Wenn die Kräfte nachlassen, werden sie oft kompensiert. Ich habe mich oft gefragt, warum ist jeder Mensch mit seiner Intelligenz zufrieden, obwohl sie doch offensichtlich ungleich verteilt ist.
Nietzsche weiß darauf eine Antwort.

"Jedermann hat gerade soviel Eitelkeit,
als es ihm an Verstand fehlt".

Wir ältere Menschenn müssen darauf achten, dass wir nicht in die Falle der Eitelkeit tappen.
Die Eitelkeit im Alter bereits auf Überholspur, versucht den Verstand
der Lüge zu überführen,wenn etwas nicht mehr gelingt.
Vertrauen dem Verstand,tägliches Hinterfragen angesagt.
Der Eitelkeit ein Schnippchen schlagen. :roll:


„Eitelkeit“ ist ein Begriff, der eher herabwürdigend als hilfreich ist. Die Umschreibung „Bedürfnis nach Anerkennung“ dagegen enthält die Aufforderung, nach der möglichen Ursache zu forschen und damit auch die Aussicht auf eine mögliche Lösung.

Sollten wir uns im Alter nicht darum bemühen, unserer Sprache eine Form zu geben, die mehr Verständnis und Toleranz vermittelt?


Die Zuweisung "Eitelkeit" braucht nicht abwertend zu sein.Der Umgang mit
alten Menschen birgt viele Facetten.
Eitel zu sein ist auch positiv,bedeutet es Pflege, ein großer Gewinn.

Es gibt ältere Personen welche nicht bereit sind,den Verlust von einstigen
Fähigkeiten zu akzeptieren.Ob es Sturheit genannt wird oder eitles Gehaben
es besteht wenig Unterschied.
War Eitelkeit nicht sogar eine HAUPTSÜNDE?

"Eitelkeit hat auch die abweichende, ursprüngliche, aber heute veraltete Bedeutung: Vergänglichkeit, Nichtigkeit, Leere und Vergeblichkeit (vgl. engl. idle oder dt. etwas vereiteln). Insbesondere im Barock war das Lebensgefühl der Vergänglichkeit (siehe z. B. das Barocksonett Es ist alles eitel) jedes irdischen Strebens eines der zentralen Motive der Literatur.

In einem konkurrierenden Umfeld findet der Begriff Eitelkeit auch abwertend Verwendung für das Zuweisen einer mehr oder weniger ausgeprägten Form des klassischen Narzissmus an Konkurrenten. Die Schärfe der Semantik lässt sich im Einzelfall an Wortwahl, Tonfall und Körpersprache ablesen. Berichtet eine Person dagegen von der eigenen Eitelkeit, soll dies von anderen als selbstkritisch aufgefasst werden."wiki

Eitelkeit ist auf jeden Fall eine Form der Dummheit, vielleicht fehlender Reife:regressiv, weil extrem begrenzt:
"Spieglein, Spieglein an der Wand..."
manchmal sogar gepaart mit krimineller Energie..
manchmal auch eine Form der Selbstzerstörung bei Unzufriedenheit mit dem Spiegelbild.
@ Wulliwo

Einem Menschen, der die nachlassenden Kräfte mit Eitelkeit zu kompensieren versucht, hat es wohl schon vorher an Tiefenschärfe gemangelt.
Wer sich nur über den KÖRPER definiert, wird zeitlebens etwas zu kompensieren haben.
Der Mangel an Lebensinhalten wird oft auszugleichen versucht durch Show,Glamour und Zurschaustellung physischer Kraft .
Ja, und wenn alte Menschen mit Skateboard, Muscleshirts, Rocknroll unterwegs sind,hat das für mich auch was Regressives.
Die "Rückentwicklung" auf frühere Stufen ist ein Versuch der Abwehr von unausweichlicher Realität.

Lebensweisheit muß nicht Verzicht bedeuten;
aber die Einsicht , dass nichts von Dauer ist, kann schon hilfreich sein ......
Immer abwärts, immer tiefer wässern wir,
mäandrisch wallend,
Jetzt die Wiese, dann die Matten,
gleich den Garten
um das Haus.
J. W. Goethe


Das sehe ich genauso, @ chauchat.

Aber man kann andere eben nicht überzeugen von dem, was man selbst für richtig und angemessen hält, wenn sie es anders gewohnt sind und die Leere fürchten, wie nichts anderes auf der Welt...

So mancher mag sich auf einer Sch(l)ussfahrt seines Lebens befinden, unfähig die eingeschlagene Richtung noch zu ändern. Da braucht es wohl dringend eine kompatibel erscheinende Selbstbewertung. In der eigenen Logik lässt es sich dann wohl eher aushalten, als alles über den Haufen zu schmeißen und die Leere erst einmal zuzulassen.

Andere halten frühzeitig inne, lassen die Leere zu, lauschen nach ihren neuen Möglichkeiten...


