Abhängigkeit von Medikamenten: Anzeichen und Symptome

Abhängigkeit von Medikamenten: Anzeichen und Symptome

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Weltweit ist der Missbrauch von verschreibungspflichtigen Medikamenten ein wachsendes Problem. Dieser Missbrauch kann zu einer Sucht führen und schwerwiegende Folgen haben, wie die Daten der letzten 15 Jahre zeigen. Immer mehr Menschen werden in die Notaufnahme geschickt, und die Todesfälle durch Überdosierung sind dramatisch angestiegen. 

 

Auch wenn es für viele ein unangenehmes Thema ist, ist es eine der besten Möglichkeiten, mehr über den Missbrauch verschreibungspflichtiger Medikamente zu erfahren. Wenn Sie wissen, welche Medikamente am ehesten missbraucht werden und wie die Anzeichen von Missbrauch und Sucht aussehen, können Sie Ihr eigenes Verhalten besser in den Griff bekommen und das Wohlbefinden der Menschen, die Ihnen wichtig sind, im Auge behalten. 

 

Der Missbrauch von verschreibungspflichtigen Pillen kann jeden betreffen. Wenn Sie mehr darüber erfahren, können Sie besser darauf vorbereitet sein, Anzeichen von Missbrauch zu beobachten und so hoffentlich verhindern, dass eine Sucht entsteht. 

 

 

Häufig missbrauchte Medikamente und Symptome

 

Viele Medikamente können auf eine Weise verwendet werden, für die sie nicht vorgesehen sind. Einige wenige Arten von verschreibungspflichtigen Medikamenten werden jedoch viel häufiger missbraucht als andere. 

 

Opioide, die zur Schmerzbehandlung eingesetzt werden, gehören heute zu den am häufigsten missbrauchten Drogen. Viele Substanzen fallen in die Kategorie der Opioide, darunter Kodein, Morphin, Methadon, Oxycodon, Hydrokodon, Fentanyl und viele andere. Zu den Symptomen des Opioidmissbrauchs können gehören: Verstopfung, Euphorie, Übelkeit, Verwirrung, Schläfrigkeit, verlangsamter Puls, schlechte Koordination und Verwirrung. Bei höheren Dosen oder bei vermehrtem Gebrauch kann es sein, dass die Anwender das Bedürfnis verspüren, ihre Dosis zu erhöhen, um das Gefühl der Schmerzlinderung aufrechtzuerhalten, oder dass sie sogar eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit im Allgemeinen feststellen. 

 

Auch Beruhigungsmittel, die oft zur Behandlung von Angstzuständen und Schlafstörungen eingesetzt werden, werden häufig missbraucht. Zu den Depressiva können Barbiturate, Benzodiazepine und Schlaftabletten gehören. Zu den häufigen Anzeichen des Missbrauchs gehören Symptome, die im Allgemeinen mit einem sedierten Zustand in Verbindung gebracht werden, wie Schläfrigkeit, Schwindel, verlangsamte Atmung, Verwirrung, unsicherer Gang sowie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. 

 

Stimulanzien werden zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen und gelegentlich auch anderer Erkrankungen wie Narkolepsie eingesetzt. Obwohl Stimulanzien auch die Aufmerksamkeit von Personen ohne ADHS erhöhen können, neigen diese Medikamente zu Symptomen wie Bluthochdruck, vermindertem Appetit, unregelmäßigem Puls, Schlaflosigkeit, Paranoia, Angst und Unruhe.

 

Wenn Sie den Verdacht haben, dass jemand eines seiner verschreibungspflichtigen Medikamente missbraucht, können Sie eventuell auch allgemeine Veränderungen in seinem Verhalten feststellen. Stimmungsschwankungen oder Veränderungen im Schlafmuster und im Energieniveau können auftreten. Es kann sein, dass eine Person anfängt, sich verdächtig bezüglich ihrer Rezepte zu verhalten, wie z.B. das Verlangen nach frühzeitigen Folge-Rezepten, das "Verlieren" eines Rezepts oder der Versuch, Medikamente von anderen zu leihen oder zu kaufen. Einige Personen können anfangen, Medikamente von Freunden und Familienmitgliedern zu stehlen, oder sie könnten bei mehreren Ärzten Rezepte verlangen.

