weniger so verhält....
oder es könnte eine sexuelle Komponente haben
oder es wirkt ein bisschen grenzdebil :roll: "


oder es trifft rein gar nichts davon zu,

weil - es einfach als ein Ausdruck einer tiefen innigen Verbundenheit und - möglicherweise auch mit einer tüchtigen Portion Herz und Humor beider - aus dieser entstanden ist.
Mein Sohn war tief verletzt, als ihm sein Vater anbot, die Vater-Kind-Beziehung durch eine freundschaftliche zu ersetzen, einschließlich der Anrede. Er hat die Beziehung zum Vater ganz abgebrochen, mit der Begründung "ich habe keinen Vater mehr".
Alle Erklärungsversuche meinerseits (ich konnte eine gewisse Logik im väterlichen Verhalten erkennen) halfen nichts, mein Sohn meinte, Freunde habe er schon genug, der Vater war einmalig.

Doch noch zum Thema, ich bin wirklich neugierig, wann ich mich " alt" fühlen werde!
Natürlich ist "Oma-Sein" eine Rolle, die ich gern einnehme und ich bin gerührt, wenn meine Enkelin sagt "Oma, du darfst aber noch lange nicht sterben", doch treffe ich mich mit meinen Jugendfreundinnen, dann versetzt es mir einen Stich, wenn dann jemand vom " Rentnertreffen" redet, obwohl es ja de facto eins ist!
Im meinem Innern bleibe ich im Prinzip immer die Person, die ich mal war, äußere "Abnutzungserscheinungen" gefallen mir zwar nicht, doch ich versuche, sie mit Gelassenheit zu nehmen.
wulliwo hat geschrieben: Diese Frage stammt aus der Existenzphilosophie. Sie ist eine typisch philosophische frage. Sie fragt danach, was uns bewegt, uns berührt, uns bedrängt, uns begeistert, puscht oder niederdrückt.
Sie ist eine ziemlich authentische frage, man kann sich nicht verstecken, sie fordert Wahrheit, eine persönliche frage.
es ist auch eine frage, die unser Jetzt angeht, wenn man so will eine Tagebuchfrage, mit dem Unterschied, dass das Früher immer irgendwie dabei ist.

Die geistigen Väter sollen sein:"Ein Leben ohne Sebsterforschung ist nicht lebenswert" SOKRATES und/oder
"Das Seiende, dessen Analyse zur Aufgabe steht, sind wir je selbst." HEIDEGGER



@Wulliwo

Ich habe weder was von Sokrates noch von Heidegger gelesen. Doch die Frage meines Zahnarztes bei meinem letzten Zahnarztbesuch klingt mir noch im Ohr :

Glauben Sie, es wird besser im Alter ?

In kürzeren Abständen folgten, Orthopäde und Phlebologe und ich konnte mir aussuchen, welche OP ich zuerst machen lasse und habe mich natürlich für die lebensnotwendige OP entschieden in der Hoffnung die andere wird sich durch Gymnastik erledigen, was noch abzuwarten ist. Beim letzten Besuch beim Phlebologen vor einigen Tagen wurde ich mit den Worten verabschiedet :

Melden Sie sich in einem Jahr zur Kontrolle. Sollte zwischendurch was sein, rufen Sie an und machen einen Termin.

Das Alter vollzieht sich in mehr oder weniger unterschiedlichen Stufen und beginnt mit den Wechseljahren und der middlife crise, in der man nicht wahrhaben will, dass man nicht mehr jung ist und langsam aber sicher anfängt zu altern. Diese Phase äußert sich bei jedem recht unterschiedlich und die Zeitspanne ist auch unterschiedlich lang. Entweder man will alles nachholen, was man bisher versäumt hat oder fällt in Depressionen oder liegt irgendwo dazwischen , was wohl abhängig ist von x verschiedenen Faktoren.

Wenn man vorher sein Leben nur gelebt und in jüngeren Jahren kaum jemand über den Sinn des Lebens nachdenkt _ außer in Kriesenzeiten _ und Phase eins hinter sich gebracht hat weil man sich langsam an die Situation des Alterns gewöhnt hat , beginnt evtl. nach der Bilanzüberprüfung der Vergangenheit eine philosofische Betrachtung : was hatte und was hat das Leben eigentlich für einen Sinn außer sich fortzupflanzen , wenn es sowieso nur zum Tod führt ?

