Partnersuche 50plus: Was ist anders als in jüngeren Jahren, was nicht?

Partnersuche 50plus: Was ist anders als in jüngeren Jahren, was nicht?

5 | 4955 Aufrufe

Bei der Partnersuche ab 50 sind die eigenen Ansprüche in der Regel andere als bei jüngeren Personen. Allein dadurch ändert sich die Suche - die Kriterien sind einfach andere als 20 Jahre zuvor. Auch die Möglichkeiten des Kennenlernens werden neu betrachtet. Auf einen Party-Flirt setzt wohl kaum ein Single jenseits des 50. Lebensjahres, auf eine Singlebörse oder Partnervermittlung hingegen umso eher.

 

Was bleibt mit 50+ unverändert?

 

Menschen suchen ihr Leben lang nach der oder einer “großen Liebe”. Daran ändert sich nichts. Die Tendenz, in dieser Hinsicht keine Kompromisse einzugehen, wächst eher noch mit den Lebensjahren. Junge Leute spulen ihr biologisches Programm ab: Sie wollen Kinder in die Welt setzen und dementsprechend ihre Karriere so gestalten, dass sie dem eigenen Nachwuchs etwas bieten und - praktisch ebenso wichtig - die Erwartungen ihrer Eltern erfüllen können, was zu manch prekärer "Zweckbeziehung" führt. Diese beiden Aspekte haben sich mit 50+ fast vollständig erledigt. Eigene Kinder sind für Frauen gar kein und für Männer kaum ein Thema, die Sorge um die eigenen, inzwischen erwachsenen Kinder sollte sich allmählich reduzieren. Den eigenen Eltern haben wir entweder inzwischen unsere Leistungsfähigkeit bewiesen, oder wir haben uns damit arrangiert, dass diese mit uns nie ganz zufrieden sind. In einigen Fällen sind sie bereits verstorben oder so alt, dass sie mit ganz anderen Problemen kämpfen. Doch was ist bei der Partnersuche unverändert geblieben? Es sind Hoffnungen, Glücksgefühle über ihre Erfüllung und dementsprechend die berühmten Schmetterlinge im Bauch, die über uns kommen wie vor über 30 Jahren. Das ist für Singles von 50+ eine wunderbare Erfahrung, die sich auch körperlich bestätigt: Für gesunde Menschen bleibt die Sexualität bis mindestens um das 70. Lebensjahr herum (fast) wie in jungen Jahren erhalten, teilweise nimmt sie sogar an Intensität zu. In jedem Fall profitieren wir dabei von unserer Erfahrung.

 

Was ändert sich grundsätzlich mit 50+?

 

Wie schon erwähnt lehnen wir in diesem Alter faule Kompromisse ab. Wir sind einfach zu klug und erfahren dafür. Wir wissen, dass uns mit einem nicht wirklich geliebten Menschen das Zusammenleben sehr schwerfallen würde. Es wäre eher eine Last als eine Bereicherung. Aus unserer Erfahrung heraus wissen wir auch, dass ein Zusammensein und -leben gestaltet sein will. Daher setzen wir strikt auf gemeinsame Interessen, weil die Macht des biologischen Familienprogramms (Kinder bekommen, elterlichen Auftrag erfüllen - siehe oben) vollständig verschwunden ist. Im besten Fall bereichert uns die neu gewonnene Freiheit, denn endlich können wir einen Partner suchen, mit dem eine riesige Deckungsgleichheit an Interessen besteht und die sich nicht überlagernden Interessen höchstens Neugier und Erstaunen wecken, aber kaum zu Zerwürfnissen führen. Schließlich haben wir meistens, da nicht mehr mit der Organisation von Kind und Kegel belastet, etwas mehr zeitliche Ressourcen. Wir können sehr vieles, müssen aber nicht alles gemeinsam unternehmen. So behalten Partner auch die nötigen Freiräume. Der große Unterschied zu jüngeren Lebensjahren besteht nun darin, dass wir in Ruhe (und über eine Singlebörse oder Partnervermittlung auch gut organisiert) nach dem Partner mit den gewünschten Gemeinsamkeiten suchen können. Diese Freiheit hatten wir in jüngeren Jahren meistens nicht, denn der Lebensplan war eng: Schule, Ausbildung, Studium, Kind, Karriere, Eigenheim. Irgendwo dazwischen mussten wir einen Ehepartner erwischen. Das ging ganz fix und in unserem individuellen Fall nicht gut - sonst wären wir nicht mit 50+ auf Partnersuche. Natürlich gibt es auch Paare, die sich mit 25 Jahren glücklich verheirateten und mit 50+ immer noch glücklich diese erste Ehe genießen.

 

Haben es Frauen mit 50+ schwerer?

 

Nein. Es gibt eine gefühlte Erschwernis, die bei Partnervermittlern zu vermehrten Anfragen dieser Damen führt. Das Phänomen gibt es auch bei jüngeren Männern, bei großen Frauen und kleinen Männern sowie bei niveauvollen Frauen und Männern mit unterem Bildungsstand. In all diesen Gruppen gibt es einen leichten Überhang (von vielleicht 10 bis 30 % der genannten Gruppen versus gesuchten Partnern), doch das ist nun wie bei der Reise nach Jerusalem, wo es immer nur einen Stuhl zu wenig gibt: Jeder hat Angst “übrig zu bleiben” und strengt sich daher ganz besonders an. Frauen von 50+ fühlen also ein Defizit, vor allem größere und niveauvolle Frauen dieser Altersgruppe. Es gibt aber passende Partner. Wir raten zu Gelassenheit. Bleiben Sie bei Ihrem Standpunkt, keine faulen Kompromisse eingehen zu wollen.

 

 

 

 

Foto: © aletia2011/fotolia.de

 

 

 

Redaktion, 11.01.2018

Jana10
8 | 11.01.2018, 14:22

Frauen über 50 finden leichter einen Partner,
die Auswahl von alleinstehenden Männern,
die aus Gewohnheit umsorgt werden wollen,
ist gross.

Im Gegenteil zu alleinstehenden Frauen ü 50

Meistens wollen sie den letzten Lebensab-
schnitt so gestalten wie es für sie stimmt:
Liebe und Sex ja, jedoch ohne irgendwelche
`Versorgungsaufgaben` für den Partner zu
übernehmen, das hatten sie evtl. viele Jahre
zuvor!

Diamant58
15 | 11.01.2018, 08:38

Die meisten Frauen über 50 leben ihr Leben und sind auch ohne Partner glücklich, warum sollte man wie von Ihnen erwähnt "Angst haben bei der Partnersuche übrig zu bleiben"..., da würde man ja nur sein Glück an einen Mann fest machen, geht garnicht denn ich liebe mein Leben und bin auch glücklich ohne Partner.
Den richtigen Partner zu finden ist doch etwas schwierig, je intensiver Frauen sich um alles in der Welt einen Partner wünschen und dafür richtig "ins Zeug legen" umso schneller können sie auch an den falschen gelangen. Kompromisse ja aber nicht um alles in der Welt und alles braucht seine Zeit...