Spenden statt schenken: Was macht einen seriösen Tierschutzverein aus?

Spenden statt schenken: Was macht einen seriösen Tierschutzverein aus?

8 | 5330 Aufrufe

Bald ist es Weihnachten. Der Konsum boomt und die Menschen quälen sich in die Innenstädte in überfüllte Läden, um für ihre Liebsten, die in der Regel bereits gut mit allem ausgestattet sind, noch passende Weihnachtsgeschenke zu suchen. Viele spielen aber auch mit dem Gedanken, das Weihnachtsbudget dieses Jahr nicht in materielle Dinge zu investieren, sondern lieber einer Organisation zu spenden, die das Geld für etwas Gutes und Nachhaltiges einsetzt, wie z.B. einem Tierschutzverein oder Organisationen, die sich für Tierrechte einsetzen. Aber woher weiß man, dass die ausgesuchte Organisation wirklich seriös ist?

 

Tierschutz liegt vielen Menschen am Herzen. In kaum einem anderen Bereich ist daher auch die Spendenbereitschaft so hoch. Bei der Vielzahl an Organisationen und Vereinen ist es aber gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Denn natürlich behaupten alle, nur das Beste für die Tiere zu wollen. Zahlreiche Skandale in der Vergangenheit - nicht nur im Bereich Tierschutz, sondern auch bei anderen Spendensammlern - haben aber gezeigt, dass es immer wieder auch schwarze Schafe gibt. Wer also sicherstellen möchte, dass seine Spende tatsächlich Not leidenden Tieren zugute kommt, sollte bei der Auswahl der Organisation auf einige wichtige Punkte achten.

 

Spendensiegel verbürgen sich für Transparenz

 

Nicht jede Privatperson hat natürlich die Zeit oder die Möglichkeit, die Arbeit der Tierschutzorganisationen genauer unter die Lupe zu nehmen. Deswegen haben sich einige Verbände dieser Aufgabe angenommen. So vergibt das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) ein Spendensiegel, das den transparenten Umgang mit den Spendengeldern bestätigt. Allerdings ist dieser Zertifizierungsprozess für die Tierschutzorganisationen auch mit Kosten verbunden. Viele kleinere Vereine verzichten daher auf eine Zertifizierung. Diese sind dafür zumeist Mitglied im Deutschen Spendenrat. Dabei handelt es sich um ein Instrument der freiwilligen Selbstkontrolle. Der Rat verteilt bei Verstößen gegen die Spendenstandards Rügen und Missbilligungen - die dann auch öffentlich einsehbar sind.

 

Die Gemeinnützigkeit kommt auch dem Spender zugute

 

Achten Sie zudem darauf, dass die Organisation vom Finanzamt als gemeinnützig eingestuft wurde. Dies garantiert zumindest, dass eine konstante Buchhaltung vorhanden ist. Außerdem bringt dies für den Spender steuerliche Vorteile mit sich. Denn Spenden an gemeinnützige Tierschutzorganisationen lassen sich von der Steuer absetzen. Bei Spenden von weniger als zweihundert Euro reicht dabei die Buchungsbestätigung der Bank. Bei größeren Summen stellen die Organisationen gerne eine Spendenbescheinigung aus. Auch hier lässt sich die Professionalität eines Vereins gut erkennen. Gut aufgestellte Organisationen werden Kunden von sich aus mit den benötigten Unterlagen versorgen, damit diese die Spende auch steuerlich geltend machen können.

 

Ziele und genutzte Mittel sind in der Satzung zu finden

 

Wie jeder andere Verein auch müssen Tierschutzorganisationen eine Satzung besitzen. Darin ist auch der Vereinszweck detailliert festgehalten. Grundsätzlich gilt dabei: Je genauer der Vereinszweck beschrieben ist, desto besser. Denn allgemeine Formulierungen eröffnen natürlich immer auch Spielraum für Projekte und Ausgaben, die mit dem direkten Tierschutz nur wenig zu tun haben. Im Idealfall sollte in der Satzung zudem auch festgehalten werden, wie die Ziele erreicht werden sollen. Auch hier gilt: Die Beschreibung sollte klar verständlich sein und eine gewisse bindende Wirkung entfalten. Vereine, die ihre Satzung nicht veröffentlichen möchten, sind hingegen grundsätzlich mit einer gewissen Skepsis zu betrachten.

