Wenn es an der Zeit ist, die Familie des Partners kennenzulernen

Wenn es an der Zeit ist, die Familie des Partners kennenzulernen

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Um es gleich vorneweg zu sagen: Es gibt keinen allgemeingültigen Rat in bezug auf den optimalen Zeitpunkt, um die Familie des Partners kennenzulernen, denn der hängt sehr von inneren und äußeren Faktoren ab. Innere Faktoren sind beispielsweise die Qualität der Beziehung und die eigene Einstellung dazu, äußere Faktoren betreffen den Wohnort und jeweilige Anlässe.

 

 

 

Unsicherheit ist ganz normal

Egal, ob man 16 oder 60 Jahre alt ist - die Familie des Partners zu treffen, ist immer eine aufregende Angelegenheit. Fragen, Unsicherheiten und Befürchtungen sind damit verknüpft. Werde ich gut ankommen? Wird die Familie mich mögen und akzeptieren oder lehnt sie mich ab? Bin ich willkommen oder eher ein Störenfried? Wie stehe ich zur Familie? Sind wir auf einer Wellenlänge oder sind das Menschen, mit denen ich überhaupt nichts anfangen kann? All diese Fragen hängen sehr stark zusammen mit dem eigenen Selbstwertgefühl und Erfahrungen, die man früher gemacht hat. Jeder kennt das Gefühl, in einer bestimmten Situation zurückgewiesen und abgelehnt worden zu sein und die daraus resultierende Enttäuschung oder Kränkung. Ob man durch solche Erfahrungen nachhaltig geprägt wird und inwieweit man sie verarbeitet, kommt maßgeblich auf die eigene Psyche an. Wenn man sich verdeutlicht, dass es überhaupt nicht darum geht, vor der Familie des Partners wie vor einer Prüfung zu "bestehen" und dass aller Wahrscheinlichkeit nach niemand böse Absichten hegt, kann man offen und mit positiver Erwartungshaltung an das Treffen mit der Familie herangehen.

 

Am Anfang steht das Kennenlernen

Die Anfangsphase einer Beziehung ist geprägt von dem schönen Gefühl der Verliebtheit, und Schmetterlingen im Bauch. Man genießt jede Minute der Zweisamkeit bei gemeinsamen Unternehmungen oder auch einfach nur beim Relaxen und Kuscheln. Man entdeckt immer mehr Gemeinsamkeiten und Übereinstimmungen und selbst gelegentliche Differenzen bieten Anlass zu interessanten Diskussionen, durch die man sich immer besser kennenlernt. Diese Zeit sollte ausschließlich den beiden Partnern gehören, damit sie ihre neue Beziehung ganz nach Lust und Laune ausleben können. Hier würden fremde Einflüsse nur stören. Und es braucht seine Zeit, um vertraut miteinander zu werden.

 

Ein Meilenstein für die Beziehung

Wenn klar ist, dass die Verliebtheit kein Strohfeuer ist, besteht bei vielen Menschen das Bedürfnis, die Familie des Partners kennenzulernen. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: Zum einen ist es der Wunsch, die Beziehung zu festigen und ihr einen gewissen Rahmen zu geben. Niemand kann auf Dauer ganz für sich allein leben und die Familie spielt für die meisten Menschen eine sehr wichtige Rolle. Durch das Treffen mit der Familie wird die Partnerschaft auf eine andere Ebene gehoben, es ist ein Zeichen, dass man dazugehört. Zum anderen existiert natürlich auch das Bedürfnis, den Partner noch besser kennenzulernen. Während man bislang ausschließlich seine Zweisamkeit gelebt hat, ist es doch wichtig, ihn auch in anderen Zusammenhängen, beispielsweise im Kreis seiner Familie, zu erleben. Wie ist das Verhältnis zu seinen Eltern, seinen Kindern, seinen Geschwistern? Daraus lässt sich viel über den Charakter des Anderen erfahren.

 

Der richtige Zeitpunkt

So versteht es sich, dass der richtige Zeitpunkt, die Familie des Partners kennenzulernen, genau dann ist, wenn beide Partner dafür bereit sind. Wenn beide ungefähr gleich darüber denken, ist es ideal. Etwas problematisch kann es sein, wenn ein Teil das Bedürfnis hat, den Partner seiner Familie vorzustellen und der andere Teil noch nicht bereit dazu ist. Oder umgekehrt: Sie möchten unbedingt "seine" oder "ihre" Familie kennenlernen, Ihr Partner zögert jedoch. In diesem Fall sollten Sie unbedingt Ihre Bedürfnisse kommunizieren, damit sie eine für beide zufriedenstellende Lösung finden. In welchem Rahmen und zu welchem Anlass die Begegnung stattfindet, kommt ganz auf Sie an. Die "offizielle" Einführung anlässlich eines Familienfests, beispielsweise eines Geburts- oder Festtags, ist nicht immer die beste Lösung. Solche Begegnungen können manchmal recht steif verlaufen. Nicht zu empfehlen ist es auch, bei Besuchen einfach ohne Ankündigung mit dem neuen Partner aufzutauchen, dies verursacht Befremden und Verwirrung. Am besten ist es, alles ganz entspannt anzugehen. Beispielsweise bei einem gemeinsamen Kaffeetrinken oder Abendessen, das aber ganz normal und ohne großes "Tamtam" abgehen sollte. Am besten ist es, sich schon im Vorfeld ein wenig über die Familie des Partners zu informieren. Wenn Sie die Hobbys oder die Berufe der einzelnen Familienmitglieder kennen, werden Sie auch nicht um Gesprächsthemen verlegen sein. Und so wird das erste Treffen mit der Familie auch ein Erfolg werden.

Foto: © Robert Kneschke - Fotolia.com

Redaktion, 20.08.2015

schorses
1 | 20.08.2015, 18:08

Man kann den Zeitpunkt noch so sorgfälig auswählen, es kommt oft anders als geplant. Ich hatte meine neue Partnerin sehr früh nach dem Tod meiner Frau in diesem Forum kennengelernt,zu einem Zeitpunkt wo ich an eine neue Partnerschaft noch keinen Gedanken verschwendet habe. Es passte aber irgendwie zwischen uns. Ihr fehlte aber weil es so früh war der Mut für meine recht gr0ße Familie bis ihr meine Mutter, knapp an 90 am Telefon sagte. Mut und komm, die Leute reden sowieso bis die nächste Sau durch das Dorf getrieben wird. Sie wurde von allen herzlich aufgenommen und fühlte sich auch sofort wohl.
Aber das Umfeld war total gegensätzlich um nicht zu sagen von sehr gut bis zu feindlich. Bei meinem damaligen Kegelverein war es trotz vorheriger Anfrage zum Mitbringen, für sie ein Spießrutenlauf den ich direkt nach dem Essen beendete, eine Kommunikation fand nur über mich statt als ob sie Luft oder Fremdkörper wäre.
Ganz anders beim Schützenverein, zufälliges Treffen in einer Gaststätte bei Schwerin, ich war abgemeldet sie wurde sofort integriert auch bei einem späteren Besuch in meiner alten Heimat, wir haben da schon zusammengewohnt, bei einem Schützenfest wurde sie mir fast entführt und hat sich pudelwohl in dem Verein gefühlt.
Es sind zum Glück nicht alle Menschen gleich.