Wird man sich klar darüber, dass man eh keine Antwort darauf findet egal welche Bücher man nun gelesen oder nicht gelesen hat, man sich bis hierhin noch nicht verabschiedet und mehr oder weniger damit abgefunden hat, dass das Leben nicht ewig dauern wird befindet man sich in der nächsten Phase und lebt weiter. Der eine versucht das Beste aus dem Rest seines Lebens zu machen , sofern er einigermaßen gesund ist und das Leben für ihn noch lebenswert erscheint , was auch von verschiedenen Faktoren abhängig ist. Andere existieren nur noch und manche siechen vor sich hin oder geben den Löffel vorzeitig ab.

Tatsache ist, dass man dem Leben noch einen Sinn geben kann , auch wenn man nicht mehr so kann , wie man gerne möchte, solange man nicht gerade sterbenskrank und lebensmüde ist, weil man keine Hoffnung auf eine Besserung haben kann.

Man muß sich halt immer den Umständen anpassen und akzeptieren, dass es so ist und man eben kein junger Hüpfer mehr ist. Was soll´s …jede Lebensphase hat seine Vor- und Nachteile und sterben müssen wir halt alle einmal . Ersatzteile gibt es eben nicht für alles und jedes und auch nicht für alle und jeden, um das Leben verlängern zu können.
sarbre,

du schreibst:"
Tatsache ist, dass man dem Leben noch einen Sinn geben kann , auch wenn man nicht mehr so kann , wie man gerne möchte, solange man nicht gerade sterbenskrank und lebensmüde ist, weil man keine Hoffnung auf eine Besserung haben kann."

in diese Richtung denke ich nicht. klar, jeder kann jeder Phase im Leben und dem gesamten Leben einen Sinn geben oder das Leben als sinnlos bezeichnen, ohne frage, eine persönliche sache.
meine Frage ist bescheidener: Wie ist es ein alter Mensch zu sein? wobei ich mir vorstellen könnte, dass jemand schreibt: Mir fällt es jetzt im Alter schwer dem leben noch einen Sinn abzuringen. möglich ist das schon.
Oder jemand schreibt: Mein Lieblingsbuch ist jetzt die Bibel.
Was sarbre da sagt, finde ich schon relevant zum Thema Alter. Wem es gelingt, diesen Sinn zu schaffen trotz Einschränkungen, hat es in meinen Augen wünschenswert geschafft auf die weisshaarige Seite.

Auch allfällige Veränderungen wie neue Lieblingsbücher zeugen von einem neuen Sinn, wenn es denn nicht ein Anbiedern an eine doch plötzlich erhoffte Zukunft sein soll und schlicht die Angst vor dem Ende bettelt.
Ein Verfeinern, Vertiefen, die Lust auf Essenz – ich bin überzeugt, dass dies im Alter besser gelingen kann als im vollen, oft fremdbestimmten Leben.
Als meine Mutter 84 Jahre alt war - noch Autofahrerin und begeisterte Bridgespielerin - stellte ich ihr genau diese Frage: "Wie fühlst Du Dich eigentlich jetzt, wo Du alt bist?"

Sie sagte mir: "Ach weisst Du, es geht halt alles etwas langsamer, manchmal tut`s hier weh, mal da, aber im Grunde bin ich die Selbe wie immer schon. irgendwie ist da so ein Kern in mir, der fühlt sich mit 20, 30 oder 60 genauso wie heute mit 84 Jahren!"

Fand ich irgendwie sehr beruhigend.......... ;-)
und , aura, warum sollte man diesen gewonnen überblick über das leben nicht nutzen, um sich Gedanken zu machen als philosophisch interessierter Mensch. ich, jedenfalls konnte noch nie so einfach vor mich hin leben, dazu fühle ich mich in der Beobachterrolle zu heimisch, wobei die Selbstbeobachtung immer inbegriffen ist..

das ist dir doch unbenommen wulliwo ..ein wenig überblick habe ich mittlerweile auch gewonnen, wobei ich immer noch zeitweilig in lebensstürme gerate, da schätzt man dann schon die phasen des ruhigen gleitens. ich stelle mir das alter wie ein dauerhaftes ruhiges gleiten vor...eine art ausruhen..dabei kann man sich natürlich gut umschauen, hat muße die dinge zu betrachten. 
was ich für mich beobachte ist, dass die fähigkeit zu geben, gegenüber der des nehmens zunimmt. die erfahrungen sind ja auch gelebte gefühle..du hast das in bezug auf deine(n?) enkel beschrieben. geben, weitergeben..qualitäten des alters
 
wulliwo hat geschrieben: Hella sagt immer Mama zu ihrer Mama. Warum...?