 

Die handelnden Personen sollten bekannt sein

 

Achten Sie darauf, dass die handelnden Personen beispielsweise auf der Webseite oder auf Flyern erkenntlich sind. Bei einigen Organisationen sind dort teilweise nur Testimonials oder Models zu finden. Grundsätzlich leben Tierschutzorganisationen aber von dem Engagement und der Kompetenz der handelnden Personen. Sie sollten daher zumindest grob wissen, welche Personen tatsächlich hinter dem Verein stehen und welche Fachkompetenz diese besitzen. Sollten sich dazu online keine Informationen finden, kann es Sinn machen, direkt bei der Organisation nachzufragen. Wenn diese gute und seriöse Arbeit leistet, hat sie in der Regel auch kein Problem damit, detaillierte Informationen über Vorstand und verantwortliche Personen bekannt zu geben.

 

Transparenz ist das oberste Gebot

 

Generell ist Transparenz ein wichtiger Punkt. Gesellschafts- und Jahresberichte müssen von Vereinen in jedem Fall veröffentlicht werden. Dort lässt sich oftmals schon herauslesen, ob ein Verein gute Arbeit leistet. Außerdem wird hier ein Überblick über die Einnahmen und Ausgaben des Vereins gegeben. Auch hier gilt: Je detaillierter die Beschreibung, desto besser. Seriöse Tierschutzorganisationen informieren ihre Spender und Mitglieder zudem auch innerhalb des Geschäftsjahres regelmäßig über ihre Aktivitäten. Achten Sie dabei darauf, dass die Vereine nicht nur immer über dieselben Vorzeigeprojekte berichten, sondern tatsächlich ein Bild über alle Aktivitäten zum Schutz der Tiere vermitteln.

 

Auch die Werbung muss seriös sein

 

Da die Tierschutzorganisationen von Spenden leben, sind sie natürlich auf ein gewisses Maß an Werbung angewiesen. Auch hier sollten aber gewisse Grenzen nicht überschritten werden: Organisationen, die auf Drückerkolonnen setzen und versuchen, potenziellen Spendern ein schlechtes Gewissen zu machen, sind mit höchster Skepsis zu betrachten. Ein seriös geführter Tierschutzverein überzeugt durch seine gute Arbeit und hat dann solche Methoden in der Regel nicht nötig. Fühlen Sie sich von der Werbung einer Tierschutzorganisation also unter Druck gesetzt, verzichten Sie am besten auf eine Spende und lassen das Geld lieber einem Verein mit weniger aufdringlichen Methoden zukommen.

 

 

 

Foto: (c) mfotohaus / fotolia.com

Redaktion, 07.12.2016

flockifrauchen
3 | 08.12.2016, 11:05

Mein Mann und ich wurden 1988 Mitglied im TV des Rheinisch-Bergischen-Kreises e.V. als wir die Hündin Sindy zu uns holten. Danach kam Daisy. Bis zum Tod meines Mannes 2009 waren wir ehrenamtlich tätig. Seit ich Witwe bin habe ich diese Tätigkeit eingestellt spende aber jedes Jahr einen höheren Geldbetrag, der den Jahresbeitrag erheblich übersteigt. Desweiteren ist testamentarisch festgelegt dass der TV nach meinem Tod alles erbt mit der Auflage sich um die vorhandenen Tiere (Hund, Fische im Gartenteich) zu kümmern.
Der Staat hat zu meinen Lebzeiten reichlich Steuern kassiert, da braucht er nicht auch noch mein Erbe. Die Tiere brauchen es nötiger, dass ist meine Meinung und zu der stehe ich auch.
Soll jeder machen wie er will. Ich verurteile Keinen der anders denkt.

