Neue Liebe und gemeinsame Wohnung – Zusammenziehen mit über 50

Neue Liebe und gemeinsame Wohnung – Zusammenziehen mit über 50

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Die große Liebe kann man auch mit über 50 noch finden. Die letzte lange Beziehung ist schon eine Weile her und jetzt flattern wieder die Schmetterlinge im Bauch. Die Zweisamkeit wächst und möglicherweise kommt der Wunsch auf zusammenzuziehen. Auf der anderen Seite haben beide Partner bereits schon einige Beziehungen hinter sich und wissen um die Vor- und auch die Nachteile einer gemeinsamen Wohnung. Schlechte Erfahrungen und die Freiheit können hier eine große Rolle spielen. Dennoch hat das Zusammenziehen im Alter einige Vorteile.

 

Zusammenziehen – die Vorteile

 

Für beide Beziehungspartner kann ein gemeinsamer Haushalt eine gewaltige Umstellung sein. Trotzdem bietet eine gemeinsame Wohnung viele Vorteile: zum einen gibt es hier den unschlagbaren finanziellen Aspekt. Man zahlt immerhin nur noch für eine Wohnung und spart so bares Geld.

Außerdem fällt das Pendeln zwischen zwei Wohnungen weg. Das spart nicht nur Geld, sondern macht die Zeit zu zweit auch deutlich entspannter.

Wenn man mit über 50 zusammenzieht, dann plant man in der Regel längerfristig. Vielleicht malt man sich sogar einen gemeinsamen Lebensabend aus. Das ist von Vorteil, wenn es etwa einen Notfall gibt. Man kann füreinander da sein.

 

Nicht alles ist rosarot – die Nachteile

 

Wenn man als Paar eine gemeinsame Wohnung bezieht, gibt man ein Stück von sich auf. Vielleicht hat man die vergangenen Jahre in großer Freiheit verbracht und möchte diese auf keinen Fall verlieren.

Viele bringen Kinder mit, die noch nicht im Erwachsenenalter sind, die gerade durch die Pubertät gehen. Das kann zu Spannungen führen, wenn ein neuer Partner oder eine neue Partnerin in diese Vertrautheit eindringt.

Eine bereits vorhandene Immobilie oder sogar mehrere Immobilien können auch ein Nachteil sein. Solche bereits vorhandenen Haushalte sind potentielle Streitherde, weil der neue Partner sich in dem vertrauten Lebensraum einnistet.

Eine gemeinsame Wohnung kann darüber hinaus schnell zu einem bösen Erwachen führen. Vielleicht kann man gewisse Züge an seiner Partnerin oder seinem Partner nicht ausstehen, die man vorher noch nicht bemerkt hat. Als Mensch, der mitten im Leben steht, ist man oft auch zu weniger Kompromissen bereit als früher. Besonders berühmte potentielle Streitherde sind in diesem Zusammenhang die Themen Ordnung und Sauberkeit. Hier kann ein gemeinsamer Urlaub als Testphase helfen.

 

Welche Fragen sollte man sich vor der Entscheidung stellen?

 

Der Schritt zur gemeinsamen Wohnung ist auch noch für Menschen über 50 mit vielen Fragen, Entscheidungen und auch Wünschen verbunden. In erster Linie sollte man sich fragen, was man sich von der gemeinsamen Wohnsituation erhofft. Darüber sollte man dann auch mit seiner Partnerin oder seinem Partner sprechen. Im Idealfall decken sich diese Vorstellungen und der Grundstein fürs Zusammenleben ist gelegt.

Verstehe ich, wie der andere tickt? Paare, die zusammenziehen wollen, sollten sich nicht nur oberflächlich kennen. Es ist wichtig, eine tiefe Basis zu schaffen und so viele Facetten des Gegenübers wie möglich zu kennen. Vor allem wenn man bereits einige Beziehungen hinter sich hat, kann man unter Umständen vorbelastet sein. Schlechte Erfahrungen müssen möglicherweise mit neuen positiven Erinnerungen ersetzt werden und das braucht Zeit. Deshalb raten Beziehungstherapeuten dazu mindestens ein Jahr zu warten, bevor man sich eine gemeinsame Wohnung teilt.

 

Der Umzug steht an – was gibt es zu beachten?

 

Die Entscheidung ist gefällt, eine gemeinsame Wohnung ist gefunden. Jetzt muss nur noch der Umzug reibungslos über die Bühne gehen. Unter Umständen ist dieser im Alter organisatorisch und körperlich anstrengender als in jüngeren Jahren. Hier kann es sich auf jeden Fall lohnen, die Hilfe von Profis in Anspruch zu nehmen. Viele Umzugsunternehmen bieten besondere Angebote für Senioren an. So kann ein Umzug das Einpacken des Umzugsgutes und den Abbau der Möbel umfassen, ebenso wie das Auspacken in der neuen Wohnung, den Aufbau der Möbel und gegebenenfalls die Montage von elektrischen Geräten.

 

Getrennte Wohnungen doch eine Option?

 

Wenn man sich gegen eine gemeinsame Wohnung entscheidet, muss das nicht gleich das  Beziehungsende bedeuten. Im Gegenteil; es kann reizvoll sein, sich gegenseitig in den getrennten Wohnungen zu besuchen. Man vermisst sich mehr und weiß die gemeinsame Zeit auch mehr zu schätzen.

Gerade, wenn man sich in einem Moment nicht so gut versteht, kann man sich mit getrennten Wohnungen besser zurückziehen. Möglicherweise haben die Partner in den vergangenen Jahren oder Jahrzehnten schon lange genug in gemeinsamen Haushalten gelebt und wollen die Freiheit genießen.

Zusammen oder getrennt wohnen - beides hat Vor- und Nachteile und es gibt kein Richtig oder Falsch. Hier sollte man einfach auf sein Bauchgefühl hören und die Meinung des Partners respektieren. Zusammen mit unseren Empfehlungen trifft man dann auch sicher die persönlich richtige Entscheidung.

 

 

Foto: © Esther Ann / unsplash.com

 

Marianna, 07.11.2019

ashoggi
0 | 08.11.2019, 21:43

Probieren geht über studieren

Ypsilonin
0 | 08.11.2019, 00:51

Wenn jeder allein auch kann, dann könnte es zu Zweit auch gehen.
Alles was von Torschlusspanik getragen wird, ist zum scheitern verurteilt.

Witwe56
0 | 07.11.2019, 21:02

Ich persönlich bevorzuge es mit einem Partner zusammen zu leben. Allerdings wäre es hilfreich, wenn jeder ein persönliches Rückzugzimmer hätte. Wie schon gesagt, das ist meine persönliche Meinung.

ninanachteule
0 | 07.11.2019, 19:31

Da ja heutzutage die Männer - anders als früher -
doch ziemlich selbstständig sind
und nicht mehr so betüddelt werden müssen:-)))
fände ich "zusammensein - aber getrennt wohnen"
noch am besten.

Kaschmir7
0 | 07.11.2019, 18:18

Ich liebe Frauen die Unabhängig und ohne Verpflichtungen und bereit für Neues sind.
'' Bedarfsgemeinschaft '' in welcher Richtung ?
Interessanter Blog !
Herzliche Grüße
von Kaschmir

translation
5 | 07.11.2019, 17:34

Was mir fehlt ist der Punkt: "Bedarfsgemeinschaft". Da schlummern etliche Risiken