Weil Hellas Mama vielleicht nicht mehr ihren Namen weiss, Björn.
Frag sie einfach mal, sie kann Dir das dann sicher erklären. ;o)
wulliwo hat geschrieben: und eine Familie hat verschiedene Familienmitglieder: Brüder, Tanten, Opa, Oma, Vater, Mutter.

Ja, eben, alle werden nach den Vornamen unterschieden. Das ist völlig normal und wird von niemand hinterfragt. Auch Opa und Oma sind idealtypischerweise im Doppelpack, in Patchworkfamilien sogar noch mehr, und müssen deshalb durch ihre Namen mitbenannt werden. Die Sammelbezeichnung Opa beginnt sich dann dem Verwandtschaftsgrad wieder anzunähern.
Aber ich merk schon, offensichtlich sehen manche einen Titel drin. Nicht jeder ist ja Doktor oder 1.Sekretär der Partei. ;o)

Wenn es nur grenzdebil ist, dass sich erwachsene Menschen Papa und Mama nennen, weil sie gemeinsame Kinder haben über die sie sich unterhalten, so ist es dann absolut debil, wenn die Schwiegertochter den Familienpatriarchen, also den Vater unter dem schon ihr Mann gelitten hat, Papa nennt – auch das hab ich schon erlebt. ;o)

Nun gut, es werden also Rollen gespielt, als Schwiegertöchter und Schwiegersöhne. Und Rollen spielen ist ja so tun als ob, es geht gar nicht ums Sein. ;o)

@oldlady

Ja, so eine Konfirmation ist halt der Eintritt in die Gruppe der Älteren. ;o)
Und, fühlst Du Dich nun unwohl, weil Deine "Rolle" nicht gebührend gewürdigt wird, wenn Dein Enkel Dich duzt?
Nein Micha, gar nicht. Ich lächle ein bisschen auf den Stockzähnen - du sagst es ja, es ist ein Eintritt ins Erwachsenen-Leben. Es kam nur so pötzlich - und ich an seiner Stelle hätte gefragt. Natürlich hätte ich nichts dagegen gehabt - auch so nicht.-

Ich habe ja wirklich viele Enkel und Enkelinnen - auch schon eine ganze Anzahl Urenkel . Und ich freue mich,dass sie alle ihren Weg gehen. Jedes auf seine Weise und alle gut - ein grosses Glück, das zu sehen. Und die Partner der Enkel nennen mich  selbstverständlich beim Vornamen. 
Manchmal überkommt mich die Lust, zu albern
verrückte Sachen und Blödsinn zu machen.
dann frage ich mich,
ist das normal im Alter?
Aber natürlich wulliwo ....... bin ein wenig älter als Du, aber glaube mir es macht Spaß! Ich muß auf niemanden Rücksicht nehmen!!! Mein Sohnemann freut sich, wenn ich verrückte Sachen machen - na zwischendurch hat er schon Angst, wenn seine Mutter bei irgendwas übertreibt - und ich freue mich, wenn er zu mir sagt, wenn er andere Mütter/Omis von seinen Freunden sieht .... ist er stolz auf mich! Ist doch schön und ich bin ...... weiterhin verrückt!!! Niemand kann mich ändern und ich würds auch nicht zulassen.
Wie ist es ein alter Mensch zu sein? Naja ..... zum kullern ist es nun nicht!
wulliwo hat geschrieben: Manchmal überkommt mich die Lust, zu albern
verrückte Sachen und Blödsinn zu machen.
dann frage ich mich,
ist das normal im Alter?


Ist es, ist es, wulliwo :idea: .
Wenn es nicht so wäre, dann stimmte etwas nicht mit dem Lebensgefühl im Ganzen.