Lebensqualität und Gesundheit durch Optimismus

Lebensqualität und Gesundheit durch Optimismus

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Optimismus gilt allgemein als eine erstrebenswerte und lebensbejahende Eigenschaft. Wir sind meist gerne in der Nähe von Menschen, die mit einem wachen Blick und optimistischer Grundhaltung ihren Alltag meistern und ihr Glück suchen. Nicht allen Menschen ist es jedoch gegeben, auf ihrem Weg durchs Leben zuversichtlich und erwartungsvoll nach vorne zu schauen. Schicksalsschläge und Lebenserfahrungen aller Art prägen uns in unserer Wahrnehmung, unseren Sichtweisen und ganz grundsätzlich in der Art, mit der wir die Welt erleben. Wir können es uns nicht aussuchen, ob wir überwiegend angenehme Bedingungen vorfinden oder verstärkt problematische Erfahrungen im Verlauf des Lebens machen. Wir haben allerdings einen Einfluss auf die Frage, ob unser Glas halb voll oder halb leer ist.

 

Optimismus und Lebenserwartung

Seit Jahrzehnten interessieren sich Mediziner, Soziologen und Psychologen dafür, ob ein vorwärts gewandter Blick und eine hoffnungsvolle Grundhaltung einen Einfluss auf die Lebenserwartung haben. Im Jahr 2004 unternahm die Harvard Medical School eine Befragung von annähernd 70.000 Frauen zu ihrer Lebenseinstellung. Die Probandinnen wurden nach den Interviews über einen Zeitraum von acht Jahren beobachtet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Frauen, deren Aussagen den höchsten Pessimismus-Wert aufweisen, weitaus häufiger lebensbedrohliche Erkrankungen erleiden als jene mit einer optimistischen Grundhaltung. Die Krankheitswahrscheinlichkeit steigt mit dem Ausmaß an Pessimismus deutlich an. Das Studienergebnis legt nahe, dass eine positivere Einstellung einen deutlichen Einfluss auf die Lebenserwartung und die eigene Gesundheit hat. Zudem bringt sie auch mehr Freude am Leben.

 

Lebenseinstellung und Herzgesundheit

Eine weitere Untersuchung, die sich explizit mit dem Zusammenhang zwischen der persönlichen Einstellung zum Leben und dem Gesundheitszustand des Herzens befasst hat, kommt zu einem ähnlichen Schluss. Die Langzeitstudie aus den USA, die diesmal im sozialwissenschaftlichen Bereich an der Universität Illinois durchgeführt wurde, wertete über einen Zeitraum von elf Jahren (2000-2011) die Daten von 6000 US-Bürgern aus. Für die Erhebung wurden medizinische Gesundheitsdaten und Fragebögen herangezogen. Das Ergebnis zeigt, dass ein gesundes Herz einen deutlichen Zusammenhang zu einer grundsätzlich optimistischen Einstellung aufweist. Optimismus gilt entsprechend als wesentlicher Faktor bei der Vorbeugung von Herzerkrankungen.Die genauen Gründe, warum dieser so deutliche Zusammenhang besteht, sind nicht eindeutig geklärt. Die Forscher vermuten, dass bereits das Erleben aus sich selbst heraus Einfluss nehmen zu können, einen positiven Effekt hat.

 

Positiv denken in kleinen Schritten

Die Persönlichkeit eines Menschen lässt sich nicht einfach umkrempeln. Aus einem eher pessimistisch veranlagten Menschen wird auch mit viel gutem Willen kein völlig anderer Mensch, der plötzlich überall nur Schönes sieht und von selbst optimistisch wird. Positiv denken entsteht nicht unvermittelt über Nacht. Aber jeder Mensch hat die Möglichkeit, die Dinge so oder ganz anders zu sehen, ohne sich dabei selbst zu verleugnen oder die eigene Authentizität einzubüßen. Häufig hilft das Bemühen um ein wenig mehr Selbstbewusstsein dabei, einen neuen Blick auf das Leben zu gewinnen. Es sind in erster Linie die persönliche Befähigung zum Glück und die selbst geschaffene Fähigkeit optimistisch auf Dinge zu reagieren, die Gesundheit und Lebensqualität verbessern. Diese Fähigkeit ist nicht angeboren, sondern wird im Laufe des Lebens erlernt im Kontext von individuellen Erfahrungen.

 

Tipps für eine optimistische Lebenseinstellung

Optimismus setzt eine innere Grundhaltung voraus, bei der zwei Dinge wichtig sind: Vertrauen in die eigenen Ressourcen und der Glaube an die Fähigkeit, Kontrolle über das eigene Leben auszuüben. Um dies umsetzen zu können, helfen ein paar einfache Tipps.

1) Problemsituationen sachlich analysieren und Lösungsmöglichkeiten aufschreiben.

2) Kritik und Widerstand auf der Sachebene, nicht auf der Persönlichkeitsebene sehen.

3) Scheitern als situativ und nicht allumfassend betrachten.

4) Der letzte Gedanke des Tages sollte nicht pessimistisch, sondern optimistisch sein.

5) Immer eine gedankliche Alternative zum schlimmstmöglichen Ausgang bereithalten.

6) Angst und übersteigerte Selbstansprüche nicht verurteilen, sondern akzeptierend wahrnehmen.

 

 

 

Foto: © K.-P. Adler/fotolia.de

 

 

Redaktion, 24.05.2017

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