Aus der Altersweisheit heraus gesprochene Worte zum Neuen Jahr:

"Ein neues Buch, ein neues Jahr. Was werden die Tage bringen?
Wird`s werden , wie`s immer war? Halb scheitern, halb gelingen?"

Theodor Fontane, deutscher Schriftsteller, 1819 bis 1898.

Fontane versieht seine Aussagen mit einem Fragezeichen.
Die Frage ist die Haltung im Alter.
Gewissheiten werden weniger, die Fragwürdigkeit nimmt zu.
Es ist nicht wichtig, bereits Antworten auf diese Fragen zu haben. Wir sollten unser Leben so leben und gestalten, dass sich diese Fragen in Wohlgefallen auflösen.
Wir allein entscheiden, wie unser Jahr wird, wie unser Leben verlaufen soll. Und dieses neue Jahr wird, wie auch all die Jahre davor, uns nicht nur anlächeln.
Bücher erscheinen manchmal so, als wären sie nur für uns geschrieben. Doch manchmal, nach einigen Seiten stellen wir fest, sie können uns einfach nicht begeistern. Dann geben wir einem neuen Buch die Chance uns zu begeistern. So wird es uns auch mit Momenten des neuen Jahres gehen. Einfach jeder neuen Situation Stärke und Vertrauen schenken, damit es das schönste Erlebnis im Jahr 2017 wird.

Alter ist eine Frage der Haltung
In der Unruhe liegt die Kraft – Ohne sie kann nichts entstehen, am wenigsten die Geschichte
unseres Selbst.
Das Alter ist Ausdruck der ständigen Selbstrekonstruktion des Egos. Der Mensch ist dazu fähig, er konstruiert immer nach dem höchst eigenen Schema. Wir schaffen uns eine Identität, die sich an individuellen Eckpunkten festmacht, nicht unbedingt an Lebensjahren. Heute distanzieren sich älter werdende Menschen immer mehr von überlieferten Rollenbildern.
Auch schön spannend für jederman/frau zum Jahreswechsel:
Ist das wirklich gut für mich, wenn ich das weiter so mache.
Was passiert, wenn ich damit aufhöre, um etwas anderes zu machen? Wie wird es mir gehen,
wie werde ich mich dann fühlen?


Stimmt, @ wulliwo - und dafür ist der berufliche (!) Ruhestand z.B. eine gute Chance (alles eine Sache der Perspektive und der konstruktiven Interpretation der jeweils eigenen Lebenssituation) dafür, den Gewinn an 100% >Eigenzeit< als vorrangig zu betrachten und nicht etwa das >Ausgemustertsein< aus einem wichtigen Bereich der Gesellschaft. :wink:




PS

Insofern hat natürlich auch @ Sumsum Recht: Alter ist eine Frage der Haltung!
Ich kenne allerdings Menschen, deren Leiden genau mit dem beruflichen Ruhestand begannen, als wenn der Körper sich das vorher nicht herausnehmen durfte. Auch das kann man positiv sehen: Gut, dass ich jetzt, da ich dieses Leiden habe, nicht mehr arbeiten muss! Jetzt kann ich mich ganz meinen eigenen Bedürfnissen widmen. - Und eine mögliche Haltung in diesem Fall wäre ja, eine neue interessante Betätigung zu finden, die das Leiden zeitweise vergessen machen könnte.

"Das Lebe ist Erinnerung" (Martin Walser)".Martin Johannes Walser (* 24. März 1927 in Wasserburg am Bodensee) ist ein deutscher Schriftsteller. Bekannt wurde Walser durch seine Darstellung innerer Konflikte der Antihelden in seinen Romanen und Erzählungen".wiki
Worte eines 90-jährigen
Sehe ich auch so . Vor allem wenn ich Musik von Pink Floyd häre - auf you tube -
dann werden auch Zusammenhänge deutlich.
Ich denke, im Alter sieht der Mensch immer mehr Zusammenhänge.
Der Mensch sammelt im Laufe seines Lebens eine ganze Menge Erinnerungen, in Form von Erlebnissen und Lebenserfahrungen, erprobtes und bewährtes Wissen, das ihm hilft Zusammenhänge zu erkennen und Probleme zu bewältigen.