 

Wenn Sie diese Verhaltensweisen bei jemandem bemerken, der Ihnen wichtig ist, sollten Sie sich hinsetzen und mit ihm reden. Ziehen Sie keine voreiligen Schlüsse, sondern drücken Sie einfach aus, dass Sie einige Veränderungen in deren Verhalten festgestellt haben und sich Sorgen machen. Wenn Sie offen und verständnisvoll reagieren, können Sie vielleicht einen ehrlichen Dialog über die geistige und körperliche Gesundheit der Person beginnen. Vielleicht ist der Missbrauch von verschreibungspflichtigen Medikamenten eigentlich nur ein Symptom eines größeren Problems. Indem Sie Ihre nicht wertende Unterstützung anbieten, können Sie helfen, das Problem an der Wurzel zu packen, bevor Sie professionelle Hilfe ersuchen. 

 

 

Ursachen und Risikofaktoren 

 

Häufig ist der Missbrauch von verschreibungspflichtigen Medikamenten einfach das Ergebnis einer schlechten Entscheidung, die allmählich außer Kontrolle geraten ist. Viele werden zum Beispiel von Schmerzmitteln abhängig, nachdem diese nach einer Operation verschrieben wurden. Einer Person in einem stressigen Job kann eine Pille gegen ADS angeboten werden, um ihre Energie und Konzentration während einer stressigen Zeit am Arbeitsplatz zu stärken; nachdem sie eine Steigerung ihrer Stimmung und ihrer Leistungsfähigkeit bemerkt hat, möchte diese Person weitere Pillen kaufen. Jemand, der mit schweren Ängsten und Depressionen zu kämpfen hat, könnte ein Beruhigungsmittel einnehmen, um ihn einfach auszuschalten und sich zu helfen, mit den Schmerzen seines Alltags fertig zu werden. Die meisten von uns können sich mit diesen Wünschen identifizieren. Die Verlockung, Schmerz, Depression, Angst oder Müdigkeit zu entkommen, ist etwas, das die meisten von uns verstehen können. 

 

Gelegentlicher Missbrauch eines verschreibungspflichtigen Medikaments kann jedoch schnell in eine Spirale des Missbrauchs und später in eine ausgewachsene Sucht umschlagen. An einem bestimmten Punkt muss eine Person möglicherweise mehr von einem Medikament einnehmen, um seine Wirkung aufrechtzuerhalten oder einfach das Auftreten von Entzugserscheinungen zu verhindern. Wer in seiner Familie Suchtprobleme hat oder in der Vergangenheit oder Gegenwart von anderen Substanzen wie Alkohol oder Nikotin abhängig war oder ist, kann leichter von verschreibungspflichtigen Medikamenten abhängig werden. Personen mit bestimmten psychischen Erkrankungen können auch ein größeres Suchtrisiko haben. Manchmal ist es einfach die Umgebung, die ein Risiko darstellt. Ein Arzt kann einer Person eine übermäßig hohe Dosis verschreiben. Jemand kann zu Hause Zugang zu einer Vielzahl von verschreibungspflichtigen Medikamenten haben. Manchmal kann ein Freund oder ein Bekannter empfehlen, ein verschreibungspflichtiges Medikament für andere Zwecke zu verwenden. 

 

Ältere Erwachsene könnten fälschlicherweise glauben, dass der Missbrauch von verschreibungspflichtigen Medikamenten nur Jugendliche und jüngere Erwachsene betrifft. Dies ist jedoch bei weitem nicht der Fall. Älteren Erwachsenen werden häufig Opioide verschrieben, um ihnen beispielsweise bei der Bewältigung ihrer Schmerzen zu helfen. Senioren nehmen auch häufiger mehrere Medikamente ein, was ebenfalls ihr Suchtrisiko erhöhen kann. Auch die Kombination starker verschreibungspflichtiger Medikamente mit Alkohol kann das Risiko für Drogenmissbrauch oder -abhängigkeit erhöhen. 

