Mindesthaltbarkeitsdatum - Essen oder wegwerfen?

Mindesthaltbarkeitsdatum - Essen oder wegwerfen?

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Die meisten Menschen achten beim Verzehr von Lebensmitteln penibel auf das Mindesthaltbarkeitsdatum. Sobald dieses erreicht oder leicht überschritten wurde, werfen sie die jeweiligen Produkte weg, ohne sie genau zu kontrollieren. Kaum jemand kann es sich vorstellen oder gar leisten, jedes Jahr 400 Euro wegzuwerfen. Aber Lebensmittel in diesem Gesamtwert werden statistisch gesehen jedes Jahr pro Haushalt in der Mülltonne entsorgt. Dabei wären viele dieser Produkte durchaus noch einige Wochen genießbar.

 

Dafür steht das Mindesthaltbarkeitsdatum

Lebensmittelhersteller müssen für eine bestimmte Dauer eine einwandfreie und gleichbleibende Qualität des Produktes gewährleisten. Sollte es vorher schon zu Beeinträchtigungen - wie beispielsweise einer Änderung des Geschmackes oder des Aussehens - kommen, sind die Kunden berechtigt, das Produkt zurückzutauschen. Für diesen Zeitraum gibt der Hersteller quasi eine Garantie für ein optimales Lebensmittel. Aber natürlich sind viele Lebensmittel nicht von einem Tag auf den anderen ungenießbar, sondern können sehr wohl noch mehrere Wochen oder Monate verzehrt werden. Schauen Sie sich deshalb alle Produkte genau an, schnuppern Sie daran und machen auch einen Geschmackstest.

 

Schimmel ist nicht gleich Schimmel

Manche Produkte, die von Schimmel befallen sind, sind trotzdem noch genießbar. So müssen Sie beispielsweise bei einem festen, nicht in Scheiben geschnittenen Brot, den Schimmelfleck nur großzügig abschneiden. Wurde das Brot allerdings in Scheiben geschnitten, müssen Sie alle Scheiben wegwerfen.

Beim Obst und Gemüse kommt es darauf an, wie diese verpackt wurden. Befand es sich in einer engen Kartonage oder Umverpackung aus Kunststoff, müssen Sie die ganze Packung wegwerfen. Wurde es hingegen in einem Netz oder wurde locker verpackt, reicht es, wenn Sie die befallenen Früchte entfernen.

Tiefgefrorenes Gemüse und Beeren sind auch einige Monate nach Ablauf des MHD noch genießbar. Genauso verhält es sich mit tiefgekühlten Fertiggerichten, beispielsweise Pizzen oder Pfannengerichten.

Bei Nüssen müssen Sie besonders rigoros vorgehen. Ist eine einzelne Nuss vom Schimmel befallen, müssen Sie die ganze Packung wegwerfen. Diese Nüsse produzieren eine krebsauslösende Substanz.

 

Unterschiede Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum

Einige Lebensmittel tragen den Vermerk "zu verbrauchen bis ...". Hierbei handelt es sich beispielsweise um frische Fleisch- und Wurstwaren, aber auch um Eier. Diese Lebensmittel sollten Sie so schnell wie möglich nach dem Einkauf aufbrauchen und nach Erreichens des Verfallsdatums wegwerfen. Wenn Sie Fleisch auf Vorrat einkaufen möchten, müssen Sie es einfrieren. So ist es über einen Zeitraum von mehreren Monaten haltbar. Auch Wurstwaren können Sie einfrieren. Diese sollten Sie aber nach dem Auftauen schnell aufbrauchen, da sie sonst einen Glanz bekommen und dann weggeworfen werden müssen. Frieren Sie die Wurst am besten in Tagesrationen - nach Sorte getrennt - ein.

In einigen Ländern Europas wird auf den Verpackungen sowohl das Herstellungs- als auch das Verbrauchsdatum aufgedruckt. Deren Zeitspanne kann durchaus 1 1/2 Jahre oder mehr betragen. Auch wenn das Herstellungsdatum schon weiter entfernt liegt, können Sie davon ausgehen, dass das Lebensmittel auf alle Fälle bis zum Verbrauchsdatum und einige Tage darüber hinaus völlig einwandfrei sind. Vielleicht wäre dies auch eine Alternative für die deutsche Lebensmittelindustrie.

 

So lange sind Lebensmittel haltbar

Bei den nachfolgenden Angaben gehen wir davon aus, dass die Verpackungen unbeschädigt sind. Liegt eine Beschädigung vor, müssen die Produkte natürlich - sofern Sie noch in Ordnung sind - sofort aufgebraucht oder andernfalls weggeworfen werden.

Während aufgeschnittener Käse nur wenige Tage haltbar ist, können Sie abgepackten Käse auch noch bis zu zwei Wochen nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums verwenden. Sollten Sie unsicher sein, so nehmen Sie ihn doch einfach zum Überbacken von warmen Speisen.

Frischmilch ist bis zu eine Woche länger haltbar, H-Milch hingegen mehrere Monate.

Auch wenn sich beim Joghurt schon etwas Wasser abgesetzt hat, kann er durchaus noch bis zu zwei Monate nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums verzehrt werden.

Fruchtsäfte in ungeöffneten Flaschen können noch bis zu zwölf Monate später getrunken werden. Marmelade kann - in ungeöffnetem Zustand - über mehrere Jahre gelagert werden. Und Wein wird sowieso im Laufe der nächsten Jahre und Jahrzehnte immer besser. Nudeln, Reis, getrocknete Linsen und Mehl sind mehrere Jahre lang haltbar. Lebensmittel in Blechdosen sind auch mehrere Monate nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch genießbar. Ein Rentner hat letztens eine Lebensmittelkonserve aus dem Jahr 1948, die er damals in einem Care-Paket erhielt und seitdem für schlechte Zeiten aufbewahrt hat, auf Genießbarkeit testen lassen. Deren Inhalt hätte auch heute noch problemlos verzehrt werden können.

Redaktion, 15.02.2012

kundgeba
0 | 15.02.2012, 21:32

In Wien ist gestern die älteste Wienerin mit 111 Jahren gestorben - . Also Rangi keine Panik.
Ausserdem soll sie auch Lebensmittel zu sich genommen haben, die bereits abgelaufen sind.

admin
0 | 15.02.2012, 21:12

@Rangie
Solange Menschen mit 91 noch so fit und aktiv sind wie Sie, mache ich mir bzgl. des Haltbarkeitsdatums keine Sorgen ;-). Oder sind bzgl. Ihres Alters Zweifel angebracht?