Einige Erlebnisse bleiben uns im Gedächtnis, andere versinken im Nebel.
Unsere Erinnerungen ist das Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können und die Gefühle sind die Wächter der Erinnerung. :wink:

Riechen wir nach Jahren einen uns bekannten Geruch, z.B. der Geruch von gemähtem Gras, ruft das eine bestimmte Stimmung wach und es folgt die Erinnerung.
Und so haben wir einen Vorrat von Erinnerungen, auf den wir im Alter zurückgreifen können.
Wenn die reale Welt sich immer mehr verengen wird, dann können wir aus unseren Erinnerungen eine
farbenfrohe Welt bauen. :wink:


@ sumsum

Dein letzter Beitrag als Ganzes wirkt auf mich sehr poetisch und berührend!

Nur ein kleiner Einwand:

Die Erinnerungen mögen für manche ein Paradies sein – die Wirklichkeit selbst, die den Erinnerungen zugrundeliegt, ist es erfahrungsgemäß zumeist nicht, jedenfalls nicht in einem über kurze Momente hinausführenden permanenten zeitlichen Zusammenhang betrachtet.

Wir picken uns gern so manche Rosinen heraus, die uns im Nachhinein als glückliche Zeiten par excellence erscheinen mögen. Aber waren sie es tatsächlich? – Legitim ist es natürlich, zumal uns autobiografische Erzählungen in der Gegenwart sehr beglücken können. :)

... Und wir natürlich auch wichtige Einsichten aus den Geschichten unserer Vergangenheit gewinnen und daraus etwas lernen können, was uns heute zugute kommt.




verdandi, ich habe sumsums Beitrag gelesen. Sumsum ist noch nicht alt und doch schon so weise ! - Sie weiss, dass der Mensch die Erinnerungen selektiv aufruft - dann wenn er sie braucht, wenn er schöne Zeiten in Gedanken wieder aufleben lassen will, wenn er sich oft ein wenig wundert und freut, wie gut er schwierige Lebenssituationen überstanden hat.

Alte Menschen haben sehr wohl Erinnerungen, die schmerzen, die vielleicht manchmal auch Tränen verursachen können. ABER - wenn unsere heutige Situation meist gut ist, werden die guten, die schönen, die besonderen Erinnerungen immer Vorrang haben.

Meinem Jahrgang entsprechend hatte ich kein einfaches Leben. Und wenn ich mal die Jahre Revue passieren lasse, dann bin ich auch für schwierige, traurige Erlebnisse dankbar. Sie halfen, aus mir die Frau zu machen die ich bin: Fröhlich, positiv denkend, mit viel Freude an guten Kontakten und voll Dankbarkeit für mein jetziges Leben. Ohne Groll hinnehmend, dass für mich das Leben kleiner, enger geworden ist, eben ein wenig meinem Alter entsprechend....Aber gut!
@Verdandi

Die negativen Seiten des Älter werdens kennt jeder. Ob bei sich oder im Familien-/Freundeskreis, jeder hat sie schon miterlebt. Man kann knallharte Worte gebrauchen, wenn man über die Probleme des Alt werdens schreibt, aber warum?
Ich vermeide das, es geht auch mit Humor oder liebevoll verpackt, auch so kann man sagen, was man sagen möchte. Vielleicht liegt es an meinem grenzenlosen Optimismus oder daran, dass ich mir immer die positiven Beispiele raussuche und ich glaube, dass die Art, wie wir über das Altern denken, die Qualität beeinflusst, wie wir altern. Ich lebe jetzt, der Rest wird sich zeigen und geht nicht - gib´s nicht.

Wir picken uns gern so manche Rosinen heraus, die uns im Nachhinein als glückliche Zeiten par excellence erscheinen mögen. Aber waren sie es tatsächlich? – Legitim ist es natürlich, zumal uns autobiografische Erzählungen in der Gegenwart sehr beglücken können

Kenne das von meiner 92j. Großmutter, dass die Erinnerungen wachsen, sie überwuchern oft die Wahrheit und vermischen sich mit späteren Eindrücken.
In dem Alter ist das okay. Es zauberte ihr ein Lächeln auf´s Gesicht. :wink:

@Oldlady

Du bist ein wunderbares Beispiel für das Alt werden - immer positiv denkend.
wenn man jemanden trifft, den man lange nicht gesehen hat und dann mit ihm über gemeinsame Erlebnisse spricht: Weißt du noch? ja, dann lebt man in Erinnerungen.
Auch mit dem Gefühl Vertrautheit, finde ich wunderschön.Heimkommen..
Wir verwenden für dieses Erleben den Begriff SCHWELGEN.
Das Schwelgen in Erinnerungen,
ein schönes Erleben.
Sumsum hat geschrieben: @Verdandi

Die negativen Seiten des Älter werdens kennt jeder. Ob bei sich oder im Familien-/Freundeskreis, jeder hat sie schon miterlebt. Man kann knallharte Worte gebrauchen, wenn man über die Probleme des Alt werdens schreibt, aber warum?
Ich vermeide das, es geht auch mit Humor oder liebevoll verpackt, auch so kann man sagen, was man sagen möchte. Vielleicht liegt es an meinem grenzenlosen Optimismus oder daran, dass ich mir immer die positiven Beispiele raussuche und ich glaube, dass die Art, wie wir über das Altern denken, die Qualität beeinflusst, wie wir altern. Ich lebe jetzt, der Rest wird sich zeigen und geht nicht - gib´s nicht.