 

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie oder jemand, der Ihnen am Herzen liegt, vielleicht von einem verschreibungspflichtigen Medikament abhängig ist, schämen Sie sich nicht, um Hilfe zu bitten. Verschreibungspflichtige Drogenabhängigkeit wird immer häufiger, und obwohl Sie sich vielleicht verantwortlich fühlen, gibt es viele Faktoren, die Menschen einem Suchtrisiko aussetzen. Die übermäßige Verschreibung von starken Medikamenten ist zum Beispiel ein weltweit wachsendes Problem. Wenn Sie Schamgefühle ablegen, können Sie Hilfe suchen und sich auf den Weg der Genesung machen. 

 

 

Wenn Sie oder jemand, der Ihnen am Herzen liegt, Schwierigkeiten hat, mit der Einnahme von verschreibungspflichtigen Medikamenten umzugehen, sprechen Sie mit einem Arzt über die Behandlungsmöglichkeiten. Beratung, Entgiftung und andere Formen der Unterstützung können angeboten werden, um denen zu helfen, die Schwierigkeiten haben, von einem bestimmten Medikament loszukommen. Die Behandlungsmethoden variieren je nach dem jeweiligen Medikament. 

 

Es gibt oft viele komplizierte Emotionen, die mit der Sucht verbunden sind. Es kann eine große Herausforderung sein, mit unseren Lieben über solche Probleme zu sprechen, unabhängig davon, ob wir selbst abhängig oder Zeuge einer Sucht sind. Verleugnung, Frustration und Ärger sind häufig zu spüren, wenn wir mit einem Suchtproblem konfrontiert werden. Über die eigenen Probleme zu sprechen, kann sich beängstigend oder erniedrigend anfühlen. Denken Sie jedoch daran, dass ein ehrlicher und offener Umgang mit diesem Problem der beste Weg zur Genesung ist. Anstatt ärgerlich zu reagieren, sollten Sie sich bemühen, geduldig, mitfühlend und verständnisvoll zu sein.

 

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie, ein Freund oder ein geliebter Mensch ein Problem mit dem Missbrauch von verschreibungspflichtigen Medikamenten haben könnten, sprechen Sie das Thema so bald wie möglich an. Wenn Sie das Problem besprechen und einen Behandlungsplan erstellen, können Sie vielleicht ein Leben retten. 

 

 

Photo: Krzysztof Mandrysz / Pixabay

Marianna, 16.04.2020

Saegezahn
0 | 18.04.2020, 10:45

Vor einiger Zeit habe ich einen Krankenbesuch gemacht, bei einem in der Nachbarschaft wohnenden guten Bekannten.
Er erzählte mir unter anderem ganz stolz, dass er früh am Morgen 16 Tabletten einnehmen müsste, welche alle vom Hausarzt und von Fachärzten verordnet wurden.
Im Tagesverlauf kamen am Mittag und am Abend, weitere Medis hinzu und seine besorgte Ehefrau wachte darüber, dass er auch alles genau befolgte und alles korreckt eingenommen hat.
Er lebte dann noch ein Jahr und ist so um 83 Jahre alt verstorben.

Ich vermutete damals, dass bei dieser massenweise Einnahme verschiedener Medis doch auch Neben- und Wechselwirkungen entstehen könnten und das ihm sein Verhalten nicht so ganz gut tun würde, aber was hätte ich in dieser Situation denn tun sollen, als aufmerksamer Mitmensch?
Was hätte ich tun sollen, wenn ich diesen hier vorliegenden Artikel gekannt hätte und dementsprechend hätte verfahren wollen?

Undskyld
0 | 16.04.2020, 20:32

Deutschland=82 Millonen Einwohner und 81 Millionen Virologen und Experten,genannt Wissenschaftler,ich zieh wieder nach Dänemark

guenni01
0 | 16.04.2020, 20:16

Da ich meinen behandelnden Ärzten vertraue, habe ich keine Probleme bzgl. der Medikamente, die sie mir verschrieben haben.

jacaranda03
0 | 16.04.2020, 19:51

ich find das nicht besonders interessant,
kann doch auch jeder im Internet nachlesen ........ falls es doch jemanden interessieren sollte