Kleines ABC der Zitrusfrüchte

Kleines ABC der Zitrusfrüchte

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Zitrusfrüchte, ursprünglich in Asien beheimatet, sind wahre Alleskönner. Das saftige, frische Fruchtfleisch versorgt uns mit lebenswichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Aminosäuren. Das Aroma ungespritzter, abgeriebener oder in Zesten abgezogener Schalen bereichert Backwaren, Salate und Marmeladen. Orangenschalenabfälle dienen sogar noch als Allzweckreiniger - ganz umsonst und ökologisch.

Botanisch gesehen sind die Zitruspflanzen eine Pflanzengattung aus der Familie der Rautengewächse (Rutaceae). Bei den Früchten handelt es sich um eine Sonderform der Beere. Zitrusfrüchte wachsen an immergrünen Bäumen oder Sträuchern, manche Arten erreichen eine stolze Höhe von bis zu 25 Metern. Die Früchte begegnen uns in unterschiedlichen Größen, verschiedenen Formen und frischen Farben. Viele Zitrusfruchttypen sind durch eine Kreuzung entstanden.

 

Bergamotte

Die Bergamotte, botanisch Citrus x limon (auch Citrus bergamia genannt), ist ein Mischling aus Zitronat-Zitrone (Citrus medica) und Bitterorange (Citrus × aurantium). Die Frucht wird nicht als Obst verwendet, sondern zur Gewinnung von Duft- und Aromastoffen angebaut. Der Bergamotte-Anbau konzentriert sich auf einen schmalen Küstenstreifen im süditalienischen Kalabrien.

Die leicht birnenförmigen Früchte der Bergamotte sind etwas kleiner als ein Tennisball und besitzen eine gelbe Schale, die fest an der Frucht haftet.

Das Bergamotte-Öl wird seit Jahrhunderten als Parfümrohstoff geschätzt und findet sich auch heute noch als frischer Duft in zahlreichen Pflegeprodukten. Das Bergamotte-Öl verleiht dem Earl-Grey-Tee sein charakteristisches Aroma.

 

Bitterorange

Die Bitterorange (botanisch Citrus × aurantium L.), auch Pomeranze oder Sevilla-Orange genannt, vereint das Erbgut der Pampelmuse (Citrus maxima) und der Mandarine (Citrus reticulata). Ihre orange Frucht ist etwas kleiner als eine Orange und besitzt eine unebene Schale. Aufgrund ihres extrem bitteren Geschmacks ist die Bitterorange roh kaum genießbar. Bei der Herstellung von Orangenmarmelade, Orangeat, Limonaden und Likören entfalten die Früchte jedoch ihr geschätztes Aroma. In der Parfümindustrie wird das gefragte Neroliöl aus den weißen Blütenblättern gewonnen. Zahlreiche Pomeranzenbäume zieren den beliebten Orangengarten auf einem der sieben Hügel Roms und lassen den Besucher erahnen, dass die Frucht ursprünglich aus vornehmem Hause kommt.

 

Grapefruit

Die Früchte der Grapefruit (Citrus × aurantium oder auch Citrus x paradisi) sind eine Kreuzung aus der Orange (Citrus × sinensis) und der Pampelmuse (Citrus maxima). Im Handel gibt es Varianten mit gelbem oder rotem Fruchtfleisch. Zum einen wird die Grapefruit als wahres Wundermittel angepriesen. Zum anderen finden sich zahlreiche Hinweise in der Literatur, dass die Inhaltsstoffe der Grapefruit Wechselwirkungen mit Arzneimitteln eingehen können. Bei der Einnahme von Medikamenten ist es daher ratsam, sich bei Fachleuten über mögliche Wechselwirkungen zu informieren.

 

Kaffernlimette

Die Kaffernlimette (Citrus hystrix), auch Kaffir-Limette oder Mauritius-Papeda genannt, stammt vermutlich von der Malaiischen Halbinsel.

Die grüne Frucht besitzt eine unebene, fast warzige Schale. Die ganze Pflanze strömt einen aromatischen, zitronenähnlichen Geruch aus. In der thailändischen Küche werden vor allem die Blätter - ganz oder in feine Streifen geschnitten- verwendet, um Soßen und Suppen zu aromatisieren. Die Früchte liefern wenig Saft, sie schmecken zudem leicht bitter. In manchen Regionen Südostasiens werden auch die Früchte in Schmorgerichten mitgekocht.