mirjas51
1 | 08.12.2016, 10:47

Bei meinem Hund war es **LIEBE  auf den ersten Blick**.
Angeboten per Internet **FELLNASEN***Deutscher Tierschutz.
Die Hündin befand  sich  zur Zeit in der Pflegefamilie in Kroatien.
Man hat sie aus der Tötung rausgeholt.
Nach 6 Wochen bekam ich einen wunderbaren Hund der mit 26 andere Hunde nach Deutschand vermitelt wurde.
Von ersten Moment waren wir ein Herz und eine Seele .
Die Familie wo die Ruby zum Schluss war,  unterstüzen meine Mutter
und ich jeden Monat mit einen Geldbetrag .
ZUR Zeit hat die Familie 18 Katzen und 6 Hunde , die sie liebvoll aufziehen.
Meine Hochachtung gilt DER Familie,weil sie viel Liebe investieren und freuen sich wie die Kinder wenn nach eine gewisse Zeit  eine Rückmeldung kommtmit Bild , wie es dem Tier geht.
 

cloudy
5 | 07.12.2016, 23:00

Ich finde es schade, dass Teilen und Spenden immer nur zu Weihnachten in den Focus gerückt wird, es scheint (mein Empfinden) ein Ritual zu werden wie Tannenbaum und Adventskranz schmücken.
Das Bewusstsein für Hilfsbedürftige - ob Mensch oder Tier, sollte immer präsent sein.
Eine stimmungsvolle und bewusste Zeit!!!

chrisu13
2 | 07.12.2016, 19:48

Bei uns in Ö kann man bei der Caritas "Christkindl-Briefe" von Kindern, Jugendlichen od. pflegebedürftigen Senioren bestellen (in der entsprechenden Preiskategorie).

Ich habe einen handgeschriebene Wunschbrief mit Zeichnung, Glitter und Stickern bekommen.

Der Gedanke einem benachteiligten Kind eine Freude zu bereiten, tut gut und ist auch für mich ein "Geschenk".

Ich wünsche "meiner" Lisa viel Freude mit ihrem Geschenk!

salzsee
1 | 07.12.2016, 18:25

Meine Spenden gehen samt und sonders an Ärzte ohne Grenzen.

Auch ich wünsche eine friedvolle Zeit

akinom1959
1 | 07.12.2016, 17:45

Bei uns im Supermarkt steht eine Gitterbox ,
wo man Tierfutterdosen oder Trockenfutter hineinlegen kann .
Und einmal in Monat wird die Box geleert, und dem Tierheim gespendet. So kommt meine Spenge zu 100% bei dem Tierheim an .
Wenn jeder etwas gibt kommt auch viel zusammen .

rabea1960
2 | 07.12.2016, 15:50

Wenn ich einkaufen gehe, steht draußen vor der Der Türe seit 2 Jahren der gleiche Obdachlose, der seine Zeitung "fiftyfifty" verkauft..."fiftyfifty" nennt sich die Zeitschrift, weil der Obdachlose die Zeitungen in Kommision vom Verlag erhält und nur die Hälfte vom Erlös der Zeitungen zahlen muß, der Rest ist für ihn... Ich kaufe regelmäßig diese Zeitung, weil ich weiß, dass so Obdachlose wieder den Weg in die Gesellschaft finden...ihm gebe ich gerne, auch wenn ich selbst nicht viel habe...

wünsche allen eine friedliche Adventzeit...

rabea / Angelika

whitesands
1 | 07.12.2016, 15:37

Was mich traurig macht : Ich arbeite im Kinderschutz. Jeder Tierschutzverein hat erheblich mehr Mitglieder als eine Kinderschutzorganisation und auch erheblich mehr Spenden.
Ich mag Tiere auch - aber Kinder sollten trotzdem nicht vergessen werden.
Na, vielleicht kommen diese Weihnachtszeit auch mal Spenden für unsere Arbeit rein.
Schöne Weihnachtszeit whitesands

deepinmysoul
2 | 07.12.2016, 14:20

Eine jährliche Futterspende für eine Tierheim in finanzieller Form, eine Mitgliedschaft bei einem Tierschutzverein, ab Januar wieder eine Patenschaft für ein Mädchen.
Geschenke gibt es in diesem Jahr keine wesentlichen.