Wir picken uns gern so manche Rosinen heraus, die uns im Nachhinein als glückliche Zeiten par excellence erscheinen mögen. Aber waren sie es tatsächlich? – Legitim ist es natürlich, zumal uns autobiografische Erzählungen in der Gegenwart sehr beglücken können.

Kenne das von meiner 92j. Großmutter, dass die Erinnerungen wachsen, sie überwuchern oft die Wahrheit und vermischen sich mit späteren Eindrücken.
In dem Alter ist das okay. Es zauberte ihr ein Lächeln auf´s Gesicht. :wink:



@ sumsum,

Du hast mich wohl ziemlich missverstanden oder sagen wir mal, ich habe mich missverständlich ausgedrückt, denn Du kennst mich ja nicht. In dem Fall muss ich eben präziser sein. Also noch ein Versuch: Wenn ich sage, dass die Vergangenheit kein Paradies ist, dann bezieht sich das AUCH und nicht NUR auf die Vergangenheit. Das Leben ist kein paradiesischer Zustand, auch die Gegenwart und die Zukunft sind es nicht. Es ist, was es ist – und was wir daraus machen, solange und soweit wir es in der Hand haben. Und da wir uns entwickeln, kann das Alter von der Einsichtsfähigkeit und der Souveränität des freien Willens her, gar nicht so schlecht sein. Im Alter haben wir alle Chancen, wirklich weise zu werden, und wenn wir uns darum bemühen: auch unsere Lebendigkeit dabei nicht so schnell zu verlieren.

Nein, ich bin nur strikt dagegen, irgendetwas, nur weil es lange her ist, zu verklären. Ich will mir nichts vormachen. Ich kann das, denke ich mal, ganz gut beurteilen, weil ich mir auch in jungen Jahren schon viele Gedanken darum gemacht habe. Und da ich aus Erfahrung weiß, bzw. mich noch gut daran erinnern kann, dass auch die glückseligsten Momente zwar Markierungspunkte für gute Zeiten zwecks späterer Vergegenwärtigung sein können, aber an sich eben auch vorübergehen. Man kann sie oft erleben – das ist wunderbar, aber sie bleiben Momente. Einen Dauerzustand gibt es nicht nur nicht, sondern ein solcher würde uns sogar das Gefühl für das Besondere des Glückes nehmen, es entwerten. Das heißt aber nicht, dass man dann, wenn das Hochgefühl vorbei ist, gleich unglücklich wäre. Im Gegenteil! Schwarz-Weiß-Malerei ist bei diesen Vorstelllungen wenig hilfreich.

Nein, ich erlebe mein Alter – und jetzt auch meinen beruflichen Ruhestand – als eine sehr selbstbewusste, selbstbestimmte, also positiv angenommene Zeit. Und dafür bin ich meinem Schicksal dankbar. Ich weiß jetzt, dass auch glückliche Momente eine grundsätzliche Bereitschaft und Vorbereitung brauchen. Unter diesen Voraussetzungen habe ich sogar eine neue Liebe finden können in meinem Alter. Ich sage nicht, dass die Vergangenheit schlechter war, sie war in anderen Aspekten leichter und schöner, aber heute ist heute! Nur das zählt. Und ich mag keinen Erinnerungen nachhängen, die mich davon ablenken. – Also: Alles gut! :D


Schwelgen in Erinnerungen,ein schönes Wort .Dem Leben nochmals
die einstige Zeit schenken um es für immer Ruhen zu lassen.

Es hat nichts mit Verklärung zu tun.Bei sehr alten geistig bereits
veränderten Menschen,werden Lebensabschnitte dem zugefügt.
Die Natur ist gnädig,verändert die Sicht.Vergessen auch Verdrängen
geschieht. Das Lächeln kehrt zurück.Die alten Gesichter strahlen
die Jugend wundert sich über den gütigen Ausdruck.

Das Gesicht Spiegel der Seele, kann muß nicht stimmen.

Die Aussage gilt für ein Alter welches ? da nichts mehr dem einst
gängigen entspricht. :)