 

Kumquat

Die Einordnung der Kumquats in die botanische Systematik bereitet den Botanikern so manches Kopfzerbrechen. Streng genommen sind die Kumquats keine Zitruspflanzen, sondern bilden eine eigene Gattung namens Fortunella. Manche Spezialisten gliedern sämtliche Kumquat-Arten unter dem Namen Citrus japonica in die Gattung Citrus ein. Fest steht - sie gehören zur Familie der Rautengewächse und sind daher eng mit den Zitruspflanzen verwandt.

Des einen Kopfzerbrechen ist des anderen Gaumenfreude. Die Frucht wird in der Regel mit Schale und Kernen gegessen; beim herzhaften Biss auf eine Kumquat schmeckt das Fruchtfleisch zunächst säuerlich, dann hinterlässt die Schale einen leicht herben Nachgeschmack.

 

Mandarine

Die Mandarine (Citrus reticulata) bildet eine eigene Art innerhalb der Citrus-Gattung. Weil sich die reifen Früchte schlecht lagern ließen, gelangten die Mandarinen erst Anfang des 19. Jahrhunderts nach Europa. Den Anfang machten einige Pflanzen, die der Botaniker und Politiker Sir Abraham Hume aus China nach England mitbrachte. Von dort aus traten die Früchte ihren Siegeszug an und entwickelten sich zu einer der größten und variantenreichsten Gruppe unter den Zitruspflanzen, die heute bei uns auf den Markt gelangen.

Sowohl botanisch als auch warenkundlich unterscheiden sich die echten Mandarinen von Kreuzungen wie Clementinen und Satsumas.

 

Limette

Mehrere Sorten von Zitrusfrüchten werden als Limette gehandelt. Sie besitzt gleich drei Vorfahren, die Zitronatzitrone, die Pampelmuse und die Microcitrus. Dementsprechend variantenreich sind das Erbgut und die äußere Erscheinung. Die Farbgebung der Limetten reicht von grün bis gelb, sie sind rundlich bis zitronenförmig und besitzen einen Durchmesser von drei bis sechs Zentimetern. Eine dünne Schale umgibt die Frucht, das Fruchtfleisch schmeckt sehr sauer, vergleichbar mit dem einer Zitrone. Allerdings ist der Geschmack einer Limette von einer intensiveren Note, die zahlreichen Cocktails einen pikanten und frischen Geschmack verleiht.

In arabischen Ländern werden reife Limetten in Salzwasser gekocht, getrocknet und als Gewürz verwendet.

 

Orange

Der botanische Name der Orange ist Citrus X sinensis. Sie entstammt einer Kreuzung aus Mandarine (Citrus reticulata) und Pampelmuse (Citrus maxima). Die Portugiesen führten die Orange im 15. Jahrhundert erstmals in Europa ein. Heute wird die Frucht in allen tropischen uns subtropischen Regionen der Welt angebaut. Reife Früchte müssen nicht sofort geerntet werden. Sie können noch einige Monate am Baum verweilen und verlieren dabei nicht an Qualität.

 

Pomelo

Die Pomelo ist ein Kreuzungsprodukt, deren Pampelmusen-Erbanteil (Citrus maxima) größer ist als jener der Grapefruit (Citrus paradisi). Die Früchte bringen 500 bis 2000 g auf die Waage und erfreuen sich auch in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Die Pomelo besitzt eine dicke, schwammige Schale. Die feste Haut, die die Segmente der Frucht ummantelt, kann leicht abgelöst werden. In Thailand werden die Saftschläuche der Pomelo mit einer Mischung aus Zucker und Chilli gegessen.

 

Zitrone

Die Zitrone (Citrus x limon) ist eine Kreuzung aus Bitterorange und Zitronatzitrone. Das Besondere an der Pflanze ist, dass sich Blüten, Knospen und Früchte gleichzeitig am Baum befinden und so mehrmals jährlich geerntet werden kann. Zahlreiche Wandgemälde der Ausgrabungsstätten Pompeji und Herculaneum belegen den Zitronenanbau und die Nutzung der Früchte bereits in der Antike. Mitte des 18. Jahrhunderts wurden Zitronen bei Seefahrern erfolgreich gegen Skorbut eingesetzt. Heute sind die Nutzungsmöglichkeiten der Frucht äußerst vielfältig. Aus Zitronen werden Saft, Zitronensäure, ätherisches Öl und Pektin (Geliermittel) gewonnen. Zitronenessenzen erfrischen, daher werden sie Getränken wie Kosmetika zugesetzt.

 

Foto © Maksim Shebeko - Fotolia.com

Redaktion, 27.03.2014

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