Ja,
@ Verdandi, Altersweisheit kommt eben auch nicht aus dem Nichts

Apropos Eitelkeit :
Die Dosis macht auch hier die Medizin :!:
Oder anders ausgedrückt:
Wer sich nicht
pflegt, der/die liebt sich nicht :)
Ich hatte eigentlich Glück. Ich neigte nie zum Übergewicht.
Daher hat sich so etwas wie ein Körperbewußtsein erst vor wenigen Jahren eingestellt.
Mein Leben hat sich inzwischen entschleunigt. Ich habe die Muße zu genießen und das lässt sich inzwischen nicht mehr verstecken. Warum auch?
Mein Kind findet, das passt zu "alten Männern mit Hündchen". :D
Eitelkeiten habe ich - na klar. Ich versuche sie für andere Menschen erträglich zu halten.
ich finde es wunderbar älter zu sein. , das Leben und den Alltag langsamer und bewusster zu erleben. viel Neues zu erfahren- auf jedem Gebiet- Hobbys und Wünsche auszuleben,. sich auch Manches zu getrauen, Grenzen zu überschreiten- sich selbst besser kennen lernen, .nicht mehr im Stress zu stehen...sich so annehmen, wie man ist--- authentisch sein...unabhängig von der Meinung anderer...in Stille sein... sich selbst lieben und wertschätzen...
das Abenteuer LEBEN-- leben..
ich erfreue mich an den vielen kleinen Dingen und bin dankbar für Alles--- oft steht hinter Leid und Schmerz ein Sinn-- und ich war im Nachhinein dankbar für die Wende in meinem Leben,
das Älter werden ist wie ein Zug fahren_ immer in höhere Gefilde- durch Schluchten, Ebenen, Wildnis ,stillen Wiesen und Feldern.
auch manches Zipperlein und manche Veränderung im Körper gehören dazu...auf das ANNEHMEN kommt es an...
.... nicht umsonst heißt es---- DIE WEISE ALTE

ich wünsche euch mit dem Älter werden das ABENTEUER EURES LEBENS...
und ich hoffe, dass mich diese guten Gedanken von Dir "anstecken" und beflügeln...... :wink:
Crescentia hat geschrieben:

ich finde es wunderbar älter zu sein. , das Leben und den Alltag langsamer und bewusster zu erleben. viel Neues zu erfahren- auf jedem Gebiet- Hobbys und Wünsche auszuleben,. sich auch Manches zu getrauen, Grenzen zu überschreiten- sich selbst besser kennen lernen, .nicht mehr im Stress zu stehen...sich so annehmen, wie man ist--- authentisch sein...unabhängig von der Meinung anderer...in Stille sein... sich selbst lieben und wertschätzen...
das Abenteuer LEBEN-- leben..
ich erfreue mich an den vielen kleinen Dingen und bin dankbar für Alles--- oft steht hinter Leid und Schmerz ein Sinn-- und ich war im Nachhinein dankbar für die Wende in meinem Leben,
das Älter werden ist wie ein Zug fahren_ immer in höhere Gefilde- durch Schluchten, Ebenen, Wildnis ,stillen Wiesen und Feldern.
auch manches Zipperlein und manche Veränderung im Körper gehören dazu...auf das ANNEHMEN kommt es an...
.... nicht umsonst heißt es---- DIE WEISE ALTE

ich wünsche euch mit dem Älter werden das ABENTEUER EURES LEBENS...


DAS hier ist einer der besten Beiträge, die ich zu diesem Thema je in diesem Forum gelesen habe. :D

Die Eingangsfrage wie es ist ein alter Mensch zu sein hat etwas Sinnstiftendes an sich. Wie ist es denn überhaupt ein Mensch zu sein, oder hatte man die Wahl auch was anderes sein zu können?
Ich bin heute 69,622 Jahre oder 25,429 Tage ALT , gibt es also viel und/oder wenig alt? Wenn es mir vorbestimmt sein sollte das 70 - te Lebensjahr nicht zu erreichen bin ich dann schon sehr alt oder wenn ich 120 Jahre alt werden sollte bin ich dann noch jung?? Fragen über Fragen, die sich mir aber nie wirklich gestellt haben.
Durch meine heidnische Erziehung und aus den gelebten Erfahrungeniheraus, ist jedes meiner vielen, früheren Leben immer nur ein Fußabdruck im Sand der Ewigkeit.
Fußabdrücke werden nicht nach Zeit sondern nach Größe gemessen. So gesehen habe ich also nicht nur einen linken und einen rechten Fuß sondern auch noch einen großen Dritten auf dem ich lebe.
Meine Gedanken sind auch mehr damit beschäftigt wohin ich meinen nächsten Fußabdruck wohl künftig setzen werde, denn ich bin nicht alt sondern auf dem Weg.
Es gibt kurze und lange Wegstrecken,
ebene und gerade Wege,
beschwerliche und steinige Pfade,
wohl dem, der den richtigen Wegweiser findet.
cron